Hüte dich

Hüte dich und bleibe still; fürchte dich nicht, und dein Herz sei unverzagt.
Jesaja 7,4
Hüte dich,
Hüte deinen Mund.
Bleibe still
Bleibe demütig.
Fürchte dich nicht.
Lass die Furcht des Herzens nicht zu.
Habe aber Ehrfurcht vor dem Herrn.
Lass dich nicht irritieren, mein Herz,
von den alltäglichen Störfeuern,
lass leuchten das Feuer des Herrn.
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Abschied von der Kindheit

Abschiede sind schwer.
Es gibt große und kleine Abschiede.
Ein großer Abschied ist
der Abschied von der Kindheit.
Für die Mutter,
für den Vater,
für das Kind.
Abschiede heißen verlassen,
Eltern,
Geschwister,
Freunde,
die Bequemlichkeit,
die vertraute Umgebung.,
das Umsorgtsein.
Abschiede verursachen
Unsicherheit,
Bauchgrummeln,
Aufgeregtheit,
Schlaflosigkeit,
Angst.
Bei allen Beteiligten.
Ein Abschied ist immer auch ein Aufbruch.
Wer auszieht,
bricht auf,
in ein verändertes Morgen,
in eine noch im Nebel liegende, hoffentlich rosige Zukunft,
in ein Abenteuer, mit vielen Herausforderungen, und
wenn man jung ist, mit vielen Illusionen im Kopf.
Abschied habe ich heute von meinem Sohn genommen,
mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
Er ist von zu Hause ausgerückt und in sein Studentenleben eingerückt.
Sein zartes feines weißes Milchgesicht
muss sich nun selbst in den Alltag stellen,
muss lernen, dass der Kühlschrank sich nicht von selbst füllt,
das Klopapier gekauft sein will und am Sonntag die Läden geschlossen sind.
Er wird viel lernen müssen.
Es wird anfänglich holpern.
Er wird lernen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Sicher auch Lehrgeld bezahlen.
All das wird ihm sehr gut tun.
Und das ist mein lachendes Auge,
mein lachendes Herz.
Mein Segen über dich, mein Sohn,
Gott möge dich behüten,
er möge dir den Weg zeigen, wenn du gerade verloren bist,
er möge dich erkennen lassen, wenn du fehl gehst,
er möge dich auf die alltäglichen Dinge des Lebens hinweisen, wenn du diese ignorierst,
er möge dir Menschen schicken, die du magst und die dich mögen,
er möge dir das Glück, das er dir in die Wiege gelegt hat, bewahren,
Gottes Segen sei mit dir, jeden Tag.
Amen.

7 Tage hat die Woche

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun. 
2.Mose 20,9.10
Der 7. Tag,
wann ist der, o Gott?
Alle meine Werke soll ich in 6 Tagen tun?
1.000 Jahre hat dein Tag.
Also brauche ich nicht hetzen.

Determination – Selbstbegrenzung

Lieber Luther,
heute fasse ich ein heißes Eisen an. Angeregt wurde ich dazu durch eine Frage bei glauben 2017, an deren Beantwortung sich bis jetzt noch keiner gewagt hat. Es ist die Frage nach der Determination, unserer Determination durch Gott und – anscheinend entgegenstehend – unsere Willens-, Handlungs-, Entscheidungsfreiheit.
Das ist eine hochphilosophische Frage mit vielen Antworten. Eine letztendliche „wahre“ Antwort gibt es nicht. Die Art der Beantwortung der Frage hängt daran, wie man sich zur „Determination“ stellt, welchen Schulen und Denkmustern man folgt. Das heißt, unsere Antwort ist schon von unseren – bewussten oder unbewussten – Prägungen und Festlegungen geprägt. Im Folgenden ein paar Denkanstöße.
Existiert „Welt“ tatsächlich in Ursache mit zwangsläufigen Folgen und Wirkungen oder ist das nur ein Denkschema menschlichen Ursprungs? Eine Hilfskonstruktion, um die Welt für uns erklärbar zu machen? Damit wir die Macht (oder Herrschaft?) über die Welt nicht verlieren? Weil uns das Angst macht, die Macht über die Welt zu verlieren? Ist das nicht ein Denkkonstrukt, das unsere Denkfreiheit einschränkt und in einer Weise kanalisiert, die uns den Blick auf das Universale, auf Gott, verstellt? Brauchen wir auf alles Antworten? Wieso? Gott ist metaphysisch. Jede Antwort, die ihn betrifft, lässt sich empirisch nicht überprüfen. Muss mich diese Diskussion, um Determination überhaupt interessieren oder determiniere ich mich da nicht selbst?
Geht das überhaupt: vollkommene Willens- und Entscheidungsfreiheit? Die neuere Hirnforschung sagt, vollkommene Willensfreiheit gibt es nicht. Sind wir nicht geprägt schon vom Mutterleib an, vom ersten Augenblick meines Entstehens? Werde ich eine Frau oder ein Mann? Habe ich das entschieden? Nein? Wer dann? Zufall oder höherer Wille? Muss ich das entscheiden? Wer zwingt mich dazu?
Die Frage ist also, wenn Gott ist, wenn Gottes Wille ist, wenn ich aus Gott komme und am Ende wieder ganz mit ihm vereint bin, wenn Gott in mir ist und er meine Wege leitet, bin ich dann von ihm bestimmt? Ist das, was ich tue in meinem Willen oder in seinem Willen? Bin ich seine Marionette, sein Werkzeug? Wo bleibt da meine Willens- und Handlungsfreiheit? Bestimmt Gott oder bestimme ich, was ich tue und lasse? Gibt es da eine feste Ursache – Wirkungsabfolge? Beten wir nicht „dein Wille geschehe“? Um die Frage auf den Punkt zu bringen: Ist Gott Ursache, bin ich vorherbestimmt Folge und im meinem Willen, meinen Entscheidungen und in meinem Handeln so bestimmt, das mein Leben genau so abläuft, wie es abläuft oder habe ich da auch noch eine Möglichkeit mitzubestimmen? Wobei man fragen kann, wieso ist das so wichtig für uns, dass wir selbst bestimmen? Dieser Frage will ich aber jetzt nicht nachgehen.
Diese Fragen nach der Determination hängen wie ein Damoklesschwert über dem Gläubigen. Soll ich Glauben Gott ist Realität oder ist er ein menschliches Konstrukt, um unser Wohlbefinden zu verbessern, etwas, an das wir uns klammern können, um uns von unserer Verantwortung für das Hier und Jetzt davonzuschleichen und uns die Angst vor dem Nichts nach dem Tod zu nehmen?
Gott ist unser Ausgangs- und Endpunkt. Heißt das zwangsläufig, wir sind von ihm in all unserem Tun, Entscheiden und Handeln von ihm bestimmt? Das das was ist, zwangsläufig so ist und nicht anders sein kann. Oder ist es nicht so, dass ich aus freiem Willen ihm nachfolge, Jesus nachfolge. Das Bild von Gott als Vater hilft uns bei dieser Nachfolge, da wir – idealerweise – mit Vater Liebe und Sorge verbinden. Ob Vater oder Mutter spielt hier absolut keine Rolle. Das ist eine Prägung auf „Eltern“, die schon im Mutterleib beginnt. Nicht nur wir, sondern auch Tiere haben sie. Gott ist mein freier Wille, meine freie Entscheidung, mein freies Handeln. Alles an Gott und meinem Verhältnis zu Gott ist eben nicht determiniert, sondern ist vollkommen frei. Ich muss nicht an ihn glauben, ich muss ihm nicht nachfolgen. Auch in der Art, Gott zu denken, bin ich vollkommen frei. Keiner kann mich zwingen, einem kirchlichen Dogma, einer Lehrmeinung zu folgen, keiner kann mich zwingen für wahr zu halten, was in der Bibel steht. Ich bin darin frei und eben nicht determiniert. Ein Blick in die Realität zeigt, dass das auch der Lebenswirklichkeit entspricht.
Gott wirkt, bewirkt. Auch das ist für den gläubigen Menschen eine Tatsache. Aber ist das eine Ursache-Wirkung-Bestimmtheit des Menschen? Oder ist es gerade umgekehrt: Mensch bestimmt und Gott folgt? Eine interessante Umdrehung der Verantwortlichkeiten.
Der Mensch als Wesen und im Wesen Teil von ihm Seiender, entscheidet, handelt, gut oder böse oder in Abstufungen dazwischen, voll verantwortlich für all sein Tun. Gott erkennt dieses Entscheiden und Tun des Menschen in all seinen Folgen und ist beim Menschen in all seinen Entscheidungen und Folgen. Gott ist mit uns, was immer wir tun. Er folgt uns, auch wenn wir ihm nicht folgen. Gott hat uns volle Handlungs-, Entscheidungs- und Ausführungsvollmacht gegeben: Macht euch die Erde untertan. Er folgt uns mit seiner Liebe und Barmherzigkeit. Gott bewirkt an uns seine Liebe als Echo auf unser selbstverantwortliches Tun. Er muss dies zwangsläufig tun, will er uns nicht verlieren. Auch das ist Lebensrealität.
Gott ist die Liebe, das ist ein für den Glaubenden wahres Wissen. Nicht nur Gott ist die Liebe, auch der Mensch will Liebe erhalten, von anderen Menschen, von Gott, von einem selbst. Mensch will Liebe geben und wenn er Liebe gibt, ist er ganz bei sich selbst. Liebe geben und Liebe nehmen, aktivieren im Gehirn die gleichen Regionen, und nicht nur im Gehirn, auch in unserem Herzen. Das ist der Punkt, in dem wir ganz bei uns sind und ganz bei Gott. Unbestimmt, frei, ohne Abgrenzung, ohne Getrenntsein.
In Liebe zu leben – äußerer und innerer, ist das universale Prinzip, ist die Vereintheit von Gott und Mensch. Das ist der Schnittpunkt zwischen Mensch und Gott. In ihm sind Gott und Mensch eins, absolut in Übereinstimmung und Frieden miteinander. Es gibt in diesem Punkt keine Ursache und Wirkung, kein oben und unten, keine Zeit, keine Willens-, Handlungs- und Entscheidungsfreiheit und auch keine Notwendigkeit, diese zu haben. Dort gibt es kein Gott und ich, keine Getrenntsein, kein Dualismus, kein Ursache-Wirkungsprinzip. Es ist ein SEIN, ein EINS-SEIN, ein GEMEINSAM-SEIN. Ist das nicht das Paradies?
Lieber Luther, „Determination“ kommt aus dem Latein und heißt „abgrenzen, „bestimmen“, „begrenzen“. All das ist Gott, die Beziehung zu Gott, unsere Bestimmung in Gott eben nicht. Kann Mensch das nicht lassen, sich selbst zu begrenzen? Sich hin zu Gott zu begrenzen, sich von ihm abzugrenzen. Es fühlt sich gut an Gott und Glaube in Freiheit, in gedanklicher Unbegrenztheit zu leben.
Gott ist mein Anfangs- und Ausgangspunkt, Gott wirkt, Gott ist die Liebe, in der es kein Getrenntsein, keine Bestimmtheit, keine Determination, gibt. Aber ich glaube du weißt das.
Herzliche Grüße
Deborrah

Klein und Groß

Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!
Psalm 139,17
Schwer, sind deine Gedanken für mich,
schwer zu verstehen,
schwer zu vermitteln,
schwer zu ertragen, manchmal.
Ich bin zu klein, um ihre Größe wirklich zu erfassen.
Ich bin zu schwach, um sie mit ihrem ganzen Gewicht zu transportieren,
Ich bin zu wenig selbstlos, um mich ganz der Summe deiner Gedanken zu unterstellen.

Tau

Gott spricht: Ich will für Israel wie ein Tau sein, dass es blühen soll wie eine Lilie und Wurzeln schlagen wie (ein Gewächs) des Libanon .
Hosea 14,6
Blumenstreit,
Pflanzenstreit.
Gelehrtenstreit.
Wie soll Israel wachsen:
Rose, Lilie, Hyazinthe, Schwertlilie, Narzisse.
Wurzeln wie der Libanon,
Pappel, Zeder, Gewächs des Libanons?
Eitelkeiten, die da blühen.
Besserwisserei.
Ob Rose, Lilie, Pappel, Zeder oder sonst ein Gewächs,
ob etwas wächst in Gottes Land,
egal ob Acker, Weinberg, Stadt oderTempel:
Der Tau spendet das Leben,
das reine Wasser,
das nach der Nacht den Morgen bringt,
egal, welche Pflanze wir sind und
wo wir Wurzeln schlagen.

Stummer Schrei

Ich liebe den HERRN, denn er hört die Stimme meines Flehens. 
Psalm 116,1
Der Herr,
er hört meine Stimme, auch wenn sie erstummt ist,
er hört mich, wenn ich verstummt bin,
er hört jeden stummen Schrei, der aus mir dringt.
Liebe ich ihn, weil er mich erhört oder
liebe ich ihn, weil er mich hört.
Liebe ich ihn auch ohne „weil“?

24 Lichter für Verlassene

Guter Gott, unser aller Vater, sei bei denen,
die vor den Trümmern der Vergangenheit stehen,
in der Gegenwart am Untergehen sind und
kaum in die Zukunft zu blicken wagen.
Der Herr lasse sein Licht leuchten über dich,
er erhelle deinen Tag 24 Stunden mit seinem Licht,
und zünde in jeder Stunde am Tag ein Licht für dich an:
1 Licht weise dir den Weg durch den Tag.
1 Licht trockne deine Tränen.
1 Licht umhülle dich mit Wärme.
1 Licht lasse deine Trauer verblassen,
1 Licht mildere deinen Zorn.
1 Licht bringe deine Eifersucht zum Schweigen.
1 Licht heile deine Verletzungen.
1 Licht erhebe dich aus der Demütigung.
1 Licht verschaffe dir eine Atempause.
1 Licht gebe dir Kraft.
1 Licht erhelle deine Dunkelheit.
1 Licht vertreibe deine Angst.
1 Licht lasse die Zuversicht in dir nicht ausgehen.
1 Licht für das Schöne am Tag.
1 Licht für ein Lachen.
1 Licht schicke dir Menschen mit einem weiten Herz.
1 Licht erhelle deine Seele.
1 Licht, damit du weißt dass du nicht verlassen bist.
1 Licht erinnere dich daran, dass du vor Gott ganz und unbeschädigt bist.
1 Licht für die Gewissheit, dass er dich auffängt.
1 Licht für ein demütiges Herz.
1 Licht, damit du auf Gott hoffen kannst.
1 Licht, damit du sein Licht erkennst.
1 Licht, das über dir wacht, auch wenn du schläfst.
Dank sei dir, o Gott,
für dieses Lichtermeer und
gib, dass es die Dunkelheit vertreibt.

Reine Lippen

Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen sollen und ihm einträchtig dienen. 
Zefanja 3,9
Reine Lippen,
wahre Rede,
keine Lippenbekenntnisse.
Bekennende Lippen.
Worte, denen Taten folgen,
Taten, die den Worten folgen.
Ohne Falsch.
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Morgenröte

Höret auf mich, ihr Verzagten, die ihr fern seid vom Heil: Schon lasse ich nahen mein Heil, es ist nicht fern.
Jesaja 46,12-13
Hört,
die ihr fern seid vom Heil,
mein Heil ist nicht fern.
Klingt wie ein Hauch von Morgenröte,
der das Ende der Nacht ankündigt
und durchhalten lässt
bis zum Morgen.
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Ende des Konjunktivs

Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre! 
Psalm 81,14
Ja, wenn.
Auch Gott kennt den Konjunktiv
aber auch das Ende des Konjunktivs:
Am Ende wirst du, mein Volk, jubeln,
ich werde jubeln,
und wir werden gemeinsam Jubeln.
So wahr ich euer Gott bin.

Gottes Lied vom Leben und Sterben

Lieber Luther,
oft denken wir, wo Gott ist, muss alles gut sein, insbesondere unser Leben, das Leben der anderen, wo Gott ist, muss Friede sein. Wenn wir uns umschauen, müssen wir erkennen, dass das nicht so ist. Welche Rolle spielt da Gott, in diesem Spiel des Lebens?
Gott lässt uns Mensch sein und steht mit uns das Menschsein durch. Mit Jesus tat er das fleischlich und konkret. Wie das auf einer abstrakteren Ebene geht, erklärt uns Gott im Lied vom Leben und Sterben, Gottes Lied, gesungen durch Mose (5.Mose 32, 1-43).
Es klingt in unseren Ohren zunächst martialisch, nach einem zornigen, rächenden Gott. Wenn wir es uns aber genau ansehen, erkennen wir, dass es das Gegenteil ist, es zeigt uns, wie Gott mit unseren Verfehlungen umgeht: Gott sichert uns seine Treue und sein Erbarmen zu, wie viel Unrecht wir auch tun, wie oft wir uns auch gegen ihn stellen, wie sehr wir auch fehl gehen.
Wenn wir dieses Lied des Lebens und des Sterbens in unsere Sprache übersetzen, erkennen wir, dass es noch genau so aktuell ist wie vor 3400 Jahren. Ich will mich da auch nicht weiter einmischen:
„Horch auf, du Himmel, ich will reden, und die Erde höre die Worte meines Mundes. Wie Regen träufle meine Lehre, wie Tau riesele meine Rede, wie Regenschauer auf frisches Grün und wie Regengüsse auf (welkes) Kraut!“ (2)
Hört und seht, der Fels ist vollkommen und all meine Wege sind recht. Ich bin ein Gott der Treue, egal wie ihr euch mir darbietet. Ihr versündigt euch gegen mich, ihr verweigert mir eure Kindschaft und macht euch damit selbst zum Schandfleck.
Aber ihr seid ein Teil von mir und ich ein Teil von euch. Ihr seid die Nachkommen Jakobs, den ich behütete wie meinen Augapfel und den ich unter meine Fittiche genommen und auf meinen Flügeln getragen habe. Das will ich auch euch, als seine Erben, tun, wenn ihr auf mein Wort hört und mich euren Gott sein lasst.
Aber, ihr seid eine verkehrte und verdrehte Generation, seit vielen Generationen, die auf mein Wort nicht hört. Ihr seid nicht treu, schafft eure eigenen Götter. Ihr werdet daran zu tragen haben – Männer, Frauen, Kinder, Alte, Junge. Und ich, Gott, lasse es zu, ich rette euch nicht vor euch selbst. Ihr werdet ernten, was ihr sät. Ihr werdet die Konsequenzen eures Tuns selbst tragen müssen. Alles Jammern wird euch nicht helfen, auch nicht, dass ihr mich für eure Taten verantwortlich macht, dass ich retten soll, was ihr verbockt habt.
Dennoch verlasse ich euch nicht, denn ich bin ein treuer Gott. Ich werde nicht zulassen, dass das Böse am Ende über das Gute triumphiert und das Böse sich für das Gute ausgibt.
Du, mein Volk, hörst auf keinen Rat, zeigst keine Einsicht, wie trostlos du dir deine Welt auch bereitest, wie groß die Zeichen auch sind, die ich schicke. Ich kann nicht alles gut heißen, was du tust, deshalb tue ich Zeichen, die nur ich tun kann. Seht sie, hört sie, handelt danach.
Ihr habt immer die Wahl, ihnen zu folgen oder nicht. Jeden Tag könnt ihr euch von neuem für mich entscheiden. Wenn ihr meinem Wort und meinen Zeichen nicht folgt, ist es eure Entscheidung, ihr müsst dann aber auch mit den Konsequenzen leben, im Hier und Jetzt, im Leben und im Sterben. Ich kann euch tot lassen, aber auch zum Leben erwecken, ich kann zulassen, dass ihr euch gegenseitig zerschlagt, aber auch heilen. Ihr solltet erkennen und anerkennen, dass nur ich das kann, so wahr ich ewig lebe.
Wenn du weise wärest, mein Volk, würdest du bedenken, dass du mit all deinem Tun einmal konfrontiert wirst. Dann wirst du dein Böses und Gutes erkennen und mit mir gemeinsam ansehen. Das werde ich dir und mir nicht ersparen, aber es reinigt und versöhnt uns miteinander. Und dann, wenn ich sehe, dass ihr erschreckt vor dem Bösen, das Böse loslasst und euch ihm verschließt, werde ich Erbarmen mit euch haben und ihr werdet erkennen, dass ich euer Gott bin und kein anderer Gott neben mir ist.
Dann wirst du, mein Volk, jubeln, dann werde ich jubeln, dann werden wir gemeinsam jubeln.
So wahr ich euer Gott bin.

Mein Volk

Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit. 
Sacharja 8,8
Siehe,
ich will mein Volk retten,
aus dem Land des Aufgangs der Sonne, diejenigen, die leben und
aus dem Land des Untergangs der Sonne, diejenigen, die tot sind.
Alle – ausnahmslos – zählen zu meinem Volk.
Ich will ihr Gott sein, das ist mein väterlicher Wille.
Ich bin treu, auch wenn sie treulos sind,
Ich bin gerecht, auch wenn sie ungerecht sind.
Ich will in ihre Augen schauen und in ihren Augen mich sehen.
Ich will sie heimführen, an dem Tag, den ich für sie bestimme.
Ich freue mich auf den Tag, da sie alle kommen werden.
Ich freue mich auf jeden einzelnen.

Warnung

Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben. 
5.Mose 4,9
Das ist eine Warnung an dich, o Seele,
du hast gesehen und läufst trotzdem Gefahr,
dir untreu zu werden,
dich davon zu machen,
in ein Land,
das nicht das Land ist,
das du gesehen hast.

Entlastung

Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen. 
Zefanja 3,14-15
Der Herr entlastet.
Die Felsbrocken rollen von meiner Seele
und ich bin wie neu geschaffen.

König, Bettler, Biedermann

Einem König hilft nicht seine große Macht; ein Held kann sich nicht retten durch seine große Kraft.
Psalm 33,16
König,
Held,
Biedermann,
Bettler:
alle enden vor dem Einen,
alle werden mit dem einen Maß gewogen.
Am Anfang und am Ende
sind wir alle gleich.
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Worte wie Silber

Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
Psalm 12,7
Die Worte des Herrn.
gewogen,
geprüft,
geklärt,
zu Sätzen geschmiedet,
von Menschenverstand,
kündend von
Wahrheit,
Glaube,
Demut,
Recht,
Gerechtigkeit,
Gnade und
Erlösung.