Kirchentag?

So, ich bin nun auch wieder zurück und im verlängerten Wochenende, so dass ich mein Kirchentagsprojekt angehen kann.
Die Karte war heute Abend da, aber meine Enttäuschung groß, da ich das Begleitbüchlein mit den Veranstaltungen mit erwartet habe, so dass ich planen kann. Stattdessen nur die reine Eintrittskarte. Wie soll ich mit nichts in der Hand und angesichts von 2.500 Veranstaltungen eine Planung für mich machen?
Erst war ich sehr verärgert. Es war nicht erkenntlich, dass ich für das gleiche Geld nur die dreiviertel Leistung bekomme. Das ist Nepp, denke ich. Kein wirklich guter Start.
So richtig motiviert bin ich nicht, mich jetzt durch xig Internetseiten zu klicken, um mir eine Meinung zu bilden, wo ich hin will und wo nicht.
Die ganze Angelegenheit macht mich noch skeptischer als ich vorher schon war. Vielleicht verschiebe ich das Ganze nach dem Motto: Morgen ist auch noch ein Tag.
So richtig angefreundet habe ich mich mit meiner Kirchentagskarte noch nicht. Sieht ein bisschen aus wie „ruhe in Frieden“.

Turbulenzen

In 11.800 Metern Höhe ist die Wetterlage auch nicht immer gleich
Unten manchmal freie Sicht, ansonsten Wolkenschichten in allen Varianten.
Vielleicht ruckelt es manchmal mehr als üblich.

Heute unglaubliche Turbulenzen
Triebwerksprobleme schon vor dem Start.
Das Flugzeug rüttelt und schüttelt sich.

Wie verletzbar wir sind.
Immer in Gefahr abzustürzen.
Im schönen Schein nicht zu erkennen.
Er gauckelt etwas vor, was nicht ist.
Die Katastrophe lauert unsichtbar.

Wir mittendrin.
Äußerliches und innerliches Leben.

Zugehaltene Hand

Du sollst dein Herz nicht verhärten und deine Hand nicht zuhalten gegenüber deinem armen Bruder. 
5.Mose 15,7
Du sollst dein Herz nicht verhärten,
deine Hand nicht zuhalten,
gegenüber deinem Nächsten,
gegenüber dem, der dir am Nächsten ist.
Damit dies nicht passiert,
ist manchmal Klartext notwendig.
Es hilft nur dann,
wenn der Satz auch beim Nächsten Gehör findet.
Nur dann wird
ein offenes Herz und
eine offene Hand auch
zu einem Liebespfand.

Hannemann, geh du voran

Aktiv und Passiv kennen wir aus der Grammatik.
Das Aktiv wird geprägt von der handelnden Person.
Das Passiv kommt ohne Handelnden aus.
Es gibt aktive und passive Menschen.
Die aktiven Menschen sind immer in Bewegung,
die passiven lassen sich von den aktiven bewegen.
Muss in solch einem Gespann immer der Gleiche vorangehen,
wird dieser irgendwann müde,
müde des Bitten und Bettelns:
Komm, hilf doch mit.
Schaut der eine weiter tatenlos zu, wie der andere sich abmüht,
überlässt jegliche Anstrengung dem anderen,
bis dieser fast nicht mehr kann,
sieht, dass der andere fast in die Knie geht,
lässt ihn trotzdem im Stich,
Hannemann, geh du voran, ich halt mich fein zurück.
Mal sehen, was du tust und ich entscheide dann,
ob, was du tust, mir passt oder nicht.
Hannemann ist dem völlig ausgeliefert und
kommt langsam ins Grübeln.
Ist das Partnerschaft?
Sieht so Liebe aus?
Nur im Passiv funktioniert Beziehung auf Dauer nicht.
Lebendige Beziehung braucht handelnde Personen.
Wenn der eine müde ist, muss der andere einspringen.
Wenn der andere sich dauerhaft verweigert,
gibt es irgendwann kein Aktiv und Passiv mehr.
Da hilft auch kein Blick in die Grammatik.
Die Beziehung ist am Ende mit ihrem Latein.
Trotz aller Liebe.

Kirchentag

Ich kehre wieder an die Wurzeln dieses Blogs zurück, so sehe ich das jedenfalls, als eine Art Pilgerreise. Ich habe mich ganz spontan entschlossen, mir eine Karte für den Kirchentag zu bestellen. So spontan wie meine Entscheidung zu pilgern. Ohne lange zu zögern. Erst die Entscheidung, dann die Planung.
Wieso, weiß ich nicht so richtig. Als ich zu meinem Erstaunen entdeckt habe, dass ich nächste Woche nur Montag und Dienstag arbeiten muss, hatte ich zwei Möglichkeiten: In den Garten gehen und dort werkeln oder Kirchentag. Erstaunlicherweise habe ich mich für den Kirchentag entschieden.
Eigentlich mag ich keine Großveranstaltungen.
Eigentlich mag ich keine Großstädte.
Eigentlich mag ich keine Großtuerei.
Gute Voraussetzungen also für eine Pilgerreise. Sie ist eine Herausforderung. Ich war noch nie auf einem Kirchentag. Ich kann mir nicht so richtig vorstellen, dass ich mich dort wohl fühle. Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man sich da ausruhen kann, was ich eigentlich dringend nötig hätte.
Also bin ich sehr gespannt, was mich da hintreibt. Ich werde – natürlich – hier ein Pilgerprotokoll führen.
Erstaunlich auch, wie vergleichbar doch die Vorzeichen sind, fast ein Spiegelbild, aber wie unterschiedlich das Unterfangen: damals raus in die Stille, heute rein in den Trubel.
Irgendwie scheint der Vogel sein Nest verlassen zu müssen.