Harte Schule

Der HERR sprach zu Jona: Dich jammert die Staude, um die du dich nicht gemüht hast, die in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb, und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt? 
Jona 4,10-11
Gottes Wege, ach Bruder Jona.
Das Hü und Hott schlaucht dich.
Du bist Gott nahe und er dir.
Du gehst, aber scheinst das Ziel immer zu verfehlen.
Du zürnst, du trotzt.
Nimm doch meine Seele von mir, o Gott, dass ich stürbe.
Ich bin müde und erschöpft,
ich verstehe dich nicht.
Aber, er lässt die Seinen nicht,
Du kannst ihm nicht entkommen.
Kurz ist die gewährte Ruhe am Wunderbaum.
Deine Seele hat gerade angefangen sich zu erholen,
schon schickt Gott einen Wurm,
der die aufkeimende Freude wieder auffrisst.
Es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich lebe.
Ich mag nicht mehr, o Herr.
Weh und Ach, Bruder Jona.
Das erhört er nicht, auf dem Ohr ist er taub.
Was zürnst du?
Du weißt, Gott sitzt am längeren Hebel.
Er setzt sein Lehrwerk unbarmherzig barmherzig an dir fort,
bis dass du die richtige Demut gelernt hast.
Weh und Ach, mein Bruder,
eine harte Schule.

Gottes Wege

Gottes Wege sind vollkommen.
Psalm 18,31

Gottes Wege liegen im Nebel.
Gottes Wege sind unberechenbar.
Gottes Wege sind beschwerlich.
Gottes Wege haben viele Schlaglöcher.
Gottes Wege bringen uns oft aus unserer Richtung.
Gottes Wege kommen uns manchmal wie Irrwege vor.
Gottes Wege zwingen uns zur Umkehr.
Gottes Wege schleifen die Sünden von unseren Sohlen.
Gottes Wege lehren Demut.
Gottes Wege, wo laufen sie hin?
Gottes Wege, wo ist der Pfadfinder?
Gottes Wege – vollkommen im Dunkeln.

Schrift

Wenn ich auch noch so viele meiner Gebote aufschreibe, so werden sie doch geachtet wie eine fremde Lehre. 
Hosea 8,12
Die Schrift ist zunächst nichts anderes
als schwarze Zeichen auf weißem Grund.
Damit sie mit Inhalt, Sinn und Leben gefüllt wird,
bedarf es Menschen und
Menschen, die sie lesen, auslegen, verstehen können,
bedarf es Prediger.
Vor allem aber bedarf es Zuhörer,
offener Ohren und offener Herzen,
in die die Botschaft einfließen kann.
Sonst bleibt sie eine fremde Lehre,
bleibt sie ein Buch mit sieben Siegeln.

Schatz

Sorge im Herzen bedrückt den Menschen; aber ein freundliches Wort erfreut ihn. 
Sprüche 12,25
So zieht nun an als die Auserwählten Gottes, als die Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und ertrage einer den andern! 
Kolosser 3,12-13
Von innen heraus,
o Herr, stärke mein Herz,
gib mir Erbarmen mit meinem Nächsten und mir selbst.
lass deine Freundlichkeit, die in mir ist, aus mir herausbrechen,
verleihe mir Demut vor dir und deinen Prüfungen,
glätte die Wogen meines Zorns,
lass die Sanftmütige in mir siegen,
mache mich geduldig.
Diejenigen, die ich liebe,
lass sie mich nicht nur ertragen,
trage mich, damit ich sie trage,
damit sie mich tragen.
Hilf, o Herr, dass ich mit ihnen umgehe,
wie mit einem kostbaren Schatz,
denn ich weiß, dass sie ein Schatz sind, der von dir kommt.
Lass diesen Schatz nicht in meinen ungeschickten Händen zerbrechen.

Sichere Wohnung

Sie sollen sicher wohnen, und niemand soll sie schrecken. Hesekiel 34,28
Sie werden wissen, dass
ich ihr Gott bin.
Dieses Wissen macht uns sicher, macht uns stark.
Wir wohnen bei dir und du mit uns.
Mit diesem Wissen schreckt nichts,
noch nicht einmal das Erschreckende.
Ein Wissen, das Mut gibt, Mut zur Nachfolge in allen Schrecknissen.
Bonhoeffer hat sicher gewohnt und die Furcht war von ihm genommen.

Fels des Felsen

Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. 
Psalm 104,13
Vorsicht.
Auf nassem Stein rutscht man leicht aus,
ein unbedachter Schritt
und man fällt oder stürzt ab.
Nur achtsam können wir gehen,
Schritt für Schritt.
Deine Felsen sind nur Felsen durch dich.
Sie schöpfen Lebendigkeit aus deiner Quelle und
du machst sie zu einem fruchtbaren Land.
Wenn du wegschaust, sind es Einöden.
Fels des Felsen.
Ein steiniger Weg.
Ein immer gefährdeter Weg.
Ein spannungsgeladener Weg.

Macht euch die Erde untertan

Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan. 
1.Mose 1,28
Macht euch die Erde untertan,
so Gottes Auftrag.
Er hatte viel Vertrauen in seine Schöpfung.
Ob du dir, o Gott, das so vorgestellt hast,
wie wir mit ihr umgehen?
Wie die Erde ächzt unter uns,
so ächzt du an uns.
Wir, dein sündiges Ebenbild

Bewahre vor Unrecht

Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. 
Psalm 19,9
Psalm 19: Vergib uns, Herr,  unsere Sünden und bewahre uns vor Unrecht.
Du putzt unsere Spiegel nach deinem Recht.
Dein Knecht lässt sich durch deine Gebote warnen.
Verirrten weist du allein den Weg.
Wir hören deine Wegweisungen, jenseits aller Worte.
In ewigen Wechselspiel – du und ich.
Du gibst die Linie vor – ich versuche zu folgen.
Du sprichst – ich höre.
Du bist das Licht – ich erkenne deinen Schein.

Trost

Ich will dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist.
Psalm 54,8

In der Helligkeit, bei Sonne und Licht,
fühlen wir uns mit dir, o Gott, in Einklang.
Kommen wir In die Dunkelheit, sind wir verloren im Schmerz,
sehen wir dich nicht mehr, verdeckt die Trauer dich.

Wenn man vom Licht in die Dunkelheit kommt,
braucht es eine Zeit, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben.
Dann fangen wir an, dich auch in der Dunkelheit wieder zu sehen.
Dann bist du Trost, Schutz und Wärme auch in der Dunkelheit.

Du bist das Gut im Dunkel, o Gott,
Dafür danken wir dir.
Dafür lieben wir dich.
Ehre sei dir in Ewigkeit.

Bewässerung

Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.
Jesaja 58,11
Unsere Zuversicht braucht guten Nährboden,
das zarte Gewächs unseres Glaubens ständige Bewässerung,
damit es zu einem fruchtbaren Land werden kann,
in dem Gottes Geist sprudelt.

Läuterung

Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint?
Maleachi 3,2
Er wird kommen und unsere Sündenberge abtragen;
Er wird uns reinigen,
Er wird uns Seele und Geist läutern,
so dass wir in seine Reinheit kommen.

Dein Segen

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 
1.Mose 32,27
Suchen will ich dich,
den meine Seele liebt,
auch wenn es dauert für und für.
Ich lasse dich nicht,
bange, hoffe und warte
bis du deinen Segen gibst.
Nur dein Segen
lässt meine Wege gelingen und
bringt mich ins Leben.

Prüfe mein Herz

Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege.
Psalm 139,23-24
Amen.
Denn ich erkenne nicht mehr,
was richtig und falsch ist.

Mose

Der HERR sprach zu Mose: Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.
2.Mose 33,17
Mose, der Gratwanderer sein Leben lang.
Sterben zu Hause oder Überleben in der Fremde?
Sich ergeben oder Widerstand wagen?
Im Meer ertrinken oder in der Wüste verhungern?
Sein ganzes Leben ein Verlassen im Verlassensein.
Sein ganzes Leben ein Aufbrechen und Wagen.
Sein ganzes Leben ein Hören auf die Stimme, die nicht jeder hört.
Hörst du mich? Ja, ich höre dich. Dann tu, was ich dir sage.
Ein Folgen ein Leben lang.

Ohne Worte

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes. 
Psalm 19,2
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes,
und alles Sein verkündet seiner Hände Werk.
Ein Tag berichtet es dem anderen,
und eine Nacht der anderen.
Keine Rede und keine Worte.
Dennoch hören wir seine Stimme, seine Botschaft,
Dennoch spüren wir sein Wirken ohne Worte.
Dennoch bauen wir auf ihn, jenseits allen Seins.