Bewegung

Gott ist mit uns,
am Abend, am Morgen,
in der Nacht,
er schläft nicht.
Gott ist in uns.
ich treffe ihn in mir,
er begegnet mir in mir,
er kommt mir in mir entgegen.
Gott ist in meinem Nächsten.
Dort treffe ich ihn,
im liebevollen Blick auf meinen Nächsten,
im achtvollen Umgang mit meinem Nächsten.
Gott kommt mir in mir und meinem Nächsten entgegen,
im Echo auf mein Tun.
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Singet dem Herrn

Lobsinget dem HERRN; denn Großes hat er getan, kund sei das in aller Welt!
Jesaja 12,5
Lobsinget dem Herrn,
denn Großes hat er getan,
Großes hat er an mir getan,
Großes tut er an mir.
Großes tut er an dir.
Herr, lass und das wertschätzen.

Wachsen

Haben wir nicht alle einen Vater? Hat uns nicht ein Gott geschaffen? Warum verachten wir denn einer den andern? 
Maleachi 2,10
Wieso sind wir,
wie wir sind,
zum anderen,
zu denen,
die wir lieben?
Unsere Liebe, o Gott,
zu unserem Nächsten, zu uns,
ist nicht so groß,
wie deine Liebe,
zu uns.
Lass uns wachsen.
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Phoenix aus der Asche

Ich habe mich unterfangen, mit meinem Herrn zu reden, wiewohl ich Staub und Asche bin.
1.Mose 18,27
Gott ist für uns da,
in tiefer Not und
ohne Not.
Er erhebt uns
wie Phoenix aus der Asche,
auch, wenn wir
wie ein gerupftes Huhn daherkommen.

Dein Bild in mir

Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn. 
1.Mose 1,27
Die verschiedenen Bibelübersetzer sprechen eine unterschiedliche Sprache.
Guter Gott,
schufst du uns als Ebenbild,
in deinem Ebenbild,
nach deinem Bilde,
zu deinem Bilde oder
in deinem Bilde?
Bei mir hat sich „Ebenbild“ gefestigt, ich habe es schon verschiedentlich hier so verwendet. Ich weiß gar nicht genau warum, ich merke nur gerade, dass es unreflektiert ist und nicht stimmt.
Du hast uns geschaffen,
damit du über dich und uns im Bilde bist,
damit du in uns dich findest,
damit du in uns in dein Spiegelbild siehst,
damit du dich in uns gebären kannst.
Du erschaffst dich in uns,
sonst würdest du ungeschöpft bleiben.
Wenn wir sterben,
du uns von dem Erdenklumpen befreist,
werden wir wieder zu dir, gestaltlos rein.
Wir sind nicht dein Ebenbild,
wir sind nicht du,
wir haben eine eigene Gestalt und Gestaltungsfreiheit.
In mir ist Raum für uns beide,
Ich bin der Raum für uns beide,
Ich bin dein Raum.
Dein Teil in mir ist göttlich,
macht mich göttlich.
Dieser Teil ist dein „Ich bin“.
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Flurschaden

Viele Bäume, jeder einzigartig,
machen einen Wald zu einem Wald.
Ein Wald braucht Jahrzehnte, um zu wachsen,
ein Baum braucht Raum, um sich zu entwickeln. ,
Die Axt ist schnell angelegt.
Der Schaden nicht mehr zu heilen.
Flurschaden können wir selbst anrichten,
Flurschaden kann bei uns angerichtet werden.
Er wollte wachsen,
Frucht bringen,
stattdessen
wird er abgesägt.
Einem anderen wurde der Vorzug gegeben.

Furcht – Menschenfurcht

Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen gefürchtet hast, die doch sterben? 
Jesaja 51,12
Am meisten müssen wir die Menschen fürchten,
die wir lieben.
Die können einem am meisten verletzen.
Dann fängst du Gott, uns auf.
Wieso räumen wir Menschen so viel Recht über uns ein?
Wer bin ich denn?
Ein verletzbarer Mensch.

Mein Gott

Der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben. 
5.Mose 4,31
Der Herr.
Dein Gott.
Mein Gott.
Treuer Gott
Barmherziger Gott.
Verlässlicher Gott.
In deinen Händen, mein Gott,
wird meine Seele nicht verderben,
wie sehr mich das Leben auch verdorben hat.

Tröstender Trost

Siehe, um Trost war mir sehr bange. Du aber hast dich meiner Seele herzlich angenommen, dass sie nicht verdürbe; denn du wirfst alle meine Sünden hinter dich zurück. 
Jesaja 38,17
Nach Trost verlangt uns,
wenn wir verlassen sind,
unsere Seele weint.
Nach Trost suchen wir,
der unsere Tränen trocknet,
die verwundete Seele birgt.
Trost finden wir,
in aller Verlassenheit,
bei dir.
Trost des Trösters.
Tröstender Trost.
Getröstete Seele.

Treue

Ist nicht Ephraim mein teurer Sohn und mein liebes Kind? Denn sooft ich ihm auch drohe, muss ich doch seiner gedenken; darum bricht mir mein Herz, dass ich mich seiner erbarmen muss, spricht der HERR. 
Jeremia 31,20
Ich gebe der Elberfelder Übersetzung den Vorzug:

Ist mir Ephraim ein teurer Sohn oder ein Kind der Wonne? Denn sooft ich auch wider ihn geredet habe, gedenke ich seiner doch immer wieder. Darum ist mein Innerstes um ihn erregt; ich will mich gewißlich seiner erbarmen, spricht Jahwe.
Gottes Kindschaft ist nicht abdingbar.
Wie widerborstig auch seine Kinder sind,
wie zornig er auch wegen ihrer Untreue und Vergehen ist.
Die Menschen sind wankelmütig in ihrer Treue,
Gott aber steht unverbrüchlich zu ihnen

Einäugige Gerechtigkeit

Träufelt, ihr Himmel, von oben, und ihr Wolken, regnet Gerechtigkeit! Die Erde tue sich auf und bringe Heil, und Gerechtigkeit wachse mit auf! Ich, der HERR, habe es geschaffen.
Jesaja 45,8
Deine Gerechtigkeit, o Herr,
ist nicht zu verwechseln
mit Selbstgerechtigkeit,
mit Selbstgefälligkeit,
mit Selbstbetrug.
Durch dich, o Herr, werden wir gerecht,
durch dich sind wir gerecht,
deine Gerechtigkeit fließt in uns ein,
lässt uns dein Recht,
deinen Willen tun.
Was ist deine Gerechtigkeit?
Nicht unser Recht,
sondern dein Recht,
dein waltender Wille,
in mir.
Deine Gerechtigkeit,
dein Recht ist ein Kernthema
deiner Botschaft:
Gottes Gerechtigkeit ist in der Schrift viel öfter Thema als Gottes Liebe.
Wieso sind wir so einäugig?

Von guten Mächten

Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Von guten Mächten treu und still umgeben,
behütet und getröstet wunderbar,
so will ich diese Tage mit euch leben,
und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das Alte unsre Herzen quälen,
noch drückt uns böser Tage schwere Last.
Ach, Herr, gib unsern aufgescheuchten Seelen
das Heil, für das Du uns beweitet hast.
Und reichst Du uns den schweren Kelch, den bittern
des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand,
so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern
aus Deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken
an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz,
dann wolln wir des Vergangenen gedenken,
und dann gehört Dir unser Leben ganz.
Lass warm und still die Kerze heute flammen,
die Du in unsre Dunkelheit gebracht,
führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen.
Wir wissen es, Dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet,
so lass uns hören jenen vollen Klang
der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet,
all Deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist mit uns am Abend und am Morgen

und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
(Dietrich Bonhoeffer)
Im Weinberg

Gottes Waschanlage

Hat Gott vergessen, gnädig zu sein, oder sein Erbarmen im Zorn verschlossen? 
Psalm 77,10
An Gottes Zorn und sein Erbarmen
denkt man vor allem in den Abs des Lebens.
Wir mögens nicht hören, aber:
Wer wird den Tag seiner Zukunft erleiden können?
Denn er ist wie die Seifen der Wäscher.
(Maleachi 3,1 ff)
Wenn wir durch seine Waschanlage gegangen sind,
sind wir rein gewaschen,
auch wenn wir viele Waschgänge brauchen,
auch wenn sein Schrubben uns schlaucht.
auch wenn wir wie begossene Pudel dastehen.
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