Ausblick

Ich müsste lügen, wenn ich sagen würde, mein Wochenende war gelungen. Seit gestern sitze ich und richte meinen neuen PC ein. Programme aufspielen, Lizenzinformationen suchen, Lizenzproblem lösen, die Freischaltefunktion suchen, warten, warten, warten, bis alles installiert ist.

Am meisten liebe ich die Meldung, ich müsse erst die andere Lizenz auf dem anderen PC deaktivieren, bevor ich sie auf dem neuen Rechner aktiviere. Wie macht man das, wenn man die defekte SSD in der Handtasche hat? Irgendwann war mir das, nach vielen Runden in den Hilfemenüs der Website, die nichts zur Problemlösung beigetragen haben, zu blöd, und habe kurzerhand eine neue erworben, neuere Version, die 3., die ich aufgespielt habe. Konsequent ist das nicht, ich weiß, aber 45.000 sortierte und in 28 Jahren Digitalfotografie verstichwortete Bilder schmeißt man nicht einfach in den Müll. Da bleibt man hartnäckig. Wer weiß, wie lange Verstichwortung so vieler Bilder dauert, weiß um das Grauen eines Verlustes.
Automatische Gesichtserkennung kann man vergessen. Habe ich schon probiert. Wenn ich nur an die ganzen Kleinkinderbilder meiner Kinder denke, bei denen ich bei manchen selbst nur schwer unterscheiden kann, um welches Kind es sich handelt, versagt jede Automatik. Bei den Erwachsenen funktioniert sie nicht viel besser. Von den ganzen Naturbildern ganz zu schweigen.

Mangels Performance meines alten PCs und weil das Jahr irgendwie so schnell vergangen ist, habe ich auch seit einem Jahr nicht mehr den gesamten Katalog gesichert. Ok, ein Jahr Stichwortverlust kann man angesichts des ganzen Restes verkraften. Aber auch von der letzen Komplettsicherung hat es die Icons nur bis etwa 2007 wieder hergestellt, wieso auch immer. Das Programm verknüpft nun seit über 10 Stunden neu und ist gerade mal bei 76%. Ich dachte, ich habe nun einen für meine Bedürfnisse zusammengebauten Hochleistungs-PC? Mal sehen, wie weit die Sache morgen früh gediehen ist, ob Icons, Stichwörter und Kataloge wieder funktionieren. Und wenn nicht?

Ausblick auf nächstes Wochenende. Aufgeben tue ich sicherlich noch lange nicht….

 Ausblick

Ach Marta

Auf dem Heimflug hatten wir heute Rückenwind, in rekordverdächtiger Zeit in den Feierabend gekommen. Wie freue ich mich, die Beine bald hochlegen zu können.

Aber dann: PC gestartet und das Elend beginnt. Dass es ein Elend ist, habe ich erst gar nicht realisiert, da ich ja meinen PC funktionstüchtig hinterlassen habe. War völlig ahnungslos. Und nun: Ntmarta.dll funkt SOS. System quasi manövrierunfähig, Tastatur funktioniert nicht, Browser funktioniert nicht, gar nichts funktioniert. Ca. 20 mal den PC neu gestartet, Marta lässt sich nicht kleinkriegen. Sohnemann zu Rate gezogen, auch keinen Rat, noch nie gesehen …Und bei der Problemlösung kein Durchhaltevermögen. Aber Aufgeben ist meine Sache nicht. Hat mir großzügig seinen Laptop zur Verfügung gestellt, auf dem ich nun schreibe. Aber, bis es soweit war…..

Ich habe zwar meine Dateien alle in der Cloud, meiner Reisetätigkeit geschuldet, aber wie sind die Passwörter? Bei den Passwörtern bin ich pingelig, die lassen sich nicht merken, die sind zufällig generiert. Ohne Passwort Tool kein Passwort. Da hilft aller Laptop nicht. Aber da ich ja nie aufgebe… Nach Stunden habe ich eine Lösung …. Und so bin ich jetzt auf dem Laptop meines Sohnes blogmäßig einsatzfähig.

Und morgen? Morgen, befürchte ich, muss ich mein kostbares Wochenende dafür einsetzen, meinen PC erst einmal zum PC-Doktor zu bringen. Ich befürchte, Marta komme ich mit Bordmitteln nicht bei …

Das Wochenende habe ich mir etwas anders vorgestellt. Das Leben ist eben kein Wunschkonzert. Ach Marta…

Verdeckte Sicht!

 Verdeckte Sicht Marta

30 Jahre danach

Es kommt mir gerade in den Sinn,
dass ich seit 32 Jahren einen
eigenen PC besitze.
1984 habe ich mir zwecks
Anfertigung meiner Doktorarbeit
einen Plantron XP mit
– und das war der Clou –
bernsteinfarbenem Bildschirm gegönnt.
War mutig. Wenn schon PC,
dann auch das volle Programm.
Habe meine ganze Lektüre – ganz modern –
in einer dBase – Datenbank gespeichert,
inklusive Literaturverzeichnis.
Von Anbeginn an, bis…,
ja bis es eines Tages
ein sehr böses Erwachen gab.
Die Technik war noch nicht so ausgereift,
so musste ich eines schlechten Tages feststellen,
dass alle Verknüpfungen in der Datenbank
verlorengegangen sind,
es war nichts mehr zusammenzufinden.
Kein Programmabsturz, nichts, einfach so.
Ein Jahr Literaturstudium war verloren,
nicht mehr wiederzubringen,
historische Literatur, die ich
aus anderen Bibliotheken und Archiven
zusammengesucht und bestellt hatte.
In meinem subjektiven Gefühl hat meine Doktorarbeit
am Ende unter diesem Verlust gelitten,
ich habe nie wieder zu meiner ursprünglichen
Freude an ihr zurückgefunden,
es haben für mich immer Teile gefehlt,
von denen ich wusste,
dass sie schon mal vorhanden waren.
Mein Mann fand mich in Tränen aufgelöst,
als ich realisiert hatte,
dass ein komplettes Lese- und Studienjahr tatsächlich
unwiederbringlich verloren war.
Meinen ehrgeizigen Zeitplan
habe ich trotzdem beibehalten,
eben noch ein paar Zacken zugelegt,
die Lücken – in meiner Sicht – notdürftig geflickt.
Aufgeben ist meine Sache nicht.
Also habe ich eine neue dBase Datenbank angelegt und
von nun an täglich in rollierendem System gesichert.
Seither weiß ich um den Wert von regelmäßigen Rechnersicherungen.
Seit dieser Zeit kann mich rechnertechnisch nichts mehr erschüttern.
30 Jahre soll das her sein?
Ja, scheinbar 30 Jahre….

30 Jahre nach Plantron

 30 Jahre danach Plantron