Hirten

Ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit. 
Jeremia 3,15
Hirten nach deinem Herzen, o Gott, wie sind sie zu erkennen?
Welches sind die Hirten qua Amt und welche die nach deinem Herzen?
Weiden die Hirten, die du meinst, die Schafe nach Dienstplan?
Was macht einen Hirten aus?
Er weidet seine Schafe in Einsicht und Weisheit.
Er sucht sie, wenn sie drohen, verloren zu gehen.
Er gibt keines auf.
Kenne ich einen?
Ich wüsste keinen beim Namen.
Wo ist die Aue, auf der ich ihn finden kann?
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Auflehnung

Das sei ferne von uns, dass wir uns auflehnen gegen den HERRN und uns heute von ihm abwenden. 
Josua 22,29
Gott schläft nicht.
Wenn wir meinen uns gegen ihn auflehnen zu wollen,
sollten wir uns das gut überlegen,
Es kostet viel Kraft,
im Dunkeln,
im aufgewühlten Meer der Verlassenheit,
wieder zurückzurudern.

Sattheit

Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst. 
5.Mose 8,12.14
Sattheit,
Selbstzufriedenheit,
Überfluss.
Ich habe doch alles,
was ich brauche.
Keinen Hunger auf Gott.
Nicht gottgefällige Selbstgefälligkeit.

Glaubt!

Lieber Luther,
am Glauben scheidet sich Geist von Geistern. Warum glauben Menschen? Was ist rechter, wahrer Glaube, was Unglaube, was Heuchelei, verdeckt unter dem Scheinmäntelchen Glaube? Wie manifestiert sich Glauben?
Jesus hinterlässt uns: Wer da glaubt und getauft ist, der wird selig werden (Mk 15, 16).
Wenn man das liest, scheint der Weg zur Seligkeit nicht so schwierig. Aber, wieso zweifeln dann so viele am Glauben, machen sich gar über Menschen, die glauben lustig, lästern über Gott? Viele schwanken auch im Glauben oder zweifeln, ob sie wirklich glauben oder suchen den Glauben und finden ihn nicht. Nein, mit dem Glauben ist es nicht so einfach. Er ist etwas, was sich kein Mensch der Welt kaufen kann. Er ist nicht käuflich, nicht erzwingbar, auch nicht abzulegen, wenn man ihn hat. Glaube steht außerhalb menschlichen Einflusses. Glaube ist von Gott gegeben. Gott streut ihn aus.
Jesus sagt: Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat. Dereinst werden alle vom Vater gelehrt sein. Wer es hört vom Vater und lernt es, der kommt zu mir (Joh 6, 44-45). Jesus ist Gottes Sprachrohr, er predigt die Botschaft, die Gott ihm aufgetragen hat. Der Weg zum Sohn führt erst über den Vater. Im Vater ist der Sohn. Nach dessen Erhöhung von der Erde, wenn Vater und Sohn wieder vereint sind, werde ich sie alle zu mir ziehen, sagt Jesus (Joh 12, 32). Es ist ein Ziehen, auch wenn wir wie störrische Esel sind und uns mit aller Kraft dagegen stemmen. Eines Tages wird jeder ein lastbarer Esel sein, der Jesus trägt, irgendwann erkennt er den Weg und die Richtung. Jesus leuchtet den Weg. Glaubt an das Licht (Joh 12, 36). Das Licht durchbricht unsere Finsternis. Ohne das Licht bleibt es dunkel in uns.
Damit sind wir beim springenden Punkt: die Dunkelheit in uns, der Mensch und sein Misstrauen, der Mensch und sein unverständiger Verstand, der Unglaube, die bösen Gedanken und Taten, die Falschheit, der Neid, die Eifersucht, die falschen Götter, der Zorn, die fehlende Demut, die dunklen Geister, das was man gemeinhin mit Teufel oder Satan bezeichnet. Satan und Teufel sind höchst irden und menschlich gemacht, die Höllen bestehen zuerst in uns und im schlechtesten Fall machen wir die Welt zur Hölle, für unseren Nächsten, für die Familie, für mein Umfeld, für unsere Mitmenschen. Wir selbst sind die Teufel der Welt, die dunklen Fürsten, die Versucher, die sich gegenseitig versuchen. Andere Teufel als die in uns gibt es nicht, genauso wie es keine anderen Götter als den EINEN in uns gibt. Wer die Oberhand behält, liegt auch an uns. Gott respektiert uns als Mensch.
Gott will die Menschen zu sich ziehen, die Menschen widerstehen ihm, bewusst oder unbewusst. Das ist das Thema der Bibel, alle Geschichten im Ersten und Zweiten Testament erzählen davon. Sie erzählen von Gott, der uns zu sich ziehen will, und den Menschen, die nicht auf sein Wort hören, sondern nur auf ihr eigenes. Gott zieht jeden Einzelnen, müht sich mit jedem Einzelnen ab, auch wenn er vielleicht erst von uns erhört wird, wenn wir im Tod bei ihm im Eingangstor zur Ewigkeit stehen. Um uns zu ziehen, braucht Gott Menschen, die mit ihm ziehen, er braucht Vermittler.
Mose war einer, der die Menschen in Gottes Namen ziehen sollte. In aller Wahrheit will sich Mose dem göttlichen Auftrag entziehen: Siehe, sie werden mir nicht glauben (2.Mose 4, 1). Gott ist erfinderisch, wenn es darum geht, uns zu sich zu ziehen. Er weiß, der Mensch glaubt am ehesten das, was er sieht. So gibt er Mose einen Stab in die Hand, ermöglicht ihm in seinem Namen Dinge zu bewirken, die kein Mensch bewirken kann. So wie auch Jesus im Zweiten Testament. Wasser bricht aus dem Felsen, als das Volk dürstet, es gibt Himmelsbrot in der Wüste, als das Volk hungert, Jesus speist 5000 mit 5 Broten und ein paar Fischen, er weckt Tote auf, heilt und sagt: Siehe, dein Glaube hat dich gerettet, siehe dein Glaube hat dir geholfen, die Rettung ist da, du bist geheilt, du kannst sehen, du kannst gehen, du kannst hören, du kannst essen und trinken. Siehe, was dein Glaube alles bewirkt.
Alle Werke und Zeichen in der Bibel sind getan, um uns Zeichen zu setzen, uns in Werken zu sagen: ehrt Gott, ehrt seinen Namen. Die Zeichen sind gesetzt, um von seiner Herrlichkeit und Macht zu künden, davon, dass er sich für uns interessiert und sich um uns bemüht, versucht, uns auf diese oder jene Weise zu sich zu ziehen. Mit Zeichen und Werken, die der Mensch versteht, die er sieht, damit es ihm leichter fällt zu glauben, da es nicht jedem Menschen gegeben ist, an die Macht und Herrlichkeit eines unsichtbares Abstraktums zu glauben, einem, von dem wir nichts sehen, hören oder wissen. Woran würden wir ihn dann erkennen? Ob wir die Werke und Zeichen als real oder Bilderbotschaften ansehen wollen, spielt keine Rolle, es ändert absolut nichts daran, dass der Inhalt, der damit transportiert wird, uns das eine sagt: Ich bin euer Gott, glaubt an mich, ihr sollt den Namen und das Wort eures Gottes ehren.
Der Glaube ist unser Bindeglied zu Gott. Es geht um wahrhaften Glauben, Glauben in der Nachfolge des Lichts, das Jesus leuchtet, und des Wortes, das er uns gepredigt hat. Wichtige Glaubenssätze hat Jesus mit „WAHRlich ich sage euch“ eingeleitet.
Jeden Sonntag in den Gottesdienst zu rennen, fromme Lieder zu singen und gute Werke zu vollbringen, machen noch keinen Glauben. Sie helfen, das Licht zu suchen, das Wort zu hören, Zeichen und Werke zu setzen, dass wir uns finden lassen wollen, aufzwingen tut sich Gott nicht, erzwingen lässt er sich auch nicht. Er will wahrhaftig gesucht sein, in unserem Herzen. Er lässt sich von uns nicht blenden, er sieht, was wir ehrlich meinen und wo wir heucheln. Aber, er zieht und leuchtet uns weiter, wenn wir unsere eigene Heuchelei erkennen: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen (Joh 8, 31-32). Das ist ein Wort, auf das sich bauen lässt.
Lieber Luther, bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan (Luk 11, 9-10). Das ist die Aufgabe im Glauben, die jeder einzelne hat, damit die Verheißung für uns ganz persönlich Wahrheit wird: Wer da glaubt und getauft ist, wird selig werden. Und lieber Luther, unsere Hausaufgabe ist, uns immer daran zu erinnern, den Teufelchen in uns, wenn sie gerade ihr Unwesen treiben, ein Licht im Wort anzuzünden, so dass sie nicht mehr im Dunkeln walten können. Und den Ölvorrat nicht vergessen, damit unsere Lampen nicht ausgehen! Werde gleich noch Nachschub besorgen.
Herzliche Grüße
Deborrah

Tun

Es gibt nichts Besseres, als dass der Mensch sich freut bei seinem Tun, denn das ist sein Teil. 
Prediger 3,22
Ja, lieber Gott,
uns freuen, bei all unserem Tun.
Wie gerne würden wir es und
wie oft können wir es nicht,
weil eine unsichtbare Hand und
fast erdrückt.
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Physis

Gott wird mich erlösen aus des Todes Gewalt; denn er nimmt mich auf.
Psalm 49,16
Wir leben im Herrn und
sterben in den Herrn.
Ob wir physisch leben
oder physisch sterben,
ist einerlei vor dem Herrn,
wenn wir glauben.
Glauben enthebt uns aller Physis.

Tugend

Wer aber das Werk der Selbstüberwindung mit edlem Wetteifer angreift,
wenn er auch noch so viele Leidenschaften zu bekämpfen hätte,
der wird es im Guten ungleich weiter bringen,
als ein anderer,
der eine stille, sanfte Gemütsart besitzt,
dabei aber den Eifer nicht hat,
mit dem die Tugend will errungen sein.
(Thomas von Kempen, Das Buch der Nachfolge Christi, Kap. 25)

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Von ganzem Herzen

Du sollst den HERRN, deinen Gott, lieb haben von ganzem Herzen, von ganzer Seele und mit all deiner Kraft.
5.Mose 6,5
Du sollst Gott, den Herrn,
von ganzem Herzen,
mit ganzer Seele und
mit all deiner Kraft lieben.
Jeder überlege für sich selbst,
wie er das jeden Tag tut:
Gott lieben,
mit ganzem Herzen,
mit ganzer Seele,
mit aller Kraft.
Wie arm sind wir.

Auferstehung – Des Pudels Kern

Lieber Luther,
Jesus ist auferstanden. Das wird gerade von jeder Kanzel gepredigt. Aber wieso ist er auferstanden? Welches Zeichen ist uns dadurch gesetzt? Dazu noch ein Zeichen, mit dem sich viele schwer tun, auch Prediger. Wie soll das gehen? Auferstehung von den Toten. Was ist damit gemeint? Und was, das ist die entscheidende Frage überhaupt, sagt uns das auch heute noch?
Für Gelehrte, Berufene und nicht Berufene scheint es die Frage der Fragen zu sein: Wie kann das zugehen, dass das Grab leer war? Die Wissenschaftler unter uns sagen strikt: geht nicht und fangen an Biologie zu predigen. Suchen sie da nicht des Pudels Kern anstatt den Kern des Auferstehens?
Jesus wurde verfolgt und ermordet, weil er die Hohepriester, Pharisäer und Schriftgelehrten in Frage stellte, das Wort, das sie predigten, in die Mülltonne steckte und das wahre Wort in Stein meißelte. Er befreite damit den Glauben von Mühlsteinen, die zu einem Hindernis für Glauben geworden waren. Er predigte einen einfachen Weg, der für jeden gangbar ist.
Jesus vermag nichts aus sich selbst heraus, in sich selbst ist er nur Mensch. Alles, was er vermag, sieht er beim Vater, was dieser tut, tut er auch, auch Werke „über die ihr euch wundern werdet“ (Joh 5, 20). Wie der Vater von den Toten auferweckt und die Toten lebendig macht, so macht auch der Sohn lebendig. Dazwischen steht Jesu Gericht, er schaut uns ins Angesicht, Auge in Auge. Diese Vollmacht hat Jesus von Gott übertragen bekommen. Er, der die Menschen kennt, da er selbst einer war und er selbst das Menschsein durchlitten hat. Gott ehren ohne Jesus zu ehren geht nicht, das sagt Jesus klar und deutlich, das heißt auch seine ihm von Gott verliehene Macht anzuerkennen, auch in dem, in dem wir uns verwundern (Joh 5, 23, 27).
Für uns steht und fällt alles mit dem Glauben: Wer mein Wort hört und glaubt dem, der mich gesandt hat, der hat das ewige Leben und kommt nicht in das Gericht, sondern er ist vom Tode zum Leben hindurchgedrungen. Es kommt die Stunde und ist schon da, dass die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören; und die sie hören werden, werden leben. (Joh 5, 24).
Die Stunde ist schon da, sagt Jesus, ich habe jetzt schon die Macht über den Tod, die Toten können jetzt schon meine Stimme hören, so wie Lazarus seine Stimme gehört hat, Lazarus, veni foras. Lazarus war ein glaubender Mensch. Deshalb hat er Jesu Stimme gehört und ist auferstanden von den Toten. Alle Totenerweckungen, die Jesus bewirkt hat, sind zum Zeichen gewirkt, dass wir dieses Wort glauben: Der Sohn Gottes hat die Macht, Tote zu erwecken. Die Stunde ist schon da, dass sie die Stimme des Sohnes Gottes hören. Es ist ein göttlicher Akt, den Jesus schon als Menschensohn bewirken konnte, weil ihm, dem Gottes Sohn, Gott die Macht dazu gegeben hat.
Und, Jesus sagt: Es kommt die Stunde, zu der alle, die in den Gräbern sind, meine Stimme hören werden (Joh 5, 28). Das ist die Verheißung, ja, wundert euch darüber nicht, dass am Ende alle in das göttliche Leben auferstehen werden, auch diejenigen, die nicht glauben. Jesus sagt: alle, die in den Gräbern sind, werden die Stimme des Sohnes Gottes hören, zuvor allerdings auch die Stimme des Menschensohnes, dem die Macht über das Gericht gegeben ist.
Es ist eine Heilsbotschaft, die das ganze Menschengeschlecht umfasst. Das Heil, dass Jesus jedem das Tor und die Ohren am Ende öffnet, so dass jeder seine Stimme hören kann. Er kümmert sich im Tod um jeden einzelnen, schaut ihn an und lässt ihn sich selbst anschauen. Das Gericht ist eine Heilsbotschaft, keine ewige Höllenverdammnis. Hölle ist ein Ort der Dunkelheit, der Abgründe, des Todes, des Teufels, wenn man so will. Gerade dort will uns Gott nicht. Er will alle sammeln, auch das letzte verlorene Schaf. Auch zu dem macht sich der Sohn Gottes, wenn er stirbt, auf den Weg und ruft solange, bis auch dieses Schaf seine Stimme hört. Er wird alle suchen, bis alle ihn finden, er wird alle rufen, bis sie alle hören.
Lieber Luther, die Auferstehung wird uns alle im Tod zuteil. Das ist die Heilsbotschaft für jeden von uns. Jesus lässt uns auferstehen nach dem Tod. Das soll uns in seiner Auferstehung gezeigt werden. Deshalb steht auch im Matthäusevangelium (Mt 27, 51-53):
Und siehe da, der Vorhang im Tempel zerriss in zwei Stücke von obenan bis untenaus. Und die Erde erbebte, und die Felsen zerrissen, die Gräber taten sich auf, und standen auf viele Leiber der Heiligen, die da schliefen, und gingen aus den Gräbern nach seiner Auferstehung und kamen in die heilige Stadt und erschienen vielen.
Genauso ist das. Mit Jesu Auferstehung ist die Auferstehung aller aus den Gräbern möglich. Jesus sitzt mit seiner Auferstehung zur Rechten Gottes, an seinem Platz, bereit, unser Heil zu bewirken, und alles, was in den Gräbern war, kann direkt ins Leben auferstehen oder Jesus ins heilbringende Angesicht sehen, so dass auch für diejenigen, die Übles vor Gott getan haben, die Möglichkeit zur Auferstehung ins Leben haben. Wir brauchen nicht warten bis Irgendwann. Jesus hat mit seiner Auferstehung die Zeit verkürzt.Er ist als Erster vorangegangen und wir dürfen ihm nachfolgen, im Leben oder im Sterben, das kann jeder entscheiden wie er will. Jeder muss selber sehen, wie er sich auf seine Auferstehung vorbereitet, wie er dem Gottessohn dereinst unter die Augen treten will.
Lieber Luther, die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube, das ist des Pudels Kern. Ob Jesu körperlich auferstanden ist oder nicht, ist eine Debatte, um der es rein um das Fleisch geht. Kann einer, der angefangen hat, zu verwesen, körperlich wieder auferstehen? Ist das nicht eine Fragestellung, die von der Verwesung des Glaubens zeugt? Wen kümmert das Fleischliche? Jesus nie, alles, was er am Fleisch gewirkt hat, ist nur gewirkt um des Zeichens willen. Jesus geht es nur um den Glauben an Gott und ihn, als den Sohn Gottes. Jesus sagt: Wie der Vater die Toten auferweckt und macht sie lebendig, so macht auch der Sohn lebendig. Nimmt man das ernst: Wie sollte er noch im Grab liegen? Wenn selbst wir auferstehen, wie könnte Jesus nicht auferstanden sein?
Lieber Luther, wenn wir einfältig glauben, tun wir uns mit der Auferstehung leichter, mit dem Wort, in der Nachfolge und, wenn es soweit ist, im tatsächlichen Auferstehen nach unserem Tod. Dann verstehen wir mehr und sind besser vorbereitet als mit aller Biologie. Manchmal, lieber Luther, wünschen wir uns Jesus wieder herbei, um Mühlsteine aus dem Weg zu räumen, die wir selbst an unsere Füße gebunden haben. Aber, es ist nicht wirklich notwendig, alles ist offengelegt, welches Los wir wählen, liegt bei uns. Das ist die Heilsbotschaft von Jesu Auferstehung.
Österlich gestimmt,
herzliche Grüße
Deborrah

Neuer Bund

So hütet euch nun, dass ihr den Bund des HERRN, eures Gottes, nicht vergesst, den er mit euch geschlossen hat, und nicht ein Bildnis macht von irgendeiner Gestalt, wie es der HERR, dein Gott, geboten hat. 
5.Mose 4,23
Ostern erinnert an den Bund,
den Gott mit uns durch Jesus geschlossen hat.
Mit Jesus hat er den Bund des Lebens mit uns geschlossen.
Das Siegel unter diesen Bund kleben wir selbst,
mit Glauben.
Der Bund sagt:
Feiert mich nicht an Ostern wie ein goldenes Kalb,
überhört nicht alles, was Jesus euch gelehrt hat
betrinkt euch nicht an euch selbst.
Ich bin Gott der HERR,
ich bin kein Osterhase.

Osternacht

Nach langer Zeit schreibe ich wieder einmal einen Pilgerbericht, um von meiner Pilgerschaft zu berichten. Er handelt von meiner Reise vom Karsamstag in den Ostersonntag. Abseits aller eingefahrenen Rituale, Liturgien und Gewohnheiten. Ein bisschen habe ich mich gefürchtet, mit Recht. Im Karsamstag ist Anfechtung. Aber dann ist Christus auferstanden.
Wenn Türen, durch die man sonst geht, verschlossen sind, sucht man neue Wege und man erkennt staunend, dass sie neue Tore öffnen . Die Tür zum Ostergottesdienst war mir verschlossen, also, was tun?
Ich habe mich in meiner Not dorthin geflüchtet, wo ich mich am sichersten fühle, in die Kirche. Im Gepäck Bibel und Benediktinisches Antiphonale, Vesper. Doch im Karsamstag ist Anfechtung. Im Kopf spuckt es, Geister, die man gezähmt glaubte, stehen neu auf. Karsamstag ist der Tag der Anfechtung, der Tag, an dem Gott im Verborgenen wirkt, nicht offensichtlich.
Stunde um Stunde vergeht. Ich kann mich nicht trennen, als warte ich auf etwas, unruhig, keinen Frieden findend. Um Mitternacht bin ich plötzlich hellwach, eine Aufregung ergreift mich, ohne genau zu wissen, woher sie kommt. Das Verlangen nach Stille verlangt auch Stille von außen. Ich bin froh, als die Welt außerhalb meiner Oase endlich zur Ruhe kommt. Ich will die Stille hören, aber es will nicht still in mir werden.
Den ganzen Abend habe ich Durst, aber nichts zu trinken dabei. Ich wusste nicht, dass ich solange bleiben werde. Jesus hat am Kreuz auch gedürstet. Es hat ihn nach uns gedürstet, nach unserem Glauben. Anstatt süßen Wein kredenzen wir ihm sauren Essig. Mir kommt die Samariterin in den Sinn, die zum Jakobsbrunnen geht, um Wasser zu schöpfen. Dort begegnet sie Jesus: „Gib mir zu trinken“ , fordert er sie auf (Joh 4,7). Sie gibt ihm das Wasser des Glaubens, er ihr lebendiges Wasser, das ewig den Durst stillt.
Die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit. erklärt ihr Jesus weiter. Sie sagt: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbe kommen wird, so wird er uns alles verkünden. Jesus sagt: Ich bin’s, der mit dir redet. (Joh 4,19-26). Wer Ohren hat, der höre. Jetzt, in diesem Augenblick, so höre doch, meine Seele, und werde still.
Mit der äußeren Stille kommt langsam auch innere Stille in mich. Lange hat es gedauert. Jesus hat gesagt, werdet wie die Kinder, lernt an ihrer Einfalt. Einfalt heißt, nicht nachdenken, einfach geschehen lassen, keine Bilder, keine Worte, nicht nach hinten schauen und nicht nach vorne, nichts. So sitze ich und versuche mich in Einfalt, halte mich ihm hin, wirke du Gott an mir, was du auch bewirken magst. Langsam werde ich leer, mein schweres Herz wird leicht und leichter. Einfach so verharren, den Augenblick in mich einfließen lassen. Nur du und ich, an diesem stillen Ort, den ich so liebe. Langsam wird mir bewusst, welches Glück ich gerade habe, was mir in dieser Osternacht geschenkt ist.
Wachen heißt warten, bis der Ostermorgen dämmert.
Wachen heißt, den Ostermorgen nicht zu verschlafen.
Wachen heißt warten, bis der Auferstandene einem begegnet.
Wachen heißt aufpassen, dass man seine Spur in der Finsternis nicht verliert.
Wachen heißt warten, bis das Halleluja in einem erklingt.
Ich stehe auf und hole mir eine Osterkerze, die am Eingang für den Gottesdienst um 5.30 aufgebaut sind. Ich stelle sie neben das Kreuz auf dem Altar und singe ein erstes Halleluja. Dann schlage ich das Benediktinische Antiphonale auf. Leider habe ich nur das Buch für die Vesper dabei, ich wusste am Vorabend ja nicht, dass ich besser das für die Vigil mitgenommen hätte. Es stört mich etwas, aber na, ja, lieber Gott, ich kann nur nehmen, was ich habe. Ich bin über mich selbst erstaunt. Mit voller Stimme singe ich um 3.00 die Ostervesper. Der ganze Kirchenraum ist erfüllt von meinem Gesang. Ich muss lächeln. Wenn draußen jemand vorbeigeht, wird er sich wundern, dass es aus der dunklen Kirche singt. Ich lasse mich aber nicht abhalten. Als ich geendet habe, höre ich der klingenden Stille zu. Mein Durst ist gestillt. Psalmsingen hat für mich eine heilende Wirkung, ich habe schon öfters davon berichtet. Ich fühle mich leicht wie ein Vogel.
Ich schaue auf die Uhr. 4.15. Bald ist Frühgottesdienst. Ich muss das Feld räumen. Ich singe noch ein paar Halleluja. Der Klang verteilt sich in den Raum, bereit die zu empfangen, die gleich kommen werden. Völlig aufgekratzt und euphorisch trete ich in den frühen Morgen hinein. Ein Gefühl, wie wenn man ein Kind geboren hat, und das Adrenalin im Blut einen nicht schlafen lässt. Der Mond steht am wolkenlosen Himmel und es sind ein paar Sterne zu sehen. Was für eine Osternacht!
Frohe Ostern!

Leben

Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Frucht des Rechtes Sicherheit auf ewig. 
Jesaja 32,17
Lehrtext:
Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.
Johannes 11,25
Christus ist ins Leben gestorben.
Sterben ist, entdecken,
dass man nicht mehr atmen muss,
um zu leben.
Wer an Christus glaubt,
wird im Leben leben und
ins Leben sterben.
Glauben an das Leben.
Frohe Ostern!