Hirten

Ich will euch Hirten geben nach meinem Herzen, die euch weiden sollen in Einsicht und Weisheit. 
Jeremia 3,15
Hirten nach deinem Herzen, o Gott, wie sind sie zu erkennen?
Welches sind die Hirten qua Amt und welche die nach deinem Herzen?
Weiden die Hirten, die du meinst, die Schafe nach Dienstplan?
Was macht einen Hirten aus?
Er weidet seine Schafe in Einsicht und Weisheit.
Er sucht sie, wenn sie drohen, verloren zu gehen.
Er gibt keines auf.
Kenne ich einen?
Ich wüsste keinen beim Namen.
Wo ist die Aue, auf der ich ihn finden kann?

Auflehnung

Das sei ferne von uns, dass wir uns auflehnen gegen den HERRN und uns heute von ihm abwenden. 
Josua 22,29
Gott schläft nicht.
Wenn wir meinen uns gegen ihn auflehnen zu wollen,
sollten wir uns das gut überlegen,
Es kostet viel Kraft,
im Dunkeln,
im aufgewühlten Meer der Verlassenheit,
wieder zurückzurudern.

Sattheit

Wenn du nun gegessen hast und satt bist und schöne Häuser erbaust und darin wohnst, dann hüte dich, dass dein Herz sich nicht überhebt und du den HERRN, deinen Gott, vergisst. 
5.Mose 8,12.14
Sattheit,
Selbstzufriedenheit,
Überfluss.
Ich habe doch alles,
was ich brauche.
Keinen Hunger auf Gott.
Nicht gottgefällige Selbstgefälligkeit.

Glaubt!

Lieber Luther,
am Glauben scheidet sich Geist von Geistern. Warum glauben Menschen? Was ist rechter, wahrer Glaube, was Unglaube, was Heuchelei, verdeckt unter dem Scheinmäntelchen Glaube? Wie manifestiert sich Glauben?
Jesus hinterlässt uns: Wer da glaubt und getauft ist, der wird selig werden (Mk 15, 16).
Wenn man das liest, scheint der Weg zur Seligkeit nicht so schwierig. Aber, wieso zweifeln dann so viele am Glauben, machen sich gar über Menschen, die glauben lustig, lästern über Gott? Viele schwanken auch im Glauben oder zweifeln, ob sie wirklich glauben oder suchen den Glauben und finden ihn nicht. Nein, mit dem Glauben ist es nicht so einfach. Er ist etwas, was sich kein Mensch der Welt kaufen kann. Er ist nicht käuflich, nicht erzwingbar, auch nicht abzulegen, wenn man ihn hat. Glaube steht außerhalb menschlichen Einflusses. Glaube ist von Gott gegeben. Gott streut ihn aus.
Jesus sagt: Es kann niemand zu mir kommen, es sei denn, dass ihn ziehe der Vater, der mich gesandt hat. Dereinst werden alle vom Vater gelehrt sein. Wer es hört vom Vater und lernt es, der kommt zu mir (Joh 6, 44-45). Jesus ist Gottes Sprachrohr, er predigt die Botschaft, die Gott ihm aufgetragen hat. Der Weg zum Sohn führt erst über den Vater. Im Vater ist der Sohn. Nach dessen Erhöhung von der Erde, wenn Vater und Sohn wieder vereint sind, werde ich sie alle zu mir ziehen, sagt Jesus (Joh 12, 32). Es ist ein Ziehen, auch wenn wir wie störrische Esel sind und uns mit aller Kraft dagegen stemmen. Eines Tages wird jeder ein lastbarer Esel sein, der Jesus trägt, irgendwann erkennt er den Weg und die Richtung. Jesus leuchtet den Weg. Glaubt an das Licht (Joh 12, 36). Das Licht durchbricht unsere Finsternis. Ohne das Licht bleibt es dunkel in uns.
Damit sind wir beim springenden Punkt: die Dunkelheit in uns, der Mensch und sein Misstrauen, der Mensch und sein unverständiger Verstand, der Unglaube, die bösen Gedanken und Taten, die Falschheit, der Neid, die Eifersucht, die falschen Götter, der Zorn, die fehlende Demut, die dunklen Geister, das was man gemeinhin mit Teufel oder Satan bezeichnet. Satan und Teufel sind höchst irden und menschlich gemacht, die Höllen bestehen zuerst in uns und im schlechtesten Fall machen wir die Welt zur Hölle, für unseren Nächsten, für die Familie, für mein Umfeld, für unsere Mitmenschen. Wir selbst sind die Teufel der Welt, die dunklen Fürsten, die Versucher, die sich gegenseitig versuchen. Andere Teufel als die in uns gibt es nicht, genauso wie es keine anderen Götter als den EINEN in uns gibt. Wer die Oberhand behält, liegt auch an uns. Gott respektiert uns als Mensch.
Gott will die Menschen zu sich ziehen, die Menschen widerstehen ihm, bewusst oder unbewusst. Das ist das Thema der Bibel, alle Geschichten im Ersten und Zweiten Testament erzählen davon. Sie erzählen von Gott, der uns zu sich ziehen will, und den Menschen, die nicht auf sein Wort hören, sondern nur auf ihr eigenes. Gott zieht jeden Einzelnen, müht sich mit jedem Einzelnen ab, auch wenn er vielleicht erst von uns erhört wird, wenn wir im Tod bei ihm im Eingangstor zur Ewigkeit stehen. Um uns zu ziehen, braucht Gott Menschen, die mit ihm ziehen, er braucht Vermittler.
Mose war einer, der die Menschen in Gottes Namen ziehen sollte. In aller Wahrheit will sich Mose dem göttlichen Auftrag entziehen: Siehe, sie werden mir nicht glauben (2.Mose 4, 1). Gott ist erfinderisch, wenn es darum geht, uns zu sich zu ziehen. Er weiß, der Mensch glaubt am ehesten das, was er sieht. So gibt er Mose einen Stab in die Hand, ermöglicht ihm in seinem Namen Dinge zu bewirken, die kein Mensch bewirken kann. So wie auch Jesus im Zweiten Testament. Wasser bricht aus dem Felsen, als das Volk dürstet, es gibt Himmelsbrot in der Wüste, als das Volk hungert, Jesus speist 5000 mit 5 Broten und ein paar Fischen, er weckt Tote auf, heilt und sagt: Siehe, dein Glaube hat dich gerettet, siehe dein Glaube hat dir geholfen, die Rettung ist da, du bist geheilt, du kannst sehen, du kannst gehen, du kannst hören, du kannst essen und trinken. Siehe, was dein Glaube alles bewirkt.
Alle Werke und Zeichen in der Bibel sind getan, um uns Zeichen zu setzen, uns in Werken zu sagen: ehrt Gott, ehrt seinen Namen. Die Zeichen sind gesetzt, um von seiner Herrlichkeit und Macht zu künden, davon, dass er sich für uns interessiert und sich um uns bemüht, versucht, uns auf diese oder jene Weise zu sich zu ziehen. Mit Zeichen und Werken, die der Mensch versteht, die er sieht, damit es ihm leichter fällt zu glauben, da es nicht jedem Menschen gegeben ist, an die Macht und Herrlichkeit eines unsichtbares Abstraktums zu glauben, einem, von dem wir nichts sehen, hören oder wissen. Woran würden wir ihn dann erkennen? Ob wir die Werke und Zeichen als real oder Bilderbotschaften ansehen wollen, spielt keine Rolle, es ändert absolut nichts daran, dass der Inhalt, der damit transportiert wird, uns das eine sagt: Ich bin euer Gott, glaubt an mich, ihr sollt den Namen und das Wort eures Gottes ehren.
Der Glaube ist unser Bindeglied zu Gott. Es geht um wahrhaften Glauben, Glauben in der Nachfolge des Lichts, das Jesus leuchtet, und des Wortes, das er uns gepredigt hat. Wichtige Glaubenssätze hat Jesus mit „WAHRlich ich sage euch“ eingeleitet.
Jeden Sonntag in den Gottesdienst zu rennen, fromme Lieder zu singen und gute Werke zu vollbringen, machen noch keinen Glauben. Sie helfen, das Licht zu suchen, das Wort zu hören, Zeichen und Werke zu setzen, dass wir uns finden lassen wollen, aufzwingen tut sich Gott nicht, erzwingen lässt er sich auch nicht. Er will wahrhaftig gesucht sein, in unserem Herzen. Er lässt sich von uns nicht blenden, er sieht, was wir ehrlich meinen und wo wir heucheln. Aber, er zieht und leuchtet uns weiter, wenn wir unsere eigene Heuchelei erkennen: So ihr bleiben werdet an meiner Rede, so seid ihr meine rechten Jünger und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen (Joh 8, 31-32). Das ist ein Wort, auf das sich bauen lässt.
Lieber Luther, bittet, so wird euch gegeben, suchet, so werdet ihr finden, klopfet an, so wird euch aufgetan (Luk 11, 9-10). Das ist die Aufgabe im Glauben, die jeder einzelne hat, damit die Verheißung für uns ganz persönlich Wahrheit wird: Wer da glaubt und getauft ist, wird selig werden. Und lieber Luther, unsere Hausaufgabe ist, uns immer daran zu erinnern, den Teufelchen in uns, wenn sie gerade ihr Unwesen treiben, ein Licht im Wort anzuzünden, so dass sie nicht mehr im Dunkeln walten können. Und den Ölvorrat nicht vergessen, damit unsere Lampen nicht ausgehen! Werde gleich noch Nachschub besorgen.
Herzliche Grüße
Deborrah

Tun

Es gibt nichts Besseres, als dass der Mensch sich freut bei seinem Tun, denn das ist sein Teil. 
Prediger 3,22
Ja, lieber Gott,
uns freuen, bei all unserem Tun.
Wie gerne würden wir es und
wie oft können wir es nicht,
weil eine unsichtbare Hand und
fast erdrückt.