Lippenbekenntnisse

HERR, behüte meinen Mund und bewahre meine Lippen!
Psalm 141,3

Will Böses aus meinem Mund
Herr, schenke mir ein Mundpflaster.
Will Dein Wort aus meinem Mund,
Herr, schenke mir deine Wahrheit.

Neuer Bund

So hütet euch nun, dass ihr den Bund des HERRN, eures Gottes, nicht vergesst, den er mit euch geschlossen hat, und nicht ein Bildnis macht von irgendeiner Gestalt, wie es der HERR, dein Gott, geboten hat. 
5.Mose 4,23
Ostern erinnert an den Bund,
den Gott mit uns durch Jesus geschlossen hat.
Mit Jesus hat er den Bund des Lebens mit uns geschlossen.
Das Siegel unter diesen Bund kleben wir selbst,
mit Glauben.
Der Bund sagt:
Feiert mich nicht an Ostern wie ein goldenes Kalb,
überhört nicht alles, was Jesus euch gelehrt hat
betrinkt euch nicht an euch selbst.
Ich bin Gott der HERR,
ich bin kein Osterhase.

Osternacht

Nach langer Zeit schreibe ich wieder einmal einen Pilgerbericht, um von meiner Pilgerschaft zu berichten. Er handelt von meiner Reise vom Karsamstag in den Ostersonntag. Abseits aller eingefahrenen Rituale, Liturgien und Gewohnheiten. Ein bisschen habe ich mich gefürchtet, mit Recht. Im Karsamstag ist Anfechtung. Aber dann ist Christus auferstanden.
Wenn Türen, durch die man sonst geht, verschlossen sind, sucht man neue Wege und man erkennt staunend, dass sie neue Tore öffnen . Die Tür zum Ostergottesdienst war mir verschlossen, also, was tun?
Ich habe mich in meiner Not dorthin geflüchtet, wo ich mich am sichersten fühle, in die Kirche. Im Gepäck Bibel und Benediktinisches Antiphonale, Vesper. Doch im Karsamstag ist Anfechtung. Im Kopf spuckt es, Geister, die man gezähmt glaubte, stehen neu auf. Karsamstag ist der Tag der Anfechtung, der Tag, an dem Gott im Verborgenen wirkt, nicht offensichtlich.
Stunde um Stunde vergeht. Ich kann mich nicht trennen, als warte ich auf etwas, unruhig, keinen Frieden findend. Um Mitternacht bin ich plötzlich hellwach, eine Aufregung ergreift mich, ohne genau zu wissen, woher sie kommt. Das Verlangen nach Stille verlangt auch Stille von außen. Ich bin froh, als die Welt außerhalb meiner Oase endlich zur Ruhe kommt. Ich will die Stille hören, aber es will nicht still in mir werden.
Den ganzen Abend habe ich Durst, aber nichts zu trinken dabei. Ich wusste nicht, dass ich solange bleiben werde. Jesus hat am Kreuz auch gedürstet. Es hat ihn nach uns gedürstet, nach unserem Glauben. Anstatt süßen Wein kredenzen wir ihm sauren Essig. Mir kommt die Samariterin in den Sinn, die zum Jakobsbrunnen geht, um Wasser zu schöpfen. Dort begegnet sie Jesus: „Gib mir zu trinken“ , fordert er sie auf (Joh 4,7). Sie gibt ihm das Wasser des Glaubens, er ihr lebendiges Wasser, das ewig den Durst stillt.
Die wahrhaftigen Anbeter werden den Vater anbeten im Geist und in der Wahrheit. erklärt ihr Jesus weiter. Sie sagt: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn derselbe kommen wird, so wird er uns alles verkünden. Jesus sagt: Ich bin’s, der mit dir redet. (Joh 4,19-26). Wer Ohren hat, der höre. Jetzt, in diesem Augenblick, so höre doch, meine Seele, und werde still.
Mit der äußeren Stille kommt langsam auch innere Stille in mich. Lange hat es gedauert. Jesus hat gesagt, werdet wie die Kinder, lernt an ihrer Einfalt. Einfalt heißt, nicht nachdenken, einfach geschehen lassen, keine Bilder, keine Worte, nicht nach hinten schauen und nicht nach vorne, nichts. So sitze ich und versuche mich in Einfalt, halte mich ihm hin, wirke du Gott an mir, was du auch bewirken magst. Langsam werde ich leer, mein schweres Herz wird leicht und leichter. Einfach so verharren, den Augenblick in mich einfließen lassen. Nur du und ich, an diesem stillen Ort, den ich so liebe. Langsam wird mir bewusst, welches Glück ich gerade habe, was mir in dieser Osternacht geschenkt ist.
Wachen heißt warten, bis der Ostermorgen dämmert.
Wachen heißt, den Ostermorgen nicht zu verschlafen.
Wachen heißt warten, bis der Auferstandene einem begegnet.
Wachen heißt aufpassen, dass man seine Spur in der Finsternis nicht verliert.
Wachen heißt warten, bis das Halleluja in einem erklingt.
Ich stehe auf und hole mir eine Osterkerze, die am Eingang für den Gottesdienst um 5.30 aufgebaut sind. Ich stelle sie neben das Kreuz auf dem Altar und singe ein erstes Halleluja. Dann schlage ich das Benediktinische Antiphonale auf. Leider habe ich nur das Buch für die Vesper dabei, ich wusste am Vorabend ja nicht, dass ich besser das für die Vigil mitgenommen hätte. Es stört mich etwas, aber na, ja, lieber Gott, ich kann nur nehmen, was ich habe. Ich bin über mich selbst erstaunt. Mit voller Stimme singe ich um 3.00 die Ostervesper. Der ganze Kirchenraum ist erfüllt von meinem Gesang. Ich muss lächeln. Wenn draußen jemand vorbeigeht, wird er sich wundern, dass es aus der dunklen Kirche singt. Ich lasse mich aber nicht abhalten. Als ich geendet habe, höre ich der klingenden Stille zu. Mein Durst ist gestillt. Psalmsingen hat für mich eine heilende Wirkung, ich habe schon öfters davon berichtet. Ich fühle mich leicht wie ein Vogel.
Ich schaue auf die Uhr. 4.15. Bald ist Frühgottesdienst. Ich muss das Feld räumen. Ich singe noch ein paar Halleluja. Der Klang verteilt sich in den Raum, bereit die zu empfangen, die gleich kommen werden. Völlig aufgekratzt und euphorisch trete ich in den frühen Morgen hinein. Ein Gefühl, wie wenn man ein Kind geboren hat, und das Adrenalin im Blut einen nicht schlafen lässt. Der Mond steht am wolkenlosen Himmel und es sind ein paar Sterne zu sehen. Was für eine Osternacht!
Frohe Ostern!

Leben

Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und die Frucht des Rechtes Sicherheit auf ewig. 
Jesaja 32,17
Lehrtext:
Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, auch wenn er stirbt.
Johannes 11,25
Christus ist ins Leben gestorben.
Sterben ist, entdecken,
dass man nicht mehr atmen muss,
um zu leben.
Wer an Christus glaubt,
wird im Leben leben und
ins Leben sterben.
Glauben an das Leben.
Frohe Ostern!


Dornenkrone

Wir benutzen manche Menschen wie ein Schild,
um nicht die Wahrheit in uns anschauen zu müssen.
Wir können weder Dornenkrone noch Kreuz entkommen.
Der Schild wird entzwei brechen wie der Vorhang im Tempel.
Irgendwann werden wir anerkennen.
Dornenkrone

Neues Abendmahl

Mein Blut des neuen Testamentes, für euch vergossen.
Mein Leben des neuen Testamentes, für euch gelebt.
Meine Frucht des neuen Testamentes, für euch gepflanzt.
Mein Wort des neuen Testamentes, für euch verkündet.
Meine Wahrheit des neuen Testamentes, für euch offenbart.
Mein Zeugnis des neuen Testamentes, für euch gegeben.
Mein Geist des neuen Testamentes, für euch ausgegossen.
Christi Leben für euch.


Verhängnisvolle Verwechslung

HERR, du bist der Armen Schutz gewesen in der Trübsal, eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten. 
Jesaja 25,4
Arme und Reiche.
Die sich für reich halten,
sind vor dir, o Gott, arm.
Die Armen erreichen den Schutz deiner Hütte,
die Reichen aber sind schutzlos deinem Ungewitter ausgesetzt.
Arm und Reich,
eine verhängnisvolle menschliche Verwechslung

Wegweiser

Der HERR zog vor ihnen her, am Tage in einer Wolkensäule, um sie den rechten Weg zu führen, und bei Nacht in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten.
2.Mose 13,21
Gott zeigt den Weg,
im Licht und in der Finsternis.
Alle Tage unserer Pilgerschaft.
Wir müssen nur erkennen
und anerkennen.
Herr,
vertreibe die Wolken und
die Finsternis von unseren Augen.

Transformation

In jedem Anfang ist ein Ende,
in jedem Ende Übergang,
in jedem Übergang Wahrheit,
in jeder Wahrheit Klarheit,
in jeder Klarheit Reinheit,
in jeder Reinheit Ewigkeit,
in Jeder Ewigkeit Frieden,
in jedem Frieden Freiheit,
in jeder Freiheit Freude,
in jeder Freude Liebe.


Gnade

Wer die Gnade Gottes am sichersten bewahren will,
der sei dankbar, wenn sie ihn besucht,
geduldig, wenn sie sich zurückzieht,
eifrig im Gebet, dass sie wieder komme,
demütig und vorsichtig, dass sie nicht wieder von ihm weiche.
(Thomas von Kempen, Das Buch von der Nachfolge Christi, Kap. 10)
Gnade des Augenblicks

Irrwege

Er gedenkt ewiglich an seinen Bund, an das Wort, das er verheißen hat für tausend Geschlechter. 
Psalm 105,8
Der Bund währt ewig.
Wenn wir auf Irrwegen gehen,
gedenkt Gott irgendwann seines Bundes.
Dann kommen wir aus der Wüste
In das Land, in dem Milch und Honig fließt.

Unzertrennlich

Freuet euch mit Jerusalem und seid fröhlich über die Stadt, alle, die ihr sie lieb habt! Freuet euch mit ihr, alle, die ihr über sie traurig gewesen seid. 
Jesaja 66,10
Freude und Traurigkeit sind wie zwei unzertrennliche Schwestern,
Leben und Tod sind eine Zwillingspaar.
Jesu Tod dient uns zum Leben.

Lazare, veni foras

Lazarus,
veni foras.
Lazarus,
komm heraus,
aus deinem Tod.
So ruft Gott uns von unserem inneren Tod.
Mein Freund, veni foras.
Ich hatte das Glück, diesen Gesang gestern lernen zu dürfen, zu lernen, wie der Ruf in einem klingt, wenn Jeus ruft: Veni foras. Das ist Auferstehung von den Toten, das ist Erweckung. An Lazarus ist es uns gezeigt.

Für oder wegen?

Recht und Gerechtigkeit tun ist dem HERRN lieber als Opfer.
Sprüche 21,3
Gott mag keine Opfer,
weder tierische, noch menschliche.
Gott will einzig, dass wir sein Wort tun.
Uns sein wahres Wort zu verkünden,
ist uns Jesus geschickt.
Auch Jesus ist nicht für uns gestorben,
er ist wegen uns gestorben.
Ein entscheidender Unterschied in der Konsequenz.