Ächzen

Weil die Elenden Gewalt leiden und die Armen seufzen, will ich jetzt aufstehen, spricht der HERR, ich will Hilfe schaffen dem, der sich danach sehnt.
Psalm 12,6
Steh auf, o Gott,
es ächzt die Erde
unter der Last deiner Kinder,
das Blut strömt,
die Tränen fließen,
die Armen verhungern.
So steh auf, o Gott,
deine Kinder brauchen dich!

Schweigen

Du sollst deinen Bruder nicht hassen in deinem Herzen, sondern du sollst deinen Nächsten zurechtweisen, damit du nicht seinetwegen Schuld auf dich lädst. 
3.Mose 19,17
Unrecht, wohin das Auge blickt.
Hass, Krieg, Mord, Totschlag,
Verbrechen an der Menschlichkeit.
Schweigen, zu alledem?
Du sollst deine Stimme erheben,
damit du nicht Schuld auf dich lädst

Gleicher Maßstab

Sprich nicht: „Wie einer mir tut, so will ich ihm auch tun und einem jeglichen sein Tun vergelten.“
Sprüche 24,29

Wenn wir vergelten wollen,
auch nur in Gedanken,
was andere uns Böses antun,
machen wir uns ihnen gleich und
sind kein Deut besser.

Auftrag

Der Herr sprach: Dazu habe ich Abraham auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des Herrn Wege halten und tun, was recht und gut ist. 
1.Mose 18,19
Auch deine Auserwählten, lieber Gott,
sind an deinem Auftrag gescheitert.
Wie soll es Otto-Normal-Mensch richten?

Umkehr

Der HERR sprach zu Kain: Was hast du getan? Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.
1.Mose 4,10

Was hast du getan?
Dein Unrecht schreit zu mir.
Ich aber bin ein Gott der Verzeihung,
der Buße und Umkehr ermöglicht.

Grund

Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel ausgespannt. Ich rufe, und alles steht da. 
Jesaja 48,13
Alles, was IST,
hat den Grund in DIR,
der Himmel, der sich mir auftut,
ist bereitet von DIR.
DU und deine Rechte,
sind der Grund in mir.

Morgenröte

Herr, du kennst mich,
in jedem Winkel meines Daseins,
jedes Wort,
jedes Tun,
jeden Gedanken
kennst du,
dein Segen umgibt mich,
in meinem gesamten Sein.
Und wollte ich es auch,
ich könnte nicht vor dir fliehen,
in jedem Winkel
meines Herzens findest du mich.
Spreche ich,
Finsternis möge mich decken,
durchbricht doch dein Licht jedes Dunkel,
nehme ich Flügel der Morgenröte,
fliehe ans äußerste Ende meiner Seele,
verlässt du mich nicht,
bleibe ich geborgen in dir.
Meine Seele weiß immer von dir.
Meine Seele ruht in dir.
(nach Psalm 139)
Morgenröte

Pläne

In eines Mannes Herzen sind viele Pläne; aber zustande kommt der Ratschluss des HERRN. Sprüche 19,21
Pläne wie Rauch,
Gedanken wie eine Fatamorgana,
zerstoben im Sturmwind irgendwann im IST.
Vergiss nie, der Wind bläst
wann und wo er will.

Demutsübung

Mein Herz ist andern Sinnes, alle meine Barmherzigkeit ist entbrannt. Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch und bin der Heilige unter dir.
Hosea 11,8.9

Du Gott, hast einen Bund mit uns geschlossen.
Diejenigen, die den Bund nicht halten, sind wir.
Den Zorn darüber musst du aushalten,
willst du uns nicht alle verderben.
Du übst deine Demut an uns.

Pilgerschaft

Rainer Maria Rilke
Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, –
du hast ihn wachsen sehn; –
die Bäume flüchten. Ihre Flucht
schafft schreitende Alleen.
Da weißt du, der vor dem sie fliehn
ist der, zu dem du gehst,
und deine Sinne singen ihn,
wenn du am Fenster stehst.
Des Sommers Wochen standen still,
es stieg der Bäume Blut;
jetzt fühlst du, daß es fallen will
in den der Alles tut.
Du glaubtest schon erkannt die Kraft,
als du die Frucht erfaßt,
jetzt wird sie wieder rätselhaft,
und du bist wieder Gast.
Der Sommer war so wie dein Haus,
drin weißt du alles stehn –
jetzt mußt du in dein Herz hinaus
wie in die Ebene gehn.
Die große Einsamkeit beginnt,
die Tage werden taub,
aus deinen Sinnen nimmt der Wind
die Welt wie welkes Laub.
Durch ihre leeren Zweige sieht
der Himmel, den du hast;
sei Erde jetzt und Abendlied
und Land, darauf er paßt.
Demütig sei jetzt wie ein Ding,
zu Wirklichkeit gereift, –
daß Der, von dem die Kunde ging,
dich fühlt, wenn er dich greift.
Ich bete wieder, du Erlauchter,
du hörst mich wieder durch den Wind,
weil meine Tiefen niegebrauchter
rauschender Worte mächtig sind.

Was wäre wenn

Was wäre, wenn
wir alleine wären,
schutzlos herzlosen Treibern ausgesetzt,
uns kalte Hände erwürgen und
unsere Seele in Tränen ertrinken will?
Wie arm wären wir,
stünde unsere Hilfe nicht im Namen des Herrn!
Unsere Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Käfig,
die Tür ist offen – und –
wir sind frei.
(nach Psalm 124)
Seelenlichtblicke

Gerechte Antwort

Erhöre uns nach der wunderbaren Gerechtigkeit, Gott, unser Heil.
Psalm 65,6
In der Elberfelder Übersetzung ist die Bedeutung völlig anders:

Du wirst uns furchtbare Dinge in Gerechtigkeit antworten, Gott unseres Heils
Erhörst du, Gott, uns nach deiner wunderbaren Gerechtigkeit oder
antwortest du uns, Gott, in deiner Gerechtigkeit,
die uns in ihrer Gerechtigkeit erschauern lässt,
wenn du sie uns dereinst zeigst?
Verkleistern hilft nicht wirklich,
es nimmt die Chance zur Vorbereitung.

Abgründe

Ich will sie retten von allen ihren Abwegen, auf denen sie gesündigt haben, und will sie reinigen, und sie sollen mein Volk sein.
Hesekiel 37,23
Unsere Abwege sind unsere Abgründe.
Wenn wir in sie hineinfallen,
fallen wir auf DEINEN Grund
und sind heil