Wo bitte geht es in die Heilige Stadt?

Ich wohne in der Höhe und im Heiligtum und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen. 
Jesaja 57,15
Ich, der HERR, bin erhöht und
wohne über dir in der heiligen Stadt,
wo ich einen Platz für dich bereitet habe.
Ich wache dort über dir,
ich warte dort auf dich.
Der Weg dorthin führt nur über den Glauben,
Wegweiser ist der Glaube, dass Jesus dort
In seinem Sterben für dich eingestanden ist.
In meine Stadt kommen,
diejenigen, die sich im Glauben demütigen lassen ohne nachzutragen, wie er.
diejenigen, die mir im Glauben nachfolgen, wie er.
diejenigen, die das Leid, das ich auf sie lege, im Glauben demütig tragen, wie er.
diejenigen, die mich im Glauben suchen, wie er.
diejenigen, die sich im Glaube zerschlagen lassen um meinetwillen, wie er
Für diejenigen hat Jesus die Gräber geöffnet,
das Siegel gebrochen und den
Weg in die Heilige Stadt frei gemacht.
Manchmal steht Jesus an eurer Tür und
will euch dorthin mitnehmen.
Aber
ihr erkennt ihn nicht,
habt Angst,
weist ihn ab,
schlagt ihm die Tür vor der Nase zu.
Er aber wird nicht aufhören,
immer wieder an eure Herzenstür zu klopfen.
Irgendwann werdet ihr ihn erkennen,
aufmachen und
ihn einlassen.
Dann ist Ostermorgen.

Wachet und betet

Mein Herz hält dir vor dein Wort: »Ihr sollt mein Antlitz suchen.« Darum suche ich auch, HERR, dein Antlitz. 
Psalm 27,8
Hin und wieder zeigst du dein Antlitz.
Gestern, als ich ganz verloren war,
Und dich nur mit Mühe in Gethsemane finden konnte.
Plötzlich hast du die Kirchentür geöffnet
Und dich in die zweit letzte Bank gesetzt
Unverwandt hast du die schlafenden Menschen vor dir betrachtet,
mir aber den Anker gegeben,
den ich dringend benötigt habe.
Außer mir hat dich glaube ich niemand bemerkt.

Gericht

Meine Gerechtigkeit ist nahe, mein Heil tritt hervor, und meine Arme werden die Völker richten. 
Jesaja 51,5
Meine Gerechtigkeit ist nahe,
mein Heil tritt hervor,
hören wir gern,
glauben wir gern.
erinnern wir uns,
durchleiden,
feiern wir gern.
Was ist aber mit:
Meine Arme werden die Völker richten?
Hören wir auch das gern?
Richten heißt aber,
wir müssen uns vor ihm verantworten.
„Richten“ sagt noch nichts darüber aus,
wie es für uns ausgehen wird.
Richten sagt,
er wird ein gerechtes Urteil über uns sprechen.
Fühlen wir uns damit unwohl`?
Erst wenn wir seine Gerechtigkeit erfahren haben,
werden wir sein Heil erfahren.
Wir sollten uns auf sein Gericht freuen,
Erst sein Gericht macht uns frei,
frei von unseren Sünden,
frei von unserem Unrecht.

Prioritäten

Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang. 
Psalm 50,1
Ja, er redet und ruft uns unermüdlich.
Wir reden nur nicht oder selten mit ihm,
Wir sind nur nicht so unermüdlich wie er.
Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang
Sind wir mit dringenderen Angelegenheiten beschäftigt.
Sind wir sicher, dass wir die richtigen Prioritäten setzen?

Jesu Erbe

Das Los ist mir gefallen auf liebliches Land; mir ist ein schönes Erbteil geworden. 
Psalm 16,6
Der Herr ist mein Gut,
Der Herr ist mein Gott.
Der Herr ist mein liebliches Land.
Er gibt mir seinen Teil und
erhält mich in seinem Teil,
so dass ich sein Erbteil werde,
das ich weitergebe an die,
die nach mir kommen,
bis ans Ende aller Tage,
wenn sein Erbteil
wieder an ihn zurückfällt.
Gut, dass das in der Karwoche nochmal bekräftigt wird.

Wahrheit

HERR, du bist Gott, und deine Worte sind Wahrheit. 
2.Samuel 7,28
Riskier was, sag die Wahrheit,
Aber deine Wahrheit will kaum jemand hören,
Die meisten erkennen deine Wahrheit nicht.
Es endet bestenfalls in Diskussionen.
Deine Wahrheit ist aber nicht zu diskutieren.
Wer diskutiert, hat es noch nicht begriffen,
der kennt deine Wahrheit nicht.
Zu dem, der die Wahrheit nicht kennt,
bist du wie ein milder Vater.
Die aber die Wahrheit kennen,
aber nicht nach deiner Wahrheit handeln,
die ziehen deinen Zorn auf sich,
die sind dein widerspenstiges Volk.
Zu diesen bist du wie ein strenger Vater.
Ihnen gilt das Weh und Ach in Hesekiels Brief.

Zeitgeist

Wenn sie aber zu euch sagen: Ihr müsst die Totengeister und Beschwörer befragen, so sprecht: Soll nicht ein Volk seinen Gott befragen? 
Jesaja 8,19
Wer sind die Totengeister?
Diejenigen, die tot im Geist sind,
die oberflächlichen medialen Konsum,
der nur noch in plakativen Überschriften lebt,
mit Geist verwechseln und
nicht merken, dass die Oberflächlichkeit
zum Totengräber wird.
Wer sind die Beschwörer?
Diejenigen die den Zeitgeist beschwören,
falsche Götter vorgauckeln,
zum schönen Schein verführen und
die Verführten zu lebenden Toten werden lassen.
Was, frei nach Dietrich Bonhoeffer, soviel heißt wie:
Die Macht der einen braucht die Dummheit der anderen.
Dem Menschen wird,
unter dem überwältigenden Eindruck der Machtenfaltung
(des medialen konsumorientierten Zeitgeistes)
die innere Selbständigkeit geraubt.
Der Mensch verzichtet – mehr oder weniger bewusst – darauf
zu den sich ergebenden Lebenslagen ein eigenes Verhalten zu finden.
„Das Wort der Bibel, dass nur die Furcht Gottes der Anfang der Weisheit sei, sagt, dass die innere Befreiung des Menschen zum verantwortlichen Leben vor Gott die einzige wirkliche Überwindung der Dummheit ist.“
(in: Dietrich Bonhoeffer, Widerstand und Ergebung).

Getragen

Du hast gesehen, dass dich der HERR, dein Gott, getragen hat, wie ein Mann seinen Sohn trägt. 
5.Mose 1,31
Er zieht vor euch her,
denn ihr findet den Weg nicht allein.
Er wird für euch streiten,
denn sein Segen ist mit euch.
Stecken und Stab
werden euch den Weg bereiten

Krankheiten

Ich bin der HERR, dein Arzt.
2.Mose 15,26
Heute hadere ich mit der Losung, da sie in dem Tenor ist, den ich gestern in meinem Lutherbrief beklagt habe, sie ist verfälscht:: Gott soll uns von unseren Krankheiten heilen. Geschrieben steht aber, wenn wir seine Bedingungen,  das Wenn, unsere Verantwortung, beachten, dann wird er keine Krankheiten auf uns legen. Das ist etwas völlig anderes.  Das ist eine Verfälschung der Botschaft. Deshalb hier wie es geschrieben steht:
Wenn du Mensch der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchst,
Wenn du Mensch tust, was Recht ist vor seinen Augen,
Wenn du Mensch auf seine Gebote hörst,
Wenn du Mensch alle seine Gesetze hältst,
dann will ich keine Krankheiten auf die legen.
Das klingt schon ganz anders, das klingt nach:
Mensch, bedenke, was du tust.
Mensch, du hast die Verantwortung für dein Tun.
Mensch, Gott ist nicht nur Müllabladeplatz
Mensch, Gott ist kein Wellness-Beschaffer,
Mensch, Gott verlangt etwas von dir.
Tu was er von dir verlangt.
Dann verschont er dich von Krankheiten.
Bequem ist diese Botschaft nicht.
Dass wir das nicht wahrhaben wollen, gehört zu den Krankheiten.

Die Last mit der Last

Er ist aus dem Lande der Lebendigen weggerissen, da er für die Missetat meines Volks geplagt war. 
Jesaja 53,8
Er ist aus dem Land der Lebendigen weggerissen,
damit die, die zu meinem Volk zählen,
zurück in mein Land kommen können.
Nur er vermag die große Last
ihrer vielen Missetaten vor mich zu tragen,
damit ich sie von ihnen wegnehmen kann.
Darum bitten wir durch Christus Jesus.
Darum danken wir durch Christus Jesus.
Darum setzen wir unsere Hoffnung in ihn.

Gottes Weinstock

Die gepflanzt sind im Hause des HERRN, werden in den Vorhöfen unsres Gottes grünen. Und wenn sie auch alt werden, werden sie dennoch blühen, fruchtbar und frisch sein.
Psalm 92,14-15
Die, die der HERR gepflanzt hat in seinen Weinberg,
werden grünen,
werden blühen,
werden reifen,
werden Frucht tragen
werden lebendig bleiben.
Es ist ein bis zur Ewigkeit dauerndes Werden, kein Sein.
Ein langsames Wachsen seines Weinstocks.
Ein geduldiges Warten auf das Reifen seines Weins.

Vergebung

Wohl dem, dem die Übertretungen vergeben sind, dem die Sünde bedeckt ist! 
Psalm 32,1
Wohl dem,
der seine Vergehen, Missetaten, Ungerechtigkeiten, Bosheiten, Böswilligkeiten, Falschheiten, Hassausbrüche, Verleumdungen, Unterlassungen nicht verschweigt,
sondern sie eingesteht, sich selbst, vor dem anderen und vor Gott.
Über den wird Gott die vergebende Decke
seiner Gnade und Barmherzigkeit breiten.
Aber nur über den,
der aufrichtig bekennt und
ehrlich bereut.

Beten

Ich bete zu dir, HERR, zur Zeit der Gnade; Gott, nach deiner großen Güte erhöre mich mit deiner treuen Hilfe. 
Psalm 69,14
Ich bete zu dir, o Herr,
ohne Bild und Ton.
Worte finde ich oft keine mehr.
Was sollte ich auch sagen?
Du weißt es sowieso, webst nach deinem eigenen Plan.
Meistens aber unterhalte ich mich mit dir,
das ist nicht beten, beten ist etwas anderes.
Wie sollte ich sonst auch verstehen,
was du von mir willst?

Passionszeit

Lieber Luther,
nur ein kurzer Zwischenruf. Mir fällt auf, dass es für mich nicht verständlich ist, wieso wir in der Zeit vor Ostern fasten. Das ist nicht eingängig.
Wenn ich auf Jesu Wirken in der Vorosterzeit bis zu seinem letzten Atemzug blicke, dann ist das beileibe keine karge Zeit, ganz im Gegenteil.
Sie ist voll des Wortes, der Botschaft und der Zeichen, eine pralle Zeit. Jesus hat versucht, alles, was er von seinem Vater verstanden hat, weiterzuvermitteln, seine Jüngerschar auf eine Zeit nach seinem Erdendasein vorzubereiten.
Diese Fülle strahlt bis zum heutigen Tag aus. Deshalb sind wir in der Vorosterzeit so bewegt, fühlen uns so angesprochen, so aufgewühlt, so betroffen. Das ist keine Zeit des Verzichts oder gar Fastens oder Leidens, wie das Wort „Passionszeit“ vorgibt. „Passion“ erinnert mehr an die Leidenschaft, mit der Jesus versucht hat, das Wort zu vermitteln und den Glauben an den Gottessohn wachsen und sich festigen zu lassen. Es ist eine Zeit des Aufnehmens, des gierigen Essens und Trinkens im gestern diskutierten Sinne, des Auseinandersetzens, des üppigen Wort- und Geist Einfließen-Lassens, der Klärung. Die Speisung der 5000 Menschen betrifft uns, spricht uns an, ist eine Aufforderung an uns mit Jesus das Lebensbrot zu essen, eben nicht zu fasten. Gerade jetzt, in der Vorosterzeit.
Fastenzeit ist von Jesu Tod bis zu seiner Auferstehung oder auch von seiner Auferstehung bis Himmelfahrt. Oder vor Weihnachten. Das sind karge Zeiten, Zeiten des Wartens, der Leere und des Vakuums. Aber nicht die Vorosterzeit. Das geht an dem vorbei, was Jesus in dieser Zeit tat und im Sinn hatte.
Lieber Luther, du magst mir jetzt vielleicht widersprechen wollen. Aber ich halte es mit dir und nehme einfach die Bibel als Referenz, nicht kirchliche Setzungen. Ist das eigentlich noch niemand aufgefallen, dass wir hier wieder einmal völlig schief liegen? Eigentlich müssten wir nicht an Weihnachten feiern, sondern in der Vorosterzeit, wir müssten die Wortgeschenke feiern, die Jesus uns in der Zeit schenkt.
Die Passionszeit bekommt in der Betrachtungsweise eine ganz andere Botschaft, nicht Leidenszeit, sondern leidenschaftliche Zeit, leidenschaftliche Glaubenszeit. Das hallt, klingt und singt in mir.
Herzliche Grüße
Deborrah

Gerechtigkeit

Der HERR ist gerecht und hat Gerechtigkeit lieb. 
Psalm 11,7
Das meint nicht Gerechtigkeit nach unserem Maß.
Es meint Gerechtigkeit nach Gottes Recht und Gesetz,
so wie er es in unser Lebensbuch geschrieben hat,
jedem einzelnen gesetzt hat.
Er hat Gerechtigkeit lieb,
Er liebt es, wenn wir sein in uns gesetztes Wort tun,
dann sind wir in seinem Recht
und nach ihm gerecht.
Gerecht nach dem von ihm gegebenen Recht.

Stimmen

Als ich in Angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott; da hörte er meine Stimme.
Psalm 18,7

Irgendwann hört er unsere Stimme und neigt sein Ohr uns zu.
Irgendwann verstummt unser inneres Stimmengewirr,
so dass wir seine Stimme hören.
Irgendwann stimmen wir beide uns aufeinander ein,
so dass wir zu einem göttlichen Gleichklang werden.