Klarheit

Halte meine Augen davon ab, nach Nichtigem zu schauen. 
Psalm 119,37
HERR, mach unsere Augen , unser Herz und unser Tun klar.
Lenke unsere Schritte in die Richtung, die du für uns vorgesehen hast.
Öffne uns den Blick in das Du,
damit wir vertrauen können und unsere Verletzungen heilen.
Bewahre uns vor Falschheit, Eitelkeit und Hochmut,
lass uns die, die wir lieben, nicht verletzen.
Gib uns ein festes Herz, das Mut und Kraft gibt,
lass uns in dir ruhen, nicht verzagt sein, nicht zaudern.
Hilf uns, unser Leben nicht mit Nichtigkeiten zu verschwenden,
die uns von dir entfernen und unser Herz verstellen.
Weite unseren Blick damit wir verstehen,
was du von uns willst, so dass wir dir ohne Vorbehalte dienen können.
Lass uns unsere Zurückhaltung aufgeben und
entschlossen in allem was wir tun, dir nachfolgen.
Herr, kläre uns,
damit unser Leben klar werde.
Amen.

Wort Verkünder

Ich will einige von ihnen, die errettet sind, zu den Völkern senden, wo man nichts von mir gehört hat; und sie sollen meine Herrlichkeit unter den Völkern verkündigen.
Jesaja 66,19
Hören meint, mit dem inneren Ohr hören.
Hören meint, das Echo des Wortes in sich klingen hören,
Hören meint, hören auf das, was man aus dem Wort versteht,
Hören meint, auf die hören, die es verstehen, um Hören zu lernen.
Ich befürchte,
wir müssen nicht weit laufen
bis wir viel Volk finden,
das weder hört,
noch hören möchte.
Ihr sollt meine Herrlichkeit verkünden.
Meint das, verkündet, dass der HERR supertoll ist?
Oder verkündet, dass der HERR über euch herrscht?
Oder, dass der HERR über euch herrscht, auf dass ihr in seine, nicht in eure Herrlichkeit eingeht?
Oder ….?
Es ist egal, für welche Variante man sich entscheidet.
Jede ist gleich richtig oder falsch,
da Gottes Herrlichkeit mit menschlichen Mitteln nicht zu vermitteln ist.
Deshalb heißt es ganz sachlich: verkündet.
Es heißt nicht: überzeugt, argumentiert, verkauft, verteidigt, umwerbt.
Das ist alles vergebliche Liebesmühe.
Ob das Verkündete auf offene Ohren und viel Volk trifft,
liegt weder im Willen des Hörers noch des Verkünders,
es ist allein göttlicher Wille.
Der Verkünder ist nichts als Knecht und kann darin auch nichts falsch machen,
sofern er zu denen gehört, die errettet sind.

Schüler

Lehre mich tun nach deinem Wohlgefallen, denn du bist mein Gott; dein guter Geist führe mich auf ebener Bahn.
Psalm 143,10
Lehre mich ein guter Schüler zu sein.
Lehre mich hören, was du sagst.
Lehre mich verstehen, was dein Wille ist.
Lehre mich tun, was ich nach dir tun soll.
Lehre mich geduldig deinen Fahrplan einzuhalten.
Lehre mich nur das zu tun, was dein Wohlgefalle ist.

Nebelhorizonte

Es ist ein seltsamer Kontrast.
Nebelige Kälte bei Nullgrad.
Kalter Wind im Gesicht.
Im Nebel ist der Horizont nicht zu erkennen.
Die Osterglocken am Wegesrand quälen sich ans kalte Licht.
Kaum grüne Blätter, es ist zu kalt für grüne Üppigkeit.
Nur das Notwendigste traut sich heraus.
Die Blüten sind noch in dicken Knospenhüllen verhüllt,
damit sie nicht frieren oder gar erfrieren.
Einzig die Vögel lassen sich nicht aufhalten.
Schon früh morgens sind sie wieder zu hören.
Unermüdlich singen sie auch abends noch ihr Lied.
Sie sind schon in Hochzeitsstimmung.
Ich weiß nicht recht,
wem ich trauen soll.
Dem Nebelgrau oder der Vogelminne.
Eigentlich habe ich Sonne erwartet und
Kämpfe mit meiner Enttäuschung.
Sei nun wieder zufrieden, meine Seele,
denn der Herr tut dir Gutes,
heißt es im heutigen Psalm.

Gottes Lasso

In Treue will ich mich mit dir verloben, und du wirst den HERRN erkennen. 
Hosea 2,22
Fürchterlich romantisch braucht man sich das nicht vorstellen. Man sollte mehr an Kreuz und Leid denken.
Wie Dietrich Bonhoeffer es in seiner Jeremia – Predigt beschrieben hat:
Dem Menschen ist ein Lasso über den Kopf geworfen und nun kommt er nicht mehr los … Er ist Gefangener, er muss folgen. Der Weg ist vorgeschrieben. Es ist der Weg des Menschen, den Gott nicht mehr loslässt, der Gott nicht mehr loswird.“
Oder, auch nach Bonhoeffer: wir werden gebunden und geknebelt hinter Gottes Streitwagen hergezogen.
Es hört sich brutal an und ist brutal. Da zitieren wir doch lieber „Von guten Mächten …“. Es macht Angst, die Furcht des HERRN. Mir fehlt gerade der Mut und vor allem die Demut. Und ich bin müde.
Lieber Gott, ein bisschen länger hättest du mir die österliche Freude lassen können.
Ich halte mir die Ohren zu und du sagst: Ich wirke, wer will’s wenden?

Guter Onkel

Ich bin, ehe denn ein Tag war, und niemand ist da, der aus meiner Hand erretten kann. Ich wirke; wer will’s wenden?
Jesaja 43,13

Ich wirke.
Ja.
Aber kaum einer glaubt es.
Kaum einer akzeptiert es.

Wer will’s wenden?
Wer kann aus deiner Hand erretten?
Niemand.

Aber es wird nicht als dein Wirken erkannt.
Entgegen allem was in der Bibel steht.
Man hebt dich gern in den Himmel,
dabei bist du mitten unter uns.

Man hat dich lieber als guten Onkel
nach unserem Willen, Gutdünken und Maßstäben,
denn als Gott nach deinem Recht und Willen

Wir denken dich als guten Gott dort und
alles Schlechte auf Erden ist der Mensch hier,
aber nicht du.

Nach wessen Willen wurde dein Volk nach Ägypten verschleppt
und in die babylonische Gefangenschaft geführt?
Nach wessen Willen musste Jesus sterben?

Wo bist du, wenn nicht im Menschen hier?
Wo willst du wirken, wenn nicht im Alltäglichen hier?
Wer will dein Wirken nach dem eigenen höchst beschränkten Maßstab beurteilen?

Demut vor dir ist die Stärke der Menschen nicht.
Ich danke dir für dein
Ich wirke, wer will’s wenden.

Segensbitte

Ich danke dir, Gott,
Ich bitte dich, Gott,
sei mit uns in unserem Leben.
Ich lobe dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
so höre doch unser Beten.
Ich ehre dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
beende all unsere Fehden.
Ich fürchte dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
erbarme dich unserem Flehen.
Ich anbete dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
so trockne unsere Tränen.
Ich bewahre dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
beschütze unsere Seelen.
Ich preise dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
Sei mit uns auf unseren Wegen.
Ich grüße dich, Gott,
Ich bitte dich, Gott,
So gib uns deinen Segen.

Ich bin der HERR

Ich bin der HERR, dein Gott, und du solltest keinen andern Gott kennen als mich und keinen Heiland als allein mich. 
Hosea 13,4
Das ist schon ein Wort:
Ich bin der HERR, dein Gott.
Ich bin der HERR heißt,
ich sage, wo es längs geht,
ich bin der, der die Herrschaft ausübt.
Das heißt im Umkehrschluss,
ich erwarte, dass du dich mir unterwirfst.
Können oder wollen wir uns das so zumuten?
So alles aus der Hand geben?
Nur auf das Wort hin, das wir aus der Bibel kennen?
Rein aus Glauben an das Wort?
In der heutigen Zeit?
Es ist der Klang des Wortes,
das du in deiner Seele hörst.
Nur wenn du diesem Ruf folgst,
gerne und aus freiem Willen.
Dann bin ich dein Heiland.
Das ist das Wort.

Lämmer und Schafe

Tut kund unter den Völkern seine Taten, verkündet, dass sein Name erhaben ist! 
Jesaja 12,4
Wer kann sich angesprochen fühlen?
Simon Jona, hast du mich lieb? Weide meine Lämmer.
Simon Jona, hast du mich lieb? Weide meine Schafe.
Simon Jona, hast du mich lieb? Weide meine Schafe.

(Joh 21,15 ff)
Ja, und Simon Jona, es sind nicht nur Worte, es sind auch Taten, die von dir in meinem Namen verlangt werden.
Was sind Lämmer, was sind Schafe?
Gehet hin; siehe, ich sende euch als die Lämmer mitten unter die Wölfe.
 Lukas 10.3
Wortverkünden ist nicht einfach:
.. ein anderer wird dich gürten und dich hinführen, wo du nicht hin willst (Joh 21, 18)
Heißt also:
Ihr, die ihr mein Wort verkündet, seid die Lämmer.
Gebt acht: Ihr werdet unter Wölfen sein und man wird euch schlachten, d.h. mit Worten niedermachen, verachten, belächeln, verfolgen, töten. Ein anderer wird euch dorthin  führen wo die Schafe sind,. Dort ist aber nicht  immer Wohlsein für euch.
Die ihr aber hüten, mein Wort und meine Taten verkünden sollt, das sind die Schafe. Sie wissen es nicht besser, was sie tun. So behandelt sie wie ein guter Hirte, lauft jedem verlorenen Schaf nach, auch wenn es mühsam ist.

Die Amaryllis blüht

Liebste Amaryllis,
was hattest du ein traurig Dasein.
Nichts als trockene Erde
einsam auf der Fensterbank.
Seit Jahren wähnte ich dich tot,
unansehnlich ohne Grün,
nichts Attraktives war an dir.
Doch irgendwas hat mich gerührt,
so hatte ich Mitleid mit dir
und dich gelassen wo du bist.
Hin und wieder gab es Wasser,
wenn du sicher schon
halb am verdursten warst.
Heute fällt mein Blick auf dich,
und ich bin wie hypnotisiert:
Du weihnachtlicher Ritterstern
stehst in vollem Rot vor mir.
Heut ist Ostern, liebste Amaryllis,
du bringst Weihnachten an Ostern
in deiner roten Pracht zu mir.
Ich danke dir, du Liebe,
für dieses unerwartete Geschenk,
Wie soll ich es nur nehmen,
was ist das für ein Wink?

Aufgescheuchtes Huhn

Manchmal reagieren wir wie ein aufgescheuchtes Huhn.
Plötzlich hebt sich der Kopf,
irgendwas Ungewohntes ist in der Nähe.
Huhn wittert Gefahr.
Instinktiv setzt der Fluchttrieb ein:
Huhn nimmt seine Beine in die Hand
und flattert eilends davon.
In sicherer Entfernung
schaltet Huhn wieder auf Normalmodus
und sieht die Bescherung:
Es hat die Fütterung verpasst.
Besorgt denkt Huhn an morgen.
Wie werde ich bloß satt?

Die Forsythie

Österliche Freude
kommt aus einer Schicht,
die sich nur schwer beschreiben lässt.
Ich schau zum Fenster raus,
die Sonne lacht,
kein Wölkchen trübt den Himmel.
Mein Blick kommt aus dem Innern,
ich spüre wie die Sonne
mich durch die Fensterscheiben wärmt.
Der Frühling ist spät dran,
doch kaum zu übersehen,
er liegt ganz einfach in der Luft.
Vor mir Forsythien.
Die Knospen fangen an zu wachsen.
Noch lassen sie ihr Gelb nicht blitzen.
Die Forsythie denkt,
lieber noch ein paar Tage warten,
der Wind weht kalt und in der Nacht ist es noch frostig.
Eine Nasenspitze streckt sie aber schon heraus,
vorsichtig, als wolle sie die Lage testen,
Noch traut sie nicht dem ungewohnten Licht.
Die Sonne lässt sich davon nicht irritieren.
Sie strahlt und strahlt und strahlt und
die Forsythie treibt Blüten.

Helden

Der HERR ist bei mir wie ein starker Held. 
Jeremia 20,11
Mit Helden ist das so eine Sache.
Sie sind meist die falschen Götter.
War Jesus am Kreuz ein starker Held?
Oder uns zum Zeichen ein schwacher?
Gott hat am Kreuz gelitten.
Heldenhaft?`
Heldenkraft?
Mit Helden ist das so eine Sache.
Oder vielleicht so?
Der HERR ist ein starker Helfer, der immer für mich ficht.

Ostergebet

Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. 
Psalm 37,4
O Haupt voll Blut und Wunden,
du hast an mich gedacht,
du hast mein Herz genommen
und hast es klar gemacht.
O Haupt voll Blut und Wunden,
bleib bei mir jetzt und heut,
hast mir die Schuld genommen
und ich hab tief bereut.
O Haupt voll Blut und Wunden,
du hast für mich geweint,
mir meine Dunkelheit genommen
und mich mit dir vereint.
O Haupt voll Blut und Wunden,
mach dass das Glück mir lacht,
hast unter deinen Schutz genommen,
die du mir zugedacht.
O Haupt voll Blut und Wunden,
du hast das Licht entfacht,
das mir im Leben war genommen,
und hast das Glück gebracht.
O Haupt voll Blut und Wunden,
bleib bei uns allezeit
hast unsere Hand genommen
und gibst uns das Geleit.