Wer bin ich?

Dein, HERR, ist die Majestät und Gewalt, Herrlichkeit, Sieg und Hoheit. Denn alles, was im Himmel und auf Erden ist, das ist dein. 
1.Chronik 29,11
Denn:
Wer bin ich?
Was sind wir Menschen?
Wie könnten wir freigiebig sein, ohne deine Großzügigkeit?
Wie könnten wir lieben, ohne dass du die Liebe in unser Herz gibst?
Wie könnten wir dich erkennen, ohne dass du es willst?
Ohne dich bin ich nichts,
mit dir bin ich alles.

Abgewogen

Lasst euer großes Rühmen und Trotzen; denn der HERR ist ein Gott, der es merkt, und von ihm werden Taten gewogen. 
1.Samuel 2,3
Deine Taten werden gewogen.
Mit welcher Konsequenz?
Bevor wir erlöst werden,
stellt Gott uns auf eine Waage.
Je nachdem, wie viel Dreck wir am Stecken haben,
schickt er uns durch ein Reinigungsbad.
Der Reinigungsstrahl kann weich und sanft sein,
aber auch hart und schmerzend.
Jeder, den Gott kennt, wird reingewaschen.
Jeder, der Gott sucht, wird erkannt.
Jeder, der von Gott kommt, kehrt geläutert zu ihm zurück.

Wunderbar

Ich will auch fernerhin mit diesem Volke wunderbar verfahren, wunderbar und wundersam, und die Weisheit seiner Weisen wird zunichte werden.
Jesaja 29,14

Und hört:
Weil ihr mir nur oberflächlich nachfolgt,
aber euer Herz vor mir verschließt,
und ihr mich – wenn überhaupt – nur fürchtet,
weil ihr das so gelernt habt,
aber die Furcht nicht in euch fühlt,
seid ihr blind und taub.

Es wird aber der Tag kommen,
an dem der Wunderbar
die Tauben die Worte des Buches hören und
die Augen der Blinden aus der Finsternis heraus sehen lässt.
Wunderbar wundersamer Wunderbar.

Kein Wunschkonzert

Mache dich auf, hilf uns und erlöse uns um deiner Güte willen!
Psalm 44,27
Ja, mache dich auf.
Hilf mir.
Erlöse mich,
in deiner Barmherzigkeit.
Aber:
Auch wenn ich es gern hätte,
es ist kein Wunschkonzert.
Meine Zeit ist nicht eure Zeit,
mein Weg ist nicht euer Weg,
mein Wille ist nicht euer Wille.
Ich bin der Herr, dein Gott.

Gedenke meiner

Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin ich! 
Jesaja 65,1
Ich werde gesucht von denen, die nicht nach mir fragen.
Ich werde gefunden von denen, die mich nicht suchen.
Ich habe Erbarmen mit denen, die am Kreuz hängen
und mich erkennen.
Herr, gedenke meiner!

Zungenschwert

Unter dem Schatten deiner Flügel habe ich Zuflucht, bis das Unglück vorübergehe. 
Psalm 57,2
Mitten unter Löwen ist meine Seele,
unter Flammensprühenden,
unter Menschenkindern,
deren Mund Gift versprüht,
und deren Zunge ein scharfes Schwert ist.
.
Deshalb flüchte ich in deinen Schatten.
Deshalb verberge ich mich bei dir.
Du bist meine Zuflucht.

Segen

Der HERR segne dich und behüte dich. 
4.Mose 6,24
Ich segne und behüte dich.
Wo immer du warst,
Wo immer du bist,
Wo immer du sein wirst.
Was immer du getan hast,
Was immer du tust,
Was immer du noch tun wirst.
Warum immer du mich verleugnetest,
Warum immer du mir nicht nachfolgst,
Warum immer du nicht umkehren willst.

Weg nach Ostern

Die Vorosterzeit ist eine dichte Zeit,
die den ganzen Menschen erfasst.
Wie durch einen Tunnel laufen wir auf Ostern zu,
angezogen vom Ostermorgen.
Bis wir dort sind,
müssen wir durch die Bedrängnisse der Dunkelheit,
schonungslos auf die menschlichen Abgründe blickend,
denen wir an Karfreitag gnadenlos ausgesetzt sind.
Der Weg bergauf nach Golgatha ist kräftezehrend,
dennoch werden wir von ihm angezogen,
gehen wir entschlossen durch die Hölle,
das Licht des Ostermorgens fest im Blick.

Wie ein Senfkorn

Gott hatte ihnen große Freude bereitet; auch die Frauen und Kinder freuten sich, und man vernahm den Jubel Jerusalems weithin.
Nehemia 12,43
Alles Volk freute sich über alle herrlichen Taten, die durch Jesus geschahen.
Lukas 13,17
Wem ist das Reich Gottes gleich,
und wem soll ich es vergleichen?
Es ist gleich einem Senfkorn,
welches ein Mensch nahm und in seinen Garten warf;
und es wuchs und wurde zu einem großen Baume,
und die Vögel des Himmels ließen sich nieder in seinen Zweigen.
Und Jesus nahm das Wort,
brachte es unter die Menschen,
und es breitete sich aus und wuchs zum neuen Testament.
Die Menschen aber, die Zugang zum Wort haben,
ruhen in ihm.

Wortfasten

Fasten von der Geschwätzigkeit.
Fasten vom falschen Wort.
Fasten vom Verstecken hinter dem Wort.
Fasten von der Wortklauberei.
Fasten vom Wortverdrehen.
Fasten vom Missverstehen des Wortes.
Fasten vom bösen Wort.
Wortlos das Kreuz hinauftragen nach Golgatha.

Augapfel

Er behütete sein Volk wie seinen Augapfel.
5.Mose 32,10
Wie der Adler über seinem Nest wacht,
über seinen Jungen schwebt,
seine Flügel ausbreitet,
sie aufnimmt,
sie trägt auf seinen Schwingen;
So sorgt Gott für mich.
Ob er das tut, und
Was er tut,
liegt in seinem Willen,
nicht in meinem.

Wenn du durch Wasser gehst

Wenn du durch Wasser gehst, will ich bei dir sein, dass dich die Ströme nicht ersäufen sollen; und wenn du ins Feuer gehst, sollst du nicht brennen, und die Flamme soll dich nicht versengen.
Jesaja 43,2
Ich nehme dich beim Wort,
denn ich weiß,
auf dein Wort
kann ich mich verlassen
und
Wenn du bei mir bist,
Wer kann wider mich sein (Römer 8,31)
Mein Konfirmationsspruch.
Er begleitet mich durchs Leben
Gottseidank.

Don Quijote

Eine  Windmühle.
Don Quijote hatte ein anderes Bild im Kopf.
Entscheidend für ihn war seine Wahrnehmung.
Deshalb rannte er gegen Windmühlen.
Ein Mensch.
Wir haben ein Bild von ihm im Kopf.
Entscheidend ist für uns unsere Wahrnehmung.
Deshalb rennen wir gegen Mauern.
Du.
Ich habe  ein Bild von dir im Kopf.
Entscheidend für mich ist meine Wahrnehmung.
Deshalb renne ich weg.

Adler

Unsre Seele ist entronnen wie ein Vogel dem Netze des Vogelfängers; das Netz ist zerrissen, und wir sind frei.
Psalm 124,7
Meine Seele ist entronnen,
wie ein Vogel den Schlingen eines Netzes.
Als sie durch die Maschen schlüpfte,
hat sie Federn gelassen und
an einigen Stellen Hautabschürfungen erlitten.
Nun ist sie ist frei.
Sie spannt ihre Flügel auf und
schwingt sich in die Lüfte wie ein junger Adler,
der gerade das Fliegen lernt.
Hoch hinauf schraubt sie sich und
blickt nicht mehr zurück.

Seelenaspekte

Meine Seele soll sich rühmen des HERRN, dass es die Elenden hören und sich freuen. 
Psalm 34,3
Meine Seele soll sich rühmen des Herrn,
dass es alle hören und sich freuen, denen es elend geht
und sich ein Beispiel daran nehmen.
(nach Lutherübersetzung)
Oder:
In Jahwe soll sich rühmen meine Seele; hören werden es die Sanftmütigen und sich freuen
In Gott soll sich meine Seele rühmen, dass sie in ihm ist und er in ihr.
Hören und daran freuen werden sich nur die Sanftmütigen.
(nach Elberfelder Übersetzung)
Äußerer und innerer Aspekt.
Äußerer und innerer Mensch.

Lug und Trug

Gott spricht: Ich will nicht immerdar hadern und nicht ewiglich zürnen. 
Jesaja 57,16
Mensch, du musst dich fragen lassen:
Vor wem hast du dich gescheut und gefürchtet
als du gelogen und betrogen hast?
Hast du nicht an mich gedacht?
Mich nicht im Herzen gefühlt?
Habe ich nicht geschwiegen, und zwar seit langer Zeit?
Und du fürchtest mich nicht?
Ich, ich werde deine Art der Gerechtigkeit und deine Machwerke aufdecken.
Jedoch,
ich will nicht ewig rechten und
nicht auf immer zornig sein;
denn dein Geist würde vor mir zerbersten,
und deine Seele, die ich ja gemacht habe, würde es nicht aushalten.
Deshalb werde ich dich verschonen.
Den Zeitpunkt, zu dem mein Zorn erlischt,
bestimme aber alleine ich.
Und:
Es wird keinen Frieden geben für die,
die meinen Ratschluss nicht beachten!
(Jes 57, 11-21)

Weichenstellung

Ihr werdet bald für euch selbst sorgen müssen, denn das Ende meines irdischen Daseins ist nah (Luk 22, 36 ff)
Deshalb rate ich euch:
Haltet zusammen.
Wer einen Beutel hat,
der nehme ihn,
desgleichen auch eine Tasche.
Wer aber nichts hat,
der verkaufe sein Kleid und
kaufe ein Schwert.
Sie antworteten, wieder einmal nichts verstehend, denn das Verständnis war ihnen noch nicht geöffnet: Herr, siehe hier sind zwei Schwerter.
Er aber sprach:
Es ist genug.
Genug an Gewalt.
Genug an Missetaten.
Genug an Verrat.
Er meinte ein ganz anderes Schwert.
Denn,
das Schwert ist der Zorn über die Missetaten,
auf dass ihr wisst, dass ein Gericht sei (Hiob 19, 29)
Deshalb, da ihr das wisst:
Seid zornig über Gewalt, Missetaten und Verrat,
verkündet, dass der Mensch sich dafür eines Tages verantworten muss,
gebt euer letztes Hemd für diese Botschaft,
bekennt euch dazu, auch wenn ihr euch entblößt und
ihr durch das Schwert, das ihr meint,
am Ende fallt.
Ein nicht ganz einfacher Text.

Ohne sich

Wer meint,
in dieser Welt etwas zu sein,
während er doch nichts ist,
betrügt sich selbst.
Jeder untersuche nochmals sein Tun und
suche seine Vervollkommnung in sich selbst und
niemals in anderen oder durch andere.
(Johannes Tauler)
Mensch,
ganz auf sich geworfen,
ganz in sich gesetzt.
ganz ohne sich.

Glaubt nur

Nun hat der HERR mir die Bitte erfüllt, die ich an ihn gerichtet hatte. 
1.Samuel 1,27
Jesus sprach: Alles, was ihr bittet in eurem Gebet, glaubt nur, dass ihr’s empfangt, so wird’s euch zuteil werden. 
Markus 11,24
Glaube
Ich glaube
Oder: Ich glaube ich glaube?
Was Jesus vergessen hat zu erwähnen: Wie lange wird es dauern bis es wird?
Wir haben da morgen im Sinn.
Er morgen oder die Ewigkeit.
Glaubt nur.
Nur.

Enten Tsunami

Wir sehen in einen Spiegel und
wir sehen ein Abbild,
ein sich immer während sich veränderndes Abbild.
Kein Augenblick ist Stillstand.
Millionen von Augenblicken gehen vorbei,
Millionen von Wassertropfen fließen den Bach hinunter,
unzählbare Augenblicke,
jeder in der Fülle seiner Besonderheit nicht wahrzunehmen.
In die Bewegung kommt Bewegung von außen.
Das friedliche Bild wird gestört durch Störenfriede.
Wie unschuldige Enten kommen sie uns in die Quere,
lassen das Bild verschwimmen,
wühlen es auf.
Geduld ist gefragt,
bis sie durchs Bild geschwommen sind,
bis der Tsunami, den sie aufgewühlt,
sich wieder beruhigt.
Gerade denkst du,
nun kehrt wieder Ruhe ein,
da kommt eine neue Bugwelle,
und wühlt das Wasser wieder auf.
Selbst wenn keine Enten mehr stören,
bleibt die Lage aufgewühlt,
Seitenwinde peitschen das Wasser auf,
unterbrochen von unerwarteten Strudeln,
die abwärts ziehen.
Alles Warten hilft nichts,
Millionen von Wassertropfen sind inzwischen durchgezogen,
der Augenblick von vorher ist nicht wiederzubringen.
Langsam, stückchenweise beginnt sich das Bild wieder aufzubauen,
aber, es braucht Zeit und die richtige Witterung,
bis sich das Wasser wieder geglättet hat und
das Spiegelbild wieder klar ist.
Spiegelbild des Lebens.