Durchwirkt

Ich habe den HERRN allezeit vor Augen. 
Psalm 16,8
Gott steht vor mir und hinter mir,
er ist mein rechter und linker Arm,
mein Fuß, der nicht wankt,
mein Herz, das nicht verzagt,
mein Augapfel, der mich sehend macht,
mein Gedanke, der mich verstehen lässt,
meine Kraft, mit der ich meiner Wege gehe.
Gott, von dem ich ganz durchwirkt bin.

Superbowl

Schon wieder Event bei uns.
Gemischte Truppe.
Der Ball rollt,
nein, nicht Fußball,
Superbowl.
Ich weiß nicht,
wieso man sich dafür die Nacht um die Ohren schlagen muss,
wieso ich immer ja sage,
wieso ich bereit bin, morgen mit der Müdigkeit zu kämpfen,
weil heute Nacht Superbowl ist.
Da habe ich sicher die gesamte Woche noch etwas davon.
Dieser Sport ist mir fremd,
obwohl meine beiden Söhne Football spielen und schiedsrichten,
ich habe in all den Jahren nicht ein Spiel besucht.
Mein Beitrag:
30 Buletten,
30 x Zutaten für Burger.
3 Stunden Zeit investiert.
Eigentlich absurd.
Mütter.
Ich sitze wie die Spinne im Netz.
Im selbstgesponnenen Spinnennetz gefangen.
Im Augenblick kein Entkommen.
Schlachtgesänge dringen an mein Ohr.

Arm

Siehe, da ist Gott der HERR! Er kommt gewaltig, und sein Arm wird herrschen.
Jesaja 40,10
Der gesamte Vers nach Elberfelder Übersetzung heißt:
Siehe da, euer Gott! Siehe, der Herr, Jahwe, kommt mit Kraft, und sein Arm übt Herrschaft für ihn; siehe, sein Lohn ist bei ihm, und seine Vergeltung geht vor ihm her
Gott kommt mit Kraft,
die alles überstrahlt,
sein Arm übt Herrschaft für ihn.
Lass meinen Arm, o Gott,
nicht aus deiner Hand!
Der Lohn ist bei dir.
Habe ich doch gerade über den Lohn, den einen Groschen, nachgedacht.
Gottes Arm,
Gott, führe meinen Arm!

Erste und Letzte – Groschen gefallen?

Lieber Luther,
die Letzten werden Erste sein und die Ersten Letzte. Darum geht es im Predigttext dieser Woche (Mt 20, 1- 16). Man hört quasi die Gutmenschen erschrecken.
Diejenigen, die denken, sie seien die Ersten. Die Ersten an der Macht, die selbsternannten Könige dieser Welt, die Religions- und Glaubenseifrigen, die Kirchenersten, diejenigen, mit vermeintlich selbstlosem Helfersyndrom. Alles umsonst? Kein Verdienst, keine Besserstellung? Keine Belohnung? Im Gegenteil, ich, der Gute, werde am Ende noch hintangestellt: Die Letzten werden die Ersten sein, die Ersten die Letzten. Verkehrte Welt also, nach der menschlichen Logik der eigenen Profitmaximierung, ob zugegeben oder nicht. Die gottlosen Ausbeuter, diejenigen, die die anderen treten, schlagen, töten, verelenden brauchen nur eine Stunde vor Torschluss noch auf den Zug aufspringen und sind sofort wieder diejenigen, die wieder auf der Gewinnerseite sind? Meinst du das wirklich so, lieber Gott? Ist das gerecht? Das menschliche Ego verweigert sich dem, empfindet es als Zumutung, gekränkte Eitelkeit, enttäuschtes persönliches Gerechtigkeitsempfinden. Innere Rebellion.
Was ist der Zusammenhang? Gleich in einer Reihe von Gleichnissen wird im Matthäusevangelium versucht, den Groschen zum Fallen zu bringen. In Mt 19, 30 steht diese Botschaft, die als Zumutung empfunden wird, schon einmal, etwas anders formuliert: Aber viele, die da sind die Ersten, werden die Letzten, und die Letzten werden die Ersten sein. Genau darin besteht die Hoffnung, die Hoffnung, zu den Letzten zu gehören: Wahrlich ich sage euch, sagt Jesus, ihr, die ihr mir nachfolgt, werdet, wenn ihr in das neue Leben geboren werdet, mit des Menschen Sohn auf dem Stuhl seiner Herrlichkeit sitzen. Wer Häuser, Brüder, Schwestern, Vater oder Mutter, Frau oder Kinder, all sein Habe verlässt, um meines Namens willen, der wird es hundertfältig nehmen und das ewige Leben ererben (Mt 19, 28-29). Lot und seine Frau lassen grüßen. Kapiert und nicht kapiert. Es geht um bedingungslose Nachfolge, darum, dass man Gott alleine folgt und sich nicht an Menschen und irdische Güter klammert. Es geht um Gottvertrauen, es geht darum, das alte gewinnstrebende Leben zu lassen und das neue Leben zu gewinnen.
Vater, Mutter, Frau und Kinder zugunsten der Nachfolge zu verlassen – bei Lukas heißt es gar hassen – da schluckt der ein oder andere, weil er denkt, das ist nicht möglich, weil er ist, wie der reiche Mann im Gleichnis vorher, der alle Gebote hält, aber seinen irdischen Güter höhere Priorität einräumt als der Nachfolge Jesu (Mt 19, 16-23). Oder im Gleichnis von der Ehescheidung, das wörtlich genommen wird, obwohl Jesus sagt: Das Wort fasst nicht jedermann, sondern denen es gegeben ist. Und nochmals mit Ausrufezeichen: Wer es fassen kann, der fasse es! Mt 19, 3-12).
Aber, vergebliche Liebesmühe. Gefasst wird es, aber falsch. Eine banale irdische Ehescheidung zu erfassen bedarf es keines höheren oder tieferen Verständnisses seit es Mann und Frau gibt. Der Groschen ist nicht gefallen, bis auf den heutigen Tag. Deshalb also ein weiterer Anlauf Jesu das Einfache in einem weiteren Bild begreiflich zu machen:
Das Himmelreich ist gleich einem Hausvater, der Arbeiter gewinnen will, um in seinem Weinberg zu arbeiten. Nur wenn man einen Weinberg pflegt, bringt er auch Frucht. In Gottes Weinberg zu arbeiten, heißt mitzuhelfen, dass die Frucht an Gottes Weinstock auch gedeihen kann. Mitzuhelfen heißt, das geht aus dem Gleichnis Mt 19, 28-29 hervor, Jesus nachzufolgen, Gottes Wort zu dienen, den ewigen Bund mit ihm zu halten, keine Hurerei zu betreiben mit anderen Göttern (Mt 19, 3-12), den irdischen Gütern keine Priorität einzuräumen, wie der reiche Mann, der seine irdischen Gütern der Nachfolge vorzieht (Mt 19, 16-23).
Morgens, mittags, nachmittags versucht der Hausvater, der das himmlische Haus bewohnt, Menschen für die Arbeit in seinem Weinberg zu verpflichten. Irdische Reichtümer sind nicht zu gewinnen: Ein Groschen ist der symbolische Lohn. Bis kurz vor Sonnenuntergang, der elften Stunde, versucht der Hausvater, Arbeiter in seinem Weinberg zu sammeln. Und er hat Erfolg. Wieso steht ihr so nutzlos herum, fragt der Hausvater diejenigen, die er findet: Es hat uns niemand gedingt, sagen sie.
Es hat und niemand gedingt. Diese Antwort bricht einem fasst das Herz: Es hat sie niemand geworben für die Arbeit in Gottes Weinberg. Niemand war da, der sie auf Gottes Acker
hingewiesen hat, der ihnen erzählt hat, dass es da etwas zu tun und zu gewinnen gibt. Ihr armen Leute, denkt man, und möchte sie entschuldigend in die Arme nehmen, es tut mir Leid, dass ich säumig war und euch so lange warten ließ. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn kommt mir in den Sinn. Es ist das gleiche gemeint. Gott freut sich über jeden, der doch noch in seinen Weinberg gefunden hat, sei es früher oder später. Was zählt, ist: Ich folge dir nach und freue mich über den gerechten Lohn, den ich von dir empfangen werde.
Was ist aber der Lohn? Ein Groschen? Für alle gleichermaßen? Auch für diejenigen, die kurz vor Sonnenuntergang kommen? Bei vielen Arbeitern in Gottes Garten ist der Groschen nicht gefallen. Sie haben zwar brav in Gottes Weinberg gearbeitet, aber bitteschön, lieber Gott, dann will ich entsprechend belohnt werden, und besser als diejenigen, die einen Bruchteil der Mühsal für dich auf sich genommen haben. Gott wird die Rechnung für die Arbeit in seinem Acker präsentiert. Die Erwartungshaltung ist beträchtlich, der Neid auch. Wie hieß es doch gleich: Liebe deinen Nächsten wie dich selbst. Sieht so Nächstenliebe aus? Deshalb heißt es: Viele sind berufen, aber wenige auserwählt. Es sind noch ein paar Hochzeitsgäste da, die keine Festtagskleider an haben. Zum schönen Schein arbeiten reicht nicht. Das Prinzip muss den ganzen Menschen durchdringen, Leib und Seele. Und wieder hört man Jesus seufzen: Sie haben es immer noch nicht kapiert.
Ihr habt nicht kapiert, dass euer aller Lebenstag einmal zu Ende geht und dass der Lohn, den es zu gewinnen gibt, das Neue Leben ist, in meinem Weinberg, in meiner Stadt, im neuen Jerusalem, in meinem Haus. Ihr habt Zeit, bis eure Sonne untergeht, ich gebe euch viele Chancen und Möglichkeiten, bis zuletzt. Ihr könnt euch für den Weinberg entscheiden oder die Dunkelheit, die Finsternis. Wenn eure Lebenssonne untergegangen ist und ihr eure Chance nicht genutzt habt, habt ihr das Neue Leben verspielt. EINEN Groschen könnt ihr gewinnen, EINEN, den EINEN, das EINS sein mit dem EINEN, keine irdischen Reichtümer, den EINEN Himmel könnt ihr gewinnen, den Stuhl der Herrlichkeit. Bist du nicht mit mir EINS geworden für nur einen Groschen? Oder bist du etwa ein falscher 50iger?
Eifersucht und Neid sind falsch am Platz. Der Hausherr sagt: Ich gebe euch was recht ist. Auf meine Gerechtigkeit kann jeder zählen. Das ist die Währung, auf die ihr setzen müsst. Was rechtet ihr mit mir? Ich übe Gerechtigkeit. Meint ihr, dass Gerechtigkeit ist, ungleich gerecht zu sein? Einer bekommt mehr Gerechtigkeit, mehr Groschen, als die anderen? Ihr schaut mich unwirsch an, weil ich gerecht und gütig bin?
Und wieder hört man Gott seufzen: Ihr habt es immer noch nicht kapiert, was wichtig ist. Der eine Groschen steht für die eine Gerechtigkeit, die Gott allen gleichermaßen zukommen lässt. Gottes Maßband misst alle nach der gleichen Skala. Das ewige Leben, das neue Leben nach Sonnenuntergang, am Ende der Zeit, kennt keinen Unterschied: Entweder du entscheidest dich für den Himmel oder für das ewige Nichts. Jeder, wirklich jeder, ist willkommen. Bis zur allerletzten Stunde ist die Tür zu meinem Weinberg offen, habt ihr die Möglichkeit zu den Letzten zu gehören. Die Letzten sind aber diejenigen, die im Neuen Leben ankommen, im Himmelreich, in Gottes Reich. Diejenigen, die vor mir Erste, Erstlinge sind, Erstlinge in der Nachfolge des Ersten – Jesus -, die werden auch am Ende die Letzten sein, das heißt die Übriggebliebenen, die im Neuen Leben ankommen, im Neuen Jerusalem.
Lieber Luther, die Ersten werden Letzte, Übriggebliebene, sein, und die Letzten diejenigen, die zu Gottes Ersten gezählt haben. Das heißt, dass, wer Gott im irdischen Leben hat, der hat ihn im fleischlichen Sterben und im Erwachen im Neuen Leben. Wahrlich, sagt Jesus, wer mir nachfolgt, wird das ewige Leben ererben. Meine Ersten werden meine Letzten sein. Lieber Luther, hoffen wir, dass der irdische Groschen für immer fallen wird.
Herzliche Grüße
Deborrah

Heilende Wort – Begeisterung

Ich möchte mal wieder eine Mutmachgeschichte erzählen, einfach, weil sie auch mir Mut macht und vielleicht auch anderen.
Im hektischen und stressigen Business Alltag ist nur wenig Zeit, um über Dinge abseits der geschäftlichen Dinge zu reden und einander näher kennenzulernen. Es geht selten über schnellen und oberflächlichen Austausch hinaus – keine Zeit. Jedoch spürt und sieht man den Druck, unter dem wir alle arbeiten, an jeder Ecke und in jedem Gesicht. Privater Druck kommt oft noch hinzu.
So habe ich mich mit einem Menschen aus meinem näheren Arbeitsumfeld zum Abendessen verabredet, um etwas mehr Ruhe zum Reden über das Geschäftliche hinaus zu haben. Ausnahmsweise mache ich schon etwas früher Feierabend.
Für französische Verhältnisse sind wir früh dran, wir sind die ersten im Lokal. Wir plaudern. Ich merke an, dass ich meine Disziplin etwas verloren habe, seit ich mein Bibelleseprojekt beendet habe. Bibelleseprojekt? Mein Gegenüber ist sehr interessiert. Ich fange an zu erzählen. Dass ich während eines Jahres die gesamte Bibel gelesen habe, wie fruchtbar und hilfreich das für mich war, dass es mich verändert hat, wie spannend es ist, die Geschichten der Bibel im Zusammenhang zu lesen, wieviel neue Horizonte sich mir geöffnet haben, …
Ich erzähle die Geschichte der zerstückelten Frau, erkläre die Bildhaftigkeit der Bibelsprache, die verschiedenen Ebenen, die man sich nach und nach erschließen muss. Die Bethlehemsgeschichte ist ein gutes Anschauungsbeispiel. Ich erkläre, dass in der Geschichte, so wie ich sie aufgeschrieben habe, die dritte Ebene fehlt. Sie hat sich mir erst ein paar Tage später erschlossen und seither frage ich mich, wieso ich das für mich jetzt Offensichtliche nicht schon ein paar Tage vorher gesehen habe. Das Verständnis muss sich erst öffnen, die Türen dir erst aufgetan werden. Du musst Geduld haben. Es dauert Jahre, es geht immer weiter, bis du am Ende der Zeit angekommen bist. Ich erzähle noch ein paar dieser spannenden Bibelgeschichten.
Mein Gegenüber ist fasziniert, auch von meiner Begeisterung. Irgendwann bringt der Kellner diskret die Rechnung. Wir schauen uns um. Sind wir noch oder schon wieder allein im Lokal? Seit vier Stunden erzähle ich von der Faszination der Bibel. Ich nehme mein Smartphone und zeige die Bibel App, mit der ich gelesen habe und auch, dass es eine französische Variante gibt. Wir schauen nach. Die Lutherübersetzung gibt es natürlich nicht auf Französisch. Ich zeige die Bibellesepläne, auch den von Robert Roberts, den ich gelesen habe. Es ist wichtig, die Bibelübersetzung, mit der man liest, sorgsam zu wählen. Sie muss zu einem passen. Es macht einen Unterschied. Wow, sagt mein Gegenüber, das eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten, von denen ich bisher gar nichts wusste. Christlicher Glaube war bisher nicht sein Thema. Es ist spät, wir gehen. Wir haben nicht ein einziges Wort über geschäftliche Dinge verloren.
Am anderen Morgen im Büro. Hast du 5 Minuten? Ja, 5 Minuten habe ich. Dieser Mensch kommt in mein Büro und ich schaue ihm ins Gesicht. Ich bin sprachlos. Als ob ich einen neuen Menschen sehe. Auf dem Gesicht Ruhe und Frieden. Kein Vergleich zur Bedrängnis am Tag vorher. Noch in der Nacht hat dieser Mensch die Bibelapp installiert, einen Account kreiert, angefangen zu lesen und hat die heilende Wirkung der Worte, des Textes gespürt, obwohl er ganz am Anfang steht.
Noch nie zuvor ist mir so vor Augen gestanden, was es heißt, einen neuen Menschen anzuziehen. Auch, dass du gar nichts tun musst, außer die Tür aufzumachen, bereit sein, die heilende Wirkung der Bibelworte in dich einfließen zu lassen. Für mich ist das ein Wunder, ich kann es nicht anders bezeichnen. Diese unglaubliche Veränderung dieses Menschen innerhalb eines halben Tages. Es macht mir Mut, von der heilenden Wirkung der Bibel zu erzählen und sollte denen Mut machen, die erst am Anfang stehen, sich die Bibel selbst zu erschließen. Die Tür aufzumachen reicht und man wird weiter geleitet, so wie es zu einem passt. Einfach leiten lassen.
Einen weiteren Tag später: Hast du 5 Minuten? Ich kenne einen Menschen, der katholisch ist und nicht glücklich damit. Ich habe ihm erzählt, was ich von dir erfahren habe und dass bei den Evangelischen das alles freier ist. Wärst du bereit, mit diesem Menschen zu reden? Am besten gleich. Spricht er deutsch? Nein. Englisch? Ein bisschen … Ok, das wird schwieriger. Weißt du was: ich lade euch Zwei mal in Ruhe zu mir zum Abendessen ein, dann haben wir die Zeit … So machen wir es.
Wunderbarer Wunderbar!
Ich werde davon erzählen müssen, dass man die Religion – egal ob katholisch oder evangelisch oder jüdisch – ablegen muss, und das Wort anziehen muss, dass man ganz auf die Wunderkraft, die heilende Kraft des Gotteswortes in der Bibel vertrauen kann. Mitten im stressigen Business-Alltag. Es ist mir gerade wieder vor Augen geführt worden. Das festigt auch mich und macht auch mir Mut.
Grünes Gras kann unter jeder kalten Decke wachsen.

Kehre heim!

Ich lehrte Ephraim gehen und nahm ihn auf meine Arme; aber sie merkten’s nicht, wie ich ihnen half. 
Hosea 11,3
Ich lehrte Ephraim gehen,
nahm ihn auf meine Arme,
aber er merkte nicht, wie ich ihm half.
Man spürt den Schmerz,
man hört Gottes Weinen,
weint mit.
Ephraim,
mein verirrtes Kind,
kehre heim!

Heilige Stadt

Daniel hatte an seinem Obergemach offene Fenster nach Jerusalem, und er fiel dreimal am Tag auf seine Knie, betete, lobte und dankte seinem Gott. 

Daniel 6,11

Hin, der Heiligen Stadt zu,

neigt sich unser Herz.

Lob, Preis und Dank,

dass wir eine Heimat haben.

Kummer

Den HERRN fürchten heißt das Böse hassen. 

Sprüche 8,13

Sich fürchten vor den eigenen dunklen Seiten,

der Veränderung zum Besseren verpflichtet bleiben,

Gott ist Kummer mit uns gewöhnt,

ihn freut die kleinste Bewegung vorwärts.

Bettler

HERR, wer sollte dich nicht fürchten, du König der Völker? Dir muss man gehorchen. 

Jeremia 10,7

Wenn es uns schlecht geht,

lassen wir uns von dir einsammeln,

wenn es uns gut geht,

lassen wir dich im Stich.

Gottes Königreich ist ein Königreich

der Bettler und Fahnenflüchtigen,

die vielen gehorchen,

nur nicht dem,

der sie immer wieder rettet.

Morgenluft

Hütet euch, dass sich euer Herz nicht betören lasse, dass ihr abfallt und dient andern Göttern und betet sie an. 

5.Mose 11,16

Immer das gleiche Spiel.

Immer die gleiche Gefahr.

Immer die gleichen Fallen:

Morgenluft birgt Gefahr und

doch wird nach jeder Nacht Morgen.

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Ehre sei Gott in der Höhe.

Mensch, vergiss es auch am Morgen nicht.

Klarheit

Lieber Luther,
der Schlüssel zu dem Predigttext dieser Woche, die Verklärung Jesu in der Version bei Matthäus (Mt 17, 1-9) steht eigentlich in der Bibel schon ein Kapitel vorher:
Denn es wird geschehen, dass des Menschen Sohn komme in der Herrlichkeit seines Vaters mit seinen Engeln (Mt 16, 27).
Nach sechs Tagen nahm Jesus die 3 Jünger, die ihm am Nächsten waren – Petrus, Jakobus und Johannes – mit sich auf einen hohen Berg. Immer wieder kommt der „hohe Berg“ als Bild in der Bibel vor. Gott wohnt in der Höhe. Mose hat mit Gott auf einem hohen Berg geredet, Elia ist vor seinen Verfolgern ins Gebirge geflohen, ebenso David. Wenn in der Bibel von Abgöttern die Rede ist, wird meistens gesagt: Ihr betet auf den Höhen zu Baal & Co., tut sie ab von den Höhen, denn – das ist implizit gemeint – allein Gott ist in der Höhe, Gott ist die Höhe. Dieser Platz gehört nur ihm. Gott kam vom Mittag und der Heilige vom Gebirge Pharan. Seines Lobes war der Himmel voll, und seiner Ehre war die Erde voll. Sein Glanz war wie ein Licht; Strahlen gingen aus von seinen Händen; darin war verborgen seine Macht (Hab 3, 3)
Jesus stieg nach sechs Tagen mit den Jüngern auf den Berg, auf dem Gott ihn mit seinem Licht erleuchtete. Auch auf Moses Angesicht hat Gott seinen Glanz gelegt (2.Mose 34, 29), auch nachdem er auf einem hohen Berg, dem Berg Sinai, mit ihm geredet und ihm sein Wort gegeben hat: Den hört, diese beiden hört. Beides beschreibt einen hohen göttlichen Legitimationsakt. Paulus Polemik gegen Mose ist völlig unberechtigt, undemütig, arrogant und selbstherrlich angesichts solch göttlich-herrlichem Geschehen (2.Kor 3, 13-14), Jesus würde Mose, den Freund Gottes (2.Mo 33,11) nie so abgewertet haben. Nicht ein einziges abwertendes Wort ist von ihm über Mose übermittelt. Aber das nur am Rande.
Über die Zahl sechs habe ich dir, lieber Luther, erst kürzlich geschrieben, ich brauche hier nicht alles wiederholen. Dass das weiße Kleid auf Jesus nach sechs Tagen fällt ist konsistent: Die Sieben steht für die Vollendung, für das reine weiße Kleid, das denen angetan wird, die Gott in seinem neuen Jerusalem sammelt: Und der siebte Engel posaunte: und es wurden große Stimmen im Himmel, die sprachen: Es sind die Reiche der Welt unsers HERRN und seines Christus geworden, und er wird regieren von Ewigkeit zu Ewigkeit (Offb 11, 15). Jesus zieht in die Heilige Stadt ein, in das Neue Jerusalem. Deshalb war es so hell. Als er später in das alte Jerusalem einzog, war es nur laut. Er hat seine Meisterprüfung bestanden! Das heißt „Verklärung“. Er zieht in das Neue Jerusalem ein und wir, ja wir sind aufgefordert, nachzufolgen, irgendwann, wenn unsere Zeit da ist. Er ist derjenige, der uns als Erster vorangeht, uns zeigt, was auch für uns sein wird.
Die Jünger sehen Gottes Herrlichkeit nicht, sie sind noch nicht im Neuen Jerusalem angekommen. Sie sehen nur den Abglanz. Sie sind voll des Schlafes (Lk 9, 32), wie später in Gethsemane. Was geschieht, ist für die Jünger und Jesu Nachfolger nicht in Jesu Klarheit zu sehen, hören und zu erfahren.
Hier ist Wohlsein, soviel begreifen sie, und wollen für Mose, Elia und Jesus je eine Hütte bauen. Intuitiv spüren sie, dass sie hier an etwas Großartigem teilhaftig werden, an etwas, das ihr Verstehen übersteigt. Sie spüren: Hier ist Wohlsein, hier will ich bleiben, hier will ich meine Wohnung und mein Haus bauen.
Und ich hörte eine große Stimme von dem Stuhl, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein (Offb 21, 3). Gott hat seine Hütte in Jesus aufgerichtet: Eine lichte Wolke überschattet sie und eine Stimme kommt aus der Wolke, die sagt: Dies ist mein lieber Sohn, an welchem ich Wohlgefallen habe, den sollt ihr hören! (Mt 17,5). Eine andere Hütte muss nicht aufgerichtet werden. Das ist mein lieber Sohn: Das ist die Hütte, das ist die Wohnung.
Die Jünger erschraken, fielen auf ihr Angesicht. Gottes Herrlichkeit übersteigt jedes menschliche Verstehen, das Unbegreifliche schürt Ängste. Jesus rührte sie an und sprach: Fürchtet euch nicht. … und siehe, es kam einer in des Himmels Wolken wie eines Menschen Sohn bis zu dem Alten und ward vor ihn gebracht. Der gab ihm Gewalt, Ehre und Reich, dass ihm alle Völker, Leute und Zungen dienen sollten. Seine Gewalt ist ewig, die nicht vergeht, und sein Königreich hat kein Ende. Ich, Daniel, entsetzte mich davor, und solches Gesicht erschreckte mich (Dan 7, 13-15). Der Mensch kann sich Gott nur begrenzt aussetzen.
Das ist mein Lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe: Und als ich mich umwandte sah ich .. einen, der war eines Menschen Sohn gleich, der war angetan mit einem langen Gewand und begürtet um die Brust mit einem goldenen Gürtel. Sein Haupt aber und sein Haar war weiß wie weiße Wolle, wie der Schnee … und sein Angesicht leuchtete wie die Sonne. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen wie ein Toter; und er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht! (Offb 1, 12-17).
Er rührte ihn an und sage: Fürchte dich nicht! Sein Kleid war weiß wie Schnee, dass kein Färber auf Erden kann so weiß machen (Mk 9, 3). Fürchtet euch nicht! Denn: Nun wissen sie, dass alles, was du mir gegeben hast, sei von dir. Denn die Worte, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben; und sie haben es angenommen und erkannt wahrhaftig, dass sie glauben, dass du mich gesandt hast. Ich bitte nicht für die Welt, sondern für die, die mir gegeben sind; denn sie sind dein. Und alles, was mein ist, das ist dein, und was dein ist, das ist mein; und ich bin in ihnen verklärt. Und ich bin nicht mehr in der Welt; sie aber sind in der Welt (Joh 17, 7-11).
Auch bei Jesu Taufe kam dieses Wort aus dem Himmel: Das ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe (Mt 3, 13). Seither war aber schon vieles geschehen, Jesus hat gelehrt, Gottes Wort durch Jesus war geschehen, Jesu Meisterschaft des Wortes, deshalb heißt es jetzt: Den sollt ihr hören, den Prediger!
Lieber Luther, was zeigt uns das alles? Hört! Hört Jesus zu. Folgt nach, werdet zur Hütte, werdet zur Wohnung Gottes wie Jesus. Wo Gottes Wohlgefallen ist, ist unser Wohlsein. Selbst wenn ihr es nicht verstehen, unverständig seid wie die Jünger. Lasst euch anrühren von Jesus, fürchtet euch nicht, hört den, der euch vorangegangen ist, folgt nach, strebt nach dem weißen Kleid. Hört den Prediger, was er gesagt hat, führt zur Klarheit, verklart ihn in uns.  Das Neue Jerusalem ist dort, wo Jesus mit seiner Klarheit in uns ist, wo er in uns verklärt ist. Lasst euch von Jesus anrühren!
Herzliche Grüße
Deborrah

Treue

HERR, zürne nicht so sehr und gedenke nicht ewig der Sünde! Sieh doch an, dass wir alle dein Volk sind! 

Jesaja 64,8

Wie oft wir klagen,

wie oft wir jammern,

wie oft wir irre gehen,

wie oft du berechtigt zürnst,

irgendwann wissen wir,

dass du trotzdem da bist.

Niederungen

Der HERR, dein Gott, führt dich in ein gutes Land, ein Land, darin Bäche und Brunnen und Seen sind. 

5.Mose 8,7

Bäche, Brunnen, Seen,

Gottes frische Wasser,

die in den Höhen und Niederungen entspringen.

Das Beruhigende ist,

dass Gottes Quellen auch

in den Niederungen entspringen.

Überleben ist nur,

wo wir nicht verdursten,

egal ob wir auf den Höhen oder den Niederungen wohnen.

Hoffnung

HERR, in deiner Hand ist Kraft und Macht, und es ist niemand, der dir zu widerstehen vermag. 

2.Chronik 20,6

Die Hoffnung

gründet sich auf den Glauben

an deine Kraft und Macht,

an deine Barmherzigkeit,

an deine Treue und

Gerechtigkeit.

Und immer denke ich,

du bist mehr als nur eine Hoffnung.

Aufgekratztes Huhn

HERR, sei mir gnädig, denn ich bin schwach; heile mich, HERR, denn meine Seele ist sehr erschrocken. 
Psalm 6,3.4
Meine Seele, o Gott,
ist manchmal wie ein aufgekratztes Huhn,
sie führt ein Eigenleben und tut, was sie will.
Sie fühlt sich bedroht, obwohl du über sie wachst,
sie erschrickt, obwohl du sie birgst,
sie ist aufgeregt, obwohl du ihr Ruhe gibst.
Herr, walte,
Herr, führe,
Herr, leite.
Nimm, o HERR,
meine Seele
in deine Hand.