Heilende Wort – Begeisterung

Ich möchte mal wieder eine Mutmachgeschichte erzählen, einfach, weil sie auch mir Mut macht und vielleicht auch anderen.
Im hektischen und stressigen Business Alltag ist nur wenig Zeit, um über Dinge abseits der geschäftlichen Dinge zu reden und einander näher kennenzulernen. Es geht selten über schnellen und oberflächlichen Austausch hinaus – keine Zeit. Jedoch spürt und sieht man den Druck, unter dem wir alle arbeiten, an jeder Ecke und in jedem Gesicht. Privater Druck kommt oft noch hinzu.
So habe ich mich mit einem Menschen aus meinem näheren Arbeitsumfeld zum Abendessen verabredet, um etwas mehr Ruhe zum Reden über das Geschäftliche hinaus zu haben. Ausnahmsweise mache ich schon etwas früher Feierabend.
Für französische Verhältnisse sind wir früh dran, wir sind die ersten im Lokal. Wir plaudern. Ich merke an, dass ich meine Disziplin etwas verloren habe, seit ich mein Bibelleseprojekt beendet habe. Bibelleseprojekt? Mein Gegenüber ist sehr interessiert. Ich fange an zu erzählen. Dass ich während eines Jahres die gesamte Bibel gelesen habe, wie fruchtbar und hilfreich das für mich war, dass es mich verändert hat, wie spannend es ist, die Geschichten der Bibel im Zusammenhang zu lesen, wieviel neue Horizonte sich mir geöffnet haben, …
Ich erzähle die Geschichte der zerstückelten Frau, erkläre die Bildhaftigkeit der Bibelsprache, die verschiedenen Ebenen, die man sich nach und nach erschließen muss. Die Bethlehemsgeschichte ist ein gutes Anschauungsbeispiel. Ich erkläre, dass in der Geschichte, so wie ich sie aufgeschrieben habe, die dritte Ebene fehlt. Sie hat sich mir erst ein paar Tage später erschlossen und seither frage ich mich, wieso ich das für mich jetzt Offensichtliche nicht schon ein paar Tage vorher gesehen habe. Das Verständnis muss sich erst öffnen, die Türen dir erst aufgetan werden. Du musst Geduld haben. Es dauert Jahre, es geht immer weiter, bis du am Ende der Zeit angekommen bist. Ich erzähle noch ein paar dieser spannenden Bibelgeschichten.
Mein Gegenüber ist fasziniert, auch von meiner Begeisterung. Irgendwann bringt der Kellner diskret die Rechnung. Wir schauen uns um. Sind wir noch oder schon wieder allein im Lokal? Seit vier Stunden erzähle ich von der Faszination der Bibel. Ich nehme mein Smartphone und zeige die Bibel App, mit der ich gelesen habe und auch, dass es eine französische Variante gibt. Wir schauen nach. Die Lutherübersetzung gibt es natürlich nicht auf Französisch. Ich zeige die Bibellesepläne, auch den von Robert Roberts, den ich gelesen habe. Es ist wichtig, die Bibelübersetzung, mit der man liest, sorgsam zu wählen. Sie muss zu einem passen. Es macht einen Unterschied. Wow, sagt mein Gegenüber, das eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten, von denen ich bisher gar nichts wusste. Christlicher Glaube war bisher nicht sein Thema. Es ist spät, wir gehen. Wir haben nicht ein einziges Wort über geschäftliche Dinge verloren.
Am anderen Morgen im Büro. Hast du 5 Minuten? Ja, 5 Minuten habe ich. Dieser Mensch kommt in mein Büro und ich schaue ihm ins Gesicht. Ich bin sprachlos. Als ob ich einen neuen Menschen sehe. Auf dem Gesicht Ruhe und Frieden. Kein Vergleich zur Bedrängnis am Tag vorher. Noch in der Nacht hat dieser Mensch die Bibelapp installiert, einen Account kreiert, angefangen zu lesen und hat die heilende Wirkung der Worte, des Textes gespürt, obwohl er ganz am Anfang steht.
Noch nie zuvor ist mir so vor Augen gestanden, was es heißt, einen neuen Menschen anzuziehen. Auch, dass du gar nichts tun musst, außer die Tür aufzumachen, bereit sein, die heilende Wirkung der Bibelworte in dich einfließen zu lassen. Für mich ist das ein Wunder, ich kann es nicht anders bezeichnen. Diese unglaubliche Veränderung dieses Menschen innerhalb eines halben Tages. Es macht mir Mut, von der heilenden Wirkung der Bibel zu erzählen und sollte denen Mut machen, die erst am Anfang stehen, sich die Bibel selbst zu erschließen. Die Tür aufzumachen reicht und man wird weiter geleitet, so wie es zu einem passt. Einfach leiten lassen.
Einen weiteren Tag später: Hast du 5 Minuten? Ich kenne einen Menschen, der katholisch ist und nicht glücklich damit. Ich habe ihm erzählt, was ich von dir erfahren habe und dass bei den Evangelischen das alles freier ist. Wärst du bereit, mit diesem Menschen zu reden? Am besten gleich. Spricht er deutsch? Nein. Englisch? Ein bisschen … Ok, das wird schwieriger. Weißt du was: ich lade euch Zwei mal in Ruhe zu mir zum Abendessen ein, dann haben wir die Zeit … So machen wir es.
Wunderbarer Wunderbar!
Ich werde davon erzählen müssen, dass man die Religion – egal ob katholisch oder evangelisch oder jüdisch – ablegen muss, und das Wort anziehen muss, dass man ganz auf die Wunderkraft, die heilende Kraft des Gotteswortes in der Bibel vertrauen kann. Mitten im stressigen Business-Alltag. Es ist mir gerade wieder vor Augen geführt worden. Das festigt auch mich und macht auch mir Mut.
Grünes Gras kann unter jeder kalten Decke wachsen.

Kehre heim!

Ich lehrte Ephraim gehen und nahm ihn auf meine Arme; aber sie merkten’s nicht, wie ich ihnen half. 
Hosea 11,3
Ich lehrte Ephraim gehen,
nahm ihn auf meine Arme,
aber er merkte nicht, wie ich ihm half.
Man spürt den Schmerz,
man hört Gottes Weinen,
weint mit.
Ephraim,
mein verirrtes Kind,
kehre heim!