Trost

Fürchte dich nicht, du von Gott Geliebter! Friede sei mit dir! Sei getrost, sei getrost! 
Daniel 10,19
Fürchte dich nicht,
geliebter Mensch,
auch wenn dir manches schwer fällt.
Denn vom ersten Tag an,
da du dein Herz darauf gerichtet hast,
Verständnis zu erlangen und
dich vor deinem Gott zu demütigen,
sind deine Worte erhört worden (Daniel 10, 12)

Sei getrost, last dich trösten, von dem, der unsere Seele allein trösten kann, der uns einhüllt in seinen Trost.

Verheißung

Ich will mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen; denn ich habe meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen, spricht Gott der HERR. 
Hesekiel 39,29
Es lohnt sich, den ganzen Abschnitt zu lesen (Hes 39, 23-29):
Ich werde mein Gericht halten und
alle werden erkennen, dass ich euer Gott bin.
Ihr seid ungerecht und treulos.
Ich handele an euch,
nach dem Maß, das ihr gebt,
nach eurem Vergehen.
Aber ich wende euer Geschick.
Ich achte eifersüchtig darauf,
dass mein Name geheiligt wird.
Ich werde jeden von euch heimführen.
Ihr werdet tragen,
was ihr euch selbst aufgeladen habt,
wenn ihr in meinem Land sicher,
im Vertrauen auf mich,
wohnen werdet.
Ich werde alle sammeln in meinem Land und
vor keinem mehr mein Angesicht verbergen.
Eine Verheißung.

Rebekka

Lieber Luther,

lang hat es gedauert, bis ich zu meiner ganz persönlichen Jahreslosung 2014 gefunden habe. Die Jahreslosung 2013 lass ich hinter mir, sie hat mir genug Sturm gebracht und Wasser schlucken lassen. Eigentlich steht die Losung schon länger im Raum, es hat mir nur nicht gedämmert, was mir da ins Haus steht:
Haltet mich nicht auf, denn Gott hat Gnade zu meiner Reise gegeben (1.Mose 24,56)
Ich habe diesen Spruch an das Ende meines Nachrufs auf meinen Vater gesetzt. Der Predigttext dieser Trauerfeier beinhaltete – zu meiner Überraschung – meinen Konfirmationsspruch. Lebensreisen, die sich kreuzen. Grund genug, achtsam zu sein.
Der Schlusspunkt unter den Nachruf auf das Leben meines Vaters, ist eigentlich ein Ausgangspunkt, ein Anfang, der Anfang einer Reise, für ihn und für mich.
Abraham sendet Elieser, seinen ältesten Diener und Verwalter, auf die etwa 650 km lange Reise, um bei seiner Verwandtschaft um eine Frau für seinen Sohn Isaak zu werben. Der Bote weiß nicht, wer es sein soll und wie er die Frau finden soll. So bittet Elieser, der auf Gott vertraut, Gott um ein Zeichen: Diejenige, die auf seine Bitte hin, ihm am Brunnen zu trinken geben wird und auch noch unaufgefordert die Kamele tränkt, die soll es sein. Lass es geschehen und erweise deine Gnade, betet Elieser. Er trifft Rebekka am Brunnen und es geschieht, worum er gebeten hat.
Die Brüder und die Mutter zögern, wissen nicht so recht, ob das für Rebekka das Richtige ist. Rebekka zögert nicht, will einen Schlussstrich, einen neuen Anfang: Ich will gehen, gleich. Sie geht in eine ungewisse Zukunft, sie weiß nicht wirklich, auf was sie sich einlässt. Aber, tief in ihrer Seele weiß sie, dass es richtig ist, was sie tut. Deshalb duldet sie auch keinen Aufschub: Haltet mich nicht auf. Sie weiß, was sie weiß und was sie will. (1.Mose 24)
Rebekka, die Energische, Rebekka, die Zupackende, Rebekka, die Kraftvolle. Sie weiß nicht, dass sie einem entgegen geht, der schon gebrochen ist. Dass sie das Korsett, das Rückgrat, die Energie ist, die er braucht, um weiter zu gehen. Sie weiß noch nicht, dass sie 20 Jahre warten muss, bis sie Kinder bekommt. Sie weiß noch nicht, dass ihr Mann früh erblindet, noch nichts von ihrem Betrug an ihrem Ehemann, noch nichts von ihren Enkeln, die ein Massaker anrichten, weil sie denken, ihre Schwester sei vergewaltigt worden. Vielleicht hätte sie, wenn sie gewusst hätte, was denn so alles noch kommt, doch gezögert. Deshalb ist es gut, wenn wir nicht wissen, was kommt. Es lässt uns weiter gehen, wenn wir es für richtig in uns fühlen, unbelastet der Last und des Leids, das da kommen mag.
Rebekka geht nicht alleine. Mit ihr ging Debora, ihre Amme. Die Frau, die sie gesäugt hatte, die sie mit der Muttermilch aufgesogen hatte, der Mutterersatz. Debora war immer für sie da, Debora gab Rat, Debora verhütete, was zu verhüten war. Sie verhütete nicht, dass Rebekka Jakob dazu anleitete, sich vor seinem Vater Isaak als Erstgeborenen auszugeben, wo es doch sein Zwillingsbruder Esau war. Das ist der Fingerzeig, den Gott gibt. Nicht was irdisches Recht ist, zählt, sondern was Gottes Wille ist. Esau und Jakob wuchsen beide im Mutterleib, parallel, gleichberechtigt. Die Gesetze der Gesellschaft haben sie zu Ungleichberechtigten gemacht. Gott hat eingegriffen und ein Zeichen gesetzt: Eure Gesetze sind null und nichtig, allein meine Gesetze zählen. Nach meinem Gesetz ist Jakob der Erstgeborene. Aber, ich will die List und Tücke nicht dulden, die ihm dieses irdische Recht verschafft hat, so muss er Buse tun, viele Jahrzehnte, um sein Unrecht an seinem Vater zu tilgen. Rebekka sieht ihren Lieblingssohn nach dessen Flucht nie wieder.
Das alles änderte nichts daran, dass Gott Jakob eine besondere Erwählung gab. Das Unrecht, das Rebekka getan hat, an ihrem Mann und an ihren Söhnen, nach geltendem Recht, in ihrer Gesellschaft, ändert nichts daran, dass sie trotzdem mit Gottes Segen in Gottes Willen handelte. Gott hat Gnade zu der Reise gegeben. Was scheinbar Unrecht ist, kann vor Gott Recht sein. Rebekka wandelte in all dem Zwiespalt zwischen Recht und Unrecht dennoch sicher. Debora war ihr Korrektiv. Debora nahm sie in den Arm und weinte mit ihr, wenn es kein Weiter zu geben schien, Debora tröste, Debora fand die Worte, die Rebekka weiter gehen ließen. Debora war die Frau im Hintergrund, die nur zwei Mal erwähnt ist. Am Ausgangspunkt, wenn sich Rebekka auf die Reise einlässt, und am Endpunkt, wenn Debora begraben wird an an der Träneneiche, an der Klageeiche. Immer im Hintergrund, kaum einer Erwähnung wert, aber dennoch immer im Vordergrund. Sie starb in Bethel, dem Ort, an den Gott Jakob geschickt hatte, um einen Altar für ihn zu errichten. Mit Debora verschwindet auch Rebekka aus dem Gesichtsfeld. Am Ende hatte sie alles verloren, was ihr lieb und teuer war. Und doch: Gott hat Gnade zu der Reise gegeben.
Lieber Luther, haltet mich nicht auf, Gott hat Gnade zu dieser Reise gegeben. Für mich ist es meine persönliche Jahreslosung 2014. Wohin ich aufbreche in dieses neue Jahr, weiß ich nicht. Halten wir es mit Elieser und bitten um Gnade für diese Reise.
Herzliche Grüße
Deborrah

Hochachtung

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten. 
Psalm 103,13
Gott erbarmt sich derer,
die ehrfürchtig sind,
vor seinem Wort,
vor seinem Willen,
vor seiner Gerechtigkeit.
Gott erbarmt sich derer,
die ihn hochachtungsvoll annehmen,
auch im Leid,
gerade im Leid.
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Verkauft

Wenn du deinem Nächsten etwas verkaufst oder ihm etwas abkaufst, soll keiner seinen Bruder übervorteilen. 
3.Mose 25,14
Kaufen und verkaufen.
Arbeitskraft.
Materielles.
Immaterielles.
Der Stärkere gegen den Kraftlosen.
Der Mächtige gegen den Machtlosen.
Der Skrupellose gegen den Hilflosen.
Übervorteilt.
Armutsberg.
Wohlstandsgefälle.
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Lebens-Zeit

Jede Sekunde beginnt eine neue Minute,
jede Minute eine neue Stunde,
jede Stunde ein neuer Tag,
jeden Tag ein neues Jahr.
In jedem Fortschreiten der Zeit
beginnt ein neues Leben.
Misslingt im Leben gerade etwas,
habe ich eine Sekunde später die Möglichkeit,
ein neues Leben anzufangen,
bis der Lebensast bricht.


Singt

Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm an den Enden der Erde. 
Jesaja 42,10
Beendet die alte Litanei,
die Ausflüchte,
die Entschuldigungen,
die Schönfärbereien.
Singt dem Herrn ein neues Lied,
eines, das im Herzen klingt,
eines, das von Aufrichtigkeit zeugt,
eines, das seinen Namen wahrhaftig rühmt.
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Läuterung

Jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt. 
Jesaja 9,4
Jeder Stiefel, der zerstampft,
jeder Mantel, der Unrecht deckt,
wird durch den geläutert, den man
wunderbarer Berater,
starker Gott,
Vater der Ewigkeit,
Friedefürst
nennt.

Läuterung

Jeder Stiefel, der mit Gedröhn dahergeht, und jeder Mantel, durch Blut geschleift, wird verbrannt und vom Feuer verzehrt.
Jesaja 9,4

Jeder Stiefel, der zerstampft,
jeder Mantel, der Unrecht deckt,
wird durch den geläutert, den man
wunderbarer Berater,
starker Gott,
Vater der Ewigkeit,
Friedefürst
nennt.

Über den Dingen

Wie ein Luftballon
strebt meine Seele
dem offenen Himmel entgegen.
Wie ein Luftballon,
dessen Schnur sich
dem Lebensgestrüpp entwindet.
Wie ein Luftballon,
der die Richtung kennt,
zerrt sie an der zurückhaltenden Leine.
Wie ein Luftballon, o Seele, steige,
mach dich los von den Fesseln,
die dir den Hals verengen.
Wie ein Luftballon, zieh, meine Seele,
in die Freiheit hinauf.
Flieg, Seele, flieg.
Wie ein Luftballon
entschwinde im offenen Himmel.
Über den Dingen.

Weckruf

Lieber Luther,

manchmal trifft einen etwas tief. Das ist mir mit der Tageslosung vom letzten Samstag passiert:

Er war so verachtet, dass man das Angesicht vor ihm verbarg; darum haben wir ihn für nichts geachtet.
Jesaja 53,3

Ich bin immer noch über sie erschüttert. Das Entsetzen über uns selbst, unsere Mitleidlosigkeit, das Mitleid mit dem Gepeinigten hat mich erfasst. Wie konnten wir nur, wie können wir nur, wieso immer wieder? Weiterlesen „Weckruf“

Über den Dingen – Beyond things

Like a balloon
my soul strives
towards open heavens.

Like a balloon
whose cord
wrenches from life’s thicket.

Like a balloon
which knows the direction
straining at the restricting  leash.

Like a balloon, o soul, ascend;
escape from the fetters
which narrow your throat.

Like a balloon, move, my soul,
to freedom.
Fly, my soul. fly.

Like a balloon,
disappear in the open heaven.
Beyond things.

Wie ein Luftballon
strebt meine Seele
dem offenen Himmel entgegen.

Wie ein Luftballon,
dessen Schnur sich
dem Lebensgestrüpp entwindet.

Wie ein Luftballon,
der die Richtung kennt,
zerrt sie an der zurückhaltenden Leine.

Wie ein Luftballon, o Seele, steige,
mach dich los von den Fesseln,
die dir den Hals verengen.

Wie ein Luftballon,
zieh, meine Seele, die Freiheit hinauf.
Flieg, Seele, flieg.

Wie ein Luftballon
entschwinde im offenen Himmel.
Über den Dingen.

soul heaven god Lord
My soul strieves towards heaven

Brechen

Lieber Luther,
das alte Jahr ist zu Ende, das neue beginnt, mit erbrechen, einbrechen, zusammenbrechen, durchbrechen und aufbrechen. Neujahr ist gewöhnlich der Tag des Rückblicks und des Ausblicks. So kann Ausblick auch Rückblick sein oder umgekehrt.
Erinnerst du dich? Lot wollte nicht in das bergige Hügelland, es grauste ihm davor. Die Engel mussten ihn aus der Stadt zerren. So gewährte Gott ihm eine Zwischenstation in einer kleinen Stadt. Das gewährte auf Zeit. Dann musste er doch in die karge Einöde. Es kam dort so, wie er schon befürchtet hat, deshalb wollte er nicht hin. Gott kannte aber kein Pardon. Und das Salz der Frau Lot brannte wie eine Wunde, in die Salz gestreut wird.
Und Frau Lot? Frau Lot – unverbesserlich – schaute sich nochmals um. Obwohl sie eine Ahnung hatte, dass sie das nicht tun sollte. Sprichwörter sind meistens sehr wahr: Wer nicht hören will, muss fühlen, Frau Lot. Wenn zuviel Haut verbrennt, stirbt man.
Wäre es in beiden Fällen nicht besser gewesen, in der Stadt unterzugehen? Sie hätten sich viel erspart.
„Gott nahe zu sein ist mein Glück.“ (Psalm 73, 28), lautet die Jahreslosung 2014. Die Bibel ist dehnbar, wenn es der Zeitgeist verlangt. Das hat aber mit Bibel nicht mehr viel zu tun, mehr mit Kochrezepten a la „Wie werde ich glücklich“. Das lässt sich besser verkaufen als deine Übersetzung:
Aber das ist meine Freude, dass ich mich zu Gott halte und meine Zuversicht setze auf den Herrn Herrn, dass ich verkündige all dein Tun.
In der Elberfelder Übersetzung geht es noch reduzierter zu, mit Vers 27:
Du bringst zum Schweigen jeden, der dir die Treue bricht. Ich aber: Gott zu nahen ist mir gut. Ich habe meine Zuversicht auf den Herrn, HERRN, gesetzt, zu erzählen alle deine Taten.
So lass uns aufbrechen in das neue Jahr. O Jesus, meine Zuversicht. Er wird uns den Weg zeigen. Ein gesegnetes Jahr 2014!
Herzliche Grüße
Deborrah

Sonne

Die dich, HERR, lieben, sind wie die Sonne, wenn sie aufgeht in ihrer Pracht.
Richter 5,31
Auch die Sonne zieht ihre Bahn.
Sie geht auf,
sie geht unter,
sie strahlt,
sie ist von Wolken verdeckt,
von Nebel verstellt.
Manchmal ist Sonnenfinsternis.
Im Sommer wärmt sie,
im Winter haben ihre Strahlen keine wärmende Kraft.
Und eines Tages wird auch die Sonne aufhören zu leben.
Veröffentlicht in Allgemein