Prediger

Lieber Luther,
wie bereits angekündigt hier der dritte Teil meiner Salomon-Triologie. Die Frage ist, was ist die Quintessenz Salomons bezüglich der – oder besser – seiner Weisheit? Wie bereits angedeutet,war Salomon sehr in seinem Selbstverständnis erschüttert, als Gott ihm die rote Karte gezeigt hat, weil er ihm untreu und ungehorsam geworden ist, er anderen Göttern nachgelaufen ist, zu verantworten hat, dass die Stämme Israels, die sein Vater David gesammelt hat, durch sein verantwortungsloses Handeln wieder zerstreut wurden. Das musste einen wie Salomon, der sein Leben lang für Weisheit stand, treffen. Seine gesammelten Lehren aus diesem Desaster sind in dem autobiographischen Buch Prediger verarbeitet. Der Tenor: Ich war hochmütig und ein Narr, lernt von mir Demut! Aber der Reihe nach.
Der Anfang vom Ende Salomons ist schon ganz am Anfang besiegelt, in seiner Bitte, die er gegenüber Gott äußert, als er David beerbt und ihn die Größe des Erbes ängstigt. So bittet er Gott (1.Kön 3, 7-14): Ich bin ein junger Mensch und weiß weder meinen Ausgang noch meinen Eingang. Gib deinem Knecht ein gehorsames Herz, dass er dein Volk richten möge und verstehen, was gut und böse ist. Gott gewährt, aber er setzt hinzu, ich will dir ein langes Leben gewähren, sofern du auf meinen Wegen gehst, wie dein Vater David.
Diese Bitte war vermessen und hat ihn überfordert. Am Ende seines Lebens weiß Salomon das. Das gehorsame Herz hat ihm gefehlt. Das war der entscheidende Unterschied zu seinem Vater David. So kommt er denn auch selbst zu dem Schluss (Pred 9, 18): Weisheit ist besser denn Harnisch, aber ein einziger Bube verderbt viel Gutes. Sein Blatt hatte einige Buben, all die fremden Götter, die er anbetete, deshalb hat sich sein Blatt auch entscheidend gewendet und er am Ende alles verloren.
Seine Lehre daraus (Pred 5, 1-7): Bewahre deinen Fuss, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komme, um zu hören. Sei nicht schnell mit deinem Mund, lass dich von deinem Herz nicht verführen, um etwas zu bitten, das für dich zu groß ist. Denn wo viel Sorgen ist, da kommen Träume und wo viele Worte sind, da hört man Narren. Wenn du Gott ein Gelübde tust, mit ihm einen Bund schließt, so halte ihn. Er hat keinen Gefallen an Narren, die ihr Versprechen nicht halten. Es ist besser, du gelobst nichts, als dass du deinen Eid nicht hältst. Halte deinen Mund im Zaum und sprich vor dem Engel nicht: Es ist ein Versehen. Deine Lüge erzürnt ihn, er wendet sich ab und das Glück verlässt dich. Wo viel Träume sind, ist viel Eitelkeit und (zu viele) Worte. Sei demütig und gottesfürchtig.
Salomon ist seine Weisheit zum Verhängnis geworden: Denn wo viel Weisheit ist, da ist viel Gram; und wer viel lernt, der muss viel leiden (Pred 1, 18). Wie Faust sucht er, was die Welt zusammenhält und kommt am Ende zu dem Ergebnis, dass wir nichts wissen können, denn Gott tut alles zu seiner Zeit, man kann weder Anfang noch Ende wissen, man kann weder etwas hinzutun, noch wegnehmen. Alles was der Mensch tut ist vergänglich und hat keinen bleibenden Wert, was aber Gott tut bleibt ewig. Er herrscht über die Zeit und alles hat seine Zeit, das was war, was ist und was sein wird. Kein Mensch wird dies jedoch je fassen können, wie groß seine Weisheit auch sein möge (Pred 3, 11-17).
Salomon lässt sein Leben Revue passieren und seziert sich und seine eitle Wissenssuche nach Recht und Unrecht, nach Gut und Böse, nach dem rechten Leben, gnadenlos. Ich wandte mich um und sah: die Sinnenfreude, die Kultur, das Bauen und Schaffen, das Raffen und die Gier nach Reichtum. Aber, was nützt das alles, wenn ich am Ende meine Seele verliere (Pred 4, 8)? Frage nicht, was Recht und Unrecht ist, denn über den Mächtigen sitzt noch ein Mächtigerer (Pred 5, 8). Die Fülle lässt den Reichen nicht schlafen, sein Reichtum gerät ihm zum Schaden, es bleibt nichts in seiner Hand, er geht nackt, wie er gekommen ist. Alles, was er gerafft hat, vom Winde verweht (Pred 5, 13-16).
Es ist ein großes Unglück für Salomon, dass Gott ihm Reichtum, Güter und Ehre, alles was sein Herz begehrt, gegeben hat, aber nicht die Macht, all diesen Reichtum festzuhalten, sondern dass er an einen anderen übergeht, der davon profitiert (Pred 6, 1). Man hört den Schmerz Salomons förmlich, dass er das Erbe Davids an Jerobeam verspielt hat. Dies ist eine schwere Demütigung und Kränkung für ihn. So klagt er: Selbst wenn einer 100 Kinder zeugte (was in damaliger Zeit ein großer Reichtum war) und hätte ein langes Leben (was ihm Gott zugesagt hat), was nützt ihm das, wenn seine Seele sich nicht des Guten, das er getan hat, erfreuen kann und dann in Frieden gehen kann. Wie kann seine Seele jetzt noch satt werden? Was unterscheidet einen Weisen von einem Narren (Pred 6, 6-8)?
Demut ist Salomons Antwort. Ein Mensch kann nicht hadern mit dem, der ihm zu mächtig ist. Gott kennt den Menschen beim Namen und alles ist bereits in seinem Buch verzeichnet. Wer kann sagen, was dem Mensch wirklich nützt und was nicht (Pred 6, 10-12)?. Der gute Ruf ist besser denn eine gute Salbe, der Tag des Todes besser denn der Tag der Geburt. Es ist besser in das Klagehaus zu gehen, als in das Freudenhaus. Gott hört alle Klagen und nimmt sie zu Herzen. Trauer ist besser als Lachen, da durch Trauer das Herz gebessert wird. Das Herz der Weisen ist im Klagehaus, und das Herz der Narren im Freudenhaus (Pred 7, 1-4). Salomon hat beide durchwandert. Seine Lebenswanderung ging vom Haus der Freude in das Haus der Klage und Trauer.
Zu fragen, ob die Tage der Freude besser waren als die Tage der Trauer, hält er für müßig. Weisheit hilft zwar, das Leben zu meistern. Es freut einen, wenn sie an die Kinder vererbt wird, sie hilft, sein Kapital klug einzusetzen. aber wahre Weisheit lehrt das Leben. Keine Weisheit kann gerade machen, was Gott krümmt. An guten Tagen, sei guter Dinge, die schlechten erachte auch als gut, denn Gottes Werke sind nicht vorhersehbar. Da ist ein Gerechter (wie ich) und er geht unter mit seiner Gerechtigkeit (wie ich) und ein Gottloser, der lebt lange mit seiner Bosheit. Deshalb, so sein bitteres Fazit, sei nicht allzu gerecht und allzu weise, dass du dich nicht selbst verdirbst, sei nicht allzu gottlos und sei kein Narr (wie ich), dass du stirbst zur Unzeit. Wer Gott fürchtet, der entgeht dem allem. Weisheit stärkt den Menschen mehr als Recht, denn es ist kein Mensch so gerecht auf Erden, dass er Gutes tut und nicht dabei sündigt (Pred 7, 10-20).
Salomon will damit sagen: Ich wollte gerecht sein, verstehen, was gut und böse ist, ich wollte richten und habe dabei übersehen, dass ich selbst Unrecht getan und schwer gesündigt habe. Ich habe die Weisheit gesucht, sie blieb aber fern von mir. Alles, was da ist, ist fern und sehr tief, wie kann ein Mensch es ergründen (Pred 7, 23-24)? Ich war ein Narr, mir das anzumaßen. Er hat lange gebraucht, um bei seiner Achillesferse anzukommen, den Frauen. In einer Art Rechtfertigung erklärt er:
Ich wollte die Torheit und den Irrtum der Gottlosen erfahren und erforschen, ich fand: Bitterer als der Tod ist eine Frau, die einen einfängt, knebelt und deren Hände zu Banden werden. Wer Gott gefällt, der wird ihr entrinnen. Aber der Sünder wird durch sie gefangen. Sein nüchternes Urteil: Ich wurde gefangen, von einer nach der anderen. Ich suche immer noch nach den Gründen, warum ich in meinem Volk keine passende Frau gefunden habe. Das einzige was mir klar geworden ist: Gott hat die Menschen aufrichtig gemacht, sie aber hatten Verführungskünste (Pred 7, 25-29). Er hat zwar die Rätsel der Königin von Saba gelöst, aber das Rätsel der Frauen scheint ihm bis zuletzt ein Buch mit sieben Siegeln gewesen zu sein. Die Eitelkeit hat gesiegt.
Wer hätte auch vorhersehen können, welche Konsequenzen das nach sich zieht? Deshalb rät er: Haltet das Wort des Königs und den Bund mit Gott. Niemand kann Gott herausfordern. Wer aber seine Gebote hält, der wird nichts Böses erfahren. Ein Mensch hat weder Macht über den Geist, noch über den Tag seines Todes. Ein Gottloser kann einen Gottlosen nicht retten. Wenn man einen Menschen über sich herrschen lässt, führt das ins eigene Unglück. Da Abwege nicht sofort bestraft werden, hält der Mensch nicht inne. Deshalb sollte der Mensch von sich aus Gott Ehrfurcht entgegenbringen. Die Gottlosen werden nicht lange leben, sie fahren in die Grube, auch wenn es kurzzeitig anders aussieht (Pred 8, 1-14).
Die praktische Anleitung für das tägliche Leben, die Salomon gibt und oft wiederholt, ist: Der Mensch kann nichts Besseres tun als essen, trinken und freudig der Arbeit nachgehen, die Gott ihm jeden Tag gibt. Das ist der (überschaubare) Anteil, die der Mensch hat (z.B. Pred 8, 15). Der Mensch kann den Weltenlauf nicht verstehen, je mehr er sucht, desto weniger findet er, egal wie weise er sich wähnt (Pred 8, 17). Lerne an mir: Ein wenig Torheit wiegt mehr als alle Weisheit und Ehre. Nur ein Narr macht viele Worte (Pred 9). Und einen Rat an die jungen Menschen: Denkt am Anfang schon an den Ausgang, damit euch nicht, wie mir, am Ende eine Rechnung serviert wird, die euch nicht gefällt (Pred 11, 8-10).
Lieber Luther, Salomon ist vom König, vom dem, der Gericht hält, zum Prediger geworden, um einen ähnliches Scherbengericht, wie bei ihm selbst, bei anderen zu vermeiden. Er will warnen, mit sich selbst als schlechtem Beispiel. Es stecken so viele Details und so viel (Alters-)Weisheit in dem Buch, dass ich hier unmöglich auf alles eingehen konnte. Ich musste mich auf das Wesentliche beschränken. Über kein Buch der Bibel – ausgenommen vielleicht die Offenbarung – ist so viel – gelinde gesagt – unweises geschrieben worden, wie über das Prediger-Buch, ohne Verstand und Zusammenhang. Stattdessen eitle Spekulationen darüber, wie „eitel“ und „Haschen nach dem Wind“ wohl zu übersetzen sind. Die Antwort ist einfach: So wie du übersetzt hast, das trifft den Sinn genau. Der Brief ist lang geworden, deshalb keine Auseinandersetzung mit dem Sinnigen und Unsinnigen, was über den Prediger im Umlauf ist. Salomons Weisheit spricht für sich.
Herzliche Grüße
Deborrah

Tagträume

HERR, mein Gott, groß sind deine Wunder und deine Gedanken, die du an uns beweisest; dir ist nichts gleich!
Psalm 40,6
Ehe der neue Tag wird,
hast du, o Gott, ihn schon gedacht;
ein Wunder,
wenn wir uns auf deinen Gedanken
tragen lassen würden,
durch Tag und Raum,
durch Zeit und Ewigkeit,
tagträumend deinen Traum.

diese und jene

Das Volk derer aber, die ihren Gott kennen, wird stark bleiben und entsprechend handeln. 
Daniel 11,32
Es gibt immer diese und jene.
Jene kennen Gott nicht und werden deshalb untergehen.
Diese kennen den Namen ihres Gottes und er kennt den ihren.
Deshalb werden sie stark in ihrem Denken und Handeln sein,
selbst wenn es vor Menschen aussieht, als seien sie schwach.
Vor Gott zählt nur, was für ihn zählt.

Retter

Der Herr sprach zu Elia: Ich will übrig lassen siebentausend in Israel, alle Knie, die sich nicht gebeugt haben vor Baal. 
1.Könige 19,18
Gott ist klar in seiner Botschaft:
Ich bin der HERR, euer Gott.
Wenn ihr anderen Göttern nachlauft,
braucht ihr euch nicht darüber zu beklagen,
dass ich nicht euer Retter bin.

Neuer Name

Du sollst mit einem neuen Namen genannt werden, welchen des HERRN Mund nennen wird.
Jesaja 62,2
Wer überwindet,
dem will ich zu essen geben von dem verborgenen Manna und
will ihm geben einen weißen Stein
und auf den Stein einen neuen Namen geschrieben,
welchen niemand kennt,
denn der ihn empfängt.
(Offenbarung 2, 17)
Wer überwindet,
den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes,
und er soll nicht mehr hinausgehen;
und will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalem, der Stadt meines Gottes,
die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott,
und meinen Namen, den neuen.
(Offenbarung 3, 12)

Schilfmeer

Gott ließ das Volk einen Umweg machen und führte es durch die Wüste zum Schilfmeer. 
2.Mose 13,18
Das Schilfmeer ist der Ort,
wohin wir fliehen können,
wenn unsere Feinde uns bedrängen und
uns quer durch die Wüste verfolgen.
Es liegt hinter der Wüste.
Das Schilfmeer ist Gottes Gewässer.
Er schickt den Wind,
der die Wogen sich auftürmen und wieder glätten lässt,
er ebnet den Weg vor uns,
damit wir in die Zukunft gehen können,
er schneidet ab von uns,
was uns dabei hinderlich ist,
den inneren und äußeren Feind.
Wer durch die Wüste geht,
wird im Schilfmeer nicht ertrinken.

Hochmut

Wer zugrunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall. 
Sprüche 16,18
Mit kritischem Blick schaut so Mancher auf Gott.
Bist du da draußen oder bist du es nicht?
Oder bestehst du nur in der Phantasie?
Weil Mensch besser lebt mit dem Gefühl,
dass sich jemand um ihn kümmert,
selbst wenn nicht eine Person sich um dich schert?
Mensch, o Mensch,
du forderst Gott heraus.
Ob du der Herausforderung gewachsen bist?

A und O

Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott. 
Jesaja 44,6
A und O,
Alpha und Omega,
Anfang und Ende,
Tag und Nacht,
Morgen und Abend
Licht und Finsternis,
Osten und Westen,
alles was IST,
durch dein EINEN

einzigartigen Gott.

Werke

Lieber Luther,

Gott ist ein Gott der Abwägung, der unsere guten Seiten sieht und unsere schlechten. Es entgeht ihm nichts. Sein ganzes Bestreben ist darauf gerichtet, uns zu ihm zu bekehren. Wir sind ein harter Brocken. Unser Alltag frisst uns auf, wir lassen uns aber auch auffressen, so dass wir immer in Gefahr sind, bei allem werkeln das falsche Gewerk anzupacken. Gottes Wort ist Wegzeiger jeden Tag, Maßstab zur kritischen Selbstreflexion, Wegweisung zu Umkehr, Reue und Buße, Betriebsanleitung, dass unser Werk vor ihm gelingen kann.

Die Sendschreiben zu Beginn der Offenbarung sind wie Mahnschreiben, die uns unverblümt eine Analyse unseres Tuns vor Augen halten. Jesus Christus lässt uns ausrichten:

Ich kenne deine Werke, deine Arbeit, deine Geduld um meines Namens willen, deinen unermüdlichen Kampf gegen das Böse, gegen die falschen Apostel und Lehrer, deren Lügen du entlarvst. Aber du lässt dich verwickeln, deine Liebe ist mehr Eigenliebe, mehr Liebe unter Menschen als Gottesliebe, ich nichts als ein Vorwand. Diene Gott anstatt den Menschen. Bedenke, aus was du gefallen bist. Wer die Welt überwindet, dem werde ich vom Holz des Lebens zu essen geben. Tue Buße, sonst sinkt dein Stern und dein Licht wird nicht mehr leuchten (Offb 2, 1-7).

Ich kenne deine Werke, deine Trübsal, deine Nöte, in denen du trotz alledem reich bist , die Anfeindungen, die du von denen erfährst, die von sich behaupten, sie haben die wahre Lehre für sich gepachtet, aber in Wirklichkeit falsche Lehrer sind. Auch wenn sie dich in die Finsternis stoßen, sei getrost, so will ich dir die Krone des Lebens geben. Wer die Welt überwindet, dem wird der Tod nichts anhaben können (Offb 2, 8-11).

Ich kenne deine Werke, dass du inmitten Gottloser wohnst, wo das Böse regiert. Du hältst an meinem Namen und an meinem Glauben fest, auch gegen höchste Bedrängung der Gottesverächter. Aber, dein Tun ist zweischneidig. Wie Bileam lässt du dich missbrauchen, heulst mit den Wölfen, verbeugst dich vor Götzenbildern, lehrst vor und von falschen Göttern, wenn es opportun erscheint, und führst dabei meinen Namen im Mund. Lass das sein und tue Buße, sonst schneidest du dich von mir ab. Wer die Welt überwindet, den will ich nähren, der wird ein reiner Stein werden, auf den ich bauen werde, und auf dem der Name stehen wird, bei dem ich dich rufen werde (Offb 2, 12-17).

Ich kenne deine Werke, deine Liebe, deinen Glauben, deine Geduld, dass du je länger, je mehr tust. Aber du lässt falsche Propheten gewähren, die meine Knechte dazu verführen, anderen Göttern nachzulaufen, sie davon abhalten, mein Brot zu essen. Ich habe dir Zeit zum Nachdenken und zur Umkehr eingeräumt, aber du willst nicht. Du schiebst keinen Riegel vor und tust nicht Buße. Deshalb wirst du zusammen mit denen untergehen, denen du nicht wehrst, wirst keine Frucht mehr bringen. Alle werden erkennen, dass ich es bin, der bei jedem Herz und Nieren erforscht und jedem nach seinen Werken geben wird. Wer die Welt überwindet und meine Werke bewahrt bis ans Ende, den werde ich teilhaben lassen an meiner Macht und Herrlichkeit, ihm, gleich wie mir von meinem Vater gegeben ist, Macht über die Heiden geben, sie zu weiden, um das Böse mit ehernem Stab wie Töpfergefäße zu zerschmettern. Ich werde ihnen den Morgenstern geben, sie werden als erste Lichter am neuen Himmel des neuen Tages leuchten (Offb 2, 18-29).

Ich kenne deine Werke, denn du lebst und bist doch tot. Werde wach und stärke das Übrige, das im Begriff steht zu sterben. Du bewirkst nicht, was du bewirken könntest. Denke daran, jeder tue, nachdem er empfangen und das Wort gehört hat. Bewahre dies und tue Buße. Wach auf, damit du bereit bist, wenn ich komme. Wenn du nicht aufwachst, werde ich in dein Haus kommen wie ein Dieb und du wirst überrascht sein über mein Kommen und es verschlafen. Du weißt weder Tag noch Stunde. Besudle dein weißes Kleid nicht in der Dunkelheit. Wer die Welt überwindet, muss mit weißen, reinen Kleidern angetan sein, dann soll sein Name nicht ausradiert werden aus dem Buch des Lebens und ich will mich zu ihm vor meinem Vater bekennen (Offb 3, 1-6).

Ich kenne deine Werke, ich habe vor dir eine Tür aufgeschlossen, die niemand zuschließen kann. Ich habe dir eine kleine Vollmacht gegeben, du hast meine Worte behalten und meinen Namen nicht verleugnet. Diejenigen, die Böses tun und doch sagen, sie seien christlich und sind es nicht wirklich, werden zu deinen Füßen niederfallen und erkennen, dass ich dich geliebt habe. Weil du geduldig auf mich geharrt hast, werde ich dich vor der Versuchung durch das Böse bewahren, die alle heimsucht, die auf der Erde wohnen. Siehe, ich komme bald, halte, was dir gegeben ist, damit dir niemand deine Krone nehme! Wer die Welt überwindet, den will ich auf ewig zum Pfeiler im Tempel meines Gottes machen. Ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes, den Namen des neuen Jerusalem und meinen neuen Namen (Offb 3, 7-13).

Ich kenne deine Werke, dass du weder kalt noch warm bist, dass du nicht anecken, nicht Position beziehen willst. Ach, dass du kalt oder warm wärst! Weil du lau bist, werde ich dich ausspeien. Du sagst: Ich bin reich, satt und bedarf nichts. Du weißt nicht, dass du elend und jämmerlich bist, arm, blind und deine Schande offenbar. Ich rate dir, von meiner Wahrhaftigkeit zu kaufen, die von allem Selbstbetrug gereinigt ist, damit du reich wirst. Kaufe dir weiße Kleider, damit die schändliche Blöße, die du dir gibst, bedeckt wird. Salbe deine Augen mit Augensalbe, damit du der Wahrheit in Gesicht sehen kannst. Die ich liebhabe, fordere ich auch. Deshalb mache dich auf, beweg dich und tue Buße. Ich stehe vor der Tür und klopfe an. Wer meine Stimme hört und seine Tür aufmacht, zu dem werde ich eingehen und mit ihm das Abendmahl halten und er mit mir. Wer die Welt überwindet, der wird mit mir auf meinem Stuhl sitzen, gleich wie ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Stuhl gesetzt habe (Offb 3, 14-22).

Ich kenne deine Werke. Lieber Luther, man kann sich an der einen oder anderen Stelle ertappt fühlen und feststellen, dass man auf dem Holzweg ist. Das ist Sinn der Sache, nämlich uns zu belehren, uns zu helfen, uns Orientierung und Anstoß zum Nachdenken zu geben, uns die Richtung zu weisen, uns den Weg zu zeigen. Ich kenne deine Werke, sagt Christus, aber kenne ich seine auch? Oder schönfärbe ich? Gehe ich den Weg seiner Werke, den er vorausgegangen ist? Wer die Welt überwindet … Fast unüberwindlich für uns.

Herzliche Grüße
Deborrah

Neues

Gedenkt nicht an das Alte und
achtet nicht auf das Vorige!
Denn siehe, ich will ein Neues machen;
Jetzt soll es aufwachsen, und
Ihr werdet’s erfahren,
dass ich Weg in der Wüste mache und
Wasserströme in der Einöde.
(Jes 43, 18-29)

Wolke

Lieber Luther,
gerade liegt Himmelfahrt, Pfingsten und Trinitatis hinter uns, lauter Kirchen“feste“, vor denen sich mancher Pfarrer fürchtet, weil er selbst nicht so recht weiß, was er davon halten soll. ImSpiegel wird von Religion ohne Gott berichtet und ein Pastor zitiert, der mit Gottes Wolke nichts anfangen kann. „Wie anders wir heute zum Himmel schauen als die Menschen der Bibel, wie viel mehr wir wissen als sie, wie viel weniger wir glauben als sie, wie unterschiedlich unsere Bilder von der Welt sind“. Im Himmel sei kein dinglicher Raum, in dem Gott wohne und in diesen Himmel werde heute niemand mehr in einer Wolke aufgehoben. Wirklich Herr Pfarrer? Ist das ernstlich Ihre Botschaft?
In den zehn Geboten heißt es: ich bin der Herr dein Gott, du sollst keine anderen Götter neben mir haben. Du sollst dir kein Götterbild machen, auch keinerlei Abbild dessen, was oben im Himmel ist, noch dessen, das unten auf Erden oder im Wasser unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HERR, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott, der die Schuld der Väter heimsucht an den Kindern, an der 3. und 4. Generation derer, die mich hassen, der aber Gnade erweist tausenden von Generationen, die mich liebhaben und meine Gebote halten (2.Mose 20, 2-4).
„Ich bin“ heißt, ich, Gott, bin eine Realität, meine HERRlichkeit und Fülle ist so groß, dass ihr euch kein Bild davon machen könnt, ihr werdet unweigerlich in die Irre gehen und Götzen nachlaufen und mein Götzenbild nach euren Vorstellungen bauen. Gott kann man nur unmittelbar erfahren. „Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.“ (2.Mose 33,20). Wie ist Gott dann zu erkennen?
Ein Bild, das in der gesamten Bibel für die Gegenwart Gottes steht, ist die Wolke: Meinen Bogen habe ich gesetzt in die Wolken, als Zeichen des Bundes zwischen euch und mir, zwischen allen lebendigen Seelen in allem Fleisch, das auf Erden ist (1.Mose 9, 12-17). Den gesamten Auszug des Volkes Israel aus Ägypten begleitet Gott, indem er in der Wolke voranzieht. Mose richtet sich danach. Ob das Volk weiterzieht oder nicht, die Wolke bestimmte die Pace. Gott spricht aus der Wolkensäule. Was man sich darunter vorzustellen hat, ist Psalm 105, 39 zu entnehmen: Er bereitete eine Wolke aus zur Decke.
Das heißt, die Wolke ist ein Bild für den schützenden und leitenden Geist Gottes, sein Segen, der über dem Geschehen liegt. Wie mit einer schützenden Wolkenhülle legt er seine segensreiche Gegenwart um uns, keine Spur von Person, aber viele Spuren von Geist, denn: Sie haben alle einerlei geistliche Speise gegessen und haben alle einerlei geistlichen Trank getrunken; sie tranken aber vom geistlichen Fels, der mitfolgte, welcher war Christus (1.Kor 10, 1-5).
Bei Jesu Taufe fiel eine Stimme aus der Wolke, die sprach: Dies ist mein lieber Sohn, ihn sollt ihr hören (Luk 9, 35). Bei Jesu Tod verfinsterte sich die Erde durch Wolken, Gottes Trauer legte sich über die Erde und schließlich wurde Jesus emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf.
Was heißt das? Nichts anderes als dass Jesus von Gott zu sich empor gehoben wurde und sich mit ihm vereinigt hat, zukünftig den Blicken in der Wolke entzogen ist, wie Gott. Gott und Jesus vereinen sich wieder zu einem EINEN, für uns offenbart in der Wolke. Die Verheißung ist, dass er so kommen wird, wie die Jünger ihn hingehen haben sehen (Apg 1, 9-11): Sie werden sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit“ (Mk 13, 26). Das heißt am Tag, wenn Gottes Reich auf Erden kommen und jeder ihn schauen wird, wird er sich aus der Wolke offenbaren.
Dass Jesus in der Wolke wieder zu Gott zurückkehrt, spricht für die Konsistenz und die Authentizität dessen, was die Jünger gesehen und erlebt haben und mit ihnen das gesamte Volk Israel zuvor. Zu viele Menschen haben dieses erlebt und bezeugt, um es als Humbug abzutun. Es ergibt sich zwangsläufig so aus der Bibel. Das Gottesgeschehen ist kein alltägliches Geschehen und was auch geschieht, verwundert die Menschen. Damals wie heute. Das war so, als Gott aus der Wolke sprach, bei Jesu Wundertätigkeit, bei seiner Taufe, als die göttliche Stimme aus der Wolke kam, desgleichen bei seiner Aufnahme in den Himmel. Es ist bezeugt, darauf besteht Petrus: Denn wir haben euch die Macht und Ankunft unseres Herrn Jesus Christus kundgetan, nicht in dem wir fabulierten, sondern weil wir Augenzeugen seiner herrlichen Größe gewesen sind (2.Petrus 1, 16). Augenzeugen!
Lieber Luther, schauen wir also anders in den Himmel als die Menschen vor 2000 Jahren? Und wissen wir mehr? Die Antwort heißt: Manche Menschen schauen in den Himmel, wie manche Menschen vor 2000 Jahren. Es gibt immer diese und jene. Jener Teil der Menschheit sieht eine Wolke und nichts als eine Wolke, eine Ansammlung von Wassertröpfchen. Und er wundert sich dann, dass in diesen ihren Himmel niemand aufgenommen wird, auch sie nicht. Sie denken tatsächlich, sie wissen mehr als die Menschen damals und schauen nur auf die Wassertröpfchen, übersehen aber den Urquell der Wassertröpfchen und verstehen schon gar nicht seine Sprache. Welche Blindheit und Taubheit bei all dem Wissen! Wissen kann auch blind und taub machen.
iWissen die Menschen heute mehr als das Volk Israel, das über Jahrzehnte der Wolke gefolgt ist? Aus seiner Gotteserfahrung heraus. Unter Leitung eines Auserwählten Gottes. Sie hatten ein Wissen, Gottes-Erfahrungswissen, das heute weitgehend nicht mehr besteht. Die Menschen sahen, wer diese Wolke gebildet hat und warum, verstanden noch die Zeichen, die ihnen gegeben wurden. Die Menschen heute hantieren mit vielen Zeichen und Formeln, aber wissen weniger, als die einfachen Menschen, die durch die Wüste zogen, als die Apostel, die Jesu Aufnahme in den Himmel gesehen und bezeugt haben. Im Lesen der Zeichen Gottes stehen wir heute weitgehend Analphabeten gegenüber. Der eingangs erwähnte Pfarrer ist nur ein Beispiel.
Lieber Luther, die Frage im Spiegel lautete: Religion ohne Gott? Die Frage müsste heißen, Kirche ohne Bibel? Welche Zukunft hat eine Kirche, deren Lehrer und Pastoren des Bibellesens unkundig sind, die das Wort Gottes dahinter, die Zeichen und die Lehre nicht mehr verstehen, denen manche Teile gar peinlich sind und, wie sie meinen, den Menschen heute unzumutbar? Wobei man, lieber Luther, das weißt auch du, jeden Teil der Bibel mit Gewinn lesen kann, mit Botschaft an jeden von uns, wenn man sie denn entziffern kann. Die Kirche müsste dringend anfangen, ihren Lehrern das ABC wieder beizubringen, damit sie das entscheidende Dokument, auf das sich die Christenheit beruft, wieder lesen lernen und dann vielleicht auch wieder vermitteln können, eine Botschaft an die Menschen haben, die sie verstehen, weil sie selbst sie auch wieder verstehen. Damit sie wieder anstatt von Wolkenkuckucksheimen von Gottes Wolke predigen können.
Lieber Luther, dass die Prediger die Menschen nicht mehr erreichen, weil man den Eindruck hat, sie haben Gott selbst verloren, hat gesellschaftliche Auswirkungen, über die man erschrecken kann. Baal hat Hochkonjunktur und Aarons, die als Pfarrer goldene Kälber bauen, gibt es auch genug. Aber, lieber Luther, auch das zeigt die Bibel, der EINE Gott lässt die Baals eine zeitlang gewähren, aber nur eine zeitlang … Das tröstet.
Herzliche Grüße
Deborrah

Erhöhung

Gott erhöht die Niedrigen und hilft den Betrübten empor.
Hiob 5,11

Hiob hat es erfahren:
Gott erniedrigt und erhöht die Erniedrigten,
er hilft den Betrübten wieder empor.
Auch die Hiobs in heutigen Tagen
können das erfahren.
Sie müssen sich dazu nur auf Gott einlassen.

Von ganzem Herzen

Sie gaben’s dem HERRN freiwillig von ganzem Herzen. 
1.Chronik 29,9
Der Weg zu Gott lässt sich nicht erzwingen.
Weder vom Menschen, noch von Gott.
Er beruht auf reiner Freiwilligkeit.
Wenn wir Ja zu Gott sagen,
sagt Gott auch Ja zu uns.
Von ganzem Herzen.