Rettungsanker

In all ihrer Bedrängnis war er bedrängt, und der Engel seines Angesichts hat sie gerettet. JESAJA 63:9 ELB

Coronaängste und -bedrängungen sind allgegenwärtig, geschürt noch von manchen Medien. Alle äußeren Maßnahmen bringen nicht wirklich Erleichterung. Den Rettungsanker trägt jeder in sich.

Impfdarwinismus

Denn es ist ein Tag der Bestürzung und der Zertretung und der Verwirrung vom Herrn, Jehova der Heerscharen, im Tal der Gesichte, ein Tag, der Mauern zertrümmert; und Wehgeschrei hallt nach dem Gebirge hin. JESAJA 22:5 ELB

Nein, nicht der, ich bin jetzt an der Reihe! Wie verwirrt sind Menschen und bar jeder Moral, die sich vor andere setzen. Impfdarwinismus. Wehgeschrei hallt nicht nur vom Friedhof her.

Weihnachtsandacht

Coronaweihnachten! Eine Wort, von dem wir vor einem Jahr noch nicht gewusst haben, dass es existiert. Jetzt ist es rund um den Globus das Sinnbild für den Albtraum, in dem wir uns befinden und den Abgrund, an dem potentiell jeder stehen kann. Das erste Weihnachten meines Lebens, das ich ohne Familie verbringen muss, ohne Kinder, ohne Enkelin.

Ich habe viel nachgedacht, ob das nicht eine Chance ist, Weihnachten zu entzaubern. Weihnachten einfach ausfallen zu lassen. Es für das zu nehmen, was es ist: Ein Datum im Kalender, das irgend jemand mal für Marketingzwecke für seine (christliche) Sache vereinnahmt hat und darin ziemlich erfolgreich war.

Mittlerweile ist der christliche Teil ein Tarnmäntelchen, das die meisten abgelegt haben. Der dieses Jahr sich hoffentlich erübrigende Kirchgang ist ein nettes Event, das die Kirchgänger in kindlich vernebelte Kindheitnostalgie versetzt. Stille Nacht, heilige Nacht… Etwas fürs Gefühl. Ich bin nicht sicher, ob alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, die Weihnachten feiern, überhaupt noch wissen, was da eigentlich nach Kirchenlesart gefeiert werden sollte. Wie die Lemminge bewegt sich ein Teil der Menschheit jedes Jahr im Kaufrausch auf der hochtourigen Kommerzmaschine auf Weihnachten zu. Das große Lamento um den coronabedingten Weihnachtsumsatzausfall hallt in die ursprünglich Stillenacht in ärmlichsten Verhältnissen.

Also die Gelegenheit packen und mal fühlen, was es aus mir macht, wenn Weihnachten einfach nicht stattfindet? Um es kurz zu machen: Ich habe keinerlei Geschenke gekauft, kein Päckchen mit Weihnachtsplätzchen verschickt, der Adventskranz gammelt noch undekoriert auf der Gartenbank vor sich hin.  Aber ich habe, nach langem Zögern, vor drei Tagen doch noch einen der mittlerweile recht einsamen Weihnachtsbäume gekauft – einer der Übriggebliebenen.  Und ihn sogar geschmückt. Keinen verspielten Kinderbaum wie sonst, sondern einen nüchternen Erwachsenenbaum.  Wieso? 

Darüber denke ich nach, seit er nun im Wohnzimmer steht und bin mir nicht sicher, ob es eine gute Idee war. Ich habe ihn mit so viel Distanz wie nie geschmückt, mich innerlich auf Abstand gehalten. Ich konnte mich nicht auf ihn einlassen. Es ist kein perfekter Baum, oben sind die Äste zu kurz gewachsen und auch sonst gibt es Lücken. So, wie in meiner Familie, die sich dieses Jahr nicht unter unserem Tannenbaum versammelt. Der unperfekte Tannenbaum als Symbol für das ausgefallene Familienhochfest.

Irgendetwas in mir sagt mir, dass es ein Familienweihnachten, wie ich es seit über einem halben Jahrhundert kenne, für mich so nicht mehr geben wird. Der Weihnachtszauber hat sich unwiederbringlich bei mir tödlich mit Corona infiziert. Es ist in mir etwas zerbrochen. Ich spüre den Schmerz darüber bis in mein Innerstes. Loslassen, was einem heilig war, ist nicht leicht.

Fröhliche Weihnachten? Dieses Jahr sicher nicht.

Teilen

Und in deinem Weinberge sollst du nicht nachlesen, und die abgefallenen Beeren deines Weinberges sollst du nicht auflesen: für den Armen und für den Fremdling sollst du sie lassen. 3 MOSE 19:10 ELB

Teilen kann man, auch wenn es materiell knapp zugeht. Kleine Hilfestellungen können Großes bewirken. Zuwendung, digital oder in sicherem Abstand, erzeugt auch in der Ferne Nähe. Zeit mit einem Mitmenschen zu teilen, verbindet, auch wenn man räumlich getrennt ist. Immer besser als nichts.

An allen Coronafronten wird gerade eingeteilt, aufgeteilt, zugeteilt. Auch diejenigen, die einsacken, was geht, sind wieder unterwegs: Du sollst nicht hamstern, sondern teilen!

Regenbogen

Meinen Bogen setze ich in die Wolken, und er soll das Zeichen des Bundes sein zwischen mir und der Erde. Und es wird geschehen, wenn ich Wolken über die Erde führe, so soll der Bogen in den Wolken erscheinen, und ich werde meines Bundes gedenken, der zwischen mir und euch ist und jedem lebendigen Wesen, von allem Fleische; und nicht mehr sollen die Wasser zu einer Flut werden, alles Fleisch zu verderben. 1 MOSE 9:13‭-‬15 ELB

Gott strahlt auch im Regen sein Licht auf uns, er vergisst seine Zusage nicht. Die Coronawelle wird uns nicht wegschwemmen, auch wenn wir eine zeitlang einen Rettungsschirm brauchen.

Coronainsel

Wir müssen aber auf eine gewisse Insel verschlagen werden. APOSTELGESCHICHTE 27:26 ELB

Jeder ist gerade auf seine eigene Insel verschlagen, gestrandet im Coronastrom. Nicht jedem gelingt es, mit sich selbst oder dem nächsten Nächsten etwas anzufangen. Eine gute Gelegenheit, um nach innen zu lauschen, um zu hören, dass es dort eine Quelle gibt, die einen grünen lässt.

Wintervorrat

Und man sammle alle Speise dieser kommenden guten Jahre und schütte Getreide auf unter des Pharao Hand zur Speise in den Städten und bewahre es auf. 1 MOSE 41:35 ELB

Es heißt, in guten Tagen soll man für die schlechten vorsorgen. Was für das Physische gilt, gilt umso mehr für das Psychische. Die Sonnentage, die man in sich gebunkert hat, wärmen einen an kalten Tagen. Man muss sich ihrer nur erinnern, wenn der Frost in einem hochsteigt. In diesem Winter ganz besonders.

Seuche

Corona

Vor ihm her geht die Pest, und die Seuche zieht aus, seinen Füßen nach. HABAKUK 3:5 ELB

Das Gejammer ist groß. Man soll darauf verzichten, was seiner aushäusigen Unterhaltung und seinem Freizeitvergnügen dient. Todbringender Egoismus zu Lasten derer, die die tödliche Coronasuppe auslöffeln müssen.

Corona

Corona

Wohlan, laßt uns herniederfahren und ihre Sprache daselbst verwirren, daß sie einer des anderen Sprache nicht verstehen! 1 MOSE 11:7 ELB

Die Menschheit leidet gerade an einer babylonischen Sprachverwirrung namens Corona. Die Menschen verstehen oder wollen nicht verstehen, was eine Pandemie bedeutet. Mit babylonischer Konsequenz.

Taufe in Zeiten von Corona

Ich war sehr gespannt, wie denn eine Taufe in Zeiten von Corona so abläuft. Beim Einzug in die Kirche herrscht Mundschutzpflicht. In den Bänken darf der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden. Anwesend sind nur die 20 engsten Angehörigen. Jede 2. Kirchenbank bleibt leer, aber in einer Bankreihe dürfen 5 Personen Platz nehmen.

Die Pastorin beginnt mit einer Corona-Verhaltens-Aufklärung. Eigentlich hätte man den Gottesdienst gerne im Freien abgehalten, aber wir sind im Norden und das Wetter ist nordisch wechselhaft. Damit wir trotzdem singen können, wird es ein Wandel-Gottesdienst der eigenen Art. Für jedes Lied wird die Maske aufgesetzt und nach draußen gewandelt. Wir verteilen uns zwischen den Grabsteinen – der Friedhof beginnt direkt hinter der Kirchentür, der Gitarrenspieler und die Pastorin legen los und der Rest versucht zu folgen. „Lobe den Herren“ kennen noch einige, aber mit den modernen Kirchenlieder ist es so eine Sache. Sie werden von den Täuflingseltern zwar gerne ausgewählt, aber singen kann sie am Ende fast keiner. „Vergiss es nie, dass du lebst, war keine eigene Idee“ kennen nur sehr wenige. Das dritte Lied „Wasser des Lebens“ wird zur Melodie von „Morning has broken“ gesungen, was den Chor etwas anschwellen lässt. Ein sehr schöner Text (siehe den Post morgen).

Dann das Taufgeschehen an sich. Die Pastorin findet einfache erklärende Worte, was denn so eine Taufe bedeutet. Die Taufkerze wird vom Paten entzündet, der Taufspruch von der Patin vorgelesen, die Täuflingsmutter hält das Kind über das Taufbecken, der Vater – nicht die Pastorin – tauft das Kind. Die Pastorin hält sich in sicherer Entfernung.

Der Pate glaubt sich zu erinnern, dass er im Konfirmationsunterricht gelernt hat, dass er nur Nottaufen vornehmen dürfe und meint deshalb trocken: Dann ist das also eine Nottaufe.

Man wundert sich, zu welchen Zugeständnissen Kirche in Coronazeiten bereit ist: Der Vater tauft sein Kind und die Pastorin schaut zu. Mir gefällt das. Es handeln diejenigen, die es angeht: Die Mutter und der Vater wollen ihr Kind taufen und sie tun es selbst vor Gott. Für mich fühlt sich das sehr ursprünglich an, fast vor-christlich.

Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende
(Matthäus 18, 19-20).

Hierfür wurde gestern für den Täufling das Grundgerüst gelegt. Darüber, dass dies geschehen ist, bin wohl ich am meisten überrascht. Der gelegte Samen ist aufgegangen, was ich kaum erwartet habe. Ich stehe, staune und bin dem dankbar, der ihn wachsen ließ.