Mein Gott

Daniel sprach: Mein Gott hat seinen Engel gesandt, der den Löwen den Rachen zugehalten hat, sodass sie mir kein Leid antun konnten. 

Daniel 6,23

Mein Gott hat gewirkt,

mein Gott hat mich errettet.

Das „Mein“ macht das Sein.

Verinnerlicht  – Veräußerlicht.

Eigensinn

Das alles hast du dir doch selbst bereitet, weil du den HERRN, deinen Gott, verlässt, sooft er dich den rechten Weg leiten will. 
Jeremia 2,17

Sobald wir den eigenen Notstand verlassen,

lockern wir die Umklammerung,

mit der wir Gott umfassen,

und umklammern wieder unseren Eigensinn.

Lebenssuppe

Warum gibt Gott dem Leidenden Licht und Leben denen, die verbittert sind, die sich sehnen nach dem Tod, doch er kommt nicht? 

Hiob 3,20-21

Gott lässt sich von uns nicht

in die Lebenssuppe spucken,

die er für uns angerichtet hat,

wie gern wir das auch täten.

Gott im Alltag

Der HERR züchtigt mich schwer; aber er gibt mich dem Tode nicht preis.
Psalm 118,18

Mensch ist ein harter Brocken, auch für Gott.
Die Liste unserer Verfehlungen ist jeden Tag lang.
Belehren lassen wir uns nicht gerne.
Die Bibel lesen nur wenige.

Was gibt Zeugnis von ihm?
Wie soll sich Gott bezeugen?
Wer ist sein Zeuge?

Wer in den Tag hineinhört,
sich wundert über die alltäglichen Wunder,
in der Not Gottes ausgestreckte Hand ergreift,
mit ihm im Alltag lebt,
erkennt die roten Ampeln, die man überfährt.
Unzufriedenheit mit der eigenen Unzulänglichkeit,
Leiden an uns selbst.
Trost vom Tröster,
der uns nicht verzagen lässt.
Gott im Alltag.

Sohwächen

Wohl dem Menschen, dem der HERR die Schuld nicht anrechnet und in dessen Sinn nichts Falsches ist. 

Psalm 32,2

Jeder fehlt,

jeder vergreift sich,

in Gedanken,

im Ton,

in seinem Tun.

Gott vergibt unsere Schwächen,

solange wir jeden Tag danach streben,

ihn in uns und dem anderen zu suchen.

Ende allen Strebens

Meine Seele dürstet nach Gott, nach dem lebendigen Gott. Wann werde ich dahin kommen, dass ich Gottes Angesicht schaue? 

Psalm 42,3

Es muss ein erhebender Augenblick sein,

wenn man gewahr wird,

dass es tatsächlich endlich soweit ist und

man vor Gott steht.

Am Ende allen Strebens.

Fassungslos.

Mangelnde Wertschätzung

Ich will euch mehr Gutes tun als je zuvor, und ihr sollt erfahren, dass ich der HERR bin. 

Hesekiel 36,11

Das Gute, das Gott uns tut,

können wir nicht immer wertschätzen,

weil wir eigenmächtig sind,

weil wir blind sind,

weil wir töricht sind.

Wassertropfen

HERR, wie sind deine Werke so groß! Deine Gedanken sind sehr tief. 

Psalm 92,6

Deine Gedanken, o Gott,

sind so undurchdringlich wie das tiefste Meer,

so weit, dass ich mich darin verlieren möchte,

Wassertropfen, die mich nicht verdursten lassen.

Fass ohne Boden

Er sättigt die durstige Seele, und die Hungrigen füllt er mit Gutem. 

Psalm 107,9

Ich dürste, o Gott, ich hungere.

Mein Durst nach dir ist nicht gestillt,

mein Hunger lässt mich darben.

Ich kann mir nicht vorstellen,

dass das, solange Atem in mir ist,

anders sein wird.

Ich bin wie ein Fass ohne Boden.

Nächstenliebe

Ich gebiete dir und sage, dass du deine Hand auftust deinem Bruder, der bedrängt und arm ist.
5.Mose 15,11
Nächstenliebe ist kein Gebot,
das von Jesus erfunden wurde.
Nächstenliebe ist Gott.
Mit Gott ist jeder Arme reich,
ohne Gott jeder Reiche arm.

Treue

Haltet dem HERRN, euerm Gott, die Treue, so wie ihr es bisher getan habt. 

Josua 23,8

Treue in Worten, Gedanken und Taten.

Treue, über alle Zweifel hinweg.

Treue, die nichts bricht.

Klingt wie zu Hause sein.

Klingt nicht nach Mensch.

Klingt nach Gott.

Antworten

Warum willst du mit Gott hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man’s nicht. 

Hiob 33,13-14

Gott gibt Antworten.

Wir mögen sie nur meistens nicht hören

und noch weniger folgen.

Verständigkeit

Der HERR spricht: Er ruft mich an, darum will ich ihn erhören. 
Psalm 91,15

Wir können Gott nicht überhören;
wir können höchstens seine Stimme ignorieren.
Gott lässt sich durch unser Verhalten nicht aufhalten.
Er findet einen Weg, seinen Willen sich erfüllen zu lassen.
Ob wir das wertschätzen,
hängt vom Grad unserer Verständigkeit ab.

Vordergrund

Der HERR wird den Armen nicht für immer vergessen; die Hoffnung der Elenden wird nicht ewig verloren sein. 
Psalm 9,19
Alles hat seinen Sinn.
Auch das vordergründig Sinnlose.
Demütig sich fügen,
sich mit dem Alltag begnügen,
mag er noch so schmerzvoll sein.
Irgendwann verschwindet der Vordergrund
im tiefen Grund.