Wie Brüder

Psalmen und Psalter

Siehe, wie gut und wie lieblich ist es, wenn Brüder einträchtig beeinander wohnen! ( Psalm 133,1 )

Dort, wo Brüder und Schwestern in Eintracht miteinander wohnen,
verordnet Gott seinen Segen.
Es ist nicht oberflächliche Eintracht gemeint,
sondern wahre Eintracht,
die von Herzen kommt.

Psalm 133:1

https://www.bible.com/de/bible/58/psa.133

Heilige Tage

Liebe Teresa,

meine Lehrerin, Schwester und Freundin, heute ist Dein Gedenktag. Den ganzen Tag über bin ich schon in Gedanken bei Dir, denn Du bist mir nahe und erfüllst mich ganz.

Ich denke zurück, als Du mich gelehrt hast zu beten, als Du mir erklärt hast, was innere Burgen sind. Ohne Deinen Schleier, der mir Sicherheit und Selbstverständlichkeit verleiht, wäre ich oft verloren.

Danke auch für die Stunden, die Du mit mir gebetet hast, damit ich nicht so ein einsamer Beter sei. Vorne rechts ist dein Platz heute noch. Aufrecht und würdevoll kniest Du da. Von Dir geht eine Ruhe und Sicherheit aus, die auch auf mich ausstrahlt. Auf Dich ist immer Verlass, wenn die Kirche auch ansonsten leer ist.

Du hast Zeit Deines Lebens mit männlicher Kontrolle und Bevormundung leben müssen. Du hast sehr darunter gelitten. Du konntest Dich nicht so entfalten, wie Du das heute vielleicht tun könntest. Sie wollten Dich dumm und stumm halten. Das ist Ihnen aber nicht gelungen. Was Du sagen wolltest, hast Du am Ende auch gesagt und sei es durch die Blume. Sie konnten dich nicht klein halten und nicht klein kriegen, da hattest Du einen zu machtvollen Beschützer.

Was würdest Du heute wohl machen? Christliches Glauben und alles was dazugehört zu lehren und zu leben, war zu Deiner Zeit sicher leichter. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich, sondern eher exotisch, eine Randerscheinung ewig Gestriger. Du würdest wahrscheinlich über die geistliche Armut in der heutigen Zeit zutiefst erschrecken.

Dein „Werke, Schwestern, Werke“, habe ich immer im Ohr. Frommer Müßiggang, das selige Schwelgen in Gedankenparadiesen, war Dir immer ein Gräuel. Du warst eine Frau der Tat und hast das auch von Deinen Mitschwestern eingefordert.

Die Arbeit, die heute zu leisten ist, besteht im Dienst an denen, die auf den ersten Blick gar nicht bedürftig aussehen, bei der Masse der Bevölkerung, im ganz alltäglichen Dienst am Nächsten. Ich bin mir sicher, hier würdest Du heute die Ärmel aufkrempeln. Dieser Gottesferne könntest du nicht tatenlos zusehen.

Du warst eine Kämpferin und darin bist Du mir nahe. Um Deine Ziele zu erreichen, bist Du auch mal einen Schritt zurückgegangen, hast Deine Widersacher schmeichelnd hartnäckig umgarnt. Da kann ich sicher noch von Dir lernen.

Der Geist, der aus Deinen Schriften weht, kommt mir heute noch zugute und gibt mir Kraft und Leitlinie. Wenn ich ansehe, wie viel Mühsal, Schmerzen und Ungemach Du auf Dich genommen hast, um Deine Mission zu erfüllen, brauche ich nicht jammern.

Danke für alles Lehrreiche,
Danke, dass Du so gegenwärtig bist,
Danke, dass Du mir heute so nahe warst!

Deine Schwester
Deborrah

Burgtore