Das Heilige

Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen, und Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren werden wird, Sohn Gottes genannt werden. LUKAS 1:35 ELB

Der Heilige Geist ist über uns allen. Wir alle gebären das Heilige in uns, wie unheilig wir uns auch gebärden.

Über den Dingen

Mein Herz kehrt sich in mir um, ganz und gar erregt ist all mein Mitleid. Nicht ausführen will ich die Glut meines Zornes, will nicht noch einmal Ephraim vernichten. Denn Gott bin ich und nicht ein Mensch, in deiner Mitte der Heilige; ich will nicht in Zornglut kommen.
Hosea 11,8-9

Gott sieht all das Unrecht,
das wir anrichten.
Er hat Mitleid mit uns.
Er steht über den Dingen.
Er ist Gott und – gottseidank –
kein Mensch.

Gebührend Platz?

Jauchze und rühme, du Tochter Zion; denn der Heilige Israels ist groß bei dir!
Jesaja 12,6

Abweichend die Übersetzung in der Elberfelder:

Jauchze und jubele, Bewohnerin von Zion! Denn groß ist in deiner Mitte der Heilige Israels.

Gott ist in unserer Mitte,
groß und von uns nicht zu fassen.

Ob er groß bei jedem von uns ist,
entscheidet sich daran,
ob wir ihm den gebührenden Platz einräumen.

Jauchze und jubele,
wer sich Bewohner(in) von Zion
nennen darf.

Heilige Tage

Liebe Teresa,

meine Lehrerin, Schwester und Freundin, heute ist Dein Gedenktag. Den ganzen Tag über bin ich schon in Gedanken bei Dir, denn Du bist mir nahe und erfüllst mich ganz.

Ich denke zurück, als Du mich gelehrt hast zu beten, als Du mir erklärt hast, was innere Burgen sind. Ohne Deinen Schleier, der mir Sicherheit und Selbstverständlichkeit verleiht, wäre ich oft verloren.

Danke auch für die Stunden, die Du mit mir gebetet hast, damit ich nicht so ein einsamer Beter sei. Vorne rechts ist dein Platz heute noch. Aufrecht und würdevoll kniest Du da. Von Dir geht eine Ruhe und Sicherheit aus, die auch auf mich ausstrahlt. Auf Dich ist immer Verlass, wenn die Kirche auch ansonsten leer ist.

Du hast Zeit Deines Lebens mit männlicher Kontrolle und Bevormundung leben müssen. Du hast sehr darunter gelitten. Du konntest Dich nicht so entfalten, wie Du das heute vielleicht tun könntest. Sie wollten Dich dumm und stumm halten. Das ist Ihnen aber nicht gelungen. Was Du sagen wolltest, hast Du am Ende auch gesagt und sei es durch die Blume. Sie konnten dich nicht klein halten und nicht klein kriegen, da hattest Du einen zu machtvollen Beschützer.

Was würdest Du heute wohl machen? Christliches Glauben und alles was dazugehört zu lehren und zu leben, war zu Deiner Zeit sicher leichter. Das ist heute nicht mehr selbstverständlich, sondern eher exotisch, eine Randerscheinung ewig Gestriger. Du würdest wahrscheinlich über die geistliche Armut in der heutigen Zeit zutiefst erschrecken.

Dein „Werke, Schwestern, Werke“, habe ich immer im Ohr. Frommer Müßiggang, das selige Schwelgen in Gedankenparadiesen, war Dir immer ein Gräuel. Du warst eine Frau der Tat und hast das auch von Deinen Mitschwestern eingefordert.

Die Arbeit, die heute zu leisten ist, besteht im Dienst an denen, die auf den ersten Blick gar nicht bedürftig aussehen, bei der Masse der Bevölkerung, im ganz alltäglichen Dienst am Nächsten. Ich bin mir sicher, hier würdest Du heute die Ärmel aufkrempeln. Dieser Gottesferne könntest du nicht tatenlos zusehen.

Du warst eine Kämpferin und darin bist Du mir nahe. Um Deine Ziele zu erreichen, bist Du auch mal einen Schritt zurückgegangen, hast Deine Widersacher schmeichelnd hartnäckig umgarnt. Da kann ich sicher noch von Dir lernen.

Der Geist, der aus Deinen Schriften weht, kommt mir heute noch zugute und gibt mir Kraft und Leitlinie. Wenn ich ansehe, wie viel Mühsal, Schmerzen und Ungemach Du auf Dich genommen hast, um Deine Mission zu erfüllen, brauche ich nicht jammern.

Danke für alles Lehrreiche,
Danke, dass Du so gegenwärtig bist,
Danke, dass Du mir heute so nahe warst!

Deine Schwester
Deborrah

Burgtore