Lebens-Wechsel-Spiel

Vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang sei gelobet der Name des HERRN! 
Psalm 113,3
Auf den Tag folgt die Nacht,
nach der Nacht kommt der Tag.
Licht und Dunkel,
Lebens-Tages-Zeiten,
Lebens-Wechsel-Spiel.
Gelobt sei der,
der die Sonne vom Himmel fallen lässt
und die Finsternis vertreibt,
die Zeit auflöst und
vom Lebens-Wechsel-Spiel befreit

Stärke

Lieber Luther,

Lätare, freue dich, dieser Ausruf passt perfekt zum Predigttext dieses Fastensonntages (Joh 12, 20-33). Wie das? Ist da nicht von einem Weizenkorn die Rede, das sterben muss? Und ist dieses Bild nicht auf Jesus gemünzt, auf seinen grausamen Tod? Von Verherrlichung ist außerdem die Rede. Was heißt das alles und wieso ist das ein Grund zur Freude? Aber der Reihe nach. Weiterlesen „Stärke“

Gottes Olympiade

Der HERR hat Gefallen an denen, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. 
Psalm 147,11

Immer weiter, schneller, höher
ist nicht Gottes Olympiade,
bei ihm führen andere Disziplinen zum Sieg:
Demut,
Ehrfurcht,
Gott vertrauen
.

Mitte

Mose sprach: Hab ich, HERR, Gnade vor deinen Augen gefunden, so gehe der Herr in unserer Mitte. 
2.Mose 34,9

Sei unsere Mitte, o Gott,
damit wir im Gleichgewicht bleiben,
gehe in unserer Mitte,
damit wir dich nicht verlieren,
nimm uns in deine Mitte,
damit wir in dir gesammelt sind.
Mitte, Gleichgewicht, Gott, Sammlung

Strandgut

Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen. Ich will das Verwundete verbinden und das Schwache stärken. 
Hesekiel 34,16

Wer immer verloren scheint,
den gibt Gott nicht auf,
wer sich auf Irrwegen befindet,
den gibt Gott nicht auf,
wer sich selbst verliert,
den gibt Gott nicht auf.

Wen Gott sucht, den findet er auch.

Aktienkurs

Rosse helfen nicht; da wäre man betrogen; und ihre große Stärke errettet nicht. Siehe, des HERRN Auge achtet auf alle, die ihn fürchten, die auf seine Güte hoffen. 
Psalm 33,17-18
Was wir als Stärke erachten,
ist unsere Schwäche,
gefährdet uns.
Reichtum
versklavt,
korrumpiert,
macht abhängig.
Alles Geld nützt vor Gott nicht,
Gott misst Bettler und Milliardär
mit gleichem Maß.
Der Aktienkurs mag noch so steigen,
wenn wir bei Gott schlechte Aktien haben,
stehen wir vor dem Nichts.

Gleich, vorher muss ich noch …

Lieber Luther,

Auf den ersten Blick sieht es im Predigttext zum Sonntag Okuli (Lk 9, 57-62) so aus, als ob Jesus ein bisschen aufstöhne und sage, jeder Fuchs hat einen Bau, in dem er schläft, jeder Vogel ein Nest, in dem der die Nacht verbringt, aber ich, der arme Wanderprediger, weiß nicht, wo ich heute Nacht schlafen kann. „Modernisierte“ Bibelübersetzungen führen auf die falsche Spur. Da heißt es: Der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. So steht es im Gesangbuch. Ein kleines s, das einen großen Unterschied macht, materialisiert und die Bibelmodernisierer nicht gerade als Bibelversteher dastehen lässt. Für sie hat Jesus eigentlich das gepredigt, um was es im heutigen Predigttext geht. Weiterlesen „Gleich, vorher muss ich noch …“

Wahrhaftigkeit

HERR, du lässest mich fröhlich singen von deinen Werken, und ich rühme die Taten deiner Hände.
Psalm 92,5
Was immer meine Hände tun,
wie wahrhaftig ich mich wähne,
wie sehr ich mich bemühe,
zu erklären und zu mehr (Er-)Kenntnis zu führen:
Ich vermag nur, o Gott,
was du in meine Hände legst.
Manchmal, vermag ich nicht viel,
und mein Lied ist keine Lobeshymne,
sondern ein Klagelied.
Aber dennoch,
danke ich,
für jeden Ton,
den du in mir zum Klingen bringst,
ob er in den Ohren gut klingt,
oder Bauchschmerzen verursacht.
Ich sage, was ich höre,
in der Wahrhaftigkeit,
die Du, o Gott, in mich gelegt hast.
Auf Deinen Segen traue ich.
Amen.

Licht der Erkenntnis

Der HERR spricht: Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem Wege und dich bringe an den Ort, den ich bestimmt habe. 
2.Mose 23,20
Auf die Engel kommt es nicht an,
sie sind nur Träger des Lichtes der Erkenntnis,
sie sind ein Symbol für die Erkenntnis der Anwesenheit Gottes.
Es kommt allein auf den Ort an,
auf den Ort, der uns gezeigt werden soll,
den Ort unserer Zuflucht,
den Ort unserer Heimkehr,
den Ort des Lichts,
den Ort der Wahrheit,
den Ort der Gerechtigkeit,
den Ort des Lebens,
den Ort der Erfüllung.
Gott!

Rumpelstilzchen

Ich habe einmal auf einen Menschen geblickt, den ich schon länger kannte. Er hatte eine Gitarre in der Hand. Und wie ich auf ihn blickte, erschrak ich tief in meinem Innern. Was ist los mit ihm? Als ob der Teufel in ihn gefahren wäre. Als ob er ein anderer Mensch wäre. Er hat wie Rumpelstilzchen auf dem Boden aufgestampft, als er das Lied angestimmt hat. Als hätte er selbst gemerkt, dass etwas falsch ist. Der Teufel ist immer noch in ihm.

Ja, das gibt es. Und es kommt einem so – mit Trauer – in den Sinn, in der Wartezeit. Die Trauer um diesen Menschen. Wieso singt er dieses Lied: O, wie gut dass niemand weiß, dass ich Rumpelstilzchen heiß?

Gerechtes Gut

Die Erde ist voll der Güte des HERRN. 
Psalm 33,5
Gott liebt Gerechtigkeit und Recht,
das Gute,
das meint Gottes Güte.
Wer Angst hat vor Gottes Gerechtigkeit und Recht,
begreift nicht,
dass es einem erst gut geht,
wenn man von
Gottes Gerechtigkeit,
seinem Recht,
seinem Gut,
seiner Güte
ganz durchdrungen ist und
alles Unrecht abgelegt hat.

Gute und schlechte Nachrichten

Als Hiskia den Brief gelesen hatte, ging er hinauf zum Hause des HERRN und breitete ihn aus vor dem HERRN. 
2.Könige 19,14
Gute Nachrichten,
schlechte Nachrichten,
vor Gott gelegt,
von Gott demütig angenommen,
hat alles seinen Sinn.

Frühlings – Kyrie

„Ich bin toter als tot“.
Das war gestern früh.
Ich habe mich wieder einmal zu meinem geliebten Gregorianik-Workshop aufgemacht. Aber wie singen, wenn man toter als tot ist?
Unter hervorragender fachlicher Anleitung und der nötigen Zeit für einen selbst und die Stimme, wieder aufzustehen, geht es. Aufstehen lassen, sich aufrappeln, wieder auferstehen.
Am Ende des Tages konnte ich das Kyrie singen, wie nie. Es ist einfach aus mir herausgeflossen. Oder war das Kyrie gestern leichter als sonst?
Nach der Vesper: Irgendwie hatte jeder den Eindruck, es hat heute irgendwie alles besser geklungen… Das gewisse unbenennbare Etwas war im Raum, das nicht Sichtbare, das trotzdem da ist.
Ich bin toter als tot.
Das ist der Weg zum Leben.
Das Zulassen im Seinlassen.
Wir können es getrost.
Über Nacht sind Krokusse gewachsen.
Frühlings-Kyrie

Reminiscere

Lieber Luther,

der Mensch scheint unbelehrbar. Das war zu Jesu Zeiten so und ist heute so. Im heutigen Predigttext (Mk 12, 1-12) besteht wieder einmal die Chance, die Botschaft zu verkünden, die verstanden werden will. Aber wer tut das? Welcher Pfarrer wagt dies? Kommt heute die Botschaft, um die es geht, von den Kanzeln oder wird fabuliert und abgelenkt, um ja nicht den Verdacht zu erregen, dass der Gott, von dem sie angeblich predigen, etwas verlangt vom Menschen. Es geht, lieber Luther, um den Herrn des Weinbergs. Weiterlesen „Reminiscere“