Pflügen und Säen

Pflüget ein Neues, solange es Zeit ist, den HERRN zu suchen! 
Hosea 10,12
Säet – euch zur Gerechtigkeit,
erntet – der Güte gemäß;
pflüget euch einen Neubruch,
brecht auf, was verhärtet ist,
denn es ist Zeit, das Feld zu bestellen und
Gott zu suchen, bis er kommt und
seine Gerechtigkeit über euch regnen lässt,
so dass auf eurem frisch bestellten Feld viel Frucht wächst
und Gott ernten kann.
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Sichere Wohnung

Sie sollen sicher wohnen, und niemand soll sie schrecken. Hesekiel 34,28
Sie werden wissen, dass
ich ihr Gott bin.
Dieses Wissen macht uns sicher, macht uns stark.
Wir wohnen bei dir und du mit uns.
Mit diesem Wissen schreckt nichts,
noch nicht einmal das Erschreckende.
Ein Wissen, das Mut gibt, Mut zur Nachfolge in allen Schrecknissen.
Bonhoeffer hat sicher gewohnt und die Furcht war von ihm genommen.

Fels des Felsen

Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. 
Psalm 104,13
Vorsicht.
Auf nassem Stein rutscht man leicht aus,
ein unbedachter Schritt
und man fällt oder stürzt ab.
Nur achtsam können wir gehen,
Schritt für Schritt.
Deine Felsen sind nur Felsen durch dich.
Sie schöpfen Lebendigkeit aus deiner Quelle und
du machst sie zu einem fruchtbaren Land.
Wenn du wegschaust, sind es Einöden.
Fels des Felsen.
Ein steiniger Weg.
Ein immer gefährdeter Weg.
Ein spannungsgeladener Weg.

Jona

Ich rief zu dem HERRN in meiner Angst, und er antwortete mir.
Jona 2,3
Aus dem Bauch des Wals,
als dieser ihn schon verschlungen hatte,
die Dunkelheit um ihn war,
in tiefster Not,
betete Jona,
3 Tage und 3 Nächte lang,
bereute sein Widerstreben.
Dann spuckte der Wal ihn verwandelt,
demütig, gehorsam
wieder ins Leben.
Und Jona ging und verkündete,
was der Herr von ihm verlangte.
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Hülle

Seid stille vor Gott dem HERRN, denn des HERRN Tag ist nahe. 
Zefanja 1,7
Das ist gar nicht so einfach,
seid stille vor dem Herrn.
Unermüdlich plappert es in mir.
Umgekehrt denke ich, wenn es nicht so ist:
Wo sind deine Gedanken?
Wir sind unsere inneren Stimmen so gewöhnt,
dass, wenn sie schweigen,
das leere Nichts ist.
Wir wie ausradiert,
nur noch Hülle –
unser Denkvermögen wie verbrannt.
Ich, nur noch ein Nichts mit Verpackung.
Wenn die letzte Hülle fällt,
für jeden von uns,
ist der Tag des Herrn.
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Macht euch die Erde untertan

Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan. 
1.Mose 1,28
Macht euch die Erde untertan,
so Gottes Auftrag.
Er hatte viel Vertrauen in seine Schöpfung.
Ob du dir, o Gott, das so vorgestellt hast,
wie wir mit ihr umgehen?
Wie die Erde ächzt unter uns,
so ächzt du an uns.
Wir, dein sündiges Ebenbild

Bewahre vor Unrecht

Die Gebote des HERRN sind lauter und erleuchten die Augen. 
Psalm 19,9
Psalm 19: Vergib uns, Herr,  unsere Sünden und bewahre uns vor Unrecht.
Du putzt unsere Spiegel nach deinem Recht.
Dein Knecht lässt sich durch deine Gebote warnen.
Verirrten weist du allein den Weg.
Wir hören deine Wegweisungen, jenseits aller Worte.
In ewigen Wechselspiel – du und ich.
Du gibst die Linie vor – ich versuche zu folgen.
Du sprichst – ich höre.
Du bist das Licht – ich erkenne deinen Schein.

Grenzüberschreitungen

Lieber Luther,

mitten in meine Erstarrung und Lesehemmung hinein ist mir ein Büchlein zugeflogen, über „Grenz-Gängerinnen“. Es handelt von vier Frauen, den vier Frauen aus dem Stammbaum Jesu. Das vermochte mich nun doch zu locken.

Wieso sind bei Matthäus (nicht bei Lukas) diese Frauen erwähnt? Wieso überhaupt Frauen, die Handelsware in damaliger Zeit? Es ist Tamar, Rahab, Ruth und Bathseba. Was soll uns das sagen? Welcher Gewinn sind sie mir heute noch?
Alle vier Frauen sind tief ins Leben verstrickt, so wie Leben spielt, auch heute noch: Verrat, Vergehen, Täuschung, Enttäuschung, Lüge, Unrecht, Verlassenwerden, Verlassenheit, Ehebruch, bis hin zu Mord. Beteiligt daran, Ursache, Verursacher, Versucher, Auslöser sind Männer. Es sind Gottes Männer, die tief menschlich sind und – wie alle Menschen – gute und böse Züge haben. Alle stehen trotz ihrer teilweise bösen Taten in der Ahnenreihe Jesu.

David ist der Hervorstechendste unter ihnen. Seine Frau, ist eigentlich „die des Urija“. Er lässt Urija in einem Auftragsmord beseitigen, um zu verbergen, dass Batscheba schwanger von ihm ist. David, der Psalmschreiber, der Schöngeist. Er erliegt den weiblichen Verlockungen, dem Allzumenschlichen. Er kann dem Versucher nicht widerstehen und übertritt die Gesetze, die er gut kennt. Das erste Kind, während des Ehebruchs gezeugt, stirbt. Batscheba weiß es von vornherein, David erdrückt fast der Schmerz um das Kind. Da kommt Nathan, der weise Prophet und öffnet David die Augen für sein Unrecht. Jetzt erst erkennt es David. Er betet, bereut ehrlich und Gott verzeiht. Erst jetzt findet er zurück ins Leben. (2. Samuel 11-12)

Weiter zurück, Rut. Sie heiratet einen Einwanderer. Als alle Männer der Familie sterben, ist das Unglück groß bei den drei verwitweten Frauen. Als Witwe hatte man nichts mehr vom Leben zu erwarten. Die Schwiegermutter, Noemi, die Liebliche, gibt nicht auf, sondern handelt. Sie entschließt sich, in ihre Heimat zurückzukehren, in der Hoffnung, ein Überleben bei der Verwandtschaft zu finden. Rut geht mir ihr, aus ihrer Heimat in die Fremde, wie zuvor ihre Schwiegermutter. Sie sagt „dein Gott ist mein Gott“. Eine unendlich lange Reise in damaliger Zeit, noch dazu zwei Frauen ohne männlichen Schutz. Sie haben Mut, die zwei Frauen, unendlich viel Gottvertrauen und sie haben Glück. Bòas, ein angesehener Verwandter, stellt sie unter seinen Schutz, verliebt sich in Rut und nimmt sie schließlich zur Frau. Eine wunderschöne, poetische Geschichte mit Happy End nach viel Leid, Entbehrung, Strapazen, Angst. Die beiden Frauen vertrauen in Demut auf Gott und Gott nimmt sie bei der Hand und führt sie einen weiten Weg nach Hause. (Ruth 1-4)

Die Geschichte der Rachab, einer Tempeldirne, beginnt mit Verrat. Sie verrät ihr Volk, die Bewohner von Jericho, und trägt damit zum Fall Jerichos bei. Die Israeliten stehen vor den Toren, Kundschafter haben sich eingeschlichen und werden gesucht. Rachab versteckt sie, belügt die eigenen Leute und lässt sie nachts über die Stadtmauer entkommen. Wieso tut sie das? „Ich weiß, dass der Ewige euch dies Land gegeben hat.“ Sie beruft sich auf Gott. Ihm allein fühlt sie sich verantwortlich und handelt entsprechend. Auch sie ist äußerst mutig. Zum Dank wird sie beim Fall Jerichos verschont. Sie wird die Frau von Jehoschùa und damit eine Ahnin von Jesus. (Josua 2)

Schließlich Tamar, die Frau, die den Söhnen des Juda den Tod brachte und deshalb von Juda aus der Familie verstoßen wurde, zurückgeschickt zu ihrer Familie. Eine Katastrophe für Tamar in damaliger Zeit. Recht- und schutzlos war sie dadurch geworden. Doch Tamar weiß sich zu wehren. Sie verdingt sich als Zonàh, als Hure, und als Juda des Weges kommt, setzt sie sich in Positur. Juda kommt nicht an ihr vorbei. Sie verlangt ein Pfand von ihm: Siegelring, Richterschnur und Hirtenstab, die ganzen Insignien seiner Macht. Und, kaum zu glauben: Er gibt sie ihr, liefert sich aus. Tamar, die sich nicht zu erkennen gab, wird schwanger. Ein weiteres „geht gar nicht“ in ihrem Leben. Juda hört, dass seine Schwiegertochter schwanger ist und will sie zur Rechenschaft ziehen. Tamar zieht ihren Trumpf aus der Tasche: Siegelring, Richterschnur und Hirtenstab. Juda sieht sein hässliches Gesicht im Spiegel. Er lenkt ein: „Lasst sie. Wahrlich , sie ist eine Gerechte! Sie ist im Recht gegen mich.“ Sie ist schön, so nimmt er sie zur Frau und hilft ihr aus der Not, in die er sich gleich doppelt gebracht hat (1. Mose 38)

Alle vier Geschichten sind Geschichten der Bewegung, der Umkehr von Unrecht in Recht: Juda und David sehen ihr Unrecht an den Frauen ein, sie bereuen und kehren um zu den Frauen und damit zu Gott. Noemi, Rut und Rachab brechen auf im Vertrauen auf Gott. Für alle ist ein Weg zu Ende und fängt ein neuer an. Der Weg ist steinig, Unglück, Not, Angst und Bedrängnis säumen die Wegränder. Es kommen aber alle an. Keine der Frauen gibt auf. Gott ist ihnen Stecken und Stab, der einzige, auf den sie sich wirklich verlassen können.

Das Verwunderliche ist, dass aus so viel Not, Elend, Vergehen und Sünde Menschen hervorgegangen sind, die zu Jesus hinführen. Zu demjenigen, der allein ohne Sünde ist. Das ist eine starke Botschaft, die uns heute auch noch betrifft, eine Botschaft, die klärt.

Genau deshalb stehen die Frauen bei Matthäus in Jesu Stammbaum. Jesus ist körperlich aus einer Frau hervorgegangen. Frauen haben ihren Platz bei Gott und er sorgt für sie, in allem Unglück. Die Zahl vier meint in der biblischen Zahlensymbolik die Vollständigkeit der Schöpfung. Nur mit Männern und Frauen ist die Schöpfung vollkommen, wenn auch nicht vollkommen nach Gottes Recht. Vollkommene unvollkommene Schöpfung, eine ewige Dialektik. Genau das zeigen uns die vier Geschichten.

Wie unvollkommen wir auch sind, sofern wir ehrlich unsere Vergehen vor Gott bekennen, solange wir umkehren, solange wir uns wieder dem anderen zukehren können, bei allem Unrecht, das zwischen Mann und Frau geschehen kann, wie die Geschichten zeigen, solange verzeiht Gott und nimmt uns bei der Hand. Die Geschichten dieser Frauen zeigen, menschliches Leben hat oft mit Grenzverletzungen und Grenzüberschreitungen zu tun, ist oft grenzwertig. Opfer sind wir alle, unserer selbst und des anderen. Und das Wunderbare daran ist: Es kommt trotz allem immer neues Leben hervor. Das Leben siegt. Gerade deshalb stehen hierfür auch diese Frauen in Jesu Stammbaum.

Lieber Luther, das tröstet ungemein. Wenn ich all diese Prüfungen sehe, die diese Frauen – und in ihrem Gefolge auch die mit ihnen verbundenen Männer – über sich ergehen lassen mussten, wenn ich sehe, wie sie immer wieder die Kraft gefunden haben, aufzustehen und weiterzugehen, dann färbt etwas von ihrer Kraft auch auf mich ab. Über Jahre sind sie weitergegangen, auch wenn es geschmerzt hat, auch wenn sie zwischendurch gefallen sind, im festen Vertrauen auf Gott. Gott ist mit den Sündern. Gott gibt den Sündern Kraft, Einsicht und Wegweisung. Manchmal ist dazu auch – oder gerade – eine Grenzüberschreitung notwendig. Aufmachen und umkehren müssen immer alle Beteiligten, auch das zeigen diese Geschichten.
Passt irgendwie zur Losung heute. Muss in der Luft liegen.

In diesem Sinne,
Herzliche Grüße

Deborrah

PS: Das Buch, das mir den Impuls gab: Elsbeth Weymann: Grenz-Gängerinnen. Die Frauen im Stammbaum Jesu. Urachhaus. 2007

Trost

Ich will dir ein Freudenopfer bringen und deinen Namen, HERR, preisen, dass er so tröstlich ist.
Psalm 54,8

In der Helligkeit, bei Sonne und Licht,
fühlen wir uns mit dir, o Gott, in Einklang.
Kommen wir In die Dunkelheit, sind wir verloren im Schmerz,
sehen wir dich nicht mehr, verdeckt die Trauer dich.

Wenn man vom Licht in die Dunkelheit kommt,
braucht es eine Zeit, bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt haben.
Dann fangen wir an, dich auch in der Dunkelheit wieder zu sehen.
Dann bist du Trost, Schutz und Wärme auch in der Dunkelheit.

Du bist das Gut im Dunkel, o Gott,
Dafür danken wir dir.
Dafür lieben wir dich.
Ehre sei dir in Ewigkeit.

Bewässerung

Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.
Jesaja 58,11
Unsere Zuversicht braucht guten Nährboden,
das zarte Gewächs unseres Glaubens ständige Bewässerung,
damit es zu einem fruchtbaren Land werden kann,
in dem Gottes Geist sprudelt.

Läuterung

Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint?
Maleachi 3,2
Er wird kommen und unsere Sündenberge abtragen;
Er wird uns reinigen,
Er wird uns Seele und Geist läutern,
so dass wir in seine Reinheit kommen.

Hassen – Perspektivwechsel

Lieber Luther,

heute ist der 5.Sonntag nach Trinitatis. Nichts besonderes. Gottesdienstalltag in der Kirche, möchte man meinen. Und doch war es heute nicht so, der Predigttext eine Herausforderung: Lukas 14, 25-33. Man muss jedoch den ganzen Abschnitt lesen, da er zusammengehört und eine eindeutige Botschaft enthält. Ich kann ihn hier nicht ganz wiedergeben, du kannst ihn selbst nachlesen. (Lk 14, 25-35)

Die Pastorin hat ihn in 3 Teile geteilt und keinen Zusammenhang gefunden. Sie hat sich sehr schwer getan mit dem Teil: „So jemand zu mir kommt und hasst nicht seinen Vater, Mutter, Weib, Kinder, Brüder, Schwestern, auch dazu sein eigen Leben, der kann nicht mein Jünger sein“ (Lk 14, 26). Wie soll man das auch auffassen, als Mutter, Familienmensch? Guter Gott, was mutest du uns da wieder zu? Das kann doch nicht dein Ernst sein? Weiterlesen „Hassen – Perspektivwechsel“