Gottes Wohnung

Wenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, so willige nicht ein. 
5.Mose 13,7.9
Andere Götter.
Woran, o Gott, erkennen wir,
was in deinem Willen ist,
was Nachfolge in deinem Wort ist,
was der Weg ist, den du uns leitest?
Woran erkennen wir, was fremde Götter sind?
Woran erkennen wir, dich, o Gott?
Es ist das Wissen, das tief in einem ist,
nicht übertönbar durch oberflächliches Tun,
nicht manipulierbar durch den Menschen,
ein Wissen, das sich nicht vom Leben beirren lässt.
ein Wissen, das man hat, obwohl man nicht weiß,
ein Wissen, das als Sicherheit in einem wohnt,
was immer das Leben augenblicklich zeigt.
Solche Gewissheit zu verleihen, vermagst nur du, o Gott.
Dein Wille wird offenbar werden,
damit offenbar werde, dass du Gott, der Herr bist,
für alle, die schwach sind und
es ohne sichtbare Zeichen nicht gewahr werden.
Deine Zeichen werden so mächtig sein,
dass dem Blinden die Augen geöffnet werden
und er erkennt, dass du Gott, der Herr bist.
Sie zogen Daniel aus der Grube heraus, und man fand keine Verletzung an ihm; denn er hatte seinem Gott vertraut. 
Daniel 6,24
Du hast auf deinen Gott gebaut.
Für manche ist das bedrohlich.
Sie bauen lieber auf sich selbst.
Die Kraft, die mit dir war, hat ihnen einen Strich durch ihre Rechnung gemacht.
Deshalb warfen sie dich in die Grube,
wollten dich vernichten, aus dem Weg, eigene Pläne,
sahen nur sich und ihren kurz gedachten Vorteil.
möge er elendig verrecken,
So brutal ist Leben.
Sie haben den, der für dich ficht, mit hineingeworfen.
Betrügerisches trügerisches Heil.
Doch du hast unbeirrt auf deinen Gott vertraut.
Gott verlässt die Seinen nicht, auch wenn die Situation noch so hoffnungslos erscheint.
Er verhilft den Seinen zu seinem Recht, rettet ihre Seele.
Auf dass die Werke Gottes offenbar werden.
Die Rechnung, gegen Gott gemacht, geht nicht auf.
Gott lässt die Seinen nicht im Stich.
Gott lässt sich keinen Strich durch die Rechnung machen.
Er macht die Rechnung am Ende selbst auf und
das wird für die, die aus dem Hinterhalt kommen, unterm Strich teuer.
Aus vermeintlichem Tod wird Leben und aus vermeintlichem Leben erwächst der Tod.
Oder: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.

Nichts ist verborgen

Adam versteckte sich mit seiner Frau vor dem Angesicht Gottes des HERRN. 
1.Mose 3,8
Es ist nichts verborgen, was nicht offenbar werden soll, auch nichts geheim, was nicht bekannt werden und an den Tag kommen soll.
Lukas 8,16-18
Niemand zündet ein Licht an und
bedeckt es mit einem Gefäß und stellt es unter eine Bank,
sondern er setzt es auf einen Leuchter,
damit es den Weg ins Haus weist.
Denn es ist nichts verborgen,
das nicht offenbar werde,
auch nichts Heimliches,
das nicht kund werde und an den Tag komme.
Achtet darauf, wie ihr zuhört.
Denn wer da hat, dem wird gegeben;
Wer aber nicht hat, von dem wird genommen,
was er meint zu haben.
Im Schein des Lichts kommt zum Vorschein,
wer hat und nicht hat,
wem gegeben, wem genommen wird.
Herr erbarme dich derer, die nicht haben,
in der Dunkelheit ist ohne Licht kein Überleben.
Licht ist Nahrung, ohne Licht ist der Tod.
Erbarme dich derer ohne Licht,
sei bei ihnen in ihrem Sterben, sei bei mir.
Ich weiß, dass du alles vermagst, was du willst.
Auch mein Unverstand ist dein Ratsschluss.
Deshalb schweige Mund, Körper und Seele
angesichts dessen, was ich nicht verstehe.
Das einzige, was sich mir entringt, sei ein:
Herr, erbarme dich meiner

Heiland

HERR, ich warte auf dein Heil! 
1.Mose 49,18
Es gibt viel zu heilen.
in deiner Schöpfung,
zwischen den Völkern,
in Beziehungen,
in mir.
Die Morde,
die Verletzungen,
die Kränkungen,
die Zurückweisungen,
die Lieblosigkeiten.
Du, o Gott, hast sie uns nicht zugefügt, sondern wir uns gegenseitig.
Du lässt uns das Leben selbstverantwortlich leben,
und heilst uns am Ende von unseren Irrtümern,
vom Leben, wie wir es gelebt haben,
aneinander schuldig geworden.
Wir tragen schwer an uns selbst und du an uns.
Aber eines ist gewiss: Der Tag der Vollendung wird kommen,
an dem du uns und dein Land wieder ganz heil machst,
an dem du deine Schöpfung heimführst.
Wir nennen dich nicht umsonst den Heiland.

Unter Schutz

Der HERR, der König Israels, ist bei dir, dass du dich vor keinem Unheil mehr fürchten musst.
Zefanja 3,15
Unter dem Schutz des Königs.
Klingt gut.
Fühlt sich an, als ob einem nichts passieren kann.
Jubele, Tochter Zion;
jauchze, Israel!
Freue dich und frohlocke von ganzem Herzen,
Tochter Jerusalem,
Du wirst kein Unglück mehr sehen.
Ein König ist bei dir,
einer mit einer Dornenkrone,
einer, der seinen Stolz hintan gestellt hat,
einer, der sein Zepter freiwillig abgegeben hat,
einer, der gezeigt hat, mit wie viel Würde man Unheil tragen kann,
einer, der das einfache Fußvolk zu seinem Volk zählt,
einer, der Unheil zu Heil macht,
einer, der dich in seinem Abglanz leuchten lässt.

Ernten, pflegen, säen

Säet Gerechtigkeit und erntet nach dem Maße der Liebe! 
Hosea 10,12
Ups, diese Losung war vor knapp 2 Wochen schon dran. Jedoch die Zeit und das Leben schreitet fort, Tag für Tag, jeder Tag bringt uns voran.
Es ist die Zeit der Ernte.
Die ersten Mahden sind gelegt.
Haben wir gesät?
Haben wir gepflegt?
Haben wir etwas zu ernten?
Nein, das Bankkonto wiegt nicht.
Nein, die Werke des Gutmenschen zählen nicht.
Nein, die Lasten, die unseren Rücken krumm gemacht haben,
füllen unseren Erntekorb nicht.
Der Drescher drischt uns am Ende nach dem Maß
der Güte und der Liebe aus,
die aus uns herausfließt.
Vielleicht sollten wir nachsäen, solange noch Zeit ist.

Wer liebt sündigt

Gott, sei mir gnädig nach deiner Güte, und tilge meine Sünden nach deiner großen Barmherzigkeit. 
Psalm 51,3
Jesus sprach: Ihre vielen Sünden sind vergeben, denn sie hat viel Liebe gezeigt; wem aber wenig vergeben wird, der liebt wenig. 
Lukas 7,47
Das ist eine erstaunliche Analogie,
die Jesus hier trifft:
Wem wenig vergeben wird,
der liebt wenig.
Das heißt,
wer liebt, der sündigt,
wer aber in Liebe sündigt,
dem wird vergeben.
Das heißt,
die Liebe siegt über die Sünde.
Damit müsste es sich eigentlich leichter lieben lassen.
Eigentlich.

Vorahnung

Zum Gedenken an Dietrich Bonhoeffer. Gedanken, die durch seinen Kopf gegangen sein mögen, als die Nachrichten vom Scheitern des Attentats auf Hitler am 20. Juli 1944 langsam zu ihm durchdrangen.
Glutofen des Sommers,
Ende des Kampfes.
Alles auf eine Karte gesetzt,
das ganze Blatt verspielt.
Dein Weg ist zu Ende,
du weißt es genau.
Jetzt fühlst du dich leicht,
nichts mehr zu verlieren.
Was aussieht wie zerronnen,
ist in Wirklichkeit gewonnen.
Der Teufelsritt ist bald zu Ende,
du weißt es genau.
Tödlich getroffenes Aufbäumen in sinnloser Gewalt,
ein letzter verheerender Flächenbrand,
Erfüllungsgehilfen finden sich überall.
Das bisschen Hoffnung, sei’s drum.
Der Galgen hat seinen Schrecken verloren,
du weißt es genau.
Du hörst den Ruf und
folgst ihm nach nach Gol’gatha,
wirst dein Kreuz tragen, stellst dich klaglos in den Dienst,
Alles Verstecken hat endlich ein Ende, die Freiheit ist nah,
dein Ziel ist erreicht –
du weißt es genau.

Herzblut

Dein Wort

Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt, HERR, Gott Zebaoth.
Jeremia 15,16
Deine Worte, o Herr,
tief in mir erklimmen sie Höhen,
durchströmen meine tiefsten Täler,
sind bei mir im Dunkel meiner Nacht,
öffnen meine Augen für dein Licht,
lindern meine Herzensnot,
heilen meine Lebenswunden,
füllen jeden Winkel meines Seins,
führen mich durch jede Wüste,
halten mich im Sturm umfangen,
leiten mich mit innerer Weisheit
bis die Seele kommt zur Ruh.

Gebote

Lass sich freuen alle, die auf dich trauen.
Psalm 5,12
Christus spricht: Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe. Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde. 
Johannes 15,10-11
Das ist ein Wenn – Dann – Satz,
Ursache und Wirkung.
Wenn man diesen Satz liest,
dann könnte einem der Gedanke kommen, dass man das Ziel verfehlt.
Das liegt in der Natur eines jeglichen Menschen an sich.
Aber ist es wahrscheinlich, dass Gott uns vor unlösbare Aufgaben stellt?
Von was für „Geboten“ ist hier eigentlich die Rede?
Was sagt Jesus zu den „Geboten“?
Was den Menschen die Gebote übertreten lässt,
kommt aus dem Menschen heraus,
denn von innen, aus dem Herzen der Menschen,
gehen die bösen Gedanken aus (Mark 7, 21).
Jesus setzt sich wieder einmal mit den Pharisäern und Schriftgelehrten auseinander, die Menschengebote für Gottes Gebote verkaufen wollen.
Er beruft sich ausdrücklich auf zwei Gebote:
„Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren,“ und
„Wer Vater oder Mutter flucht, soll des Todes sterben.“ (Mark 7, 10).
Bei den Geboten geht es darum, dem himmlischen Vater (und hier sogar der Mutter) die Ehre zu erweisen, das Kindsein anzunehmen, die Herrschaft Gottes anzuerkennen. Alle anderen „Gebote“, alle Konsequenzen leiten sich daraus ab.
Wenn ihr meine Kinder werdet und bleibt, wenn ihr auf mein Wort hört,
dann bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Kind bin, auf sein Wort höre und in seiner Liebe bleibe.
Wenn ich aber Freude an euch habe, dann wird auch Gott Freude an euch haben und eure Freude vollkommen werden. Alle werden Freude haben, die diesem Wort trauen.
Es geht um eine doppelte Kindschaft. Es ist eine Aufforderung: Werdet wie die Kinder, werdet meine Kinder. Wenn ihr mich als Vater ehrt, wenn ihr auf mein Wort hört, wenn ihr mich anerkennt und respektiert, wie man einen Vater respektiert, dann bin ich euer Vater und ihr seid meine Kinder. Wie auch ich Kind meines Vaters bin. Kindsein heißt Fehler machen dürfen. Ich werde es euch nachsehn.
Vor diesem Hintergrund verlieren „Gebote“ ihren Schrecken.