Besserung

Bessert euer Leben und euer Tun, so will ich bei euch wohnen an diesem Ort.
Jeremia 7,3
Jeremia, mein Freund,
uns bessern?
Das hieße ja, es gibt etwas zu tun.
Du verlangst etwas von uns?
Gott ist doch die Liebe,
was schert ihn mein Tun?
Oder?

Stein-ein-Schlag

Lieber Gott,
Ich schäme mich.
Ich schäme mich vor dir,
für dieses Menschengeschlecht,
für die Menschen,
die auf Menschen,
die am Boden liegen,
Steine werfen,
für die Menschen,
denen jede Menschlichkeit fehlt,
für die Menschen,
die nicht bedenken,
dass ein Fels
auf sie gerichtet ist.
Vergib uns Menschen,
die andere richten und
nicht bedenken,
dass dein Gericht,
der Stein,
den wir werfen,
eines Tages auf uns
zurückfällt.

Aufmunterung

Ich werde nicht sterben, sondern leben und des HERRN Werke verkündigen.
Psalm 118,17

Ich werde nicht sterben, sondern leben und
des HERRN Werke verkünden.
Das klingt wie eine Aufmunterung.
Danke, lieber Gott.

Verkohlte Äste

Ich habe heute in den Frühling hineingehört.
Ob er anders klingt als letztes Jahr.
Nicht so bedrohlich, zerstörerisch.
Er klingt gar nicht.
Als ob er mich nichts anginge.
Wie die Stille nach einer Explosion,
wie ein in sich zusammengefallenes
Gedankengebäude.
Verglühte Sonnen erzeugen kein Bild.
Nicht eines konnte mich locken.
Mein Bitten verbrannt.
Verkohlte Äste.

Fußspuren

Vergiss es nie, lieber Gott, dass ich lebe,
war nicht meine eigene Idee,
und dass ich atme, war ein Entschluss von dir.
Vergiss es nie, dass ich lebe,
entspringt deiner eigenen Idee
und dass ich atme, ist mir eingesenkt von dir.
Vergiss es nie, was immer ich auch tu,
ist schon vorgedacht durch dich
und wenn ich fehle, liegt der Sinn bei dir.
Vergiss es nie, was größer ist als ich,
liegt allein bei dir.
Vergiss es nie, mein Leben kommt allein von dir,
und ich vertraue ganz auf dich.
Ich geb mein Bestes,
doch ich weiß, es ist oft nicht genug und
wenn die Kraft mir fehlt
baue ich auf dich.
Du bist mein Schild,
mein Schutz,
mein Heil,
mein Retter überall,
was auch geschieht,
es ist dein Gedanke,
der mich lenkt zu jeder Stund,
Du bist du,
das ist der Clou,
ja, du bist du.
Fußspuren

Warte auf nichts

Vom Baum des Himmels
sind die Wolken auf die Erde gefallen.
Das Land ist gefleckt
von großen dunklen Blättern.
In den Straßen der Traurigen
werden die Fensterrahmen
in der Farbe des Himmels gemalt,
in der Farbe der Sonne
in den lichtlosen Häusern.
Taubenschläge auf den Dächern
für ein hellgefiedertes Gestern
das nicht wiederkehrt.
Nur das Geläute am Waldrand.
Wellen von kleinen Glocken
bis in das Zimmer.
Zieh die Schuhe aus,
netze die Füße.
Warte auf nichts
als das Läuten
der kleinen Glocken
am Waldrand.
(in: Hilde Domin, Auf Wolkenbürgschaft. Gedichte)

Ernährungswechsel

An Orten, an denen wir uns ernähren können,
uns Speis und Trank schmeckt,
halten wir uns gerne auf,
fühlen uns wohl.
Jedoch, irdische Gastwirtschaften verändern sich.
Die Wirte verändern die Speisekarte,
die Qualität verschlechtert sich,
du wirst nicht mehr satt.
Schleichend bekommt uns die Nahrung nicht mehr,
die Speise liegt uns wie ein Klotz im Magen,
der Trank verätzt die Kehle,
die giftige Luft raubt uns den Atem.
Wenn Mensch das erkennt, geht er nicht einfach,
Mensch ist ein Gewohnheitstier.
Die Erinnerung an das gute Mahl
färbt das Erbrechen schön.
Die mangelnde Konsequenz bekommt Mensch nicht gut.
Er will nicht wahrhaben, dass er anstatt Manna
jetzt Schlangenfleisch serviert bekommt,
anstatt Wein sauren Essig.
So vergiftet langsam Körper und Seele.
Wie ein Alkoholiker meidet Mensch trotzdem die letzte Konsequenz,
gibt den Schlüssel zu der alten Gastwirtschaft nicht ab,
schlägt die Tür zum Zurück nicht endgültig zu.
Wovon soll man sich dann ernähren?
Wie nicht verhungern?
Wie nicht verdursten?
Selbstzerstörerisch wählt man lieber das Zurück.
Was kümmerst du dich um Speis und Trank?
Glaubst du nicht?
In der Wüste wächst Manna,
aus dem Felsen quillt Wasser.
Schärfe dein Auge, dann findest du das Brot.
Öffne die Ohren, dann hörst du die Quelle.
raff dich auf und ändere deine Ernährungsgewohnheit,
iss und trink, was Gott dir jeden Tag serviert.
Wie die Vögel am Himmel …

Zeichen und Wunder

Sie litten keinen Durst, als der HERR sie leitete in der Wüste. Er ließ ihnen Wasser aus dem Felsen fließen.
Jesaja 48,21

Gott tut Zeichen und Wunder,
auch wenn er sich über
unsern Unglauben wundert.
Seine Treue siegt.
Er lässt sein Volk nicht im Stich.