Warte auf nichts

Vom Baum des Himmels
sind die Wolken auf die Erde gefallen.
Das Land ist gefleckt
von großen dunklen Blättern.
In den Straßen der Traurigen
werden die Fensterrahmen
in der Farbe des Himmels gemalt,
in der Farbe der Sonne
in den lichtlosen Häusern.
Taubenschläge auf den Dächern
für ein hellgefiedertes Gestern
das nicht wiederkehrt.
Nur das Geläute am Waldrand.
Wellen von kleinen Glocken
bis in das Zimmer.
Zieh die Schuhe aus,
netze die Füße.
Warte auf nichts
als das Läuten
der kleinen Glocken
am Waldrand.
(in: Hilde Domin, Auf Wolkenbürgschaft. Gedichte)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..