Harmlos

Er macht’s, wie er will, mit den Mächten im Himmel und mit denen, die auf Erden wohnen. Und niemand kann seiner Hand wehren noch zu ihm sagen: Was machst du?
Daniel 4,32

Ein entscheidender Halbsatz fehlt in der Losung wieder, wahrscheinlich weil es unser Ego erschüttert:

Und alle Bewohner der Erde werden wie nichts geachtet, und nach seinem Willen tut er mit dem Heere des Himmels und mit den Bewohnern der Erde; und da ist niemand, der seiner Hand wehren und zu ihm sagen könnte: Was tust du?

Alle Bewohner der Erde werden wie nichts geachtet.
Scheint sich in manchen Ohren so bedrohlich anzuhören,
dass man diesen Halbsatz lieber unterdrückt.

Birgt dieser unterdrückte Halbsatz nicht die Erlösung?

Nichts bleibt,
nicht das Gute, nicht das Schlechte,
alles Raffen,
nach dem eigenen Vorteil suchen,
alle Unterdrückung,
um der eigenen politischen und ökonomischen Macht wegen,
all die benutzen Ellbogen,
um den anderen von dem Platz zu stoßen,
an dem man sich selbst sieht:
Alles umsonst und nur von irdischer Dauer.

Bei Gott geht es nach anderen Maßstäben
und um andere Weiten und Horizonte.
Alle menschliche Macht hat ein Ende,
alle menschliche Ungerechtigkeit,
alle menschenverursachte Schweinereien.

Mensch ist nicht gerecht, das ist nur Gott.
Wenn die Bewohner der Erde wieder wie Nichtse geachtet werden,
führt das in die Harmlosigkeit,
in das wiedergefundene Paradies.
Mensch bar jeder Möglichkeit
„harm“ anzurichten.

Paradies

Du wirst sein wie ein bewässerter Garten und wie eine Wasserquelle, der es nie an Wasser fehlt.
Jesaja 58,11

Du wirst sein wie ein bewässerter Garten,
wie eine Wasserquelle,
der es nie an Wasser fehlt.

Das Paradies,
das in uns wachsen wird,
das wir eines Tages
sein werden.

Die Aussicht
lässt jede Durststrecke
überstehen.