Seele

Achtet ernstlich darauf um euer selbst willen, dass ihr den HERRN, euren Gott, lieb habt. 
Josua 23,11
Achtet auf eure Seelen,
dass sie nicht verloren gehen,
nicht verbittern,
nicht vermüllen,
sich nicht verführen lassen,
sich nicht eintrüben,
sich nicht beirren lassen,
dass sie den nicht verlieren,
aus dem sie geboren sind.

Zuversicht

Sei du mir nur nicht schrecklich, meine Zuversicht in der Not! 
Jeremia 17,17
Schrecklich finde ich dich manchmal.
Schrecklich, wenn ich deinem Weg nicht folgen mag,
Schrecklich, wenn ich vor deiner Größe und Macht erschrecke.
Schrecke auch du, mein Gott, nicht vor mir zurück.
Schrecke nicht zurück vor meinen Schwächen und Sünden,
Schrecke nicht zurück vor meiner mangelnden Demut.
Schrecke nicht zurück
vor unseren Zerstörungen,
vor unseren Trümmern,
vor unseren Höllen.
Bleibe meine Zuversicht in aller Not.

Erkenntnis

Ja, was du durch deinen Mund verheißen hattest, das hast du durch deine Hand erfüllt, wie es jetzt am Tage ist.
1.Könige 8,24
Ja, was hast du verheißen, o Gott?
Und dazu noch durch deinen Mund?
Wo steht, was du verheißen hast?
Wer hat es wirklich gehört?
Wer kann es heute noch überprüfen,
ob du gesagt hast, was du gesagt haben sollst?
Legenden?
Positivistisch, historisch, empirisch, wissenschaftlich exakt,
ausgestattet mit neuester Technik wollen sie dir ans Leder.
Wollen sie derart bestätigt, egal in welche Richtung, entscheiden,
ob sie glauben wollen oder nicht?
Dein Wirken, deine Hand, wer hat sie je gesehen?
Sie denken sich deine Hand wie die ihre.
Die Blindheit regiert,
bei allem vermeintlichen Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnis.
Ist das deine Erkenntnis?
Sie glauben lieber an Kollege Zufall,
an ihre eigene Geistesgröße als an dich, mein Gott.
Du kennst die Litanei.
Alles in deiner Hand, alles so, wie es sein soll,
im Guten wie im Schlechten,
du trägst gelassen, dass sie die Verantwortun

Gottes Angesicht

Der HERR sprach zu Mose: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein Mensch wird leben, der mich sieht.
2.Mose 33,20
Kein Mensch wird leben, der mein Angesicht sieht.
Um mein Angesicht zu sehen, ist ein Sehen notwendig,
über das ein Mensch nicht verfügt.
Ihr denkt, um mein Angesicht zu sehen,
müsst ihr das äußere Auge bemühen.
Damit werdet ihr mein Angesicht niemals sehen.
Auf dass ihr glaubt.
Wenn wir glauben, können wir damit leben.
Wenn wir glaubend sterben, werden wir leben
und sein Angesicht schauen.

Bedenke

Du sprichst: Ich bin unschuldig; er hat ja doch seinen Zorn von mir gewandt. Siehe, ich will dich richten, weil du sprichst: Ich habe nicht gesündigt. 
Jeremia 2,35
Ihr denkt, wenn ich meinen Zorn von euch wende,
ihr seid unschuldig.
Erkennt, dass dies nicht so ist.
Ich habe nur Milde walten lassen,
hatte Erbarmen mit euch.
Denke aber nicht, du hast nicht Unrecht getan,
denke nicht, du seist ohne Schuld,
denke nicht, ich bemerke deine unrechten Taten nicht.
Denke an den Tag, an dem du dir selbst ins Angesicht siehst und dich erkennst.
Denke an den Tag an dem Bilanz gezogen wird.
Denke an den Tag der Wahrheit.

Abschied von der Kindheit

Abschiede sind schwer.
Es gibt große und kleine Abschiede.
Ein großer Abschied ist
der Abschied von der Kindheit.
Für die Mutter,
für den Vater,
für das Kind.
Abschiede heißen verlassen,
Eltern,
Geschwister,
Freunde,
die Bequemlichkeit,
die vertraute Umgebung.,
das Umsorgtsein.
Abschiede verursachen
Unsicherheit,
Bauchgrummeln,
Aufgeregtheit,
Schlaflosigkeit,
Angst.
Bei allen Beteiligten.
Ein Abschied ist immer auch ein Aufbruch.
Wer auszieht,
bricht auf,
in ein verändertes Morgen,
in eine noch im Nebel liegende, hoffentlich rosige Zukunft,
in ein Abenteuer, mit vielen Herausforderungen, und
wenn man jung ist, mit vielen Illusionen im Kopf.
Abschied habe ich heute von meinem Sohn genommen,
mit einem weinenden und einem lachenden Auge.
Er ist von zu Hause ausgerückt und in sein Studentenleben eingerückt.
Sein zartes feines weißes Milchgesicht
muss sich nun selbst in den Alltag stellen,
muss lernen, dass der Kühlschrank sich nicht von selbst füllt,
das Klopapier gekauft sein will und am Sonntag die Läden geschlossen sind.
Er wird viel lernen müssen.
Es wird anfänglich holpern.
Er wird lernen, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen.
Sicher auch Lehrgeld bezahlen.
All das wird ihm sehr gut tun.
Und das ist mein lachendes Auge,
mein lachendes Herz.
Mein Segen über dich, mein Sohn,
Gott möge dich behüten,
er möge dir den Weg zeigen, wenn du gerade verloren bist,
er möge dich erkennen lassen, wenn du fehl gehst,
er möge dich auf die alltäglichen Dinge des Lebens hinweisen, wenn du diese ignorierst,
er möge dir Menschen schicken, die du magst und die dich mögen,
er möge dir das Glück, das er dir in die Wiege gelegt hat, bewahren,
Gottes Segen sei mit dir, jeden Tag.
Amen.

7 Tage hat die Woche

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun. 
2.Mose 20,9.10
Der 7. Tag,
wann ist der, o Gott?
Alle meine Werke soll ich in 6 Tagen tun?
1.000 Jahre hat dein Tag.
Also brauche ich nicht hetzen.

Klein und Groß

Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!
Psalm 139,17
Schwer, sind deine Gedanken für mich,
schwer zu verstehen,
schwer zu vermitteln,
schwer zu ertragen, manchmal.
Ich bin zu klein, um ihre Größe wirklich zu erfassen.
Ich bin zu schwach, um sie mit ihrem ganzen Gewicht zu transportieren,
Ich bin zu wenig selbstlos, um mich ganz der Summe deiner Gedanken zu unterstellen.

Tau

Gott spricht: Ich will für Israel wie ein Tau sein, dass es blühen soll wie eine Lilie und Wurzeln schlagen wie (ein Gewächs) des Libanon .
Hosea 14,6
Blumenstreit,
Pflanzenstreit.
Gelehrtenstreit.
Wie soll Israel wachsen:
Rose, Lilie, Hyazinthe, Schwertlilie, Narzisse.
Wurzeln wie der Libanon,
Pappel, Zeder, Gewächs des Libanons?
Eitelkeiten, die da blühen.
Besserwisserei.
Ob Rose, Lilie, Pappel, Zeder oder sonst ein Gewächs,
ob etwas wächst in Gottes Land,
egal ob Acker, Weinberg, Stadt oderTempel:
Der Tau spendet das Leben,
das reine Wasser,
das nach der Nacht den Morgen bringt,
egal, welche Pflanze wir sind und
wo wir Wurzeln schlagen.

Stummer Schrei

Ich liebe den HERRN, denn er hört die Stimme meines Flehens. 
Psalm 116,1
Der Herr,
er hört meine Stimme, auch wenn sie erstummt ist,
er hört mich, wenn ich verstummt bin,
er hört jeden stummen Schrei, der aus mir dringt.
Liebe ich ihn, weil er mich erhört oder
liebe ich ihn, weil er mich hört.
Liebe ich ihn auch ohne „weil“?

24 Lichter für Verlassene

Guter Gott, unser aller Vater, sei bei denen,
die vor den Trümmern der Vergangenheit stehen,
in der Gegenwart am Untergehen sind und
kaum in die Zukunft zu blicken wagen.
Der Herr lasse sein Licht leuchten über dich,
er erhelle deinen Tag 24 Stunden mit seinem Licht,
und zünde in jeder Stunde am Tag ein Licht für dich an:
1 Licht weise dir den Weg durch den Tag.
1 Licht trockne deine Tränen.
1 Licht umhülle dich mit Wärme.
1 Licht lasse deine Trauer verblassen,
1 Licht mildere deinen Zorn.
1 Licht bringe deine Eifersucht zum Schweigen.
1 Licht heile deine Verletzungen.
1 Licht erhebe dich aus der Demütigung.
1 Licht verschaffe dir eine Atempause.
1 Licht gebe dir Kraft.
1 Licht erhelle deine Dunkelheit.
1 Licht vertreibe deine Angst.
1 Licht lasse die Zuversicht in dir nicht ausgehen.
1 Licht für das Schöne am Tag.
1 Licht für ein Lachen.
1 Licht schicke dir Menschen mit einem weiten Herz.
1 Licht erhelle deine Seele.
1 Licht, damit du weißt dass du nicht verlassen bist.
1 Licht erinnere dich daran, dass du vor Gott ganz und unbeschädigt bist.
1 Licht für die Gewissheit, dass er dich auffängt.
1 Licht für ein demütiges Herz.
1 Licht, damit du auf Gott hoffen kannst.
1 Licht, damit du sein Licht erkennst.
1 Licht, das über dir wacht, auch wenn du schläfst.
Dank sei dir, o Gott,
für dieses Lichtermeer und
gib, dass es die Dunkelheit vertreibt.

Ende des Konjunktivs

Wenn doch mein Volk mir gehorsam wäre! 
Psalm 81,14
Ja, wenn.
Auch Gott kennt den Konjunktiv
aber auch das Ende des Konjunktivs:
Am Ende wirst du, mein Volk, jubeln,
ich werde jubeln,
und wir werden gemeinsam Jubeln.
So wahr ich euer Gott bin.

Mein Volk

Sie sollen mein Volk sein, und ich will ihr Gott sein in Treue und Gerechtigkeit. 
Sacharja 8,8
Siehe,
ich will mein Volk retten,
aus dem Land des Aufgangs der Sonne, diejenigen, die leben und
aus dem Land des Untergangs der Sonne, diejenigen, die tot sind.
Alle – ausnahmslos – zählen zu meinem Volk.
Ich will ihr Gott sein, das ist mein väterlicher Wille.
Ich bin treu, auch wenn sie treulos sind,
Ich bin gerecht, auch wenn sie ungerecht sind.
Ich will in ihre Augen schauen und in ihren Augen mich sehen.
Ich will sie heimführen, an dem Tag, den ich für sie bestimme.
Ich freue mich auf den Tag, da sie alle kommen werden.
Ich freue mich auf jeden einzelnen.

Warnung

Hüte dich nur und bewahre deine Seele gut, dass du nicht vergisst, was deine Augen gesehen haben. 
5.Mose 4,9
Das ist eine Warnung an dich, o Seele,
du hast gesehen und läufst trotzdem Gefahr,
dir untreu zu werden,
dich davon zu machen,
in ein Land,
das nicht das Land ist,
das du gesehen hast.

Entlastung

Jauchze, du Tochter Zion! Frohlocke, Israel! Freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem! Denn der HERR hat deine Strafe weggenommen. 
Zefanja 3,14-15
Der Herr entlastet.
Die Felsbrocken rollen von meiner Seele
und ich bin wie neu geschaffen.

Worte wie Silber

Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
Psalm 12,7
Die Worte des Herrn.
gewogen,
geprüft,
geklärt,
zu Sätzen geschmiedet,
von Menschenverstand,
kündend von
Wahrheit,
Glaube,
Demut,
Recht,
Gerechtigkeit,
Gnade und
Erlösung.

Stachel im Fleisch

Der HERR liebt Gerechtigkeit und Recht.
Psalm 33,5

Gerechtigkeit und Recht.
Das ist der Stachel im Fleisch unseres Wohlbefindens.
Ahnen wir doch,
wissen wir doch,
wir werden diesem Maßstab niemals gerecht.