Dummer Mensch

Der HERR redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein Mann mit seinem Freunde redet.
2.Mose 33,11
So wie du mit Mose geredet hast,
so redest du auch mit mir, o Gott.
Doch, so gelehrig, hörend und nachfolgend wie Mose bin ich nicht.
Ich gehöre zum dummen Volk,
taub und
begriffsstutzig,
widerspenstig,
eigenwillig,
von mangelnder Demut –
ein dummer, armer Mensch,
der zwar das Gute will,
aber oft das Schlechte schafft.

Treue

Du sollst nicht ehebrechen.
2.Mose 20,14

Mein Gott,
der einzige Bund, der zählt,
der einzige verlässliche,
ist der ewige Bund mit dir.
Ich will ihn nicht brechen,
gib, dass ich ihn nie breche,
verlass mich nicht.

Fels

Der HERR ist mein Fels und meine Burg und mein Erretter. 
2.Samuel 22,2
Herr, du mein Fels, der nicht wankt,
mein Fels, an den ich mich klammern kann,
der mir festen Boden unter den Füßen gibt,
in dessen Tiefen ich mich bergen kann,
in dem die Quelle entspringt,
die meinen Durst stillt,
der mich birgt in seinem Schatten,
der mir ein Dach über dem Kopf gibt,
wenn ich heimatlos geworden bin,
du, meine Zufluchtsstätte,
die jedes Erdbeben übersteht.

Hiob

Gott tut große Dinge, die nicht zu erforschen, und Wunder, die nicht zu zählen sind.
Hiob 9,10
Ja, lieber Hiob, du weißt das,
du weißt, was es heißt, Gott ganz auszukosten,
mit den Dingen, die er tut und nicht zu erforschen sind,
mit all dem, das er einem zumutet,
um am Ende ganz bei ihm zu sein,
mit all dem Wunderbaren, das er tut.

Natur

Gott breitet den Himmel aus und geht auf den Wogen des Meers. Er macht den Wagen am Himmel und den Orion und das Siebengestirn und die Sterne des Südens. 
Hiob 9,8.9
In der Schönheit der Natur
lachst du, o Gott, uns an,
im Blinken der Sterne leuchtet dein Licht,
in der Tiefe des Wassers sehen wir deine Klarheit und
zwischen den Wolken reißt dein Himmel für uns auf.

Gewissen

Es ist wieder einmal Zeit für ein Gedicht von Mascha Kaléko:

Kurzer Dialog

Du und ich, lieber Gott,
wir beide wissen es,
Daß deine Welt noch lange nicht
Fertig war, als der siebente Tag
Anbrach.

Du hattest dich dazumal
Darauf verlassen,
Daß deine Geschöpfe
Gehilfen dir würden.
O weh.

Leiden läutern uns nicht,
Und durch Schaden wird man nicht klug.
Nur gerissen.
– Herr, du gabst uns die Welt, wie sie ist.
Gib uns doch bitte dazu
Das seinerzeit leider
Nicht mitgelieferte
Weltgewissen!

Oder: Resignation für Anfänger

In: Mascha Kaléko: In meinen Träumen läutet es Sturm

Gebet
Gebet

Der ungerechte Richter oder: Gebt nicht auf!

Lieber Luther,

der heutige Predigttext (Lk18, 1-8) ist mir vor drei Wochen schon einmal begegnet und zwar in einer Form, die ich sicher mein ganzes Leben nicht mehr vergessen werde. An einem Ort, an dem sein ganzer Sinn plötzlich im Raum stand. Gott hat sich quasi neben die Menschen, die es angegangen ist, auf die Kirchenbank gesetzt und hat gewirkt. Alle Beteiligten haben seine Anwesenheit verspürt. Weiterlesen „Der ungerechte Richter oder: Gebt nicht auf!“ →

Abwenden

Der HERR Zebaoth hat’s beschlossen – wer will’s wehren? Und seine Hand ist ausgereckt – wer will sie wenden? 
Jesaja 14,27
Abwenden können sich die Menschen von dir äußerlich.
Innerlich können sie dich mit Lebensmüll verdecken.
Aber abwenden, abwenden können sie dich nicht.
Du lebst in unser aller Seele,
Du streckst die Hand aus und hilfst uns ans Licht,
wenn der Müll von unserer Seele weggeräumt ist.
Abwenden, abwenden können wir dich nicht.
Abwenden, abwenden wollen wir dich nicht.

Fehlbarer Mensch

Der HERR aber, der selber vor euch hergeht, der wird mit dir sein und wird die Hand nicht abtun und dich nicht verlassen. Fürchte dich nicht und erschrick nicht! 
5.Mose 31,8
Ich weiß, mein Gott,
du bist bei mir,
du verlässt mich nicht,
wie verlassen ich auch bin,
wie schlecht es mir auch geht,
wie müde ich auch bin.
Blicke ich auf mich,
blicke ich um mich,
dann gelingt mir
das Fürchte- dich-nicht
und Erschrick-nicht
nicht immer.
Fehlbarer Mensch.

Hinterrücks

Trachte nicht nach Bösem gegen deinen Nächsten, der arglos bei dir wohnt. 
Sprüche 3,29
Hinterrücks,
das Schwert
dem Arglosen durch die Brust.
Der Arglose fällt
Und Gott fängt ihn auf.
Und der, der das Schwert führt?
Er wird, am Tag der Wahrheit,
das Schwert in der eigenen Brust fühlen.
Er selbst wird es gegen sich führen.
Und Gott fängt ihn auf.

Erhöre

Erhöre mich, HERR, erhöre mich, damit dies Volk erkennt, dass du, HERR, Gott bist und ihr Herz wieder zu dir kehrst! 
1.Könige 18,37
Nicht nur wir, auch einer wie Elia war in vielen Nöten.
Erhöre mich,
erhöre uns, Herr,
wende die Dinge in deine Richtung,
wende sie so, dass es offenbar ist,
dass du es bist,
der wirkt.

Singet dem Herrn

Lobsinget dem HERRN; denn Großes hat er getan, kund sei das in aller Welt!
Jesaja 12,5
Lobsinget dem Herrn,
denn Großes hat er getan,
Großes hat er an mir getan,
Großes tut er an mir.
Großes tut er an dir.
Herr, lass und das wertschätzen.

Phoenix aus der Asche

Ich habe mich unterfangen, mit meinem Herrn zu reden, wiewohl ich Staub und Asche bin.
1.Mose 18,27
Gott ist für uns da,
in tiefer Not und
ohne Not.
Er erhebt uns
wie Phoenix aus der Asche,
auch, wenn wir
wie ein gerupftes Huhn daherkommen.

Furcht – Menschenfurcht

Ich, ich bin euer Tröster! Wer bist du denn, dass du dich vor Menschen gefürchtet hast, die doch sterben? 
Jesaja 51,12
Am meisten müssen wir die Menschen fürchten,
die wir lieben.
Die können einem am meisten verletzen.
Dann fängst du Gott, uns auf.
Wieso räumen wir Menschen so viel Recht über uns ein?
Wer bin ich denn?
Ein verletzbarer Mensch.

Mein Gott

Der HERR, dein Gott, ist ein barmherziger Gott; er wird dich nicht verlassen noch verderben. 
5.Mose 4,31
Der Herr.
Dein Gott.
Mein Gott.
Treuer Gott
Barmherziger Gott.
Verlässlicher Gott.
In deinen Händen, mein Gott,
wird meine Seele nicht verderben,
wie sehr mich das Leben auch verdorben hat.

Gottes Geheimnis

Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. 
1.Mose 1,31
Von Anbeginn hat Gott den Menschen Augen gegeben, aber sie haben nicht gesehen,
Von Anbeginn hat Gott den Menschen Ohren gegeben, aber sie haben nicht gehört.
Von Anbeginn hat Gott den Menschen Verstand gegeben, aber sie haben ihn nicht benutzt.
Von Anbeginn hat Gott den Menschen seinen Willen geben, aber sie waren nur eigenwillig.
Von Anbeginn hat Gott den Menschen sich gegeben, aber sie haben ihn nicht gewollt.
Und doch sah Gott alles an, was er gemacht hatte, und sah dass es sehr gut war.
Und doch sieht Gott alles an, was er gemacht hat, und sieht, dass es sehr gut ist.
Wie ihm das gelingt, ist sein Geheimnis.

Gerechtigkeit

Es ströme das Recht wie Wasser und die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.
Amos 5,24
Ge-Recht-igkeit hat immer etwas mit Recht zu tun.
Ge-Recht-igkeit braucht ein Maß, an dem man misst.
Das Maß ist dein Recht,
das uns, wenn wir vor dir stehen,
erkennen lässt, was deine Gerechtigkeit ist und
uns gerecht werden lässt.
Gerechtigkeit und Recht kommen aus deiner Quelle.
Deine Gerechtigkeit und dein Recht versiegt nicht.
Deine Gerechtigkeit verhilft uns zur ursprünglichen und letzten Wahrheit.
Sie entspringt und mündet in dir.
Sie ist wie reinigendes Wasser, das Leben spendet.
Sie ist eine Lebensquelle, die uns speist.