Da dachte ich …

Da dachte ich: Ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen predigen….

Zwei begnadete Prediger,
die ihr Suject verloren haben,
ausgebrannt,
verloren.

Der eine katholischer Priester,
der andere evangelischer Pastor.

Dreieinhalb Jahre später:

Beide predigen nicht mehr.
Beide haben ihre Berufung verlassen,
beide flüchten sich von einer vermeintlichen Idylle in die nächste,
die sich dann alle faktisch als Hölle erweisen,
immer auf der Flucht,
glauben sich hinter Privatheit verstecken zu können,
sitzen ihren eigenen Lebenslügen auf,
laufen brünftig einem Leben hinterher,
von dem sie glauben,
es versäumt zu haben,
immer meinend,
noch etwas Besseres verdient zu haben,
das sie aus dem Leben herausschlagen können,
nicht erkennend,
dass sie auch nach einem
halben Jahrhundert Leben
nichts vom Leben und Lebensrealitäten
verstanden haben,
dass sie ein weiteres Mal
scheitern werden,
weil sie auf ihre eigenen
Lebenslügen hereinfallen,
die innere Stimme niederkämpfend,
die Zweifel hegt,
die vernehmbar vor dem Erdbeben warnt,
das sich tief im Innern
schon zusammenbraut und
ihre Welt ein weiteres Mal
in Trümmer legen wird.

Da dachte ich:
Ich will nicht mehr an sie denken,
weil mein Herz, denke ich an sie,
nur noch weint.

 Weinendes Herz

Unheilige Einigkeit

Sie gieren alle, Klein und Groß, nach unrechtem Gewinn, und Propheten und Priester gehen alle mit Lüge um und heilen den Schaden meines Volks nur obenhin, indem sie sagen: »Friede! Friede!«, und ist doch nicht Friede.
Jeremia 6,13-14

Friede, Friede und
Liebe, Liebe,
Phrasen dreschende
unheilige Einigkeit,
fernab jeglicher Realität.

An euren Worten werdet ihr gemessen!