Weihnachtssturmwind

Der Wind weht uns
dieses Jahr an Weihnachten
besonders stark um die Nase.

Landunter!

Als sei es eine Warnung,
dass die Deiche auch brechen können,
sind wir nicht auf der Hut.

Weichnachtssturmwind!

 Weihnachts-Sturm

Rallye Paris – Dakar

Jahreswechsel ist immer ein Zeitpunkt, um Bilanz des vergangenen Jahres zu ziehen und in sich hineinzuhören, wie das neue Jahr klingt. Ich schreibe das gern auf, um für mich klar zu werden und im Rückblick zu verstehen und einordnen zu können. Wenn ich nachlese, wie es mir vor einem Jahr gegangen ist, bin ich verwundert. Ein Jahr ist das schon her, dass ich das geschrieben habe? Kommt mir vor wie gestern, so nah ist es mir.

Das vergangene Jahr war angefüllt, immer überfüllt, und doch von einer gewissen Gelassenheit geprägt, immer von einem Tag auf den nächsten auf Gott vertrauend, dass er meinen Tag schon mit mir richten wird. Und er hat. Ausnahmslos, jeden Tag. Was will ich mehr? Meine Jahreslosung war mir ein guter Ratgeber (Hiob 11, 13-20):

Vertraue auf Gott und die Mühsal wird wie Wasser vorbeiziehen.

Beinahe hätte ich es vergessen zu erwähnen, so abgehakt ist das für mich mittlerweile: Ich bin 2015 aus der evangelischen – lutherischen Kirche ausgetreten. Nicht wegen der Kirchensteuern, sondern weil ich die Irrlehren erkannt habe, die sie verbreitet. Es war ein Austritt mit Schmerzen, aber es war ein guter Schritt. Es hat sehr zu meinem Seelenfrieden beigetragen. Im Nachhinein denke ich, es war ein Schritt, der Heilung erst ermöglicht hat, wenn auch noch die ein oder andere Wunde gelegentlich schmerzt. Auch das Teil meiner Jahreslosung 2015:

So bitte nun um Spätregen, so wird der HERR dir Gewölk machen und dir Regen genug geben zu allem Gewächs auf deinem Feld (Sacharja 10,1). Fürchte dich nicht und stärke deine Hände. Rede einer mit dem anderen Wahrheit, richtet recht, schafft Frieden in euren Toren (Sacharja 8, 13-17)

Nachdem ich 2014 die gesamte Bibel gelesen hatte, habe ich 2015 völlig ohne Bibelleseplan gelebt und – ich habe es – bewusst – genossen, nicht noch bis spät abends nach der Arbeit 5 Kapitel in der Bibel durcharbeiten zu müssen, eine Disziplin, die ich mir selbst auferlegt hatte. Jeden Abend war mir der Unterschied zum Vorjahr bewusst und auch die Disziplinlosigkeit, der ich mich hingebe, was das regelmäßige Bibellesen angeht. Es macht ein seltsames Geräusch, in diese stumme Leere hineinzuhören. Am Ende des Jahres hat die Leere mich förmlich angeschrien. Wie ein stummer Schrei meiner Seele, dass ihr etwas fehlt und sie wieder Nahrung braucht. Ich habe dieses Rufen gehört und so weiß ich, was zu tun ist.

Die Vorbereitungen laufen schon auf vollen Touren, damit ich überhaupt eine Chance habe und mich nicht überfordere. Wer den Blog verfolgt, wird es bemerkt haben. Ich habe einen neuen Bibelleseplan angefangen: Psalmen und Sprüche in 372 Tagen, ich habe schon davon berichtet. Jeden Tag einen Psalm und ein Kapitel aus Salomons Sprüchen. Die Lesefrüchte sind in der Psalmen- und Sprüchegalerie zu verfolgen. Mein Ziel ist, jeden Tag das, was für mich das Essenzielle ist,  zu teilen. Verschriftlichung ist für mich persönlich wichtig. Jeder Tag wie eine Wegmarke einen Schritt voran. Damit ich diesen kleinen Schritt auch von meinem französischen Hoteldomizil aus täglich neben meinem 13 Stundentag bewältigen kann, muss ich logistisch vorsorgen. Aber ich liebe Herausforderungen und wer mich kennt, weiß, dass ich nicht so schnell kapituliere. Das Jahr 2016 liegt vor mir wie eine Rallye Paris – Dakar. Eine gute Vorbereitung ist alles.

Schaue ich nach innen, habe ich eine Vorfreude auf das Jahr, von der ich nicht weiß, woher sie kommt. Irgendwie ein Gefühl der unbändigen Freiheit und Freude, trotz der vielen Arbeit, die auf mich wartet. Als befinde ich mich auf einem großen ruhigen strahlendblauen Wasser, ohne störende Horizonte, ohne Land. Innere Freiheit, Freiheit, die Gott als Quelle hat, ist unabhängig vom Arbeitspensum. Ganz im Gegenteil, je mehr Gottes Freiheit in einem wirkt, desto mehr scheint Gottes Größe aus einem im täglichen Alltag.

Meine Jahreslosung ist geworden: (1.Samuel 3, 16-18):

Da rief ihn Eli und sprach: Samuel, mein Sohn! Er antwortete: Siehe, hier bin ich! Er sprach: Was ist das Wort, das dir gesagt ist? Verschweige mir nichts. Gott tue dir dies und das, wo du mir etwas verschweigst, das dir gesagt ist. Da sagte es Samuel alles an und verschwieg ihm nichts. Er aber sprach: Es ist der HERR; er tue, was ihm wohl gefällt.

Was diese Jahreslosung für mich bedeutet und was sie bringen mag, das weiß ich morgen, d.h. nächstes Jahr. Ich habe aber das Gefühl, es wird ein sehr spirituelles Jahr.

PS: Was ich noch vergessen habe: Ich lese das ganze Jahr aus der Elberfelder Übersetzung von 1871, 2014 hatte ich aus der Lutherbibel 1912 gelesen. All meine Zitate und Sinnerfassung werden also aus dieser Fassung kommen. Die Sinn- Unterschiede zwischen Lutherübersetzung und Elberfelder sind schon zum Teil gravierend.

Jahres – Rallye

Mit Gottes Segen

Seltsam unbestimmt gehe ich ins Neue Jahr. Wenn ich in mich hineinsehe, sehe ich nicht viel: wenig Emotionen, wenig Erwartungen, eine Landschaft im Dämmerlicht, ohne Berg und Tal, reine Ebene.

Ein Wüstenjahr habe ich hinter mir. Ich bin dankbar, dass ich es durchwandert habe. Ohne die Einsamkeit der Wüste, das Verlassen sein oder Verlassen, wäre ich niemals den Weg gegangen, den ich gegangen bin, wäre zwischendrin abgelenkt worden, hätte der Bequemlichkeit des Denkens und Handelns Platz gelassen. Die Wüste eröffnet einem innere Horizonte, die man niemals sehen würde, wenn sie von äußeren Gebäuden und Mauern verstellt wären. In der Wüste braucht man nichts, außer?

Die Bibel, mein Bibelleseplan hat mich durch das ganze Jahr begleitet. Überall hin. Ich habe gelernt und erfahren, dass die Bibelkapitel, die ich jeden Tag gelesen habe, mir Kraft, Ruhe und Frieden gegeben haben. Was ich jeden Tag gelesen habe, habe ich gebraucht. Es hat immer gepasst und mich bei mir und in meiner Mitte gehalten. Ich habe gelernt, dass es nichts außer Gott für mich braucht. Das Jahr in der Wüste hat mich unabhängig und frei gemacht. Gott sorgt für mich. Ich habe verstanden, was es heißt, wenn Jesus sagt: Seht die Vögel unter dem Himmel an: Sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater nährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr denn sie? (Mt 6, 26).

Er hat mich dorthin geführt, wo ich hin sollte. Ich habe das ganze vergangene Jahr keinen Gottesdienst besucht, an keinem Abendmahl teilgenommen, seit der Vorweihnachtswoche keine Kirche mehr betreten. Es ist eine Art Sterben, das Absterben von etwas, was man gemeint hat, zu brauchen. Mein Jahr mit Gottes Wort allein hat mich weit abrücken lassen von Kirche, insbesondere von kirchlicher Lehre. Es hat mir einen neuen Blick, neue Einsichten, viel neues Verstehen gegeben. Ich denke nicht, dass ich dahin gekommen wäre, wenn ich weiterhin mitgeschwommen wäre. Alles hat seinen Sinn. Wenn ich konsequent wäre, müsste ich austreten, aber davor schrecke ich immer noch zurück. Auch das wird seinen Sinn haben.

Mein Leben hat sich im vergangenen Jahr komplett verändert. Ich arbeite fast nur noch im Ausland. Abgesehen von den hohen Reisestrapazen und den Auswirkungen auf meine frei verfügbare Zeit, ist die Herausforderung groß, Menschen aus anderer Kultur sind mir gegeben, ich ein Fremdling dort, mit meiner deutschen Art. Aber gerade als Fremdling findet man Gott im Nächsten, ist gezwungen, Sprach- und Kulturbarrieren zu überwinden, denjenigen, der dir gegenübersteht, genau anzusehen, sorgsam und feinfühlig mit ihm umzugehen, wie mit einem kostbaren Gut. Das ist schwer und nicht immer zu schaffen im generellen Anspruch, ohne Gott habe ich keine Chance und ich schaffe nur, was ich mit seiner Leitung und seinem Segen tue. So ist meine Jahreslosung für 2015:

Wenn du dein Herz richtest, deine Hände ausbreitest, die Untugenden von deiner Hand fern hältst und die Augen aufhebst ohne Tadel, bist du fest und brauchst dich nicht zu fürchten. Dann siehst du die Mühsal wie Wasser, das vorüberzieht, das Leben geht auf wie die Sonne am Mittag, das Finstere wird zum lichten Morgen und du tröstest dich an der Hoffnung. Du legst dich in Sicherheit schlafen, ruhst in dir und niemand kann dich aufschrecken (nach Hiob 11, 13-20).

So bitte nun um Spätregen, so wird der HERR dir Gewölk machen und dir Regen genug geben zu allem Gewächs auf deinem Feld (Sacharja 10, 1). Fürchte dich nicht und stärke deine Hände. Das ist es was ihr tun sollt: Rede einer mit dem anderen Wahrheit, richtet recht, schafft Frieden in euren Toren, denke keiner Arges in seinem Herzen wider seinen Nächsten und schwört keine falschen Eide. Dann werdet ihr zu einem Segen! (nach Sacharja 8, 13-17)

Zwischen den Jahren

Zwischen den Jahren,
Zeit innezuhalten.
Zwischen Vergangenheit
und Zukunft
Im Jetzt.

Und doch,
im Jetzt fühle ich in mir
eine Sehnsucht,
die das Morgen sucht.

Psalm 119.
Meine Augen sehnen sich
nach deinem Wort und sagen:
Wann tröstet du mich?

Zwischenstation

Rückblick

Auf das Jahr zurückblicken?
Will ich das?
Auf die Erdbeben?
Auf die Trümmer?
Auf die herumfliegenden Gesteinsbrocken?
Steingebirge,
eingewickelt in Stacheldraht.
Nein altes Jahr,
ich wein dir keine Träne nach.

Franz von Sales,
wie von dir geraten:

Ich vergrabe den Schlüssel
unter dem
untersten Felsbrocken,
schreibe mir keine Erinnerungskarte
und geh.

Felsbrocken