Dein Segen

Ich lasse dich nicht, du segnest mich denn. 
1.Mose 32,27
Suchen will ich dich,
den meine Seele liebt,
auch wenn es dauert für und für.
Ich lasse dich nicht,
bange, hoffe und warte
bis du deinen Segen gibst.
Nur dein Segen
lässt meine Wege gelingen und
bringt mich ins Leben.

Mein Geist

Wenn mein Geist in Ängsten ist, so nimmst du dich meiner an. 
Psalm 142,4
Wenn mein Geist in Ängsten ist,
nimmst du dich meiner an.
Wenn mein Geist in deinen Händen ist,
bin ich in Sicherheit.
Wenn mein Geist zu Hause ist,
bin ich mit dir vereint.

Dein Wille

Ich erkenne, dass du alles vermagst, und nichts, das du dir vorgenommen, ist dir zu schwer.
Hiob 42,2
Du vermagst alles nach deinem Willen.
Nichts ist dir zu schwer.
Ich bin es, dem dein Wille zu schwer mag werden.
In den Zeiten, in denen das so ist,
hilf mir tragen, o Herr.
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Mose

Der HERR sprach zu Mose: Du hast Gnade vor meinen Augen gefunden, und ich kenne dich mit Namen.
2.Mose 33,17
Mose, der Gratwanderer sein Leben lang.
Sterben zu Hause oder Überleben in der Fremde?
Sich ergeben oder Widerstand wagen?
Im Meer ertrinken oder in der Wüste verhungern?
Sein ganzes Leben ein Verlassen im Verlassensein.
Sein ganzes Leben ein Aufbrechen und Wagen.
Sein ganzes Leben ein Hören auf die Stimme, die nicht jeder hört.
Hörst du mich? Ja, ich höre dich. Dann tu, was ich dir sage.
Ein Folgen ein Leben lang.

Gottes Reinigung

Wasche mich rein von meiner Missetat, und reinige mich von meiner Sünde. 
Psalm 51,4
Wasche mich rein von meiner Missetat,
reinige mich von meiner Sünde.
Stecke mich in deine Waschmaschine.
Ich befürchte, es ist viel Fleckentferner notwendig,
um mir einen Persilschein ausstellen zu können.
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Ohne Worte

Die Himmel erzählen die Ehre Gottes. 
Psalm 19,2
Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes,
und alles Sein verkündet seiner Hände Werk.
Ein Tag berichtet es dem anderen,
und eine Nacht der anderen.
Keine Rede und keine Worte.
Dennoch hören wir seine Stimme, seine Botschaft,
Dennoch spüren wir sein Wirken ohne Worte.
Dennoch bauen wir auf ihn, jenseits allen Seins.

Lobpreis

Sie stimmten den Lobpreis an und dankten dem HERRN: Denn er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
Esra 3,11
Welch ein unmodernes Wort: Lobpreis.
Noch viel unmoderner: einen Lobpreis auf Gott anzustimmen.
Wissen wir überhaupt noch, was das ist, Gott loben und preisen?
Gott, dieses Abstraktum, das nicht zu fassen ist?
Gott unser Leid klagen, das kennen wir schon eher.
In Erwartung, dass er Erbarmen habe.
Seine Güte und Gnade währt ewiglich, heißt es.
Da sind wir gerne Kind, das ungeduldig auf Weihnachten wartet.
Lobpreis kommt in seiner ganzen Fülle selten aus mir heraus.
Dank schon eher, die verhaltene Variante.
Aus vollem Herzen Gott lobpreisen zu können, ist wie Weihnachten,
wenn man etwas zu verschenken hat und sich darüber freut.
Du meine Seele singe …

Gut

Du krönst das Jahr mit deinem Gut.
Psalm 65,12
Gut und Gott,
Gott und gut,
wie man es dreht und wendet,
es ist ein Synonym.
Deine Güte ist ein Gut.
Dein Recht und deine Gerechtigkeit tut uns gut,
selbst wenn wir denken,
dass du uns mit deiner Güte erstickst.
Hoffnung und Voraussicht auf dein Jahr,
auf eine Zeit, die keine Zeit mehr kennt.
Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre,
unser individueller Tag – ein absolutes Nichts der Ewigkeit.
Du krönst das ewige Jahr,
du Zuversicht aller Enden der Erde und der fernsten Meere.
Auf dich hoffe ich, du ewiges Gut ,
du Gut, das unser Fassungsvermögen von gut übersteigt.

Erben

Der HERR wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen.
Psalm 94,14
Ja, Gott, du siehst sie wohl,
unsere Verfehlungen und Sünden.
Der das Ohr gepflanzt hat,
sollte er nicht hören?
Der das Auge gebildet hat,
sollte er nicht sehen?
Gott kennt die eitlen Gedanken der Menschen
und funkt dazwischen,
belehrt uns nach seinem Willen,
um ihm uns als sein Erbteil zu bewahren,
wir sein Erbe und seine Erben.
Wenn er auf uns blickt,
muss ihm angst und bange um sein Erbe werden.
Mir auch.
Da reicht schon der Blick auf mich selbst.

Beschämt

Herr, lass den Geringen nicht beschämt davon gehen.
Psalm 74, 21

Beschämt bin ich oft,
vor dir,
vor mir,
vor dem Nächsten.

Die schamlose Tat lässt sich, wenn getan,
nicht mehr rückgängig machen.
Wir häufen so einiges an,
auf unserem Kerbholz.

Ehrlich bereuen ist der erste Schritt.
Vergib uns unsere Schuld und
hilf, dass wir vergeben können.

Unverdrossen

Danket dem Herrn und rufet an seinen Namen, verkündet sein Tun unter den Völkern.
Psalm 105, 1.
Ruft an seinen Namen.
Auch, wenn ihr denkt, dass er nicht hört.
Verkündet sein Tun unter den Völkern.
Auch, wenn es scheinbar auf taube Ohren trifft.
Und vergeßt das Danken nicht.
Auch, wenn es manchmal schwer fällt.

Reigen

Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet.
Psalm 30,12
Nehmen wir es als Hoffnungsschimmer.
Irgendwann hört die Klage auf
und meine Seele tanzt vor Freude.
Irgendwann bin ich nicht mehr in Sack und Asche,
und die Freude weicht den Tränen.
Irgendwann kommt der Tag.
Ich glaube, es ist der Tag, an dem ich sterbe.
Ich glaube, das ist der Freudentag in meinem Leben.
Irgendwann werd‘ ich endlich hingetragen
in des Hirten Arm und Schoß.
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Senkblei

Amos sprach: Ich bin ein Hirt, der Maulbeeren züchtet. Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel! 
Amos 7,14-15
Kein Zuckerschlecken.
Sie wollten nicht hören,
was Amos zu sagen hatte.
Und Jahwe sprach zu Amos: Was siehst du, Amos?
Und er sprach: Ein Senkblei.
Und der Herr sprach: Siehe, ich lege ein Senkblei an mein Volk Israel, in seiner Mitte;
ich werde fortan nicht mehr schonend an ihm vorübergehen. (Amos 7, 8)
Am Senkblei richtet sich alles aus.
Das Senkblei ist das Maß,
sein Recht und Gesetz.
Wer im Lot ist mit Gott, braucht ihn nicht fürchten.
Er wird ein Baustein in seiner Stadt.
Wer sich nicht an ihm ausrichtet,
den trifft sein Zorn.
Um die, die nicht im Lot mit Gott sind, zu sühnen,
ist Jesus gerichtet.
Er ist für unsere Unausgerichtetheit eingestanden.
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Wunder

Gottes Zeichen sind groß, und seine Wunder sind mächtig, und sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.
Daniel 3,33

Gottes Wunder,
schief beäugt in unser ach so rationalen Welt.
Welt-Wunder, Fußball-Wunder, Wunder der Technik –
an sie glauben wir gern.
Aber Gottes Wunder?

Auferstehung von Toten,
Heilung von Lahmen und Aussätzigen,
Wundersame Vermehrung von Broten?
Manna in der Wüste?
Spaltung des Meeres?

Da wundern wir uns.
Da hört unsere Gläubigkeit auf.
Lieber menschliche Wunder als göttliche Wunder.
Da fällt auch das Glauben leichter.
Menschlich ist uns realistischer als göttlich.

Und doch gibt es die göttlichen Wunder.
Jeden Tag wirkt und waltet er sie.
Jedoch, wenn Mensch Gott nicht kennt,
wie sollte er seine Wunder erkennen?

Blinde sehen keine Wunder,
Es sei denn, sie werden sehend.
Das ist dann das erste Wunder.

Glauben

Du, Gott, vergabst und warst gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte. 
Nehemia 9,17
Zu dem einen Volk bist du gnädig, barmherzig, geduldig, voller Güter.
Das andere Volk trifft dein Zorn, du bist ungnädig und vernichtest es.
Zu welchem Volk zähle ich?
Woran macht sich das fest?
Selbst wenn wir zu dem Volk zählen, bei dem du bist:
Auf dem Weg ins gelobte Land ist auch dieses Volk in allerlei Gefahren:
Es erfährt Hunger, Durst, Streit, Bedrohung, Anfechtung, es geht in die falsche Richtung, irrt, verfehlt, sündigt. Mitten darin Stimmen, die deine Stimme sind und in eine andere Richtung weisen.
Wer ist es, der mit deiner Stimme spricht und auf den wir hören sollten?
Woran macht sich das fest?
Du Gott, bist kein Gott der Vergangenheit.
Du bist auch ein Gott der Gegenwart.
Du Gott, vergibst, bist gnädig, barmherzig, voller Güte.
Woran macht sich das fest in all der Not und dem Elend?
Du Gott, bist für uns nicht zu begreifen.
Du Gott, wir können nur glauben, dass du da bist,
in aller Anfechtung, in aller Not, in allem Elend.
Ob wir das tun, daran macht sich fest, ob du da bist.
Wer an mich glaubt, wird das ewige Leben haben (Joh 3, 36)

Geburtswehen

Der HERR ging vorüber: ein großer, gewaltiger Sturm, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; aber der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Nach dem Erdbeben ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer das Flüstern eines leisen Wehens.
1.Könige 19,11-12
Es muss viel geschehen,
bevor man das leise flüsternde Wehen des Herrn hört.
Stürme muss man überstehen,
zerbrechende Fundamente aushalten,
den ganzen Menschen erfassende Erschütterungen überstehen,
im Feuersturm verbrennen.
Viel Wehe vor dem Wehen.
Wie Geburtswehen.
Derart geläutert hört man es dann,
das leise flüsternde Wehen des Herrn.

Kraftlos

HERR, du bist unser Gott, gegen dich vermag kein Mensch etwas. 
2.Chronik 14,10
Es steht etwas anders im Bibeltext nach Elberfelder Übersetzung:
Und Asa rief zu Jahwe, seinem Gott, und sprach:
Jahwe! Um zu helfen, ist bei dir kein Unterschied zwischen dem Mächtigen und dem Kraftlosen. Hilf uns, Jahwe, unser Gott! Denn wir stützen uns auf dich, und in deinem Namen sind wir wider diese Menge gezogen. Du bist Jahwe, unser Gott; lass den Menschen nichts wider dich vermögen!
Jedoch, der Mensch kann irren.
In deinem Namen, o Gott, denken wir zu handeln.
Wie oft irren wir?
Wie oft sind wir die Kraftlosen?
Wie oft fürchten wir uns vor dem Morgen?
Deshalb rufen wir aus tiefer Not zu dir:
Du bist unser Gott.
Lass uns nicht alleine.
Rette uns.

Danken

Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde. 
Psalm 111,1
Ich danke dem Herrn,
ganz im Innern,
ganz ohne Anlass,
ganz ohne Worte,
ganz für mich,
ganz für ihn.
Danke, dass du da bist.
Danke, dass ich das weiß.
Danke, dass du mir verzeihst.
Danke, dass ich dein Kind sein darf.
Danke, dass ich immer noch danken kann.
Halleluja!
Danke, dass das klingt in meinen Ohren wie Ostermorgen.
Halleluja!
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Macht

Seine Macht ist ewig und vergeht nicht. 
Daniel 7,14
Seine Macht ist ewig.
Es heißt nicht,
seine Liebe ist ewig.
Der Weichspüler,
Johannes,
ist ausgespült.
Seine Macht.
Meine Ohnmacht.
Seine Stärke.
Meine Schwäche.
Seine Macht.
Meine Stärke.
In aller Schwäche.
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