Auftrag

Der Herr sprach: Dazu habe ich Abraham auserkoren, dass er seinen Kindern befehle und seinem Hause nach ihm, dass sie des Herrn Wege halten und tun, was recht und gut ist. 
1.Mose 18,19
Auch deine Auserwählten, lieber Gott,
sind an deinem Auftrag gescheitert.
Wie soll es Otto-Normal-Mensch richten?

Träume

Wenn der HERR die Gefangenen Zions erlösen wird, so werden wir sein wie die Träumenden.
Psalm 126,1

Irgendwann führst du uns nach Hause, o Gott,
dann sind wir am Ende aller Träume,
erlöst in dir.
Und müssen nicht mehr aufwachen.

Grund

Meine Hand hat die Erde gegründet, und meine Rechte hat den Himmel ausgespannt. Ich rufe, und alles steht da. 
Jesaja 48,13
Alles, was IST,
hat den Grund in DIR,
der Himmel, der sich mir auftut,
ist bereitet von DIR.
DU und deine Rechte,
sind der Grund in mir.

Morgenröte

Herr, du kennst mich,
in jedem Winkel meines Daseins,
jedes Wort,
jedes Tun,
jeden Gedanken
kennst du,
dein Segen umgibt mich,
in meinem gesamten Sein.
Und wollte ich es auch,
ich könnte nicht vor dir fliehen,
in jedem Winkel
meines Herzens findest du mich.
Spreche ich,
Finsternis möge mich decken,
durchbricht doch dein Licht jedes Dunkel,
nehme ich Flügel der Morgenröte,
fliehe ans äußerste Ende meiner Seele,
verlässt du mich nicht,
bleibe ich geborgen in dir.
Meine Seele weiß immer von dir.
Meine Seele ruht in dir.
(nach Psalm 139)
Morgenröte

Pläne

In eines Mannes Herzen sind viele Pläne; aber zustande kommt der Ratschluss des HERRN. Sprüche 19,21
Pläne wie Rauch,
Gedanken wie eine Fatamorgana,
zerstoben im Sturmwind irgendwann im IST.
Vergiss nie, der Wind bläst
wann und wo er will.

Demutsübung

Mein Herz ist andern Sinnes, alle meine Barmherzigkeit ist entbrannt. Ich will nicht tun nach meinem grimmigen Zorn. Denn ich bin Gott und nicht ein Mensch und bin der Heilige unter dir.
Hosea 11,8.9

Du Gott, hast einen Bund mit uns geschlossen.
Diejenigen, die den Bund nicht halten, sind wir.
Den Zorn darüber musst du aushalten,
willst du uns nicht alle verderben.
Du übst deine Demut an uns.

Pilgerschaft

Rainer Maria Rilke
Dich wundert nicht des Sturmes Wucht, –
du hast ihn wachsen sehn; –
die Bäume flüchten. Ihre Flucht
schafft schreitende Alleen.
Da weißt du, der vor dem sie fliehn
ist der, zu dem du gehst,
und deine Sinne singen ihn,
wenn du am Fenster stehst.
Des Sommers Wochen standen still,
es stieg der Bäume Blut;
jetzt fühlst du, daß es fallen will
in den der Alles tut.
Du glaubtest schon erkannt die Kraft,
als du die Frucht erfaßt,
jetzt wird sie wieder rätselhaft,
und du bist wieder Gast.
Der Sommer war so wie dein Haus,
drin weißt du alles stehn –
jetzt mußt du in dein Herz hinaus
wie in die Ebene gehn.
Die große Einsamkeit beginnt,
die Tage werden taub,
aus deinen Sinnen nimmt der Wind
die Welt wie welkes Laub.
Durch ihre leeren Zweige sieht
der Himmel, den du hast;
sei Erde jetzt und Abendlied
und Land, darauf er paßt.
Demütig sei jetzt wie ein Ding,
zu Wirklichkeit gereift, –
daß Der, von dem die Kunde ging,
dich fühlt, wenn er dich greift.
Ich bete wieder, du Erlauchter,
du hörst mich wieder durch den Wind,
weil meine Tiefen niegebrauchter
rauschender Worte mächtig sind.