alle Verwundungen,
alle Verbrennungen,
alle Versalzungen,
alles Versäuerte,
alles Spitze,
alles Grobe,
alle Verachtung,
allen Schmerz
den Unmenschlichen, die ich meine,
den Ungehorsamen, die ich meine,
Die zwei Männer kamen auf mich zu. Vater und Sohn, Bruder und Patensohn. Seite an Seite. Es sind die Augenblicke, in denen man wahrnimmt, was man nicht sieht, was nicht in Worte passt. Ich habe bei ihnen Freude gesehen, einträchtige, frohe Freude. Freude, die gar nicht passen wollte zu dem Unglück vor gut 2 Wochen. Mein Bruder sah mich an, als sehe er mich zum ersten Mal. Du siehst gar nicht aus, wie ein Patient, meinte ich, als wir uns die Hände reichten. Ich sehe wieder. Die letzten zwei Tage sind seine verätzten Augen auf wundersame Weise geheilt, nicht 100%, aber so, dass er wieder sehen, erkennen, lesen kann. Den Ärzten ist das ein Rätsel.
Ich bin nur dankbar. Hier sind die Wunder, von denen manche meinen, sie gebe es nicht. Jesus macht Blinde sehend, auch heute noch. Wo seine Gnade hinfällt, ist Segen. HERR Gott, du hast meine Gebete erhört. Ich lege mich zu deinen Füßen und weine vor Dankbarkeit.
So feiern wir heute Hochzeit, der wir mit gemischten Gefühlen entgegensahen, mit doppelter Freude.
Rosen mit Dornen
So fern der Morgen ist vom Abend, lässt er unsere Übertretungen von uns sein.
Psalm 103, 12
So weit der Osten vom Westen ist,
so langmütig bist du, o Gott, mit deinen Kindern.
Mit Gott wollen wir Taten tun.
Psalm 60,14
Mein weiser Bruder ist schon sehr alt.
Er dient nur noch Gott.
Mächtige Taten,
nur aus sich heraus,
im Gebet, jeden Tag.
Er tut mehr als ich,
jeden Tag.
Kaleb sprach zu Josua: Meine Brüder machten dem Volk das Herz verzagt, ich aber folgte dem HERRN, meinem Gott, treulich.
Josua 14,8
Es gibt viel erlerntes Wissen in der Welt,
viele Wissens-Theorien,
viel Technik, um Wissen anzuhäufen,
viel, was Mensch im Glauben wanken lässt,
eingeschüchtert,
eingeschnürt,
eingeengt
von so viel Wissenschaft.
Aber das Wissen um Dich, o Gott,
ist ein Wissen,
das kein Mensch ergründen kann.
Das Aquarium hat heute Nacht das Wohnzimmer geflutet.
100 Liter Wasser haben sich Raum gebrochen.
Ein kleiner Rest ist geblieben,
gerade genug, zum Überleben für die Fische.
Rettung aus höchster Not.
Verstört schwimmen sie in ihrem Notbehelf.
Orientierungslos,
heimatlos,
eingeengt,
um Sauerstoff ringend.
Die Fische, wie ich.
um Atem kämpfend,
gerade soviel Wasser im Becken,
um nicht trocken zu fallen,
eingeengt in meinem Gefäß,
sich nach frischem Wasser sehnend,
der Freiheit und Reinheit des Urquells entgegen.
Gleichmut, des alten, grauen, müden Fadenfisches.
Fisch, am – seidenen – Faden.
Es werden Wasser in der Wüste hervorbrechen und Ströme im dürren Lande.
Jesaja 35,6
Harret des HERRN,
auch wenn ihr am verdursten seid,
irgendwann kommt die Wolke,
regnet Segen und
die Wüste grünt.
Ich bin krankgeschrieben,
ich hatte einen Unfall,
einen schweren Unfall.
Mir stockt das Herz.
Zwei Sekunden,
und das Leben ist verändert.
Du bist nicht mehr der,
der du warst.
Wo Licht ist,
ist Dunkelheit,
wo Farben waren,
nur noch grau.
Wo ist der Plan B,
habe ich fast flehentlich gefragt,
vor 5 Monaten, als unser Vater starb.
Ihr braucht einen Plan B.
Wieso weiß ich immer im Voraus,
von dem Unglück, das kommt?
Wem hilft es? Mich quält es.
Verhindern kann ich nichts.
Ich kann von ihm lernen.
Was nützt es,
rückwärts zu weinen,
hat er zu mir, fast tadelnd, gesagt,
als der Schmerz mich überwältigen wollte.
Vielleicht bekommen sie es auch wieder hin.
Wenn alles gut geht.
Wie stark ist er.
Er hat es mir selber gesagt,
nicht ausrichten lassen,
ist selbst seinen Mann gestanden,
mitten in seinem Unglück.
Mit einer unfassbaren Gelassenheit.
Von Tempo 200 auf 0.
Wer mit und in der Natur arbeitet,
ist dem Leben nahe,
kennt Unglück,
kennt Krankheit,
kennt Sterben,
lebt mit dem Wetter,
so wie es ist.
Jeden Tag.
Demütig.
Er tut, was getan werden muss,
verliert keine Zeit mit Selbstmitleid und Trauer,
regelt die Dinge, unverzüglich,
behält ohne klaren Blick den Überblick.
Und wenn ich nachdenke,
sehe ich, dass alles vorgezeichnet war.
Die Hilfe kommt vom HERRN.
Sie war schon am Keimen,
das Saatkorn gelegt.
So ist es gut, wie es ist,
du Gott, hast vorgesorgt.
Ich sehe deine schützende Hand.
Bei DIR sind wir sicher,
du birgst uns unter deinen Flügeln,
und lässt uns nicht versinken
im Dunkel der Not.