Begrenzte Sicht

Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Wenn es Abend geworden ist, so saget ihr: Heiteres Wetter, denn der Himmel ist feuerrot; und frühmorgens: Heute stürmisches Wetter, denn der Himmel ist feuerrot und trübe; das Angesicht des Himmels wisset ihr zwar zu beurteilen, aber die Zeichen der Zeiten könnt ihr nicht beurteilen. MATTHAEUS 16:2‭-‬3 ELB

Wir glauben, was wir sehen. Den ganzen Menschen in seinem Lebenslauf vermögen wir jedoch nicht zu sehen, da wir nur eine begrenzte Sicht auf die Dinge haben.

Sturm

Er verwandelt den Sturm in Stille, und es legen sich die Wellen. PSALM 107,29

Das Wetter ist wechselhaft, herbstlich, Sturmböen vor Regenschauern. Ich habe meine Brille verloren. So genau will ich gar nicht mehr hinsehen und es bezieht sich nicht nur auf das Wetter.

Und im Sturm ist plötzlich Stille und es legen sich die Wellen. ER gebietet jedem Wetter.

Überall

Herbstlaub

Siehe, gehe ich vorwärts, so ist er nicht da; und rückwärts, so bemerke ich ihn nicht; zur Linken, während er wirkt, so schaue ich ihn nicht; er verhüllt sich zur Rechten, und ich sehe ihn nicht.
Hiob 23,8-9

Gott ist überall,
auch wenn wir ihn nirgends
sehen, hören oder fühlen.

Beratungsresistenz

Der Kluge sieht das Unglück und verbirgt sich; die Einfältigen gehen weiter und leiden Strafe.
Sprüche 27,12

Manche rennen mit offenen Augen
in ihr Unglück,
das Offensichtliche verdrängend,
beratungsresistent.
Der Katzenjammer folgt auf den Fuß.

Gottes Geist

Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch.
Joel 3,1

Gottes Geist macht sehend,
die einen früher,
die anderen später.

Und es wird geschehen:
Jeder der den Namen des Herrn anruft,
wird gerettet werden.

(Joel 3,1-5)

Blinde

Der HERR macht die Blinden sehend.
Psalm 146,8

In der Elberfelder Übersetzung heißt es:

Jahwe öffnet die Augen der Blinden, Jahwe richtet auf die Niedergebeugten, Jahwe liebt die Gerechten; Jahwe bewahrt die Fremdlinge, die Waise und die Witwe hält er aufrecht; aber er krümmt den Weg der Gesetzlosen.

Gott öffnet die Augen für die ewigen Werte.
Ob wir, was wir sehen, verdrängen oder
von ihm leiten lassen,
liegt an uns selbst.

Seht

Der HERR spricht: Ich will mich zu euch wenden und will euch fruchtbar machen und euch mehren und will meinen Bund mit euch halten.
3.Mose 26,9

Seht, hier bin ich,
seht, so sorge ich für euch,
seht, so stehe ich zu euch.

Und ihr?

Wahrer Mensch

Ihr werdet den Unterschied sehen zwischen einem Gerechten und einem Ungerechten, zwischen einem, der Gott dient, und einem, der ihm nicht dient.

Maleachi 3,18
Am Ende werden alle Augen aufgetan und
der wahre Mensch kommt zum Vorschein.
Aller Betrug und Selbstbetrug wird zu sehen sein.
Der ein oder andere harte Brocken wird dabei sein.
Wer Gott dient ist im Vorteil.

Ich bin’s

Ich bin’s, dessen Hände den Himmel ausgebreitet haben und der seinem ganzen Heer geboten hat.
Jesaja 45,12

Ich bin’s, sagt uns Gott,
der den Himmel ausgebreitet hat.

Ich bin’s, sagt der Mensch,
der den Himmel erforscht
und sogar bereist hat und
wir haben dich dort nicht gefunden.

Sie haben Augen und sehen nicht
und Ohren und hören nicht.

Januar – Blicke

Ein Blick
und man sieht
Traurigkeit,
Müdigkeit,
Verlorenheit.

Ein Blick,
gequältes Lächeln,
Bedrückung
und ist nichts als
ein Blick.

Ein Blick,
der nichts sagt
und viel sieht
und ist nichts
als ein Draufblick.

Einsicht

Ein Mensch sieht, was vor Augen ist; der HERR aber sieht das Herz an.
1.Samuel 16,7

Der Mensch sieht, was er sieht.
Mancher sieht viel,
mancher hat eine Ahnung,
mancher sieht nichts.

Vor Gott macht das keinen Unterschied,
wir sehen,
was er uns sehen lässt.

Gott sieht in unser Herz,
sieht unser Wesen,
unabhängig davon,
was wir sehen.

Zwei Sekunden – und alles ist anders

Ich bin krankgeschrieben,
ich hatte einen Unfall,
einen schweren Unfall.
Mir stockt das Herz.

Zwei Sekunden,
und das Leben ist verändert.
Du bist nicht mehr der,
der du warst.

Wo Licht ist,
ist Dunkelheit,
wo Farben waren,
nur noch grau.

Wo ist der Plan B,
habe ich fast flehentlich gefragt,
vor 5 Monaten, als unser Vater starb.
Ihr braucht einen Plan B.

Wieso weiß ich immer im Voraus,
von dem Unglück, das kommt?
Wem hilft es? Mich quält es.
Verhindern kann ich nichts.

Ich kann von ihm lernen.
Was nützt es,
rückwärts zu weinen,
hat er zu mir, fast tadelnd, gesagt,
als der Schmerz mich überwältigen wollte.
Vielleicht bekommen sie es auch wieder hin.
Wenn alles gut geht.

Wie stark ist er.
Er hat es mir selber gesagt,
nicht ausrichten lassen,
ist selbst seinen Mann gestanden,
mitten in seinem Unglück.
Mit einer unfassbaren Gelassenheit.
Von Tempo 200 auf 0.

Wer mit und in der Natur arbeitet,
ist dem Leben nahe,
kennt Unglück,
kennt Krankheit,
kennt Sterben,
lebt mit dem Wetter,
so wie es ist.
Jeden Tag.
Demütig.

Er tut, was getan werden muss,
verliert keine Zeit mit Selbstmitleid und Trauer,
regelt die Dinge, unverzüglich,
behält ohne klaren Blick den Überblick.

Und wenn ich nachdenke,
sehe ich, dass alles vorgezeichnet war.
Die Hilfe kommt vom HERRN.
Sie war schon am Keimen,
das Saatkorn gelegt.

So ist es gut, wie es ist,
du Gott, hast vorgesorgt.
Ich sehe deine schützende Hand.
Bei DIR sind wir sicher,
du birgst uns unter deinen Flügeln,
und lässt uns nicht versinken
im Dunkel der Not.

Licht, im dunklen Gefängnis.

Dunkelheit

Gefängnislicht

Das Gefängnis, in dem man sitzt, kann ein reales sein, Lebenswelten, Arbeitswelten, aber auch die Gedanken, in denen man gefangen ist. Letzteres ist oft noch einengender als nur räumliche Unfreiheit. Das Sichtbare ist fassbar, das Unsichtbare nicht. Wie kann man auch im Gefängnis frei sein, leben? Kann man das lernen? Bei einem anderen abschauen?

„Wenn man Gefangener ist, weiß man nichts, ist man sich über nichts sicher. Gerade das macht das Gefängnis aus. Man hat das Vertrauen verloren. Es ist mit einem Schlag abgeschnitten. Man findet sich in einer schrecklichen Welt wieder, in der nicht mehr Bestand hat, in der das einzig gültige Gesetz von Menschen gemacht ist. Und plötzlich begreift man, dass von allen Gefahren des Universums der Mensch die schlimmste ist“. Weiterlesen „Gefängnislicht“