Lobpreis

Sie stimmten den Lobpreis an und dankten dem HERRN: Denn er ist gütig, und seine Barmherzigkeit währt ewiglich.
Esra 3,11
Welch ein unmodernes Wort: Lobpreis.
Noch viel unmoderner: einen Lobpreis auf Gott anzustimmen.
Wissen wir überhaupt noch, was das ist, Gott loben und preisen?
Gott, dieses Abstraktum, das nicht zu fassen ist?
Gott unser Leid klagen, das kennen wir schon eher.
In Erwartung, dass er Erbarmen habe.
Seine Güte und Gnade währt ewiglich, heißt es.
Da sind wir gerne Kind, das ungeduldig auf Weihnachten wartet.
Lobpreis kommt in seiner ganzen Fülle selten aus mir heraus.
Dank schon eher, die verhaltene Variante.
Aus vollem Herzen Gott lobpreisen zu können, ist wie Weihnachten,
wenn man etwas zu verschenken hat und sich darüber freut.
Du meine Seele singe …

Gut

Du krönst das Jahr mit deinem Gut.
Psalm 65,12
Gut und Gott,
Gott und gut,
wie man es dreht und wendet,
es ist ein Synonym.
Deine Güte ist ein Gut.
Dein Recht und deine Gerechtigkeit tut uns gut,
selbst wenn wir denken,
dass du uns mit deiner Güte erstickst.
Hoffnung und Voraussicht auf dein Jahr,
auf eine Zeit, die keine Zeit mehr kennt.
Ein Tag vor dem Herrn ist wie tausend Jahre,
unser individueller Tag – ein absolutes Nichts der Ewigkeit.
Du krönst das ewige Jahr,
du Zuversicht aller Enden der Erde und der fernsten Meere.
Auf dich hoffe ich, du ewiges Gut ,
du Gut, das unser Fassungsvermögen von gut übersteigt.

Erben

Der HERR wird sein Volk nicht verstoßen noch sein Erbe verlassen.
Psalm 94,14
Ja, Gott, du siehst sie wohl,
unsere Verfehlungen und Sünden.
Der das Ohr gepflanzt hat,
sollte er nicht hören?
Der das Auge gebildet hat,
sollte er nicht sehen?
Gott kennt die eitlen Gedanken der Menschen
und funkt dazwischen,
belehrt uns nach seinem Willen,
um ihm uns als sein Erbteil zu bewahren,
wir sein Erbe und seine Erben.
Wenn er auf uns blickt,
muss ihm angst und bange um sein Erbe werden.
Mir auch.
Da reicht schon der Blick auf mich selbst.

Beschämt

Herr, lass den Geringen nicht beschämt davon gehen.
Psalm 74, 21

Beschämt bin ich oft,
vor dir,
vor mir,
vor dem Nächsten.

Die schamlose Tat lässt sich, wenn getan,
nicht mehr rückgängig machen.
Wir häufen so einiges an,
auf unserem Kerbholz.

Ehrlich bereuen ist der erste Schritt.
Vergib uns unsere Schuld und
hilf, dass wir vergeben können.

Unverdrossen

Danket dem Herrn und rufet an seinen Namen, verkündet sein Tun unter den Völkern.
Psalm 105, 1.
Ruft an seinen Namen.
Auch, wenn ihr denkt, dass er nicht hört.
Verkündet sein Tun unter den Völkern.
Auch, wenn es scheinbar auf taube Ohren trifft.
Und vergeßt das Danken nicht.
Auch, wenn es manchmal schwer fällt.

Reigen

Du hast mir meine Klage verwandelt in einen Reigen, du hast mir den Sack der Trauer ausgezogen und mich mit Freude gegürtet.
Psalm 30,12
Nehmen wir es als Hoffnungsschimmer.
Irgendwann hört die Klage auf
und meine Seele tanzt vor Freude.
Irgendwann bin ich nicht mehr in Sack und Asche,
und die Freude weicht den Tränen.
Irgendwann kommt der Tag.
Ich glaube, es ist der Tag, an dem ich sterbe.
Ich glaube, das ist der Freudentag in meinem Leben.
Irgendwann werd‘ ich endlich hingetragen
in des Hirten Arm und Schoß.
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Senkblei

Amos sprach: Ich bin ein Hirt, der Maulbeeren züchtet. Aber der HERR nahm mich von der Herde und sprach zu mir: Geh hin und weissage meinem Volk Israel! 
Amos 7,14-15
Kein Zuckerschlecken.
Sie wollten nicht hören,
was Amos zu sagen hatte.
Und Jahwe sprach zu Amos: Was siehst du, Amos?
Und er sprach: Ein Senkblei.
Und der Herr sprach: Siehe, ich lege ein Senkblei an mein Volk Israel, in seiner Mitte;
ich werde fortan nicht mehr schonend an ihm vorübergehen. (Amos 7, 8)
Am Senkblei richtet sich alles aus.
Das Senkblei ist das Maß,
sein Recht und Gesetz.
Wer im Lot ist mit Gott, braucht ihn nicht fürchten.
Er wird ein Baustein in seiner Stadt.
Wer sich nicht an ihm ausrichtet,
den trifft sein Zorn.
Um die, die nicht im Lot mit Gott sind, zu sühnen,
ist Jesus gerichtet.
Er ist für unsere Unausgerichtetheit eingestanden.
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Wunder

Gottes Zeichen sind groß, und seine Wunder sind mächtig, und sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.
Daniel 3,33

Gottes Wunder,
schief beäugt in unser ach so rationalen Welt.
Welt-Wunder, Fußball-Wunder, Wunder der Technik –
an sie glauben wir gern.
Aber Gottes Wunder?

Auferstehung von Toten,
Heilung von Lahmen und Aussätzigen,
Wundersame Vermehrung von Broten?
Manna in der Wüste?
Spaltung des Meeres?

Da wundern wir uns.
Da hört unsere Gläubigkeit auf.
Lieber menschliche Wunder als göttliche Wunder.
Da fällt auch das Glauben leichter.
Menschlich ist uns realistischer als göttlich.

Und doch gibt es die göttlichen Wunder.
Jeden Tag wirkt und waltet er sie.
Jedoch, wenn Mensch Gott nicht kennt,
wie sollte er seine Wunder erkennen?

Blinde sehen keine Wunder,
Es sei denn, sie werden sehend.
Das ist dann das erste Wunder.

Glauben

Du, Gott, vergabst und warst gnädig, barmherzig, geduldig und von großer Güte. 
Nehemia 9,17
Zu dem einen Volk bist du gnädig, barmherzig, geduldig, voller Güter.
Das andere Volk trifft dein Zorn, du bist ungnädig und vernichtest es.
Zu welchem Volk zähle ich?
Woran macht sich das fest?
Selbst wenn wir zu dem Volk zählen, bei dem du bist:
Auf dem Weg ins gelobte Land ist auch dieses Volk in allerlei Gefahren:
Es erfährt Hunger, Durst, Streit, Bedrohung, Anfechtung, es geht in die falsche Richtung, irrt, verfehlt, sündigt. Mitten darin Stimmen, die deine Stimme sind und in eine andere Richtung weisen.
Wer ist es, der mit deiner Stimme spricht und auf den wir hören sollten?
Woran macht sich das fest?
Du Gott, bist kein Gott der Vergangenheit.
Du bist auch ein Gott der Gegenwart.
Du Gott, vergibst, bist gnädig, barmherzig, voller Güte.
Woran macht sich das fest in all der Not und dem Elend?
Du Gott, bist für uns nicht zu begreifen.
Du Gott, wir können nur glauben, dass du da bist,
in aller Anfechtung, in aller Not, in allem Elend.
Ob wir das tun, daran macht sich fest, ob du da bist.
Wer an mich glaubt, wird das ewige Leben haben (Joh 3, 36)

Geburtswehen

Der HERR ging vorüber: ein großer, gewaltiger Sturm, der Berge zerriss und Felsen zerbrach, kam vor dem HERRN her; aber der HERR war nicht im Sturm. Nach dem Sturm ein Erdbeben; aber der HERR war nicht im Erdbeben. Nach dem Erdbeben ein Feuer; aber der HERR war nicht im Feuer. Nach dem Feuer das Flüstern eines leisen Wehens.
1.Könige 19,11-12
Es muss viel geschehen,
bevor man das leise flüsternde Wehen des Herrn hört.
Stürme muss man überstehen,
zerbrechende Fundamente aushalten,
den ganzen Menschen erfassende Erschütterungen überstehen,
im Feuersturm verbrennen.
Viel Wehe vor dem Wehen.
Wie Geburtswehen.
Derart geläutert hört man es dann,
das leise flüsternde Wehen des Herrn.

Kraftlos

HERR, du bist unser Gott, gegen dich vermag kein Mensch etwas. 
2.Chronik 14,10
Es steht etwas anders im Bibeltext nach Elberfelder Übersetzung:
Und Asa rief zu Jahwe, seinem Gott, und sprach:
Jahwe! Um zu helfen, ist bei dir kein Unterschied zwischen dem Mächtigen und dem Kraftlosen. Hilf uns, Jahwe, unser Gott! Denn wir stützen uns auf dich, und in deinem Namen sind wir wider diese Menge gezogen. Du bist Jahwe, unser Gott; lass den Menschen nichts wider dich vermögen!
Jedoch, der Mensch kann irren.
In deinem Namen, o Gott, denken wir zu handeln.
Wie oft irren wir?
Wie oft sind wir die Kraftlosen?
Wie oft fürchten wir uns vor dem Morgen?
Deshalb rufen wir aus tiefer Not zu dir:
Du bist unser Gott.
Lass uns nicht alleine.
Rette uns.

Danken

Halleluja! Ich danke dem HERRN von ganzem Herzen im Rate der Frommen und in der Gemeinde. 
Psalm 111,1
Ich danke dem Herrn,
ganz im Innern,
ganz ohne Anlass,
ganz ohne Worte,
ganz für mich,
ganz für ihn.
Danke, dass du da bist.
Danke, dass ich das weiß.
Danke, dass du mir verzeihst.
Danke, dass ich dein Kind sein darf.
Danke, dass ich immer noch danken kann.
Halleluja!
Danke, dass das klingt in meinen Ohren wie Ostermorgen.
Halleluja!
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Fata Morgana

Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt. 
Sprüche 16,9
Unser Herz, es führt uns in die Wüste,
wenn es denkt und wenn es fühlt,
verfällt einer Fata Morgana,
die sich auflöst,
sobald man nach ihr greift.
Herz und Seele,
Geist und Körper,
der ganze Mensch,
Wohnung des Herrn.
So lenkt er Herz und Schritt.
Schickt und begleitet uns in unsere Wüste.
Ist bei uns, auch im Verdursten.

Was bin ich?

Was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten? Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir’s gegeben. 
1.Chronik 29,14
Was bin ich?
Ob wir dir viel oder wenig geben können,
alles kommt letzten Endes von dir.
Die Zeit zerfließt in unseren Händen.
Was unsere Hand vermag oder nicht vermag,
ist in deiner Hand.
Du schenkst das Leben,
du nimmst das Leben.
Ich gebe es dir aus freiem Willen.
So bitte ich, nimm es.
Was ich bin oder nicht bin, liegt in deinem Willen.

Heimwärts

Tu mir kund den Weg, den ich gehen soll; denn mich verlangt nach dir. 
Psalm 143,8
Sei da, wenn ich verstummt bin.
Sei da, wenn ich keinen Weg mehr sehe.
Sei da, wenn ich dich nicht höre.
Sei da, wenn ich stumm, blind und taub bin.
Sei da, wenn ich keine Kraft mehr habe deinen Weg zu gehen.
Sei da und ziehe mich heim zu dir.

Vergebung

Unsre Missetat drückt uns hart; du wollest unsre Sünde vergeben. 
Psalm 65,4
In der Elberfelder Übersetzung:
Ungerechtigkeiten haben mich überwältigt;
unsere Übertretungen, du wirst sie vergeben.
Glückselig der, den du erwählst und dir nahen lässt,
dass er wohne in deinen Vorhöfen!
Wir werden gesättigt werden mit dem Guten deines Hauses,
dem Heiligen deines Tempels.
(Psalm 65, 4-5)
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Geleit

Der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren Zug beschließen.
Jesaja 52,12
Das ist tröstlich.
Einer im A.
Einer im O.
Eingerahmt von Gott.
Einer, in dem ich geboren bin und in dem ich sterbe.
Einer, der den Weg vorgibt vorne und
Einer, der aufpasst, dass ich nicht verloren gehe, wenn mir die Kraft ausgeht und ich zurückbleibe.
Einer, der wacht über mir, seit im Osten die Sonne zum ersten Mal für mich aufgegangen ist.
Einer, der nicht schläft, bis sie im Westen zum letzten Mal für mich untergehen wird.
Einer, aus dessen Schoß ich ausgegangen bin und
Einer, in dessen Arme ich zurückkehren werde.
Einer, der meinen Lebenszug leitet und geleitet, mein Leben lang.

Gewürm und Schlangen

Siehe, der Himmel und aller Himmel Himmel und die Erde und alles, was darinnen ist, das ist des HERRN, deines Gottes.
5.Mose 10,14
Unter dem Himmel,
und unter dem Himmel der Himmel,
und unter dessen, was des Herrn ist,
Mensch als Wurm geboren.
Auf deinem Bauch sollst du kriechen und Erde fressen dein Leben lang (1.Mose 3, 14) ist mir in die Wiege gelegt.
Ich bin ein Wurm und kein Mensch,
ein Spott der Leute und Verachtung des Volks.
(Psalm 22.7)
Am Ende durchbohrt seine Hand die flüchtige Schlange und
am Himmel wird’s schön durch seinen Wind,
(Hiob 26, 13)
Aus dem Himmel gefallen und verweht.

Am Ende der Zeit

Er wird herrlich werden, so weit die Welt ist. 
Micha 5,3
Und er wird dastehen und
seine Herde weiden
in der Kraft Jahwes,
in der Hoheit des Namens Jahwes, seines Gottes.
Und sie werden wohnen;
denn nun wird er groß sein
bis an die Enden der Erde.
Sie wohnen unter uns,
mit uns. Vater und Sohn,
Nähren, segnen, salben uns.
Machen uns zu Königen.
Bis ans Ende unserer Zeit.
Bis ans Ende des Seins.
Über alles Sein hinaus.
Sie und wir wird aufgehört haben zu existieren.
Es wird nicht mehr zu unterscheiden sein.
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