Scherbengerichte

Du sollst den Geringen nicht vorziehen, aber auch den Großen nicht begünstigen.
3.Mose 19,15

Der ganze Vers heißt nach Elberfelder Übersetzung:

Ihr sollt nicht unrecht tun im Gericht; du sollst nicht die Person des Geringen ansehen und nicht die Person des Großen ehren; in Gerechtigkeit sollst du deinen Nächsten richten.

Scherbengerichte richtet jeder von uns an.
Blitzschnell, innerhalb von Bruchteilen einer Sekunde
fällen wir unser Urteil:
Daumen hoch oder Daumen runter,
sympathisch oder nicht,
vertrauenswürdig oder bin ich vorsichtig?
Und wir alle sind in Gefahr,
uns von Äußerlichkeiten leiten zu lassen,
der Hülle, dem Tam-Tam.
Einen gerechten Blick zu haben,
auch auf uns selbst,
ist jeden Tag eine neue Herausforderung,
erfordert Abstand nehmen von einem selbst.

Unersättliche Augen

 Schmiede nichts Böses wider deinen Nächsten, während er vertrauensvoll bei dir wohnt ( Sprüche 3,29 )

Die Gier erwächst aus unseren Augen,
die Gier nach dem Besoffenwerden,
die Gier nach Besitz,

gewachsen aus dem Ansehen der äußerlichen Dinge,
von Körper,
von Schönheit,
von Äußerlichkeit.

Die Unersättlichkeit der Augen
gebiert die Unersättlichkeit des Leibes,
gebiert die Himmel,
die sich dann als Höllen entpuppen.

Die Gier der Seele wird nicht vom Auge gestillt,
noch von einer anderen äußerlichen Schönheit.

Sprüche 27:20

https://www.bible.com/de/bible/58/pro27