Der Herr ist mein Hirte

Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Sein Segen begleitet mich in all meinem Handeln.
Er führt mich durch die Wüste, durch jedes Land.
Er teilt mit mir das Brot, gibt mir von seiner Hand.
Ich trinke den Wein, sein Geist ist bei mir,
sein Mantel umhüllt mich, damit ich nicht frier.
Sein Atem haucht Kraft ein zum Weitergehn,
bis ich das Licht seiner Hütte in der Dunkelheit seh.
Ich klopfe an, er lässt mich ein,
dann weiß ich, jetzt bin ich daheim.

Abendmahl

Lieber Luther,
ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll, dir zu schreiben, so viel bewegt mich. Ich habe ein neues Projekt angefangen. Ich will in einem Jahr die ganze Bibel lesen, nach einem festen Leseplan. Die Bibel soll mein geistlicher Begleiter auf der Reise durch das Jahr werden. Alle anderen geistlichen Begleiter sind mir irgendwie abhanden gekommen. So nehme ich den, der treu zu mir steht.
Ich kann dir nicht beschreiben, was das für ein Erlebnis ist. Du kennst das sicher. Wenn ich mein tägliches Bibelstudium beendet habe, bin ich so angefüllt, elektrisiert, aufgewühlt, dass ich kaum in den Schlaf finde. Am Liebsten würde ich alles in mich einsaugen, an meine inneren Wände kleben, so dass ich auch nicht ein Wort vergesse. Es wird nicht ausbleiben, dass ich dir von der ein oder anderen Entdeckung schreiben werde. Natürlich heißt das auch, dass ich auf anderes verzichten muss, meine Zeit umschichten muss. Wovon ich dir heute schreiben wollte, muss nochmals zurückstehen, da mich mein Dauerthema drängt, das Abendmahl, das für mich sehr wichtig ist. Notgedrungen muss ich eine Antwort für mich finden. Ich berichte dir das, auch wenn ich dein Stirnrunzeln schon vor Augen habe.
Du weißt, dass ich des Öfteren mal im Hader bin mit Kirche und ihren Vertretern. Es ist fast ein Jahr her, dass ich die Frage in den Raum gestellt habe, ob es zur Feier des Abendmahls organisierte Kirche braucht. Seither denke ich darüber nach.
Ich habe heute eine Antwort für mich gefunden. Nein, zwingend notwendig ist organisierte Kirche nicht, auch kein Pfarrer. Abendmahl ist zuallererst eine Angelegenheit zwischen mir und Jesus, zwischen mir und dem Heiligen Geist. Es ist ein transzendentes Geschehen, unabhängig vom Ort, nicht an kirchliche Personen gebunden, die den Segen der Kirche als Institution haben. Abendmahl kann dort stattfinden, wo der Heilige Geist, Jesus, anwesend ist. Umgekehrt muss er nicht bei jedem kirchlich gefeierten Abendmahl anwesend sein, er kann sich von dort auch abwenden, weggehen von Orten, an denen er einmal war, an denen nur noch Dürre und Scheinheiligkeit herrscht, da hilft aller Ritus nichts. Er kann einen auch bei der Hand nehmen und wegführen von solchen Orten. Zurück bleiben leere Kirchen. Dann ist Brot und Wein nichts als Brot und Wein. Form kann leer sein, auch wenn noch so viele Worte gemacht werden. Leere Worte, wenn Gottes Kraft dahinter fehlt.
Abendmahl kann man auch ohne Form feiern, Jesus jederzeit zu sich einladen. Er kommt, stellt sich mit dir in den Kreis, teilt mit dir Brot und Wein, segnet dich mit den Worten, die er für diesen feierlichen Augenblick vorgesehen hat, teilt mir dir sich selbst, seinen Leib und seinen Lebenssaft.
Nimm hin und iss,
das ist mein Leib,
dass er dich stärke,
dir Kraft verleihe von innen heraus,
lebensspendende Kraft.
Nimm hin und trinke,
auf unseren neuen Bund,
mit dem Saft, der aus meinem Weinberg kommt,
dass mein Wort in dich einfließe,
lebensspendender Geist.
Langsam vergrößert sich der Abendmahlskreis. Es gesellen sich diejenigen hinzu, für die ich bete, denen meine Fürbitte gilt. Welch ein Glück, mit ihnen hier zu stehen. Welch ein Glück, dieser Augenblick, auch für sie. Unsichtbar kommen mehr und mehr Menschen dazu, ein großer Kreis von Menschen, deren Gesicht ich nicht kenne. Wir reichen uns die Hände. Friede sei mit euch, sagt Jesus.
Friede sei mit dir.
Herzliche Grüße
Deborrah

Feuerzungen

Zungen wie Feuer,
lodernde Flammen.
Zungen wie Feuer,
tödliches Gift.
Zungen wie Feuer,
klingen voll Falsch.
Zungen wie Feuer,
brennen wie Salz.
Zungen wie Feuer,
belügen mit Schein.
Zungen wie Feuer,
hinterlassenverbranntes Land.
(Gedanken zu Jakobus 3)

Feuerzungen

Zungen wie Feuer,
lodernde Flammen.

Zungen wie Feuer,
tödliches Gift.

Zungen wie Feuer,
klingen voll Falsch.

Zungen wie Feuer,
brennen wie Salz.

Zungen wie Feuer,
belügen mit Schein.

Zungen wie Feuer,
verbranntes Land.

(Gedanken zu Jakobus 3)

Feuer
Feuerzungen

Seelengesang

Meine Kraft und meine Stärke ist der HERR, und er wurde mir zur Rettung.
Psalm 118,14

In der Elberfelder Übersetzung heißt es: Meine Stärke und mein Gesang ist Jah. Das ist mir gerade näher.

Meine Stärke und mein Gesang, bist du, o Gott,
meine Seele singt dein Lied,
am Morgen,
am Abend,
in der Nacht.
Untertags bin ich abgelenkt.
Da übertönt der Alltag deinen Gesang.

Das Lied, das meine Seele gerade singt:

Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude;
A und O, Anfang und Ende steht da.
Gottheit und Menschheit vereinen sich beide,
Schöpfer, wie bist du uns Menschen so nah.
Himmel und Erde erzählet’s den Heiden:
Jesus ist kommen, Grund ewiger Freude.

Jesus ist kommen, nun springen die Bande,
Stricke des Todes, die reißen entzwei.
Unser Durchbrecher ist nunmehr vorhanden;
er, der Sohn Gottes, der machet reicht frei,
bringet zu Ehren aus Sünde und Schande;
Jesus ist kommen, nun springen die Bande.

(Johann Ludwig Konrad Allendorf 1736

Weckruf

Fürwahr, er trug unsre Krankheit und lud auf sich unsre Schmerzen. Wir aber hielten ihn für den, der geplagt und von Gott geschlagen und gemartert wäre.
Jesaja 53,4
Er lud alles auf sich,
er heilte,
er lehrte,
er trug unseren Spott,
er ertrug unser Gericht über ihn.
Menschenlast.
Den Menschen erdulden.
Wir wie er.
Wir, nach seinem Bild geschaffen.

Wahrheit

All sein Tun ist Wahrheit, und seine Wege sind recht, und wer stolz ist, den kann er demütigen. 
Daniel 4,34
Alle Wege, die ich gehe, muss ich gehen,
auch wenn sie über Stolpersteine führen,
auch wenn ich mich verirre und umherirre,
auch wenn ich auf Abwege gerate.
Gott kennt die Wahrheit und weiß,
wieso mein Fuß Umwege macht.

Trost

Fürchte dich nicht, du von Gott Geliebter! Friede sei mit dir! Sei getrost, sei getrost! 
Daniel 10,19
Fürchte dich nicht,
geliebter Mensch,
auch wenn dir manches schwer fällt.
Denn vom ersten Tag an,
da du dein Herz darauf gerichtet hast,
Verständnis zu erlangen und
dich vor deinem Gott zu demütigen,
sind deine Worte erhört worden (Daniel 10, 12)

Sei getrost, last dich trösten, von dem, der unsere Seele allein trösten kann, der uns einhüllt in seinen Trost.

Verheißung

Ich will mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen; denn ich habe meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen, spricht Gott der HERR. 
Hesekiel 39,29
Es lohnt sich, den ganzen Abschnitt zu lesen (Hes 39, 23-29):
Ich werde mein Gericht halten und
alle werden erkennen, dass ich euer Gott bin.
Ihr seid ungerecht und treulos.
Ich handele an euch,
nach dem Maß, das ihr gebt,
nach eurem Vergehen.
Aber ich wende euer Geschick.
Ich achte eifersüchtig darauf,
dass mein Name geheiligt wird.
Ich werde jeden von euch heimführen.
Ihr werdet tragen,
was ihr euch selbst aufgeladen habt,
wenn ihr in meinem Land sicher,
im Vertrauen auf mich,
wohnen werdet.
Ich werde alle sammeln in meinem Land und
vor keinem mehr mein Angesicht verbergen.
Eine Verheißung.

Rebekka

Lieber Luther,

lang hat es gedauert, bis ich zu meiner ganz persönlichen Jahreslosung 2014 gefunden habe. Die Jahreslosung 2013 lass ich hinter mir, sie hat mir genug Sturm gebracht und Wasser schlucken lassen. Eigentlich steht die Losung schon länger im Raum, es hat mir nur nicht gedämmert, was mir da ins Haus steht:
Haltet mich nicht auf, denn Gott hat Gnade zu meiner Reise gegeben (1.Mose 24,56)
Ich habe diesen Spruch an das Ende meines Nachrufs auf meinen Vater gesetzt. Der Predigttext dieser Trauerfeier beinhaltete – zu meiner Überraschung – meinen Konfirmationsspruch. Lebensreisen, die sich kreuzen. Grund genug, achtsam zu sein.
Der Schlusspunkt unter den Nachruf auf das Leben meines Vaters, ist eigentlich ein Ausgangspunkt, ein Anfang, der Anfang einer Reise, für ihn und für mich.
Abraham sendet Elieser, seinen ältesten Diener und Verwalter, auf die etwa 650 km lange Reise, um bei seiner Verwandtschaft um eine Frau für seinen Sohn Isaak zu werben. Der Bote weiß nicht, wer es sein soll und wie er die Frau finden soll. So bittet Elieser, der auf Gott vertraut, Gott um ein Zeichen: Diejenige, die auf seine Bitte hin, ihm am Brunnen zu trinken geben wird und auch noch unaufgefordert die Kamele tränkt, die soll es sein. Lass es geschehen und erweise deine Gnade, betet Elieser. Er trifft Rebekka am Brunnen und es geschieht, worum er gebeten hat.
Die Brüder und die Mutter zögern, wissen nicht so recht, ob das für Rebekka das Richtige ist. Rebekka zögert nicht, will einen Schlussstrich, einen neuen Anfang: Ich will gehen, gleich. Sie geht in eine ungewisse Zukunft, sie weiß nicht wirklich, auf was sie sich einlässt. Aber, tief in ihrer Seele weiß sie, dass es richtig ist, was sie tut. Deshalb duldet sie auch keinen Aufschub: Haltet mich nicht auf. Sie weiß, was sie weiß und was sie will. (1.Mose 24)
Rebekka, die Energische, Rebekka, die Zupackende, Rebekka, die Kraftvolle. Sie weiß nicht, dass sie einem entgegen geht, der schon gebrochen ist. Dass sie das Korsett, das Rückgrat, die Energie ist, die er braucht, um weiter zu gehen. Sie weiß noch nicht, dass sie 20 Jahre warten muss, bis sie Kinder bekommt. Sie weiß noch nicht, dass ihr Mann früh erblindet, noch nichts von ihrem Betrug an ihrem Ehemann, noch nichts von ihren Enkeln, die ein Massaker anrichten, weil sie denken, ihre Schwester sei vergewaltigt worden. Vielleicht hätte sie, wenn sie gewusst hätte, was denn so alles noch kommt, doch gezögert. Deshalb ist es gut, wenn wir nicht wissen, was kommt. Es lässt uns weiter gehen, wenn wir es für richtig in uns fühlen, unbelastet der Last und des Leids, das da kommen mag.
Rebekka geht nicht alleine. Mit ihr ging Debora, ihre Amme. Die Frau, die sie gesäugt hatte, die sie mit der Muttermilch aufgesogen hatte, der Mutterersatz. Debora war immer für sie da, Debora gab Rat, Debora verhütete, was zu verhüten war. Sie verhütete nicht, dass Rebekka Jakob dazu anleitete, sich vor seinem Vater Isaak als Erstgeborenen auszugeben, wo es doch sein Zwillingsbruder Esau war. Das ist der Fingerzeig, den Gott gibt. Nicht was irdisches Recht ist, zählt, sondern was Gottes Wille ist. Esau und Jakob wuchsen beide im Mutterleib, parallel, gleichberechtigt. Die Gesetze der Gesellschaft haben sie zu Ungleichberechtigten gemacht. Gott hat eingegriffen und ein Zeichen gesetzt: Eure Gesetze sind null und nichtig, allein meine Gesetze zählen. Nach meinem Gesetz ist Jakob der Erstgeborene. Aber, ich will die List und Tücke nicht dulden, die ihm dieses irdische Recht verschafft hat, so muss er Buse tun, viele Jahrzehnte, um sein Unrecht an seinem Vater zu tilgen. Rebekka sieht ihren Lieblingssohn nach dessen Flucht nie wieder.
Das alles änderte nichts daran, dass Gott Jakob eine besondere Erwählung gab. Das Unrecht, das Rebekka getan hat, an ihrem Mann und an ihren Söhnen, nach geltendem Recht, in ihrer Gesellschaft, ändert nichts daran, dass sie trotzdem mit Gottes Segen in Gottes Willen handelte. Gott hat Gnade zu der Reise gegeben. Was scheinbar Unrecht ist, kann vor Gott Recht sein. Rebekka wandelte in all dem Zwiespalt zwischen Recht und Unrecht dennoch sicher. Debora war ihr Korrektiv. Debora nahm sie in den Arm und weinte mit ihr, wenn es kein Weiter zu geben schien, Debora tröste, Debora fand die Worte, die Rebekka weiter gehen ließen. Debora war die Frau im Hintergrund, die nur zwei Mal erwähnt ist. Am Ausgangspunkt, wenn sich Rebekka auf die Reise einlässt, und am Endpunkt, wenn Debora begraben wird an an der Träneneiche, an der Klageeiche. Immer im Hintergrund, kaum einer Erwähnung wert, aber dennoch immer im Vordergrund. Sie starb in Bethel, dem Ort, an den Gott Jakob geschickt hatte, um einen Altar für ihn zu errichten. Mit Debora verschwindet auch Rebekka aus dem Gesichtsfeld. Am Ende hatte sie alles verloren, was ihr lieb und teuer war. Und doch: Gott hat Gnade zu der Reise gegeben.
Lieber Luther, haltet mich nicht auf, Gott hat Gnade zu dieser Reise gegeben. Für mich ist es meine persönliche Jahreslosung 2014. Wohin ich aufbreche in dieses neue Jahr, weiß ich nicht. Halten wir es mit Elieser und bitten um Gnade für diese Reise.
Herzliche Grüße
Deborrah

Hochachtung

Wie sich ein Vater über Kinder erbarmt, so erbarmt sich der HERR über die, die ihn fürchten. 
Psalm 103,13
Gott erbarmt sich derer,
die ehrfürchtig sind,
vor seinem Wort,
vor seinem Willen,
vor seiner Gerechtigkeit.
Gott erbarmt sich derer,
die ihn hochachtungsvoll annehmen,
auch im Leid,
gerade im Leid.
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Verkauft

Wenn du deinem Nächsten etwas verkaufst oder ihm etwas abkaufst, soll keiner seinen Bruder übervorteilen. 
3.Mose 25,14
Kaufen und verkaufen.
Arbeitskraft.
Materielles.
Immaterielles.
Der Stärkere gegen den Kraftlosen.
Der Mächtige gegen den Machtlosen.
Der Skrupellose gegen den Hilflosen.
Übervorteilt.
Armutsberg.
Wohlstandsgefälle.
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Lebens-Zeit

Jede Sekunde beginnt eine neue Minute,
jede Minute eine neue Stunde,
jede Stunde ein neuer Tag,
jeden Tag ein neues Jahr.
In jedem Fortschreiten der Zeit
beginnt ein neues Leben.
Misslingt im Leben gerade etwas,
habe ich eine Sekunde später die Möglichkeit,
ein neues Leben anzufangen,
bis der Lebensast bricht.


Singt

Singet dem HERRN ein neues Lied, seinen Ruhm an den Enden der Erde. 
Jesaja 42,10
Beendet die alte Litanei,
die Ausflüchte,
die Entschuldigungen,
die Schönfärbereien.
Singt dem Herrn ein neues Lied,
eines, das im Herzen klingt,
eines, das von Aufrichtigkeit zeugt,
eines, das seinen Namen wahrhaftig rühmt.
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