Gottes Lasso

In Treue will ich mich mit dir verloben, und du wirst den HERRN erkennen. 
Hosea 2,22
Fürchterlich romantisch braucht man sich das nicht vorstellen. Man sollte mehr an Kreuz und Leid denken.
Wie Dietrich Bonhoeffer es in seiner Jeremia – Predigt beschrieben hat:
Dem Menschen ist ein Lasso über den Kopf geworfen und nun kommt er nicht mehr los … Er ist Gefangener, er muss folgen. Der Weg ist vorgeschrieben. Es ist der Weg des Menschen, den Gott nicht mehr loslässt, der Gott nicht mehr loswird.“
Oder, auch nach Bonhoeffer: wir werden gebunden und geknebelt hinter Gottes Streitwagen hergezogen.
Es hört sich brutal an und ist brutal. Da zitieren wir doch lieber „Von guten Mächten …“. Es macht Angst, die Furcht des HERRN. Mir fehlt gerade der Mut und vor allem die Demut. Und ich bin müde.
Lieber Gott, ein bisschen länger hättest du mir die österliche Freude lassen können.
Ich halte mir die Ohren zu und du sagst: Ich wirke, wer will’s wenden?

Guter Onkel

Ich bin, ehe denn ein Tag war, und niemand ist da, der aus meiner Hand erretten kann. Ich wirke; wer will’s wenden?
Jesaja 43,13

Ich wirke.
Ja.
Aber kaum einer glaubt es.
Kaum einer akzeptiert es.

Wer will’s wenden?
Wer kann aus deiner Hand erretten?
Niemand.

Aber es wird nicht als dein Wirken erkannt.
Entgegen allem was in der Bibel steht.
Man hebt dich gern in den Himmel,
dabei bist du mitten unter uns.

Man hat dich lieber als guten Onkel
nach unserem Willen, Gutdünken und Maßstäben,
denn als Gott nach deinem Recht und Willen

Wir denken dich als guten Gott dort und
alles Schlechte auf Erden ist der Mensch hier,
aber nicht du.

Nach wessen Willen wurde dein Volk nach Ägypten verschleppt
und in die babylonische Gefangenschaft geführt?
Nach wessen Willen musste Jesus sterben?

Wo bist du, wenn nicht im Menschen hier?
Wo willst du wirken, wenn nicht im Alltäglichen hier?
Wer will dein Wirken nach dem eigenen höchst beschränkten Maßstab beurteilen?

Demut vor dir ist die Stärke der Menschen nicht.
Ich danke dir für dein
Ich wirke, wer will’s wenden.

Segensbitte

Ich danke dir, Gott,
Ich bitte dich, Gott,
sei mit uns in unserem Leben.
Ich lobe dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
so höre doch unser Beten.
Ich ehre dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
beende all unsere Fehden.
Ich fürchte dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
erbarme dich unserem Flehen.
Ich anbete dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
so trockne unsere Tränen.
Ich bewahre dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
beschütze unsere Seelen.
Ich preise dich, Gott,
ich bitte dich, Gott,
Sei mit uns auf unseren Wegen.
Ich grüße dich, Gott,
Ich bitte dich, Gott,
So gib uns deinen Segen.

Ich bin der HERR

Ich bin der HERR, dein Gott, und du solltest keinen andern Gott kennen als mich und keinen Heiland als allein mich. 
Hosea 13,4
Das ist schon ein Wort:
Ich bin der HERR, dein Gott.
Ich bin der HERR heißt,
ich sage, wo es längs geht,
ich bin der, der die Herrschaft ausübt.
Das heißt im Umkehrschluss,
ich erwarte, dass du dich mir unterwirfst.
Können oder wollen wir uns das so zumuten?
So alles aus der Hand geben?
Nur auf das Wort hin, das wir aus der Bibel kennen?
Rein aus Glauben an das Wort?
In der heutigen Zeit?
Es ist der Klang des Wortes,
das du in deiner Seele hörst.
Nur wenn du diesem Ruf folgst,
gerne und aus freiem Willen.
Dann bin ich dein Heiland.
Das ist das Wort.

Gelebte Harmonie

Mir ist mittlerweile eingefallen, wie dem scheuen Huhn zu helfen ist, damit es nicht verhungert. Auch Hühner scheinen sich an Nähe gewöhnen zu können.
Bei meinem sonntäglichen Kirchgang komme ich immer an einem eingezäunten Garten mit einem kleinen Häuschen vorbei. Der Garten ist winzig und hat ausgetretene Wege. Er gehört einem alten Ehepaar. Es ist nicht reich. Alles sieht sehr bescheiden aus, schmucklos, aber nicht heruntergekommen.
Das alte Ehepaar hat zwei Hühner. Bei Wind und Wetter ist es, dick eingemummelt und mit Kapuze auf dem Kopf, im Garten unterwegs und spricht beruhigend mit seinen zwei Hühnern. Oft hat jeder ein Huhn im Arm, streichelt es liebevoll und wandert stundenlang mit ihm ohne Hast, ruhig und bedächtig den ausgetretenen Rundweg im Garten entlang.
Es ist ein sehr anrührendes Bild, in welcher Eintracht und welchem Gleichklang die Zwei Tag für Tag dieses Liebeswerk an den zwei Hühnern und aneinander vollbringen. Sie leben in einem eigenen Kosmos und ihre Liebe und Ruhe strahlt auf die Hühner aus und gibt ihnen Vertrauen.
Ich wage kaum hinzuschauen, um sie nicht zu stören. Wenn ich die Zwei spazieren sehe, außerhalb ihres Gartens, laufen sie genauso bedächtig, harmonisch nebeneinander, als ob in ihnen die gleiche Melodie erklingt.
Manche sagen wohl, die haben einen an der Klatsche. Ich denke das nicht. Sooft ich an diesem Gleichklang vorbeigehe, könnte ich fast weinen, so sehr berührt es mich. Ich finde nicht die richtigen Worte, um zu beschreiben, was ich da sehe. Ein Stück klingende, bescheidene, zufriedene Harmonie in Gottes Schöpfung, die bis zum Kirchgänger ausstrahlt. Ein Pflänzlein im Verborgenen. Wahrscheinlich ist es Gottes Strahlen, von dem ich am Vorübergehen auch noch etwas abbekomme.
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Lämmer und Schafe

Tut kund unter den Völkern seine Taten, verkündet, dass sein Name erhaben ist! 
Jesaja 12,4
Wer kann sich angesprochen fühlen?
Simon Jona, hast du mich lieb? Weide meine Lämmer.
Simon Jona, hast du mich lieb? Weide meine Schafe.
Simon Jona, hast du mich lieb? Weide meine Schafe.

(Joh 21,15 ff)
Ja, und Simon Jona, es sind nicht nur Worte, es sind auch Taten, die von dir in meinem Namen verlangt werden.
Was sind Lämmer, was sind Schafe?
Gehet hin; siehe, ich sende euch als die Lämmer mitten unter die Wölfe.
 Lukas 10.3
Wortverkünden ist nicht einfach:
.. ein anderer wird dich gürten und dich hinführen, wo du nicht hin willst (Joh 21, 18)
Heißt also:
Ihr, die ihr mein Wort verkündet, seid die Lämmer.
Gebt acht: Ihr werdet unter Wölfen sein und man wird euch schlachten, d.h. mit Worten niedermachen, verachten, belächeln, verfolgen, töten. Ein anderer wird euch dorthin  führen wo die Schafe sind,. Dort ist aber nicht  immer Wohlsein für euch.
Die ihr aber hüten, mein Wort und meine Taten verkünden sollt, das sind die Schafe. Sie wissen es nicht besser, was sie tun. So behandelt sie wie ein guter Hirte, lauft jedem verlorenen Schaf nach, auch wenn es mühsam ist.

Die Amaryllis blüht

Liebste Amaryllis,
was hattest du ein traurig Dasein.
Nichts als trockene Erde
einsam auf der Fensterbank.
Seit Jahren wähnte ich dich tot,
unansehnlich ohne Grün,
nichts Attraktives war an dir.
Doch irgendwas hat mich gerührt,
so hatte ich Mitleid mit dir
und dich gelassen wo du bist.
Hin und wieder gab es Wasser,
wenn du sicher schon
halb am verdursten warst.
Heute fällt mein Blick auf dich,
und ich bin wie hypnotisiert:
Du weihnachtlicher Ritterstern
stehst in vollem Rot vor mir.
Heut ist Ostern, liebste Amaryllis,
du bringst Weihnachten an Ostern
in deiner roten Pracht zu mir.
Ich danke dir, du Liebe,
für dieses unerwartete Geschenk,
Wie soll ich es nur nehmen,
was ist das für ein Wink?

Aufgescheuchtes Huhn

Manchmal reagieren wir wie ein aufgescheuchtes Huhn.
Plötzlich hebt sich der Kopf,
irgendwas Ungewohntes ist in der Nähe.
Huhn wittert Gefahr.
Instinktiv setzt der Fluchttrieb ein:
Huhn nimmt seine Beine in die Hand
und flattert eilends davon.
In sicherer Entfernung
schaltet Huhn wieder auf Normalmodus
und sieht die Bescherung:
Es hat die Fütterung verpasst.
Besorgt denkt Huhn an morgen.
Wie werde ich bloß satt?

Die Forsythie

Österliche Freude
kommt aus einer Schicht,
die sich nur schwer beschreiben lässt.
Ich schau zum Fenster raus,
die Sonne lacht,
kein Wölkchen trübt den Himmel.
Mein Blick kommt aus dem Innern,
ich spüre wie die Sonne
mich durch die Fensterscheiben wärmt.
Der Frühling ist spät dran,
doch kaum zu übersehen,
er liegt ganz einfach in der Luft.
Vor mir Forsythien.
Die Knospen fangen an zu wachsen.
Noch lassen sie ihr Gelb nicht blitzen.
Die Forsythie denkt,
lieber noch ein paar Tage warten,
der Wind weht kalt und in der Nacht ist es noch frostig.
Eine Nasenspitze streckt sie aber schon heraus,
vorsichtig, als wolle sie die Lage testen,
Noch traut sie nicht dem ungewohnten Licht.
Die Sonne lässt sich davon nicht irritieren.
Sie strahlt und strahlt und strahlt und
die Forsythie treibt Blüten.

Helden

Der HERR ist bei mir wie ein starker Held. 
Jeremia 20,11
Mit Helden ist das so eine Sache.
Sie sind meist die falschen Götter.
War Jesus am Kreuz ein starker Held?
Oder uns zum Zeichen ein schwacher?
Gott hat am Kreuz gelitten.
Heldenhaft?`
Heldenkraft?
Mit Helden ist das so eine Sache.
Oder vielleicht so?
Der HERR ist ein starker Helfer, der immer für mich ficht.

Nachösterlicher Appetithappen

Lieber Luther,
ich hatte dich ja schon gefragt, wo wohl Jesus am Karsamstag war. Eine vergleichbare Frage stellt sich für die Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt. Er scheint irgendwie da und doch verschwunden.
Angeregt zu diesem Nachdenken wurde ich von meinem weisen Bruder. Er hat mich gefragt, während eines langen und schönen Spaziergangs. Ich konnte ihm so spontan nicht antworten und habe ihm eine Antwort versprochen, sobald die Zeit da ist, also jetzt. Es ist schon einige Monate her und seither denke ich darüber nach. Mal sehen, wie die Antwort ausfällt.
Liebe, Glaube, Vertrauen heißt der Dreiklang, mit dem eine Antwort auf die Frage zu finden ist, was Jesus zwischen Ostern und Himmelfahrt gemacht hat. Je nach Evangelium wird es etwas anders beschrieben.
Eins ist aber immer gleich: Es ist zwar fast unglaublich nach all der Zeit mit Jesus, aber den Jüngern fehlte es an Glauben. Nicht erst seit Jesus physisch gestorben war, auch schon vorher. Jesus hat das immer beklagt und auch versucht, seine Jünger darauf vorzubereiten, dass sie nun bald ohne seine körperliche Präsenz auskommen müssten. Es hat leider nicht gefruchtet.
Es ist kein Zufall, dass der Auferstandene und die Botschaft von der Auferstehung zuerst Frauen erreichte (Luk 24,1ff; Joh 20, 1ff), die Botschaft erreichte das Herz der Frauen, sie zogen nicht in Zweifel was sie hörten: „Und sie gedachten an seine Worte“ (Luk 24,8). Sie wussten etwas in ihrem Herzen, das kein Verstand kennt, sie liebten und vertrauten.
Also laufen die Frauen zu den Männern und bringen die Botschaft von Jesu Auferstehung. „Und es deuchten sie ihre Worte eben, als wären’s Märlein, und sie glaubten ihnen nicht.“ (Luk 24, 11). Petrus, der immer forsche, wunderte sich. Mehr nicht (Luk 24, 12; Joh 20, 6). Und bei Markus (16, 11) steht: „Und diese, da sie hörten, dass er lebte und wäre ihr erschienen, glaubten sie nicht“. Eine Ausnahme gibt es, der Jünger, den Jesus liebhatte, Johannes, er sah in das Grab hinein, sah auch dass es leer war und „glaubte es“ (Joh 20, 8). Johannes hat auch mit dem Herzen gesehen und deshalb geglaubt.
Die Männer in seiner Jüngerschar waren ein schwerer Brocken für Jesus. Ausgerechnet denjenigen, die sein Wort weitertragen sollten, mangelte es an Glauben. Wie sollten sie da auf andere überzeugend wirken? Jesus wusste es schon vorher. Deshalb musste er noch ein kleines Weilchen bleiben. Die Männer glaubten mit dem Verstand. Was sie sahen, glaubten sie, was sie nicht sahen glaubten sie nicht.
Im Johannesevangelium steht: „sie wussten die Schrift noch nicht, dass er von den Toten auferstehen müsste“ (Joh 20, 9). Besser müsste es heißen, sie verstanden die Schrift noch nicht, denn Jesus hat ihnen vor seinem Tod nichts als die Schrift ausgelegt. Aber das ist nicht das Kernproblem und trifft den Punkt nicht wirklich.
Das Problem Jesu mit den Jüngern war der Glaube und Jesus sagte es ihnen auch auf dem Weg nach Emmaus, wie so oft in seiner direkten, schonungslosen Art: O ihr Toren mit euren trägen Herzen, wieso glaubt ihr nicht, was bei den Propheten geschrieben steht. Man hört ihn innerlich stöhnen: Wie oft habe ich euch gesagt, dass die Schrift erfüllt werden muss? Und noch einmal erklärte er es ihnen. Die Jünger hörten und hörten doch nicht, sie verstanden einfach nicht, was er sagte.
Jesus musste in der Zeit zwischen Ostern und Himmelfahrt bei den Jüngern den Glauben in ihrem Herzen stärken. Sie mussten lernen ohne ihn auszukommen. Er war nun schon gestorben, das heißt nicht mehr im irdenen Leben. Den Jüngern erschien er sozusagen noch häppchenweise, als Appetithappen, um ihnen klar zu machen: Alles was ich gesagt habe, ist wahr, aber ihr müsst es glauben, auch wenn ihr mich nicht mehr seht, wenn ich keine Wunder vor euren Augen mehr vollbringe. Dass ihr mich, bis ich endgültig zu meinem Vater aufsteige und euch endgültig aus den sichtbaren Augen gehe, nochmals sichtbar wahrnehmen könnt, ist ein Wunder das ich tue, um euch in den rechten Glauben zu bringen. Ihr braucht den Glauben im Herzen, damit ihr denen, denen ihr mein Wort weitertragen sollt, glaubwürdig erscheint.
Jesu sagt nicht umsonst, ihr habt „träge“ Herzen. Er will ihnen sagen, ihr müsst euer Herz bewegen, ihr müsst mich in eurem Herzen finden, nur dort werde ich zukünftig noch für euer inneres Auge sichtbar sein. So bewahrt mich in eurem Herzen und glaubt was ich euch verkündet habe.
Zur Bekräftigung isst Jesus mit ihnen Brot und Fisch, lässt sich quasi von ihnen bildlich aufessen, damit ihr Glaube endlich innerlich werde (Luk 24, 41ff oder Joh 21, 12ff). Er lässt sie seinen Leib aufessen mit Brot, damit der Glaube bei den Jüngern von außen nach innen kommt, physisch verinnerlicht wird, da Jesu leiblich sichtbar als Glaubensanker nicht mehr zur Verfügung stand. Jedes Abendmahl ist eine solche Erinnerung an das innerliche Vorhandensein Jesu in unseren Herzen. Erst durch diesen bildlichen Akt Jesu wurden „ihre Augen“ (Luk 24, 31) und ihr Verständnis (Luk 24, 45) geöffnet.
Zusammengefasst ist all dies in Jesu Standpauke an den ungläubigen Thomas: „Dieweil du mich gesehen hast, Thomas, so glaubest du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben“ (Joh 20, 29).
Ohne diese Zeichen und diese nachösterliche Stärkung und Bekräftigung durch Jesus, wären die Jünger nicht in der Lage gewesen, Jesu Wort wirklich weiterzutragen. Zu ungläubig, zu wenig sehend, zu wenig verständig wären sie gewesen. Sie waren entmutigt, verloren, verängstigt. Sie verkrochen sich vor den Juden, anstatt dass sie in die Welt hinaustraten, um zu predigen (Joh 20, 19). Die Gottesherde hatte ihren sichtbaren Hirten verloren und war deshalb völlig konfus, ungläubig. Jesus musste sie erst wieder versammeln, ihre ängstlichen Herzen einsammeln und ihren Glauben in ihrem Herzen sammeln, auf dass sie fest und innerlich im Glauben werden, um ihrer Mission gewachsen zu sein.
Lieber Luther, ich glaube, das ist auch eine Botschaft an uns für die Nachosterzeit. Das große Fest der Auferstehung ist vorbei, das Schwere liegt vor uns: das Glauben. Aber haben wir immer die richtige Sammlung im Herzen, dass wir auf Gottes Wort dort auch hören, dem Glauben schenken, was wir dort hören und entsprechend handeln?
Vielleicht sollten wir die Zeit bis Himmelfahrt nutzen und auf unsere Sammlung im Herzen achten. Eine stillere Zeit, als ich eigentlich dachte. Die Herausforderung im Glauben ist nach Jesu Tod größer als vorher, als er noch Mensch war. Leiden wir nicht oft unter der Jüngerkrankheit? Jeder prüfe sich selbst, es gibt keinen anderen in diesem irdischen Leben, der das für einen tun kann. Ich wünsche dir viel innere Sammlung, die allen Anfechtungen widersteht,
Mit österlichen Grüßen
Deborrah

Rabbuni?

Ostern ist,
wenn du
das Kreuz hinaufschaust,
und der Gekreuzigte dich anlächelt.

Ostern ist,
wenn du,
durch alle Schleier der Trauer hindurch,
im Klang deines Namens
die Stimme des Auferstandenen erkennst.
(P. Jonathan Düring OSB )

Ostern ist,
wenn deine
Seele vor Freude und Dankbarkeit weint.

Allelujah, Allelujah, Allelujah

Rabbuni

Ostergebet

Habe deine Lust am HERRN; der wird dir geben, was dein Herz wünscht. 
Psalm 37,4
O Haupt voll Blut und Wunden,
du hast an mich gedacht,
du hast mein Herz genommen
und hast es klar gemacht.
O Haupt voll Blut und Wunden,
bleib bei mir jetzt und heut,
hast mir die Schuld genommen
und ich hab tief bereut.
O Haupt voll Blut und Wunden,
du hast für mich geweint,
mir meine Dunkelheit genommen
und mich mit dir vereint.
O Haupt voll Blut und Wunden,
mach dass das Glück mir lacht,
hast unter deinen Schutz genommen,
die du mir zugedacht.
O Haupt voll Blut und Wunden,
du hast das Licht entfacht,
das mir im Leben war genommen,
und hast das Glück gebracht.
O Haupt voll Blut und Wunden,
bleib bei uns allezeit
hast unsere Hand genommen
und gibst uns das Geleit.

Lebensmelodie der Bärenraupe

Eine Ostergeschichte

Keine Chance. Sechs Meter Asphalt. Zwanzig Autos in einer Minute.
Fünf Laster. Ein Schlepper. Ein Pferdefuhrwerk.
Die Bärenraupe weiß nichts von Autos. Sie weiß nicht, wie breit der Asphalt ist.
Weiß nichts von Fußgängern, Radfahrern, Mopeds.
Die Bärenraupe weiß nur, dass jenseits Grün wächst. Herrliches Grün, vermutlich fressbar.
Sie hat Lust auf Grün. Man müsste hinüber.
Keine Chance. Sechs Meter Asphalt.
Sie geht los. Geht los auf Stummelfüßen.
Zwanzig Autos in der Minute.
Geht los ohne Hast. Ohne Furcht. Ohne Taktik.
Fünf Laster. Ein Schlepper. Ein Pferdefuhrwerk.
Geht los und geht und geht und geht und kommt an.

Die Bärenraupe weiß nichts von Autos, Lastwagen und Pferdefuhrwerken, die einen überfahren könnten.

Sie ist mutig ohne zu wissen, dass sie mutig ist.

Bärenraupe in Menschfell hat einen Kopf zum Denken. Der sagt, ich hab Angst.
Bärenraupe in Menschenfell hält nach einem Ausschau, der mit ihr geht.
Bärenraupe in Menschenfell sieht sechs Meter entfernt eine andere Bärenraupe.
Bärenraupe in Menschenfell denkt, das ist gut, da lauf ich hin.
Bärenraupe in Menschenfell auf der anderen Straßenseite denkt das Gleiche.

Beide Bärenraupen in Menschfell laufen los.
Es kommt ein Pferdefuhrwerk.
Bärenraupe in Menschfell weicht aus.

Zwei Bärenraupen in Menschenfell laufen aufeinander zu und verfehlen einander.

Bärenraupe in Menschenfell steht auf der einen Straßenseite.
Bärenraupe in Menschenfell steht auf der anderen Straßenseite.
Beide Bärenraupen in Menschenfell weinen.

Sehnsüchtig geht der Blick über die Straße ins Grün auf der anderen Straßenseite.

Bärenraupe denkt: Bärenraupen in Menschenfell haben es gut, die können reden.
Bärenraupe weiß nichts von Bärenraupen in Menschenfell.

Bärenraupe in Menschenfell gibt nicht auf.
Bärenraupe in Menschenfell denkt:
Hoffentlich kommt dieses Mal kein Lastwagen

und

läuft voller Hoffnung wieder los.

PS 10. April 2014: Die Bärenraupe hat sich umsonst abgemüht. Es kam ein Panzer. Er hat sie unerbittlich platt gemacht. Es gab für sie kein Entkommen.

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