7 Tage hat die Woche

Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun. Aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HERRN, deines Gottes. Da sollst du keine Arbeit tun. 
2.Mose 20,9.10
Der 7. Tag,
wann ist der, o Gott?
Alle meine Werke soll ich in 6 Tagen tun?
1.000 Jahre hat dein Tag.
Also brauche ich nicht hetzen.

Determination – Selbstbegrenzung

Lieber Luther,
heute fasse ich ein heißes Eisen an. Angeregt wurde ich dazu durch eine Frage bei glauben 2017, an deren Beantwortung sich bis jetzt noch keiner gewagt hat. Es ist die Frage nach der Determination, unserer Determination durch Gott und – anscheinend entgegenstehend – unsere Willens-, Handlungs-, Entscheidungsfreiheit.
Das ist eine hochphilosophische Frage mit vielen Antworten. Eine letztendliche „wahre“ Antwort gibt es nicht. Die Art der Beantwortung der Frage hängt daran, wie man sich zur „Determination“ stellt, welchen Schulen und Denkmustern man folgt. Das heißt, unsere Antwort ist schon von unseren – bewussten oder unbewussten – Prägungen und Festlegungen geprägt. Im Folgenden ein paar Denkanstöße.
Existiert „Welt“ tatsächlich in Ursache mit zwangsläufigen Folgen und Wirkungen oder ist das nur ein Denkschema menschlichen Ursprungs? Eine Hilfskonstruktion, um die Welt für uns erklärbar zu machen? Damit wir die Macht (oder Herrschaft?) über die Welt nicht verlieren? Weil uns das Angst macht, die Macht über die Welt zu verlieren? Ist das nicht ein Denkkonstrukt, das unsere Denkfreiheit einschränkt und in einer Weise kanalisiert, die uns den Blick auf das Universale, auf Gott, verstellt? Brauchen wir auf alles Antworten? Wieso? Gott ist metaphysisch. Jede Antwort, die ihn betrifft, lässt sich empirisch nicht überprüfen. Muss mich diese Diskussion, um Determination überhaupt interessieren oder determiniere ich mich da nicht selbst?
Geht das überhaupt: vollkommene Willens- und Entscheidungsfreiheit? Die neuere Hirnforschung sagt, vollkommene Willensfreiheit gibt es nicht. Sind wir nicht geprägt schon vom Mutterleib an, vom ersten Augenblick meines Entstehens? Werde ich eine Frau oder ein Mann? Habe ich das entschieden? Nein? Wer dann? Zufall oder höherer Wille? Muss ich das entscheiden? Wer zwingt mich dazu?
Die Frage ist also, wenn Gott ist, wenn Gottes Wille ist, wenn ich aus Gott komme und am Ende wieder ganz mit ihm vereint bin, wenn Gott in mir ist und er meine Wege leitet, bin ich dann von ihm bestimmt? Ist das, was ich tue in meinem Willen oder in seinem Willen? Bin ich seine Marionette, sein Werkzeug? Wo bleibt da meine Willens- und Handlungsfreiheit? Bestimmt Gott oder bestimme ich, was ich tue und lasse? Gibt es da eine feste Ursache – Wirkungsabfolge? Beten wir nicht „dein Wille geschehe“? Um die Frage auf den Punkt zu bringen: Ist Gott Ursache, bin ich vorherbestimmt Folge und im meinem Willen, meinen Entscheidungen und in meinem Handeln so bestimmt, das mein Leben genau so abläuft, wie es abläuft oder habe ich da auch noch eine Möglichkeit mitzubestimmen? Wobei man fragen kann, wieso ist das so wichtig für uns, dass wir selbst bestimmen? Dieser Frage will ich aber jetzt nicht nachgehen.
Diese Fragen nach der Determination hängen wie ein Damoklesschwert über dem Gläubigen. Soll ich Glauben Gott ist Realität oder ist er ein menschliches Konstrukt, um unser Wohlbefinden zu verbessern, etwas, an das wir uns klammern können, um uns von unserer Verantwortung für das Hier und Jetzt davonzuschleichen und uns die Angst vor dem Nichts nach dem Tod zu nehmen?
Gott ist unser Ausgangs- und Endpunkt. Heißt das zwangsläufig, wir sind von ihm in all unserem Tun, Entscheiden und Handeln von ihm bestimmt? Das das was ist, zwangsläufig so ist und nicht anders sein kann. Oder ist es nicht so, dass ich aus freiem Willen ihm nachfolge, Jesus nachfolge. Das Bild von Gott als Vater hilft uns bei dieser Nachfolge, da wir – idealerweise – mit Vater Liebe und Sorge verbinden. Ob Vater oder Mutter spielt hier absolut keine Rolle. Das ist eine Prägung auf „Eltern“, die schon im Mutterleib beginnt. Nicht nur wir, sondern auch Tiere haben sie. Gott ist mein freier Wille, meine freie Entscheidung, mein freies Handeln. Alles an Gott und meinem Verhältnis zu Gott ist eben nicht determiniert, sondern ist vollkommen frei. Ich muss nicht an ihn glauben, ich muss ihm nicht nachfolgen. Auch in der Art, Gott zu denken, bin ich vollkommen frei. Keiner kann mich zwingen, einem kirchlichen Dogma, einer Lehrmeinung zu folgen, keiner kann mich zwingen für wahr zu halten, was in der Bibel steht. Ich bin darin frei und eben nicht determiniert. Ein Blick in die Realität zeigt, dass das auch der Lebenswirklichkeit entspricht.
Gott wirkt, bewirkt. Auch das ist für den gläubigen Menschen eine Tatsache. Aber ist das eine Ursache-Wirkung-Bestimmtheit des Menschen? Oder ist es gerade umgekehrt: Mensch bestimmt und Gott folgt? Eine interessante Umdrehung der Verantwortlichkeiten.
Der Mensch als Wesen und im Wesen Teil von ihm Seiender, entscheidet, handelt, gut oder böse oder in Abstufungen dazwischen, voll verantwortlich für all sein Tun. Gott erkennt dieses Entscheiden und Tun des Menschen in all seinen Folgen und ist beim Menschen in all seinen Entscheidungen und Folgen. Gott ist mit uns, was immer wir tun. Er folgt uns, auch wenn wir ihm nicht folgen. Gott hat uns volle Handlungs-, Entscheidungs- und Ausführungsvollmacht gegeben: Macht euch die Erde untertan. Er folgt uns mit seiner Liebe und Barmherzigkeit. Gott bewirkt an uns seine Liebe als Echo auf unser selbstverantwortliches Tun. Er muss dies zwangsläufig tun, will er uns nicht verlieren. Auch das ist Lebensrealität.
Gott ist die Liebe, das ist ein für den Glaubenden wahres Wissen. Nicht nur Gott ist die Liebe, auch der Mensch will Liebe erhalten, von anderen Menschen, von Gott, von einem selbst. Mensch will Liebe geben und wenn er Liebe gibt, ist er ganz bei sich selbst. Liebe geben und Liebe nehmen, aktivieren im Gehirn die gleichen Regionen, und nicht nur im Gehirn, auch in unserem Herzen. Das ist der Punkt, in dem wir ganz bei uns sind und ganz bei Gott. Unbestimmt, frei, ohne Abgrenzung, ohne Getrenntsein.
In Liebe zu leben – äußerer und innerer, ist das universale Prinzip, ist die Vereintheit von Gott und Mensch. Das ist der Schnittpunkt zwischen Mensch und Gott. In ihm sind Gott und Mensch eins, absolut in Übereinstimmung und Frieden miteinander. Es gibt in diesem Punkt keine Ursache und Wirkung, kein oben und unten, keine Zeit, keine Willens-, Handlungs- und Entscheidungsfreiheit und auch keine Notwendigkeit, diese zu haben. Dort gibt es kein Gott und ich, keine Getrenntsein, kein Dualismus, kein Ursache-Wirkungsprinzip. Es ist ein SEIN, ein EINS-SEIN, ein GEMEINSAM-SEIN. Ist das nicht das Paradies?
Lieber Luther, „Determination“ kommt aus dem Latein und heißt „abgrenzen, „bestimmen“, „begrenzen“. All das ist Gott, die Beziehung zu Gott, unsere Bestimmung in Gott eben nicht. Kann Mensch das nicht lassen, sich selbst zu begrenzen? Sich hin zu Gott zu begrenzen, sich von ihm abzugrenzen. Es fühlt sich gut an Gott und Glaube in Freiheit, in gedanklicher Unbegrenztheit zu leben.
Gott ist mein Anfangs- und Ausgangspunkt, Gott wirkt, Gott ist die Liebe, in der es kein Getrenntsein, keine Bestimmtheit, keine Determination, gibt. Aber ich glaube du weißt das.
Herzliche Grüße
Deborrah

Klein und Groß

Wie schwer sind für mich, Gott, deine Gedanken! Wie ist ihre Summe so groß!
Psalm 139,17
Schwer, sind deine Gedanken für mich,
schwer zu verstehen,
schwer zu vermitteln,
schwer zu ertragen, manchmal.
Ich bin zu klein, um ihre Größe wirklich zu erfassen.
Ich bin zu schwach, um sie mit ihrem ganzen Gewicht zu transportieren,
Ich bin zu wenig selbstlos, um mich ganz der Summe deiner Gedanken zu unterstellen.

Tau

Gott spricht: Ich will für Israel wie ein Tau sein, dass es blühen soll wie eine Lilie und Wurzeln schlagen wie (ein Gewächs) des Libanon .
Hosea 14,6
Blumenstreit,
Pflanzenstreit.
Gelehrtenstreit.
Wie soll Israel wachsen:
Rose, Lilie, Hyazinthe, Schwertlilie, Narzisse.
Wurzeln wie der Libanon,
Pappel, Zeder, Gewächs des Libanons?
Eitelkeiten, die da blühen.
Besserwisserei.
Ob Rose, Lilie, Pappel, Zeder oder sonst ein Gewächs,
ob etwas wächst in Gottes Land,
egal ob Acker, Weinberg, Stadt oderTempel:
Der Tau spendet das Leben,
das reine Wasser,
das nach der Nacht den Morgen bringt,
egal, welche Pflanze wir sind und
wo wir Wurzeln schlagen.

Stummer Schrei

Ich liebe den HERRN, denn er hört die Stimme meines Flehens. 
Psalm 116,1
Der Herr,
er hört meine Stimme, auch wenn sie erstummt ist,
er hört mich, wenn ich verstummt bin,
er hört jeden stummen Schrei, der aus mir dringt.
Liebe ich ihn, weil er mich erhört oder
liebe ich ihn, weil er mich hört.
Liebe ich ihn auch ohne „weil“?

24 Lichter für Verlassene

Guter Gott, unser aller Vater, sei bei denen,
die vor den Trümmern der Vergangenheit stehen,
in der Gegenwart am Untergehen sind und
kaum in die Zukunft zu blicken wagen.
Der Herr lasse sein Licht leuchten über dich,
er erhelle deinen Tag 24 Stunden mit seinem Licht,
und zünde in jeder Stunde am Tag ein Licht für dich an:
1 Licht weise dir den Weg durch den Tag.
1 Licht trockne deine Tränen.
1 Licht umhülle dich mit Wärme.
1 Licht lasse deine Trauer verblassen,
1 Licht mildere deinen Zorn.
1 Licht bringe deine Eifersucht zum Schweigen.
1 Licht heile deine Verletzungen.
1 Licht erhebe dich aus der Demütigung.
1 Licht verschaffe dir eine Atempause.
1 Licht gebe dir Kraft.
1 Licht erhelle deine Dunkelheit.
1 Licht vertreibe deine Angst.
1 Licht lasse die Zuversicht in dir nicht ausgehen.
1 Licht für das Schöne am Tag.
1 Licht für ein Lachen.
1 Licht schicke dir Menschen mit einem weiten Herz.
1 Licht erhelle deine Seele.
1 Licht, damit du weißt dass du nicht verlassen bist.
1 Licht erinnere dich daran, dass du vor Gott ganz und unbeschädigt bist.
1 Licht für die Gewissheit, dass er dich auffängt.
1 Licht für ein demütiges Herz.
1 Licht, damit du auf Gott hoffen kannst.
1 Licht, damit du sein Licht erkennst.
1 Licht, das über dir wacht, auch wenn du schläfst.
Dank sei dir, o Gott,
für dieses Lichtermeer und
gib, dass es die Dunkelheit vertreibt.

Arm

HERR, sei unser Arm alle Morgen, dazu unser Heil zur Zeit der Trübsal!
Jesaja 33,2
Herr, leihe uns deinen Arm,
jeden Morgen,
so dass wir uns auf dich stützen können.
Herr, sei unser Heil,
jeden Morgen,
so dass wir heilen können.
Veröffentlicht in Allgemein

Reine Lippen

Dann aber will ich den Völkern reine Lippen geben, dass sie alle des HERRN Namen anrufen sollen und ihm einträchtig dienen. 
Zefanja 3,9
Reine Lippen,
wahre Rede,
keine Lippenbekenntnisse.
Bekennende Lippen.
Worte, denen Taten folgen,
Taten, die den Worten folgen.
Ohne Falsch.
Veröffentlicht in Allgemein

Morgenröte

Höret auf mich, ihr Verzagten, die ihr fern seid vom Heil: Schon lasse ich nahen mein Heil, es ist nicht fern.
Jesaja 46,12-13
Hört,
die ihr fern seid vom Heil,
mein Heil ist nicht fern.
Klingt wie ein Hauch von Morgenröte,
der das Ende der Nacht ankündigt
und durchhalten lässt
bis zum Morgen.
Veröffentlicht in Allgemein