Von Gott erzählen

Wer kann die großen Taten des HERRN alle erzählen und sein Lob genug verkündigen?
Psalm 106,2

Es gab große Verkünder
von den großen Taten des Herrn.
Sie stehen alle in der Bibel.
Auch danach gab es viele.
Benedikt von Nursia,
Luther, Teresa von Avila,
Heinrich Seuse, Johannes Tauler,
Dietrich Bonhoeffer. Ein Übersetzer.

Das sind so meine Favoriten.
Alle betrachteten ihre Zeit als mehr oder minder gottlos.
und sie waren einigermaßen verzweifelt darüber.
Es gab ihnen aber auch Ansporn,
nicht nachzulassen
von den großen Taten des Herrn zu erzählen.

Wir sollten uns von ihnen ermutigt fühlen.
Wenn nur ein Körnchen auf fruchtbaren Boden fällt,
so hat es sich gelohnt
zu erzählen von den großen Tagen des Herrn.

Das Gute

Suchet das Gute und nicht das Böse, auf dass ihr leben könnt. 
Amos 5,14
Suchet das Gute, heißt suchet Gott.
Schiebt den Ballast auf eurer Seele beiseite und
versucht ihn in euch zu finden,
dann wird er sich finden lassen.
Versucht die Versuchung zu meiden,
dann werdet ihr leben.
Der ehrliche Versuch zählt.
Wenn wir dann scheitern,
an uns oder anderen,
so zählt das nicht vor Gott,
denn er weiß um unsere Unzulänglichkeit.

Fürchte dich nicht

So fürchte dich nun nicht, denn ich bin bei dir. 
Jesaja 43,5
Fürchte dich nicht,
denn ich habe dich erlöst;
ich habe dich bei deinem Namen gerufen,
du bist mein.
Wohin du auch gehst,
Irrwege und Sackgassen,
ich bin bei dir.
Wo du bist,
bin auch ich,
nichts anderes zählt.
Meine Hand hält dich.
Mein Wort leitet dich,
Mein Segen schützt dich.
Vertraue mir und
fürchte dich nicht.

Der Herr ist mein Hirte – Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte,
der sein Schaf hütet und sucht,
wenn es verloren geht.
Mir wird nichts mangeln,
solange du bei mir bist.
Du weidest mich auf einer grünen Aue,
lässt das Gras auf deinem Acker wachsen,
so dass ich nicht verhungere.
Du führst mich zum frischen Wasser,
sorgst dafür, dass ich in der Wüste
und im Höllenfeuer nicht verdurste.
Du erquickst meine Seele,
damit sie nicht verdorrt.
Du leitest mich auf rechter Straße,
damit ich dein Ziel nicht verfehle.
Auch wenn ich das finstere Tal kenne
und kaum weiß, was Licht ist,
fürchte ich kein Unglück,
denn ich fühle deine Nähe,
dein Stecken und Stab trösten mich,
dein Kreuz gibt mir Halt,
so dass ich nicht an meinen Tränen ersticke.
Du bereitest mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde,
so dass ich jeden Tag an dir und deinem Frieden satt werde.
Du salbst mein Haupt mit Öl
und machst mich Bettler zum König.
Du schenkst mir voll ein,
damit meine Sünden und alles Böse in mir,
in deinem Blut ertrinken.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
auch wenn ich es nicht zu erkennen vermag.
Ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.
Mein Gott, lass in mir diese Gewissheit nie sterben.

Der Herr ist mein Hirte,
er führt mich an klare Wasser.

Der Herr ist mein Hirte – Psalm 23.

Der HERR ist mein Hirte

Gottes Wohnung

Wenn dich dein Bruder oder dein Sohn oder deine Tochter oder deine Frau in deinen Armen oder dein Freund, der dir so lieb ist wie dein Leben, heimlich überreden würde und sagen: Lass uns hingehen und andern Göttern dienen, so willige nicht ein. 
5.Mose 13,7.9
Andere Götter.
Woran, o Gott, erkennen wir,
was in deinem Willen ist,
was Nachfolge in deinem Wort ist,
was der Weg ist, den du uns leitest?
Woran erkennen wir, was fremde Götter sind?
Woran erkennen wir, dich, o Gott?
Es ist das Wissen, das tief in einem ist,
nicht übertönbar durch oberflächliches Tun,
nicht manipulierbar durch den Menschen,
ein Wissen, das sich nicht vom Leben beirren lässt.
ein Wissen, das man hat, obwohl man nicht weiß,
ein Wissen, das als Sicherheit in einem wohnt,
was immer das Leben augenblicklich zeigt.
Solche Gewissheit zu verleihen, vermagst nur du, o Gott.
Dein Wille wird offenbar werden,
damit offenbar werde, dass du Gott, der Herr bist,
für alle, die schwach sind und
es ohne sichtbare Zeichen nicht gewahr werden.
Deine Zeichen werden so mächtig sein,
dass dem Blinden die Augen geöffnet werden
und er erkennt, dass du Gott, der Herr bist.

Ecksteine

Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, ist zum Eckstein geworden. Das ist vom HERRN geschehen und ist ein Wunder vor unsern Augen.
Psalm 118, 22-23

Auf Ecksteine bauen wir unser Haus.

Wenn der Eckstein schief sitzt, wird das Haus schief,
Wenn der Eckstein nicht passt, wird gar kein Haus.
Wenn der Eckstein falsch gewählt ist, fällt das Gebäude schnell in sich zusammen.

Die Wahl des Ecksteins entscheidet, ob wir an dem Haus Freude haben werden.
Mit der Auswahl tun wir uns mitunter schwer.
Was ist der Maßstab, den wir anlegen?
Schauen wir nur auf die geglättete Oberfläche?
Oder nehmen wir einen Stein mit Ecken und Kanten?

Ecken und Kanten halten oft besser zusammen als glatte Oberflächen,
Das Verkanten ist in diesem Fall Teil des Bauplans und
es sieht sich wie ein Wunder an,
wie die nicht normierten Oberflächen doch wie angegossen zusammenpassen.

Jesus hat nur ein paar Jahre öffentlich gewirkt, ein bis drei Jahre wird diskutiert.
Wer hätte damals gedacht, dass der spleenige Zimmermann Eckstein einer Weltkirche wird, dass Gott sein Haus auf diesen Außenseiter baut?
Auf einen, der für diesen Hausbau nur so kurze Zeit hatte?
Zimmermann hatte er ja gelernt, aber er musste auch die richtigen Steine für seinen Bau wählen, abseits aller Norm und äußeren Scheins.
Er hatte einen Bauplan, den er sich nicht von angeblichen Fachleuten hat zerreden lassen.

Das kann nur ein Wunder sein.
Kein Zweiter hat in so kurzer Zeit so nachhaltig gebaut.

Harte Schule

Der HERR sprach zu Jona: Dich jammert die Staude, um die du dich nicht gemüht hast, die in einer Nacht ward und in einer Nacht verdarb, und mich sollte nicht jammern Ninive, eine so große Stadt? 
Jona 4,10-11
Gottes Wege, ach Bruder Jona.
Das Hü und Hott schlaucht dich.
Du bist Gott nahe und er dir.
Du gehst, aber scheinst das Ziel immer zu verfehlen.
Du zürnst, du trotzt.
Nimm doch meine Seele von mir, o Gott, dass ich stürbe.
Ich bin müde und erschöpft,
ich verstehe dich nicht.
Aber, er lässt die Seinen nicht,
Du kannst ihm nicht entkommen.
Kurz ist die gewährte Ruhe am Wunderbaum.
Deine Seele hat gerade angefangen sich zu erholen,
schon schickt Gott einen Wurm,
der die aufkeimende Freude wieder auffrisst.
Es ist besser, dass ich sterbe, als dass ich lebe.
Ich mag nicht mehr, o Herr.
Weh und Ach, Bruder Jona.
Das erhört er nicht, auf dem Ohr ist er taub.
Was zürnst du?
Du weißt, Gott sitzt am längeren Hebel.
Er setzt sein Lehrwerk unbarmherzig barmherzig an dir fort,
bis dass du die richtige Demut gelernt hast.
Weh und Ach, mein Bruder,
eine harte Schule.

Gottes Wege

Gottes Wege sind vollkommen.
Psalm 18,31

Gottes Wege liegen im Nebel.
Gottes Wege sind unberechenbar.
Gottes Wege sind beschwerlich.
Gottes Wege haben viele Schlaglöcher.
Gottes Wege bringen uns oft aus unserer Richtung.
Gottes Wege kommen uns manchmal wie Irrwege vor.
Gottes Wege zwingen uns zur Umkehr.
Gottes Wege schleifen die Sünden von unseren Sohlen.
Gottes Wege lehren Demut.
Gottes Wege, wo laufen sie hin?
Gottes Wege, wo ist der Pfadfinder?
Gottes Wege – vollkommen im Dunkeln.

Sichere Wohnung

Sie sollen sicher wohnen, und niemand soll sie schrecken. Hesekiel 34,28
Sie werden wissen, dass
ich ihr Gott bin.
Dieses Wissen macht uns sicher, macht uns stark.
Wir wohnen bei dir und du mit uns.
Mit diesem Wissen schreckt nichts,
noch nicht einmal das Erschreckende.
Ein Wissen, das Mut gibt, Mut zur Nachfolge in allen Schrecknissen.
Bonhoeffer hat sicher gewohnt und die Furcht war von ihm genommen.

Fels des Felsen

Du feuchtest die Berge von oben her, du machst das Land voll Früchte, die du schaffest. 
Psalm 104,13
Vorsicht.
Auf nassem Stein rutscht man leicht aus,
ein unbedachter Schritt
und man fällt oder stürzt ab.
Nur achtsam können wir gehen,
Schritt für Schritt.
Deine Felsen sind nur Felsen durch dich.
Sie schöpfen Lebendigkeit aus deiner Quelle und
du machst sie zu einem fruchtbaren Land.
Wenn du wegschaust, sind es Einöden.
Fels des Felsen.
Ein steiniger Weg.
Ein immer gefährdeter Weg.
Ein spannungsgeladener Weg.

Macht euch die Erde untertan

Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan. 
1.Mose 1,28
Macht euch die Erde untertan,
so Gottes Auftrag.
Er hatte viel Vertrauen in seine Schöpfung.
Ob du dir, o Gott, das so vorgestellt hast,
wie wir mit ihr umgehen?
Wie die Erde ächzt unter uns,
so ächzt du an uns.
Wir, dein sündiges Ebenbild

Läuterung

Wer wird aber den Tag seines Kommens ertragen können, und wer wird bestehen, wenn er erscheint?
Maleachi 3,2
Er wird kommen und unsere Sündenberge abtragen;
Er wird uns reinigen,
Er wird uns Seele und Geist läutern,
so dass wir in seine Reinheit kommen.

Wunder

Gottes Zeichen sind groß, und seine Wunder sind mächtig, und sein Reich ist ein ewiges Reich, und seine Herrschaft währet für und für.
Daniel 3,33

Gottes Wunder,
schief beäugt in unser ach so rationalen Welt.
Welt-Wunder, Fußball-Wunder, Wunder der Technik –
an sie glauben wir gern.
Aber Gottes Wunder?

Auferstehung von Toten,
Heilung von Lahmen und Aussätzigen,
Wundersame Vermehrung von Broten?
Manna in der Wüste?
Spaltung des Meeres?

Da wundern wir uns.
Da hört unsere Gläubigkeit auf.
Lieber menschliche Wunder als göttliche Wunder.
Da fällt auch das Glauben leichter.
Menschlich ist uns realistischer als göttlich.

Und doch gibt es die göttlichen Wunder.
Jeden Tag wirkt und waltet er sie.
Jedoch, wenn Mensch Gott nicht kennt,
wie sollte er seine Wunder erkennen?

Blinde sehen keine Wunder,
Es sei denn, sie werden sehend.
Das ist dann das erste Wunder.

Fata Morgana

Des Menschen Herz erdenkt sich seinen Weg; aber der HERR allein lenkt seinen Schritt. 
Sprüche 16,9
Unser Herz, es führt uns in die Wüste,
wenn es denkt und wenn es fühlt,
verfällt einer Fata Morgana,
die sich auflöst,
sobald man nach ihr greift.
Herz und Seele,
Geist und Körper,
der ganze Mensch,
Wohnung des Herrn.
So lenkt er Herz und Schritt.
Schickt und begleitet uns in unsere Wüste.
Ist bei uns, auch im Verdursten.

Was bin ich?

Was bin ich? Was ist mein Volk, dass wir freiwillig so viel zu geben vermochten? Von dir ist alles gekommen, und von deiner Hand haben wir dir’s gegeben. 
1.Chronik 29,14
Was bin ich?
Ob wir dir viel oder wenig geben können,
alles kommt letzten Endes von dir.
Die Zeit zerfließt in unseren Händen.
Was unsere Hand vermag oder nicht vermag,
ist in deiner Hand.
Du schenkst das Leben,
du nimmst das Leben.
Ich gebe es dir aus freiem Willen.
So bitte ich, nimm es.
Was ich bin oder nicht bin, liegt in deinem Willen.

Geleit

Der HERR wird vor euch herziehen und der Gott Israels euren Zug beschließen.
Jesaja 52,12
Das ist tröstlich.
Einer im A.
Einer im O.
Eingerahmt von Gott.
Einer, in dem ich geboren bin und in dem ich sterbe.
Einer, der den Weg vorgibt vorne und
Einer, der aufpasst, dass ich nicht verloren gehe, wenn mir die Kraft ausgeht und ich zurückbleibe.
Einer, der wacht über mir, seit im Osten die Sonne zum ersten Mal für mich aufgegangen ist.
Einer, der nicht schläft, bis sie im Westen zum letzten Mal für mich untergehen wird.
Einer, aus dessen Schoß ich ausgegangen bin und
Einer, in dessen Arme ich zurückkehren werde.
Einer, der meinen Lebenszug leitet und geleitet, mein Leben lang.

Zerbrochene Herzen

Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.
Psalm 34,19

Das mag sein oder ist,
dass du nahe bist denen,
die zerbrochenen Herzens sind,
nur merken es die Betroffenen nicht.
Sie sind damit beschäftigt,
die Einzelteile wieder zusammenzusuchen
und sie irgendwann notdürftig zusammenzuflicken.
Das ein oder andere Teil findet sich nicht mehr ein
und erinnert immer an den Bruch.
Ob der Rest wieder zusammenwächst oder der Scherbenhaufen bleibt?

Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind.
Darin allein besteht die Hoffnung.

Irrungen

Wer kann merken, wie oft er fehlet? Verzeihe mir die verborgenen Sünden!
Psalm 19,13
Die Elberfelder Übersetzung ziehe ich in dem Fall vor, sie heißt etwas anderes:
Verirrungen, wer sieht sie ein? Von verborgenen Sünden reinige mich!
Verirrungen, wer sieht sie ein?
Verwirrungen, wer ordnet sie?
Um Verirrung einzusehen, muss man sie erkennen.
Um Verwirrung zu entwirren, bedarf es Klarheit.
Manchmal ist das Knäuel aus Irrungen und Verwirrungen nicht mehr zu entknoten.
Mensch verirrt sich im Labyrinth der Irrtümer, findet nicht mehr hinaus, verliert sich und seinen Nächsten auf dem Irrweg.
Du, o Gott, schaust in unsere Seele.
Du allein kannst klären und die Richtung weisen.
Du allein machst aus Verwirrten
Unbeirrte.