Wahrhaftig Lebendig

Der HERR ist der wahrhaftige Gott, der lebendige Gott, der ewige König. Jeremia 10,10
Erschreckt nicht vor den Zeichen des Himmels, nur weil viele sie nicht lesen können. Lasst euch nicht blenden und irritieren von menschlichem Blendwerk und falschen Göttern.
Nur Gott ist reine Wahrheit.
Nur in Gott ist wahre Lebendigkeit,
Nur er hat das Zepter in Wahrheit in der Hand.
Lebt ganz einfach nach dieser Wahrheit.
Versucht sie nicht zu verstehen,
sie übersteigt menschliche Vernunft.
Fürchtet seinen Zorn.
Diejenigen, die seine Wahrheit nicht interessiert,führt er solange durch schwieriges Gelände, bis wir in seiner Wahrheit lebendig werden. Jeden Tag ein bisschen mehr.

Feuchte Nässe

Ich hasse das.
Ich muss etwas essen.
Ich habe seit eineinhalb Tagen nichts gegessen.
Ich habe keinen Hunger.
Die Vernunft sagt: du musst etwas essen.
So überwinde ich mich und gehe hinunter ins Restaurant.
Alles sehr gesetzt und distinguiert.
Es ist ein Hotel der besseren Klasse.
Eine reine Männergesellschaft um mich herum.
An der Wand Kunst: nackte Frauenkörper ohne Kopf.
Passt zu der Männergesellschaft hier, schießt es mir durch den Kopf.
Essen und Wein ist gut.
Trotzdem fühle ich mich total deplaziert und fremd.
Ein Anschauungsobjekt wie die Frauenkörper an der Wand.
Wieso ich das alles poste?
Ich glaube, ich muss mich schütteln wie ein Hund, der nass geworden ist, und sich den Dreck und die feuchte Nässe vom Leib schütteln muss.
Vielleicht hätte ich doch besser gefastet.

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Stecken und Stab

Lieber Luther,
mein Arbeitsversuch ist heute gescheitert, ich muss der Krankheit Zoll entbieten. Die Zeit habe ich genutzt, wieder einmal über Psalm 23 nachzudenken.
Es gibt dort eine Stelle, über die stolpere ich immer: „dein Stecken und Stab trösten mich“.
Was ist Stecken, was ist Stab und wieso tröstet der Stab und stützt nicht?
Das hat sich mir bisher nicht erschlossen. Zunächst einmal, was ist „Stecken“ und was ist „Stab“? Man muss weit zurückgehen, zu Mose und Aaron, um dem Stecken und dem Stab auf die Spur zu kommen.
Mose und Aaron hatten die Herkulesaufgabe, ein renitentes Volk aus Ägypten zu führen. Immer wieder wurden ihre Entscheidungen angezweifelt, fast hin bis zur Meuterei. Gott musste starke Zeichen schicken, um sein Volk auf Kurs zu halten und seinen Anführern zu Hilfe zu eilen.
Zwölf Stecken ließ er Mose zusammentragen, von jedem Fürsten seines Vaterhauses einen. Auf jeden Stecken schrieb er einen Namen. Den Stecken dessen, den Gott als Anführer auserwählt hat, wird ergrünen. So das Versprechen.
Grün wurde der Stecken Aarons. Vom „Aaronstab“ zu sprechen, stimmt deshalb nicht, es ist der Stecken Aarons, der grün wird. Der Stecken steht für Gottes Volk und der Name darauf, für den Auserwählten, der dieses Volk führen soll. Der Stecken steht für das Volk, das sich in Gottes Namen hinter dem Auserwählten versammelt, dessen Name auf dem Stecken steht.
Wie unter dem Stecken des Kreuzes, auf dem der Name „Jesus, König der Juden“ steht. Unter diesem Stecken und diesem Anführer versammeln wir uns heute noch.
Für was steht aber der Stab? Der Stab steht für die Zeichen, die Gott immer wieder wirkt, um sein ungläubiges Volk bei der Stange zu halten. „Und diesen Stab nimm in deine Hand, mit dem du die Zeichen tun sollst.“ (2.Mose 4,17). Mit diesem Stab schlug Mose den Fels. Er steht für die besondere Kraft, die Gott seinen auserwählten Knechten verleiht, damit sie Zeichen setzen können, die das Volk braucht und versteht.
Das Kreuz ist aus Stecken und Stab gebildet. Als Zeichen für Gottes Volk, sich dahinter zu versammeln und als Zeichen für die besondere Kraft, die von ihm ausgeht. Es ist eine Verortung von Gottes Volk, wo immer das Kreuz steht. Es ist eine Verheißung, dass dieser Stecken grünt, da auf ihm der Name Jesus Christus steht. Dieser Stecken und Stab gibt seinem Volk Trost und Halt, egal, in welchem mehr oder minder verwerflichen Zustand es sich gerade befindet.
Deshalb „dein Stecken und Stab trösten mich“. Egal wie unzulänglich und renitent ich auch bin, unter dieser Führung kann mir nichts passieren. Der gute Hirte wird mit seinem Hirtenstab auf mich aufpassen.
Lieber Luther, wie können wir da froh sein. Mit einem Seufzer der Erleichterung muss ich jetzt schließen. Ich muss morgen früh raus. Ich muss schon wieder fliegen, hoffentlich zerreißt es meinen erkälteten Kopf nicht.
Herzliche Grüße
Deborrah

Kontrastprogramm

Der HERR hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. 
Psalm 40,4
Beharrlich habe ich auf Gott geharrt, und
er hat sich zu mir geneigt und
mein Schreien gehört.
Er hat mich herausgeführt aus den Fallstricken des Verderbens,
aus dem Müll meines Lebens.
Er hat meine Füße auf einen Felsen gestellt,
meine Schritte gefestigt.
Er hat ein neues Lied in meinen Mund gelegt,
einen Lobgesang Gottes.
Vor lauter Schreien habe ich keine Stimme mehr,
ich ersticke am Lebensmüll,
meine Schritten wanken und
der Lobgesang kommt nur noch stumm aus mir.
Welch ein Kontrastprogramm.
.
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Sämann

Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen! 
Jeremia 4,3
Die Tageslosung für heute. Die hehre Botschaft höre ich wohl, allein mir fehlt die Kraft und die Zuversicht.
Wie lassen wir die Dornen hinter uns und kommen in das neue Land?
Was ist das neue Land?
Und das neue gute Land ist:
der neue Himmel und die neue Erde,
das neue Testament,
das neue Jerusalem,
die neuen Schläuche,
der neue Teig.
Was tut der Sämann,
wenn er das neue Land nicht findet,
wenn ihm die Kraft für den Pflug fehlt,
wenn ihm das Saatkorn ausgeht?
Das Beste für ihn wäre,
er legte sich hin und stürbe.
Aber auch das vermag er nicht allein.
Auch dazu braucht es einen barmherzigen Gott.
Damit wären wir wieder bei der Tageslosung.
Es ist ein Teufelskreis.
Fernes Land

Gutes Land

Pflüget ein Neues und säet nicht unter die Dornen! 
Jeremia 4,3


Der Vers erinnert an Matthäus 13, 3-9, das Gleichnis vom Sämann:
Siehe,
es ging ein Sämann aus, zu säen. 
Und indem er säte, fiel etliches auf den Weg;
da kamen die Vögel und fraßen es auf. 
Etliches fiel in das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte;
und es ging bald auf, weil es keine tiefe Erde hatte. 
Als aber die Sonne aufging, verwelkte es,
weil es keine Wurzeln gebildet hatte und
so verdorrte es.
Etliches fiel unter die Dornen;
und die Dornen wuchsen auf und erstickten es.
Etliches fiel auf gutes Land und trug Frucht,
etliches hundertfältig,
etliches sechzigfältig,
etliches dreißigfältig. 
Wer Ohren hat zu hören, der höre!
Deshalb breche auf,
bleibe nicht stehen.
Breche dich auf,
dass Gottes Wort in dir auf
gutes Land fallen kann.
Sonst kommt ein kalter Wind und
das Schwert dringt bis an die Seele.
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Barmherzigkeit

Ein Wort, vor dessen Anspruch an einen selbst man erst einmal erschrickt:
Gehet hin und lernet, was das sei „Ich habe Wohlgefallen an Barmherzigkeit und nicht an Opfern“ (Matth 9, 13)
Einen Blick für dich,
Einen Blick für mich.
Erbarmen mit dir,
Erbarmen mit mir.
Wärme für dich,
Wärme für mich.
Mitleid mit dir,
Mitleid mit mir.
Ein Herz für dich,
Ein Herz für mich.
Barmherzigkeit für dich,
Barmherzigkeit für mich.
Nein, Opfer willst du nicht.
Nur wenn ich barmherzig bin,
bist du barmherzig mit mir.

Höllenfeuer

Ich glaube,
in mir brennt ein Höllenfeuer,
lässt meine Brust fast zerbersten.
Lodernd steigt es mir den Rachen empor.
Sein Rauch lässt mich um Atem ringen,
Nimmt mir die Stimme,
Verbrennt mir die Zunge,
lässt meine Augen tränen.
Solange meine Schlechtigkeit darin verbrennt,
soll es mir recht sein,
soll es lodern,
solange es Nahrung findet.

Heiligtum

Gott, dein Weg ist im Heiligtum. 
Psalm 77,14
Hat Gott vergessen, gnädig zu sein?
Es ist mein Kranksein.
Deshalb will ich nachdenken über all dein Tun,
Deshalb will ich nachsinnen, über deine Taten.
Deshalb will ich nachfolgen deinem Wort.
Gott, dein Weg ist im Heiligtum.
Gott, dein Weg ist in dir.
Gott, dein Weg ist in mir.
Der Ausweg führt zu dir in mir.
(Anmerkung: Deshalb ziehe ich die Übersetzung oben der vor, die heute vorgesehen ist: Gott, dein Weg ist heilig. Das ist etwas anderes.)

Ungeduldige Geduld

Das Warten der Gerechten wird Freude werden.
Sprüche 10,28

Geduld habt ihr nötig, damit ihr den Willen Gottes tut und das Verheißene empfangt.
Hebräer 10,36

Ich verstehe das,
vermag es aber nicht umzusetzen.
in der Praxis scheitere ich an meiner Ungeduld.

Wie kann man als ungeduldiger schneller Mensch
zu einem geduldig wartenden Menschen werden?
Kann man das lernen?

Geduld habe ich nötig,
damit ich den Willen Gottes tue und
das Verheißene empfange.

Ungeduldige Geduld,
geduldige Ungeduld.
Gott gib mir Geduld,
Gott nehme mir meine Ungeduld,
sonst wird das nichts mit uns.

Wenn ich aber als Maß die Freude anlege,
bin ich unendlich geduldig.
Die Sprüche sind mir näher.

Lebend oder tot

Meinst du, dass ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht Gott der HERR, und nicht vielmehr daran, dass er sich bekehrt von seinen Wegen und am Leben bleibt? 
Hesekiel 18,23
Wer gottlos ist, ist wie tot,
egal ob er körperlich lebt oder gestorben ist.
Wer in und mit Gott ist, der lebt,
egal ob er körperlich tot oder lebendig ist.
Wahres Leben ist keine Angelegenheit des physischen Seins oder Nicht-Seins.
Tot-Sein ist keine Angelegenheit des physischen Sterbens.

Tat

Lernt Gutes tun, trachtet nach Recht, helft den Unterdrückten! 
Jesaja 1,17
Denkt an die Gefangenen, weil auch ihr Gefangene seid; denkt an die Misshandelten, weil auch ihr Verletzliche seid.
Hebräer 13,3
Das ist doch mal eine gut verständliche Handlungsanleitung.
Lernen, Gutes zu tun,
danach streben gerecht zu sein,
den Unterdrückten helfen,
an die Gefangenen und Misshandelten denken.
Und dabei
Sich selbst nicht vergessen:
Sich seines Gefangenseins in seine Verstrickungen bewusst werden,
seine eigenen Verletzungen anschauen.
Das kann jeder – sofern der Wille zur Tat vorhanden ist.
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Außer Rand und Band

Gelobt sei Gott, der seinen Engel gesandt und seine Knechte errettet hat, die ihm vertraut haben. 
Daniel 3,28
Deine Knechte sind zum Verzweifeln.
Selbst wenn du selbst uns die Hand führst, bringt Mensch es fertig, noch den Karren gegen die Wand zu fahren. Sobald du dich wieder ins Unsichtbare zurückziehst, benehmen sie sich wie eine Schulklasse, wenn der Lehrer den Raum verlässt. Albern, infantil, pubertär, außer Rand und Band.
Deshalb braucht es über 1000 Bibelseiten, um dem Menschen eine im Kern einfache Botschaft zu vermitteln, die in einem Satz zusammenzufassen ist:
Ich bin Gott und sonst niemand, hört und handelt nach meinem Wort, glaubt und vertraut mir.
Mehr ist es eigentlich gar nicht.
Ein gutes Beispiel eines solchen unzureichenden Knechtes habe ich erst gestern hier abgeliefert. Selbst wenn man hört und sieht, hilft das nichts. Im Handeln, vertrauenden Lassen und Verlassen sind wir am unzulänglichsten.

Hochzeit von Kanaan

Lieber Luther,

manche Dinge gehen mir zu langsam, manche zu schnell. Heute ist schon der letzte Sonntag nach Epiphanias. So weit bin ich noch lange nicht. Ich bin gerade mal bei der Hochzeit von Kana angelangt. Das ist ja eine wichtige Bibelstelle, das erste „Wunder“.

Beim Kirchgang heute ist mir hierzu ein Licht aufgegangen, Weiterlesen „Hochzeit von Kanaan“

Spiegel putzen

Lieber Luther,
„Die Furcht des Herrn ist rein …“, in Zusammenhang von Psalm 19,12.
Man könnte es sich nun einfach machen und sagen, das ist so gemeint, dass der Mensch Gott fürchten soll. Aber das stimmt so nicht, liest man es im Zusammenhang:
Das Gesetz des Herrn ist vollkommen und erquicket die Seele (19, 8a)
Das Zeugnis des Herrn ist gewiss und macht den Unverständigen weise (19, 8b)
Die Befehle des Herrn sind richtig und erfreuen das Herz (19, 9a)
Die Gebote des Herrn sind lauter und erleuchten die Augen (19, 9b)
Die Furcht des Herrn ist rein und bleibt ewiglich (19, 10a)
Die Rechte des Herrn sind wahrhaftig, allesamt gerecht (19, 10b).
Es ist also eindeutig, dass das Subjekt, um das es hier geht, Gott ist und nicht der Mensch. In seltener Einigkeit ist das in allen Bibelversionen, die ich habe, gleich. Man kann sich also nicht darum herumdrücken, sich eine Vorstellung davon zu machen, was damit gemeint ist.
Es gibt viele Bibelstellen, in denen dem Menschen als dem Empfänger der göttlichen Befehle, Gesetze, Gebote, Urteile dringend ans Herz gelegt wird, diese doch tunlichst zu befolgen, da ansonsten der göttliche Zorn zu fürchten ist. Die Bibel strotzt nur so von Beispielen, dass dies auch so ist. Das ist offensichtlich, darauf brauche ich nicht eingehen.
Was also ist die Furcht des Herrn? Was steht bei Maleachi 1,6?
Ein Sohn soll den Vater ehren, und ein Knecht seinen Herrn. Wenn ich denn Vater bin, wo ist meine Ehre? Und wenn ich Herr bin, wo ist meine Furcht? spricht Jehova der Heerscharen zu euch, ihr Priester, die ihr meinen Namen verachtet und doch sprechet: Womit haben wir deinen Namen verachtet?
Wo ist meine Ehre, wenn ihr mich nicht ehrt, wo ist meine Furcht, wenn ihr mich nicht fürchtet. Das ist ein Vertrag auf Gegenseitigkeit. Jeder wird durch den anderen. Gott sieht mit Liebe und Zuneigung in den menschlichen Spiegel und erwartet, dass seine Liebe und Zuneigung zurückgespiegelt wird. Er muss aber sehen, dass der Spiegel beschlagen und verunreinigt ist, dass sich nicht sein reines Angesicht widerspiegelt. Ganz im Gegenteil.
Wie muss er erschrecken, wenn er in diesen Spiegel schaut. Wie sehr muss er um seine Schöpfung fürchten?
Fürchten, dass sein Volk sich noch weiter zerstreut.
Fürchten, dass seine Kinder den Vater in der reizüberfluteten Welt nicht mehr erkennen.
Fürchten, dass die Ohren des Menschen im Lärm der Zeit seine Stimme nicht mehr hören.
Reine Furcht um seine Schöpfung.
Lieber Luther, wie sehr kann ich das nachvollziehen, wie sehr kann ich Gottes Furcht verstehen. Auch in mir steigt angesichts der Welt Furcht auf.
Wir haben verkehrte Verhältnisse. Anstatt dass der Mensch Gott fürchtet, fürchtet Gott um den Menschen. Ich fürchte, lieber Luther, solange das nicht wieder eine gegenseitige Furcht wird, wird Gott sich fürchten müssen. Und ich fürchte, dass das noch sehr lange dauert.
Was uns tröstet: dass wenigstens zwei oder drei vorhanden sind, die ihn fürchten. Denn: Wo zwei oder drei versammelt sind in seinem Namen, da ist er mitten unter uns (Matth 18, 20)
Wie dumm und undankbar wir uns auch anstellen, er ist eine treue und unermüdliche Putzfrau, und er wird nicht müde werden, die Spiegel so lange zu putzen, bis jeder rein geputzt ist. Vielleicht sollten wir auch zum Putztuch greifen, um ein bisschen mitzuhelfen. Mal schauen, wo ich eines finde.
In diesem Sinne wünsche ich uns, dass uns bald ein Frühjahrsputzfimmel befällt. Die Schürze habe ich schon mal umgebunden.
Herzliche Grüße
Deborrah
PS: Was mir gerade noch einfällt: Oder ist es vielleicht so, dass gar nicht jeder dieses göttliche Spiegelputzen aushält? Steht auch bei Maleachi.

Amnesie

Lieber Luther,
ich muss wieder zur Feder greifen, da ich in der Bibel etwas nicht verstehe und da bist Du eine gute Ansprechstation für mich.
Ich habe gerade das Evangelium für morgen gelesen und festgestellt, dass es der Text ist, über den ich immer stolpere. Wieso wundert sich Maria über das, was Simeon und die Prophetin Hanna sagen, die in Jesus den Erlöser erkannt haben (Lk 2, 25 ff?
Wieso ich mich wundere?
Maria ist der Engel Gabriel erschienen und hat ihr die Geburt Jesu aus dem heiligen Geist angekündigt. Auch den Namen des Kindes hat er gesetzt: Jesus.
Er wird groß sein und ein Sohn des Höchsten genannt werden; Gott der Herr wird ihm den Stuhl seines Vaters David geben; er wird ein ewiger König sein über das Haus Jakob und sein Königreichs wird kein Ende haben. Bei Gott ist kein Ding unmöglich.
Maria antwortet: „Siehe, ich bin des Herrn Magd, mir geschehe wie du gesagt hast“.
Auch Johannes Geburt ist ihr angekündigt worden und so eilt sie zu Elisabeth, mit der auch Unerklärliches vor sich geht.
Was sagt Elisabeth zu Maria: „Woher kommt mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt“? Gesegnet bist du und gesegnet ist dein Kind. Selig bist du, die das Wort des Herrn geglaubt hat.
Und aus Marias Seele quillt der Lobpreis des Herrn, der mit den wunderbaren Worten anfängt: „Meine Seele erhebe den Herrn und mein Geist freue sich Gottes, meines Heilands“.
Den Hirten erscheinen auch Engel: euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr. Sie eilen in die Stadt Davids, nach Bethlehem und finden dort tatsächlich das Jesuskind.
Auch sie glauben den Worten der Engel, sie breiten „das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kinde gesagt war“.
„Maria aber behielt all diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen“.
So weit ist alles klar. Alle Beteiligten wissen, wer hier geboren wurde: Zacharias, Elisabeth, Maria, die Hirten, alle sind voller Freude. Joseph findet hier bei Lukas keine Erwähnung, aber ich bin sicher, dass auch er es weiß.
Nur acht Tage später, nach dem Wochenbett, scheint alles vergessen, die Amnesie einzutreten, und zwar ausgerechnet bei Maria und Joseph. Mit Kind und Blut scheint Maria auch das Gedächtnis entflossen.
Der gottesfürchtige Simeon und die Prophetin Hanna erkennen Jesus als den Christus, als den Erlöser. Simeon sagt: „Meine Augen haben dein Heil gesehen, das du bereitet hast im Angesicht aller Völker: ein Licht zur Offenbarung für die Nationen und zur Herrlichkeit deines Volkes Israel“. Auch Jesu Tod und Marias Schmerz wird von Simeon bereits gesehen, inklusive Begründung: „dass vieler Herzen Gedanken offenbar werden“, das heißt: dass viele Menschen in ihrem Herzen von ihm erfasst werden.
Und dann steht es: „Und sein Vater und seine Mutter wunderten sich des, das von ihm geredet ward“.
Wieso das denn? Acht Tage nach seiner Geburt. Die Hirten waren vermutlich noch in der Stadt. 9 Monate, nachdem der Engel erschienen war und ihr die Geburt angekündigt hatte, 3 Monate nachdem sie bei Elisabeth war und sie ihrer Seele dieses wunderbare Magnifikat abgerungen hat. Eine Mutter vergisst das nicht, das ist unmöglich, das ist eingebrannt.
Das Jesuskind wuchs „und ward stark im Geist, voller Weisheit, und Gottes Gnade war bei ihm“.
Dann gehen sie zu Ostern nach Jerusalem in den Tempel. Jesus ist 12 Jahre alt. In den Menschenmassen verlieren sie ihn aus den Augen. Da sie wissen, dass Jesus ein kluges Kind ist, denken sie, dass er sich mit seinen Freunden, die ebenso nach Jerusalem gepilgert waren, bereits auf den Rückweg gemacht hat. Als sie auf die Gruppe treffen, finden sie ihn nicht.
Also tun sie, was Eltern in so einem Fall tun: sie kehren um und suchen das Kind.
Unfasslich, dass sie nicht zuerst im Tempel suchen. Jesus Antwort auf ihre Vorwürfe ist absolut nachvollziehbar: „Wisst ihr nicht, dass ich in dem sein muss, was meines Vaters ist“. Recht hat er, möchte ich ausrufen. Jesus reagiert mit dem gleichen Unverständnis wie ich.
„Und sie verstanden das Wort nicht, das er mit ihnen redete“.
Das Kind kommt nach und nach selbst zu Wort. Es wird stark im Geist, „voller Weisheit“, das fällt einer Mutter schon von kleinsten Kindesbeinen an auf. Maria, wo hast du deine Gedanken? Weißt du nicht mehr, was dein Herz bewegt hat?
Was ist bloß mit diesen heiligen Eltern passiert? Bis zur Geburt verstehen sie alles, danach – jedenfalls nach Lukas – nicht mehr viel.
Wie kann das sein, lieber Luther? Ich ringe damit seit Wochen, weil ich es nicht verstehen kann. Andererseits weiß ich, dass in der Bibel kein Papperlapapp steht und ich der nicht verstehende Teil bin. Also, wie muss ich das verstehen?
Maria scheint irgendwie dreigeteilt, fast würde ich sagen dreifaltig:
Da ist die junge Frau, die Gottes Wort annimmt, mit der ganzen Unschuld ihrer Seele: Herr, ich tue was ich verstanden habe, was du von mir willst, ich gehe dorthin, wohin du mich leitest. Voller Vertrauen, noch nicht gezeichnet von den Vertrauensbrüchen, die das Leben mit sich bringt.
Das ändert sich mit der Geburt ihres ersten Sohnes. Der Alltag holt sie ein. Die Mutterpflichten, Ehefrauenpflichten, Haushaltspflichten, sozialen Verpflichtungen, die sie aufreiben und ihre Seele bedecken, so dass sie bei der täglichen Pflichtenfülle und bei der Sorge um die ganze Familie ihre innere Wahrheit verliert. Sie hat keine Zeit mehr, sich um ihre Seele, um ihren inneren Kern, zu kümmern.
Vielleicht war das vom Engel gemeint: „der Geist des Herrn wird dich überschatten“. Im Überlebenskampf des Alltags fehlt Zeit und Kraft, um sich dem inneren Licht zuzuwenden.
Dann ist da die vom Leben gezeichnete ältere Maria, die am Kreuz mit ihrem Kind stirbt. Das ist für eine Mutter (und einen Vater) die Hölle. Da sie physisch weiterleben muss, findet sie in ihrer Seele Gott wieder. In der tiefsten Nacht hebt sich der Schleier und sie sieht wieder das Licht in sich. Sie wird zur Jüngerin. Das ist eigentlich wunderschön.
So gibt es für mich einen tiefen Sinn. Einzuordnen und zu verstehen für alle Eltern in diesen Lebensphasen. Vermutlich ist das auch für Dich nachzuvollziehen, Deine Kinderzahl ist ja stattlich, wie sich ein Verlust anfühlt, kennst du auch, Dein Haushalt ist groß und ja, einen Beruf und eine Berufung hast Du auch noch. Pass auf, dass Du Dich nicht übernimmst!
Herzliche Grüße
Deborrah

Stärkbier

Lieber Luther,
morgen ist Epiphanias. Was soll das eigentlich sein, Epiphanias? Ich bin theologisch weder gebildet noch verbildet, also kann ich mich das durchaus fragen. Soweit ich mich erinnere, hat mir das noch niemand erklärt.
Erste Anlaufstelle ist heutzutage Wiki. Man sieht auf den ersten Blick, dass es nicht so einfach ist mit Epiphanias. Ein ziemliches Kuddelmuddel. Ich will nun nicht alles wiederholen, was da steht, das kannst Du selbst nachlesen.
„Heilig Drei König“, damit kann ich etwas anfangen, aber Epiphanias? Gähnende Leere, kein Echo in mir. Wenn ich auf die Straße gehen würde und Leute fragen, was denn bitte Epiphanias sei, es würde ihnen wahrscheinlich so gehen wie mir.
Johannes Tauler predigt zu Epiphanias, die Seele, erkenne wohl Gott, „sogar mit dem natürlichen Licht der Vernunft, aber wer er ist oder wo, das ist ihr gänzlich unbekannt und verborgen, und davon weiß sie gar nichts“.
Gott ist für einen Menschen zu hoch, er ist nicht von ihm zu verstehen. Damit gibt sich die Seele natürlich nicht zufrieden, sie strebt danach, hinter das Nichtverstehbare zu kommen. Was sie erreichen kann, ist ein Blick auf den Abglanz:
„In diesem aufmerksamen Bemühen geht ihr ein Stern auf, ein Schein und Glanz göttlicher Gnade, ein göttliches Licht; sieh, dieser, spricht das Licht, ist jetzt geboren, und weist die Seele auf den Ort der Geburt (Gottes) hin. Denn dahin, wo er ist, kann kein natürliches Licht hinführen.“
Oder, wie es bei Jesaja 60, 1 heißt: „Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir“.
Tu was Mensch, erwache aus deiner Lethargie, ohne deinen Willen geht es nicht, mache es wie die drei Könige, zieh diesem Licht in deiner Seele nach bis du bei dem Kind angekommen bist, das ist wenn Gott seine Gnade über dich ausschüttet.
Epiphanias hat etwas mit Aufbruch zu tun. Ein dreifaches Aufbrechen. Breche auf und mach dich auf dem Weg zum LIcht. Der Himmel bricht auf, Gottes Wort und Heiliger Geist bringen uns den inneren und äußeren Aufbruch. Jesus macht sich wieder einmal auf, um uns, angefangen in Kanaan, das Wort  aufzubrechen. Aufbrechende Dreifaltigkeit.
Epiphanias soll uns aus unserer Weihnachtsseligkeit wecken und uns erinnern, dass wir nun am Zug sind, uns aufbrechen lassen: „Und die Heiden werden zu deinem Lichte ziehen“, alle Voraussetzungen sind geschaffen, es liegt an uns. Aus mit Feiern, ein langer Weg liegt vor uns, Arbeit ist angesagt, der Alltag hat uns wieder. Auf zum nächsten Weihnachten. 
Lieber Luther, du schaust dem Volk gern aufs Maul. Tief in der Seele des Menschen verborgen sind noch Wahrheiten, für die keiner mehr so richtig den Grund kennt, aber sie sind noch vorhanden.
„Die Stärk antrinken“, ein Brauch im Oberfränkischen am Vorabend zum 06. Januar. Um sich gegen die Widrigkeiten des kommenden Jahres zu wappnen, für die Arbeit und den Alltag nach all dem Feiern. Ein schöner Brauch, ein schönes Bild.
Ich will gleich in den Keller gehen und schauen, ob ich ein Starkbier finde. Bei Dir ist das sicher kein Problem, Deine Katharina hat Dir sicher eines gebraut. Nehm einen guten Schluck!
Herzliche Grüße
Deborrah

Abendmahl

Lieber Luther,
du weißt, dass mich das Abendmahl schon des öfteren bewegt hat. Schon wieder hat es mich eingeholt.
Gleich in meinem ersten Brief an Dich musste ich meinen Zorn über die fehlenden Abendmahlsfeiern in meiner Kirchengemeinde loswerden. Ich erinnere an die beeindruckende Abenmahlschnitzerei in der Kirche von Steinfeld, vom Geburtstags-Abendmahl habe ich berichtet, auch darüber, dass es einen wie ein Sturmwind erfassen kann.
Zum Kern bin ich aber bisher nicht wirklich durchgedrungen, es ist mir gerade erst klar geworden: Es ist, wie bereits unten geschrieben, immer das Wort, in dem Fall die Einsetzungsworte Jesu Christi:
Nehmet hin und esset; das ist mein Leib, der für euch gegeben wird“
„dieser Kelch ist das neue Testament in meinem Blut, das für euch vergossen wird zur Vergebung der Sünden“.
Das ist sein Vermächtnis. Mit diesen durch Jesus für mich gesprochen Einsetzungsworten werde ich in ihn eingesetzt, wird Gott im Brot und Wein, so dass ich ihn buchstäblich essen und trinken kann, Buchstabe für Buchstabe sozusagen. Möglich ist das nur durch den tatsächlich hingegebenen Leib Jesu Christi und sein für mich vergossenes Blut.
Der Blutzoll für das Böse und die Abgründe in mir ist durch Jesu Leiden für mich bezahlt und Gottes Gegenwart deshalb für mich unmittelbar möglich. „Gott direkt“ könnte man sagen, Christus bringt ihn zu mir, er trägt ihn mir quasi nach, ich muss ihn nur nehmen. Das ist von Gott so gewollt.
Das ist es was Du meinst mit „Aus Brot und Wein wird durch Gottes Wort der wahre Leib und das wahre Blut Jesu Christi“ (Große Katechismus).
Wie einfach macht er es uns damit eigentlich. Wieso tun wir uns so schwer damit?
Meine Gedanken wandern zurück zum Adventsversprechen Maleachis:  „Wer wird bestehen, wenn er erscheinen wird?“
War es deshalb, weshalb ich so gewankt habe, wie eine Zeder des Libanon, beim letzten Abendmahl?
Mit weihnachtlichen Grüßen herzlichst
Deborrah
PS: Wieso beschäftigt mich 2 Tage vor Weihnachten das Abendmahl so sehr? Weil wir eine besondere Zeit haben? Weil Jesus für uns stirbt und Gott geboren wird in jedem Abendmahl? Ostern und Weihnachten außerhalb Ostern und Weihnachten? Ostern und Weihnachten – im Abendmahl?