Stecken und Stab

Lieber Luther,
mein Arbeitsversuch ist heute gescheitert, ich muss der Krankheit Zoll entbieten. Die Zeit habe ich genutzt, wieder einmal über Psalm 23 nachzudenken.
Es gibt dort eine Stelle, über die stolpere ich immer: „dein Stecken und Stab trösten mich“.
Was ist Stecken, was ist Stab und wieso tröstet der Stab und stützt nicht?
Das hat sich mir bisher nicht erschlossen. Zunächst einmal, was ist „Stecken“ und was ist „Stab“? Man muss weit zurückgehen, zu Mose und Aaron, um dem Stecken und dem Stab auf die Spur zu kommen.
Mose und Aaron hatten die Herkulesaufgabe, ein renitentes Volk aus Ägypten zu führen. Immer wieder wurden ihre Entscheidungen angezweifelt, fast hin bis zur Meuterei. Gott musste starke Zeichen schicken, um sein Volk auf Kurs zu halten und seinen Anführern zu Hilfe zu eilen.
Zwölf Stecken ließ er Mose zusammentragen, von jedem Fürsten seines Vaterhauses einen. Auf jeden Stecken schrieb er einen Namen. Den Stecken dessen, den Gott als Anführer auserwählt hat, wird ergrünen. So das Versprechen.
Grün wurde der Stecken Aarons. Vom „Aaronstab“ zu sprechen, stimmt deshalb nicht, es ist der Stecken Aarons, der grün wird. Der Stecken steht für Gottes Volk und der Name darauf, für den Auserwählten, der dieses Volk führen soll. Der Stecken steht für das Volk, das sich in Gottes Namen hinter dem Auserwählten versammelt, dessen Name auf dem Stecken steht.
Wie unter dem Stecken des Kreuzes, auf dem der Name „Jesus, König der Juden“ steht. Unter diesem Stecken und diesem Anführer versammeln wir uns heute noch.
Für was steht aber der Stab? Der Stab steht für die Zeichen, die Gott immer wieder wirkt, um sein ungläubiges Volk bei der Stange zu halten. „Und diesen Stab nimm in deine Hand, mit dem du die Zeichen tun sollst.“ (2.Mose 4,17). Mit diesem Stab schlug Mose den Fels. Er steht für die besondere Kraft, die Gott seinen auserwählten Knechten verleiht, damit sie Zeichen setzen können, die das Volk braucht und versteht.
Das Kreuz ist aus Stecken und Stab gebildet. Als Zeichen für Gottes Volk, sich dahinter zu versammeln und als Zeichen für die besondere Kraft, die von ihm ausgeht. Es ist eine Verortung von Gottes Volk, wo immer das Kreuz steht. Es ist eine Verheißung, dass dieser Stecken grünt, da auf ihm der Name Jesus Christus steht. Dieser Stecken und Stab gibt seinem Volk Trost und Halt, egal, in welchem mehr oder minder verwerflichen Zustand es sich gerade befindet.
Deshalb „dein Stecken und Stab trösten mich“. Egal wie unzulänglich und renitent ich auch bin, unter dieser Führung kann mir nichts passieren. Der gute Hirte wird mit seinem Hirtenstab auf mich aufpassen.
Lieber Luther, wie können wir da froh sein. Mit einem Seufzer der Erleichterung muss ich jetzt schließen. Ich muss morgen früh raus. Ich muss schon wieder fliegen, hoffentlich zerreißt es meinen erkälteten Kopf nicht.
Herzliche Grüße
Deborrah

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