Wortschwall

Wer seinen Mund bewahrt, behütet seine Seele; wer seine Lippen aufreißt, dem wird’s zum Untergang.
Sprüche 13,3

Der Mund ist oft zu schnell,
Emotionen lassen
Worte hervorquellen,
die vernichten.

Wohin du gehst

Denn wohin du gehst, dahin will auch ich gehen, und wo du bleibst, da bleibe auch ich.
Rut 1,16

Mit Gott jeden Weg zu gehen,
unabhängig vom Ort,
unabhängig von der Situation,
unabhängig von allen Emotionen,
heißt:
Wohin du gehst, will auch ich gehen.

Schmidt Schnauze

Zum Tod von Helmut Schmidt meine Lieblingssätze:

Gegen die Oberflächlichkeit

Er wurde gefragt, ob er sich wenigstens etwas als Journalist fühle. Antwort:

„Ich fürchte nicht, und wissen Sie warum? … Weil ich es mir einfach nicht abgewöhnen kann, gründlich zu arbeiten.“

Gegen Unvernunft in der Politik

Das könnten sich insbesondere deutsche Politiker angesichts der Flüchtlingskrise hinter die Ohren schreiben:

„In der Politik hat keine Emotion und Leidenschaft Platz außer der Leidenschaft zur Vernunft.“

(zitiert aus Zeit Online)

Ich freue mich für ihn, dass er erlöst ist.

Letztes Blatt

letztes-Blatt

Achterbahn der Emotionen

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele; denn der HERR tut dir Gutes.
Psalm 116,7

Sei nun wieder zufrieden, meine Seele, den der HERR tut dir Gutes.
Die Betonung liegt auf dem „Wieder“.
Der Mensch in seinem unbeständigen Auf und Ab
ist ein Gefangener seiner Emotionen,
die mit uns Achterbahn fahren,
in schneller Bewegung,
wir immer Halt suchend.

Weihnachts-Kirchen-Theater

Lieber Luther,

Jesus ist nicht in Bethlehem geboren. Das ist mittlerweile einigermaßen wissenschaftlich gesichert. Jesus war Nazarener, sein Licht ist in Nazareth aufgegangen, nicht in einem Stall und nicht unterwegs. Die Weisen aus dem Morgenland hat es nicht gegeben und noch weniger die Flucht von Maria und Josef mit dem Kindlein nach Ägypten. Wieso zelebrieren wir heute tausendfach Krippenspiele? Lassen Engel bei Hirten auftreten? Behaupten wir einen Kindermord, den es nie gegeben hat? Weihnachtstheater.

Die Gottesdienste heute in Serie durchgetaktet, Massenproduktion. Was veranstaltet Kirche da, mit tätiger Mithilfe ihrer Diener? Zum ersten Mal seit ich denken kann, besuche ich keinen Weihnachtsgottesdienst. Ich glaube, ich könnte die Heuchelei nicht mehr ertragen. Das billige Kalkül mit den Emotionen, die Kerzen, die das Licht der Welt symbolisieren sollen und nichts anderes sind als falscher Schein. Stimmungsmache. Christus ist heute geboren, hallt es von den Kanzeln, freuet euch! Wirklich? Oder alle Jahre wieder? In einer Reihe mit Dinner for One?

Alle Jahre wieder das Weihnachtsspektakel. Ändert der Weihnachtstag irgendetwas in den Gewohnheiten der Menschen, hin zu etwas, was Jesus wichtig gewesen wäre? Dauerhaft? Hin zu mehr Nächstenliebe? Die Liebe ist in die Welt gekommen? In Form von bunten Lichtern, frohen Liedern in höchsten Tönen, Geschenkbergen und Weihnachtsgans? Alle Jahre wieder der gleiche schöne Putz, der schon am nächsten Tag bröckelt. Weihnachtsbaum raus, Silvester oder Urlaub ruft. Umdekorieren.

Alle Jahre wieder Weihnachtstheater. Lieber Luther, ich habe bisher auch mitgemacht. Aber damit ist jetzt Schluss. Das Jahr in der Wüste hat mich der kirchlichen Festinszenierungen entfremdet. Jesus ist nicht umsonst vor den Menschen zu Gott immer in die Wüste geflüchtet, nie in den Tempel. In der Wüste ist man Gott näher, lernt man, auf ihn vertrauen, lernt man, dass es außer ihm nichts braucht. Die Stille der Wüste führt zur Klarheit, entblößt die Verklärung, auch die eigene. Es ist wie ein Erwachen. Verwundert reibt man sich die Augen, wie man das so lange nicht hat sehen können. Mitgeschwommen im Strom der geistigen – geistlichen Bequemlichkeit. In die falsche Richtung geleitet, von falschen Predigern. Bequem einfach das konsumierend, was einem vorgekaut wird. Ein gut verdaubarer Weihnachtsbrei. Alle Jahre wieder verkitschtes Kirchenfest.

Nein, dieses Jahr ohne mich! Lieber Luther, das „frohe Weihnachten“ kommt mir dieses Jahr sehr schwer über die Lippen, ich habe eine innere Sperre dagegen. Innerer Widerstand gegen das Weihnachtsvolkstheater, den Volksauflauf in den Kirchen, als gäbe es etwas umsonst. Was für ein von den Kirchen sorgsam gepflegter Irrtum. Gottes Wind bläst, wo er weht, alle Advents- und Weihnachtslichter aus, sein Sturm lässt vom Weihnachtsbaum nichts übrig. Er entblößt ihn als heidnisch oder pure Dekoration.

Mit der Gottesgeburt in uns hat all das Lichtgepränge und Gefasel nichts zu tun. Gottes Licht erkennt man wie die Sterne nur in der Dunkelheit. Ganz sicher nicht im hellerleuchteten Weihnachtskirchentheater! Geburts-Tage Gottes sehen ganz anders aus. Mehr davon die nächsten Tage.

Herzliche Grüße
Deborrah