Giftpfeile

Welche ihre Zungen geschärft haben gleich einem Schwerte, ihren Pfeil angelegt, bitteres Wort, um im Versteck zu schießen auf den Unsträflichen: plötzlich schießen sie auf ihn und scheuen sich nicht ( Psalm 64:3 )

Wer kennt sie nicht,
die Giftpfeile,
die gegen einen geschossen werden:

die Stimmen, die verstummen,
sobald man in die Nähe kommt,
das Gewisper an der Kaffeemaschine,
der Tratsch am Mittagstisch.

Man spürt die Giftpfeile im Rücken.
Gott lenkt sie um.
Sie durchbohren mich nicht.
Dafür danke ich jeden Tag.

Psalm 64:3-48

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Don’t worry

Manchmal hat man im Unglück Glück.
Stehe ich beim Checkin,
großer Koffer, Rucksack, Handtasche,
ich bin gleich dran.

Da fällt mir siedend heiß ein:
Du hast die Flasche Wein im Handgepäck,
die dir die Kollegin im Tausch
gegen deutsches Bier vermacht hat.
Nein, die opfere ich jetzt nicht.

In Windeseile Zahlenschloss des Koffers entriegelt,
Wein umgepackt.
Gut, kann weitergehen,
aber:
Wo ist jetzt mein Ausweis,
den ich gerade noch in Händen gehalten habe?

Ich winke meinen Hintermann vorbei
und beginne in den unendlichen Tiefen
meiner Handtasche zu suchen.
Kein Ausweis.
OK. Rucksack.
Kein Ausweis.
Ok. Koffer wieder aufmachen:
Kein Ausweis.
Ok. Nochmals Handtasche.
Winterjacke ausgezogen,
ich schwitze.
Kein Ausweis.
OK, es ist peinlich,
aber alles aus der Tasche ausgeräumt:
Kein Ausweis.
Nochmals Rucksack.
Nochmals Koffer.
Kein Ausweis!!!
Das kann nicht sein, ich hatte ihn gerade noch in Händen!!!

Mittlerweile sind alle hinter mir durchgewunken.
Ich stehe allein vor dem Checkin.
Der junge Mann vom Checkin kommt auf mich zu:
Im Zweifelsfall reicht auch Ihr Firmenausweis.
Ich schaue ihn zweifelnd an:
Wie komme ich durch die Passkontrolle,
die es in Frankreich immer noch gibt?
Don’t worry!
Trotzdem sind die Worries bei mir groß,
die französischen Freunde sind manchmal ziemlich pingelig.
So suche ich weiter.
Wieder Tasche:
Kein Ausweis….

Schließlich gebe ich auf
und checke tatsächlich
mit meinem Firmenausweis ein.

Vor der Passkontrolle eine unglaublich lange Schlange.
Neben mir ein Kollege,
man erkennt sich an den Firmeninsignien.
Leicht panikartig blickt er auf die Menschenschlangen vor ihm.
Er würde am liebsten überholen.
Ich bleibe eisern stehen und so macht er es dann auch.
Die ganze Zeit suche ich weiter in meinen Taschen nach meinem Ausweis.
Kein Ausweis!

Als ich endlich an der Reihe bin,
schaue ich mir die 4 Passkontrolleure genau an:
Welchen nimmst du?
Welchem traust du zu, dass er dich
mit deinem Firmenausweis durchlässt?

In mir ein Horrorszenario.
Er lässt dich nicht durch,
dein Koffer ist abgefertigt,
fliegt ohne mich nach Hause und
ich bleibe hier, mit nichts.
Schon beim Gedanken bin ich den Tränen nahe.
Ich traue meinen französischen Freunden alles zu.
Ich bete, lieber Gott, verlass mich nicht,
tue mir das nicht an.

Ich entscheide mich für einen etwas jüngeren Mann,
schiebe ihm mein Ticket und meinen Firmenausweis hin:
I have a problem …
Und: er winkt mich ohne längere Diskussion durch.

Wie bin ich dankbar!
Gerade nochmal so von der Schippe gesprungen.
Als ich am Gate ankomme,
wird gerade geboardet.
Als Zweite gehe ich an Bord,
sorry, I miss my passport,
und halte ihr meinen Firmenausweis hin.
Sie sagt:
I know, und winkt mich an Bord.
Irgendwie doch wunderbar.

Don't worry

Verderber

Darum wird plötzlich sein Verderben kommen; im Augenblick wird er zerschmettert werden ohne Heilung ( Sprüche 6, 15-19 )

Sechs sind es, die Gott hasst, und
sieben seiner Seele ein Greuel:

Hochmut,
Lügenzungen,
Hände, die unschuldiges Blut vergießen,
Hinterhältigkeit,
schnelle Verführbarkeit,
Verleumdung,
Menschen, die Zwietracht säen
(Sprüche 6,16-19)

https://www.bible.com/de/bible/58/pro6

Gerechter Richter

Was recht ist, dem sollst du nachjagen, damit du leben kannst.
5.Mose 16,20

Ein beträchtlicher Unterschied in der Elberfelder Übersetzung:

Der Gerechtigkeit, der Gerechtigkeit sollst du nachjagen, auf dass du lebest und das Land besitzest, welches Jahwe, dein Gott, dir gibt.

Gerechtigkeit ist das, was vor Gott,
nicht den Menschen, recht ist.
Gerechter Richter ist Gott allein.
Seinem Urteil unterstelle ich mich gern.