Vaterunser (5) – Und vergib uns unsere Schuld (1)

Lieber Luther,

zum nächsten Teil des Vaterunsers:

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern,

musste ich einen langen Anlauf nehmen, neu Kraft schöpfen. Schon der erste Teil des Vaterunsers fordert viel, überfordert uns oft.

Der Anlauf geht ganz zurück, ganz an den Anfang der Schrift. Weiterlesen „Vaterunser (5) – Und vergib uns unsere Schuld (1)“ →

Wohlgefallen

Wenn eines Menschen Wege dem HERRN wohlgefallen, so lässt er auch seine Feinde mit ihm Frieden machen. 
Sprüche 16,7
Du bist mein lieber Sohn,
an dir habe ich Wohlgefallen.
Es sieht so aus,
als hätte Gott bei Jesus diesen Spruch vergessen.
Hat er nicht:
Dem Bösen hat Jesus immer widerstanden.
Letztendlich muss das Böse sich in Wohlgefallen auflösen,

sonst bleibt nur der Tod.

Gefängnis

Wenn du dich bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, wird er deine Gefangenschaft wenden und sich deiner erbarmen. 
5.Mose 30,2.3
Gefangen sind wir sehr,
in den Banalitäten
des täglichen Lebens.
Es bedarf mehr Mut,
die Banalitäten zu lassen,
als sich freiwillig zu unterwerfen.
Wenn das Gefängnistor sich öffnet,
gehen wir aus dem Dunkeln,
laufen ohne Fesseln und –
sehen die Sonne!

Vaterunser (4) – Unser täglich Brot gib uns heute

Lieber Luther,

essen muss man jeden Tag. Es fragt sich nur was. Die einen ernähren sich gut, die anderen ungesund, die einen reichlich, die anderen bewusst. Beim Essen scheiden sich die Geister. Heute, Teil 4 der kleinen Vaterunser Reihe. Es geht um das Brot:

Unser täglich Brot gib uns heute.

Ganz oberflächlich und menschlich leiblich gedacht heißt das: Lieber Gott sorge du dafür, dass ich etwas zu beißen zwischen den Zähnen habe. Ist das so einfach gemeint? Weiterlesen „Vaterunser (4) – Unser täglich Brot gib uns heute“ →

Vaterunser (3) – Wie im Himmel, so auf Erden

Lieber Luther,

wie hat Jesus getickt? Das ist die Frage, die mich beschäftigt. Je mehr ich mich in das Wort hineinbegebe, desto mehr entdecke ich, wie schon unsere Bibelübersetzungen Interpretationen enthalten, die den Blick auf das ursprüngliche wahre Wort verdecken, weil sie theologiegeleitet sind. Es will die Religion verkauft werden, nicht das Wort, nicht Jesus. Wenn man ihn andererseits auf seinem Banner führt, ist das eine Missbrauch der Person Jesu. Ich will Jesus verstehen, das Wort, nicht die Theologen und ihre Theo-Logien, auch nicht Paulus, der eine der Wurzel des Übels ist. Wie ist Ostern, das Ostergeschehen mit Jesu Tod und Auferstehung zu verstehen? Ein Kern christlicher Lehre? Weiterlesen „Vaterunser (3) – Wie im Himmel, so auf Erden“ →

Dank

HERR, lass mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort. 
Psalm 119,41
Deine Gnade, o Gott,
auf die wir so angewiesen sind,
Dein Wort,
das uns zu dir führt,
Deine Hilfe,
die wir dazu brauchen.
HERR, hilf!
HERR, für jedes Wort
danken wir dir.

Vertane Chancen

Kinder, die das Gesetz nicht kennen, sollen es auch hören und lernen, den HERRN, euren Gott, zu fürchten alle Tage. 
5.Mose 31,13
Von Gott zu erzählen ist nicht gerade en vogue
Weder bei den eigenen Kindern,
noch unter Erwachsenen.
Wer eine Chance bekommt,
hat die Wahl.
Wer keine Chance bekommt,
hat keine Chance.
Die Chance zu verweigern,
heißt die eigene Chance zu verspielen.

Vaterunser (2) – Dein Wille geschehe

Lieber Luther,

um den Faden von gestern wieder aufzunehmen. Ich bin auf der Spur nach Jesu Lehre, so wie er sie gelehrt hat, nicht so wie sie uminterpretiert wurde und wir das einfach nachplappern. In den Evangelien und der Alten Schrift ist genug übermittelt, um sich seine Lehre und seine Wurzeln selbst zu erschließen. Die herrschende Lehre geht in vielen Teilen paulusgeleitet fehl, ist jedenfalls nicht Jesu Lehre, auch heute wird sich das wieder zeigen. Weiterlesen „Vaterunser (2) – Dein Wille geschehe“ →

Stricke des Todes

Stricke des Todes hatten mich umfangen, ich kam in Jammer und Not. Aber ich rief an den Namen des HERRN: Ach, HERR, errette mich!
Psalm 116,3.4
Wenn wir in Jammer und Not sind,
besinnen wir uns auf Gott und rufen:
HERR, rette mich.
Gott lässt sich aber nicht täuschen.
Wenn mein Motiv nur ist
meine Lage zu verbessern,
meine Wohlfahrt zu mehren,
meine Wünsche zu erfüllen,
schweigt Gott.
Er antwortet nur,
wenn es wahrhaft Gott ist,
den wir suchen,
nicht uns selbst.
Das entscheidet,
ob wir die Stricke des Todes durchbrechen können,
im Leben wie im Sterben.

Vaterunser (1) – Dein Name werde geheiligt

Lieber Luther,

wie gestern bereits geschrieben, sieht Jesus seine Mission darin, von der Wahrheit zu zeugen. Das hat er Pilatus geantwortet, als dieser ihn gefragt hat, ob er ein König sei. Das ist sein Testament. Unter der Wahrheit versteht er, unverrückbar für die Wahrheit und Wahrhaftigkeit Gottes zu stehen, seine Größe, Zuverlässigkeit und Treue zu seinem Volk. Er steht ein für seinen Vater, den allumspannenden Herrscher, den Anfang und das Ende im Wort und im Leben, den Ausgangs- und Endpunkt, den Kristallisationspunkt von allem, was vom Menschen denkbar ist. Das war sein Credo.

Lieber Luther, ich will heute weiter auf Spurensuche nach dem unverfälschten Jesus gehen, um irgendwann zum wahren Ostergeschehen durchzubrechen. Auf dem Weg dorthin gab es ja schon einige Überraschungen, auch heute, das kann ich dir schon jetzt versprechen. Weiterlesen „Vaterunser (1) – Dein Name werde geheiligt“ →

Wortreich

Lieber Luther,

was hat Jesus gedacht? Wofür stand er? Was waren seine Grundüberzeugungen? Wie sieht er sich selbst? Hat er seine Person so in Vordergrund gestellt, wie wir das tun? Ist das nicht ein großes Missverständnis? Die Antwort lässt sich erschließen.

Die Bergpredigt ist immer eine gute Quelle der Erkenntnis. Gleich der erste Satz der Bergpredigt ist eine Grundsatzerklärung Jesu. Sein Manifest des Glaubens. Von Königsherrschaft und vom Reich Gottes ist die Rede. Schon sein erstes Statement enthält alle Zutaten, aus denen ihm später ein Kreuz gezimmert wird. Er sagt:

Von Gott gesegnet und endgültig in die Gemeinschaft mit ihm aufgenommen werden diejenigen, die sich beugen vor Gottes Wind, das heißt diejenigen, die vor Gott demütig sind. Sie werden Anteil haben an der Königsherrschaft des jenseits aller Materie Allumfassenden, an dem, was Matthäus bildlich das „Himmelreich“ nennt. Wie ist das anzustellen? Wie kann man dieses Himmelreich gewinnen? Weiterlesen „Wortreich“ →

Ackermann

Lieber Luther,

was hat sich kurz vor der Verhaftung Jesu abgespielt, was an seinem Todestag und was danach? Ein großes Rätsel? Oder ist es nachträglich zum Rätsel gemacht worden? Aus diversen (Macht-) Interessen heraus? Spielt bei der ganzen Diskussion überhaupt Jesus noch eine Rolle? Wird auch nur ein Versuch gemacht, das Geschehene aus seinem Lebenswerk und –wirken heraus zu erklären? Jesus wird zum Sündenopfer für uns alle erklärt, uns mit seinem Tod von aller Sünde befreiend. Stimmt das? Ist das aus Jesu Wort wirklich zu entnehmen oder ist das hineingepredigt worden? Weiterlesen „Ackermann“ →

Karfreitags – Gedanken

Ich habe mich im letzten Jahr
sehr weit von organisierter Kirche entfernt.
Es fällt mir schwer,
Predigten des Kirchenpersonals
zu ertragen.
Ich kann den gesammelten Unsinn,
der verbreitet wird,
kaum ertragen,
gerade jetzt zu Karfreitag und Ostern.
Meine Kirchenzeit scheint vorbei,
meine Klosterzeit auch.
Ich brauche keine Kirche,
ich brauche keinen äußeren Ort mehr,
der innere Ort reicht.
Karfreitag, Ostern,
Kirchenfeste,
meine Kirche als Zufluchtsort,
den ich so geliebt habe,
sie lassen mich so unberührt
wie das letzte Weihnachten.
Seit vier Monaten habe ich
meine Kirche nicht mehr betreten.
Trennen kann man sich erst,
wenn man keinerlei Bedauern
mehr empfindet über die Trennung.
Gott allein.
Man muss viele Meilen gehen,
viele Wüsten durchqueren,
in vielen Wassern ertrinken,
bis die Lichter der Welt,
an Bedeutung für einen verlieren.
Ich komme langsam zur Oster – Besinnung.
Die Lichter der Welt,
sie rauschen an mir vorbei,
ohne mich zu treffen.
Jedoch: Das Licht der Welt trifft mich wohl.
Abglanz der Lichter der Welt

Bauarbeiter

Tröstet, tröstet mein Volk!, spricht euer Gott. 
Jesaja 40,1
Tröstet, tröstet.
DAS Volk will nicht von dir getröstet werden, o Gott,
sie suchen sich ihre eigenen Tröster.
Aber DEIN Volk,
denjenigen, die dich suchen,
die sich zu dir bekehren,
die sich zu dir bekennen,
bist du ein Schutz und Schirm,
Tröster in allen Lebenslagen.
So können wir nur deinen Auftrag annehmen, deine Bauarbeiter zu sein auf deiner Dauerbaustelle Mensch:
Bahnt in der Wüste Gott einen Weg,
ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott.
Gerade dort, wo sie dich nicht suchen.

Bereitschaft

Sieh nun herab von deiner heiligen Wohnung, vom Himmel, und segne dein Volk Israel. 
5.Mose 26,15
Gottes Heiliger Berg,
Gottes Heilige Stadt,
Gottes Heilige Wohnung,
alles bereitet, nur für uns,
alles bereitet für unseren Einzug,
Gott harrt auf unsere Bereitschaft.

Hosanna – Herr hilf!

Lieber Luther,

mit dem heutigen Predigttext habe ich mich schon vor einem Jahr beschäftigt, in der Version des Matthäusevangeliums (Mt 21, 1-10), hauptsächlich unter Sicht des Volkes. Wenn man den heutigen Predigttext liest, in der Version des Johannesevangeliums (Joh 12, 12-19), hat man den Eindruck, der Schreiber des Johannesevangeliums ist etwas verwundert, angesichts dessen, was da berichtet wird. So hat er die Geschichte mit Kommentaren versehen, damit man es denn besser verstehen solle. Ob sie hilfreich sind, sei dahingestellt.

Lässt man die Kommentare weg, ist folgendes beschrieben: Weiterlesen „Hosanna – Herr hilf!“ →

Ver-Harren

Ich harrte des HERRN, und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien.
Psalm 40,2
Das Harren auf Gott ist unser Anteil,
in der Wüste, wie im Wohlgeruch,
das Beharren, auf sein Wort,
wie immer die Anfechtung,
das Verharren in seinen Armen,
wenn wir dort angekommen sind.
Psalm 40 ist ein Renner,
er erzählt vom Abstürzen und Fliegen.

Wilderer

Gott der HERR nahm den Menschen und setzte ihn in den Garten Eden, dass er ihn bebaute und bewahrte. 
1.Mose 2,15
Gott baut auf den Menschen,
er ist dazu bestimmt,
Gottes Garten
zu pflegen und zu bewahren.
Gott baut auf den Menschen,
auch wenn sein Garten verwildert ist,
weil der Mensch, der ihn bebauen soll,
in ihm wildert.
Gott baut auf den Menschen
und traut ihm zu, umzukehren,
um in seinem Garten
in Einklang zu weben.