Nebel

Nebelschleier,
die verdecken,
was kommt,
die verdecken,
was war,
die verdecken,
was ist.

Nebel,
die die Orientierung
verlieren lassen,
die einem das Gefühl
des Verlorenseins geben,
des Ausgesetztseins
ohne Halt,
ohne Fixpunkt.

Nebel im Leben,
wirken wie Knebel.
Man möchte sie wegreißen,
wieder unbeschränkt sein,
wieder klar sehen,
klar denken,
der bedrohlichen Umklammerung entkommen,
dorthin fliehen,
wo Klarheit ist.

Man möchte,
man möchte so einiges im Leben
und müssen doch lernen,
dass Nebel,
sind sie mal da,
einen lernen,
sie zu nehmen,
wie sie sind
und dauern,
solange
sie dauern.

Irgendwann dringt aus dem Nebel wieder das Licht!

 Nebel

Überlebensstrategien

Mutig oder nicht?
Die Breitseite dem Wind aussetzen oder nicht?
Sorgen für jetzt oder für die Zukunft?
Sie täuschen lassen von der Großwetterlage oder nicht?
Sich zeigen oder sich verbergen?
Ballast abwerfen oder behalten?

Mensch in seiner Natur.
Uneinige Natur.
Gott mit seiner Natur,
wie sie in Teilen überlebt.

Überlebensstrategien

Ein hartes Stück Arbeit

Langsam kriecht die Müdigkeit in mir hoch.
das Korn gesät,
gehegt,
gewachsen,
die Ernte beinahe eingefahren.

Es drohen Herbststürme,
woher die Kraft nehmen,
ihnen zu trotzen?

Das Leben zieht sich langsam in die Muttererde zurück,
mich im Schlepptau,
gern würde ich folgen,
doch auf mein Feld blickend, weiß ich,
dass es noch nicht bereitet ist für den Winter.

Ein tiefer Seufzer entringt sich meiner Brust.
Leben ist ein hartes Stück Arbeit.

Herbst

Nebel fragen

Ihr Nebel, was bringt ihr?
Kündet ihr vom Frühling
oder vom Herbst meiner Tage?
Nahezu undurchdringlich steht ihr vor mir
und doch seltsam leicht, nicht zu fassen.
Ein Versuch, mir den klaren Blick, zu nehmen oder
mich gnädig vor dem klaren Blick zu bewahren,
was auf das Gleiche hinauslaufen kann?
Meine Seele eingehüllt in tränennasses Grau,
die Außenwelt ein Spiegelbild meiner Innenwelt?
Oder alles nur Gaukelei,
meine Sinne vernebelt?

 

Herbst

Herbst. Das Leben in Veränderung. Was das Jahr über gewachsen ist, geht der Vollendung entgegen. Natur in ihrer Fragilität.

Fragilität
Fragilität

Die Zeichen des Umbruchs sind nicht zu übersehen. Die Farben können nicht darüber hinwegtäuschen. Sie sind wie Potemkinsche Dörfer vor dem Grau des Novembers.

Umbruch
Umbruch

Gewachsene Strukturen lösen sich auf. Die Lebensgeister entfliehen der Materie.

Lebensgeister
Lebensgeister

Gott als das stets sich verändernde Leben. Er wirkt und seine Natur wird, auch in der Auflösung.

Auflösung
Auflösung

„Das Ziel und Ende, zu dem alle Dinge als zu ihrer letzten Vollendung hindrängen, ist an keine bestimmte Weise gebunden. Es entwächst der (begrenzten) Weise und geht in die (unbegrenzte) Weite.“ (Meister Eckhart)

Lebenswolken
Lebenswolken