Fliege oder falle ich?
Lahmer oder sich aufschwingender Flügel?
Es ist immer eine Frage der Perspektive
und der gegenwärtigen Befindlichkeit.
Klare Sicht und dichte Wolken wechseln sich ab,
Höhenflüge und Luftlöcher,
Gute Aussicht und Flugangst.
Ich fliege nur mit,
muss es nehmen wie es kommt.
Auf Kurs und Flughöhe habe ich keinen Einfluss.
Im Cockpit sitzt ein anderer.
Monat: März 2013
Gottes Weinstock
Psalm 92,14-15
werden grünen,
werden blühen,
werden reifen,
werden Frucht tragen
werden lebendig bleiben.
Ein langsames Wachsen seines Weinstocks.
Ein geduldiges Warten auf das Reifen seines Weins.
Resignation
Resignation für Anfänger
Suche du nichts. Es gibt nichts zu finden,
Nichts zu ergründen. Finde dich ab.
Kommt ihre Zeit, dann blühen die Linden
Über dem frischgeschaufelten Grab.
Kommt seine Zeit, dann schwindet das Dunkel,
Funkelt das wiedergeborene Licht.
Nichts ist zu Ende. Alles geht weiter.
Und du wirst heiter. Oder auch nicht.
Zwischen Vergehen und Wiederbeginnen
Liegt das Unmögliche. Und es geschieht.
Wie und Warum waren nie zu ersinnen.
Neu klingt dem Neuen das uralte Lied.
Geh nicht zu Grunde, den Sinn zu ergründen.
Suche du nicht. Dann magst du ihn finden.
(in: Mascha Kaléko: Mein Lied geht weiter. Hundert Gedichte)
Vergebung
Psalm 32,1
der seine Vergehen, Missetaten, Ungerechtigkeiten, Bosheiten, Böswilligkeiten, Falschheiten, Hassausbrüche, Verleumdungen, Unterlassungen nicht verschweigt,
sondern sie eingesteht, sich selbst, vor dem anderen und vor Gott.
Über den wird Gott die vergebende Decke
seiner Gnade und Barmherzigkeit breiten.
Aber nur über den,
der aufrichtig bekennt und
ehrlich bereut.
Schneewähen
Das Leben ist
wie ein unwirtlicher Weg durch Eis und Schnee.
Scharfer Wind schneidet dir ins Gesicht.
Schneewähen versperren den Weg.
Ob du willst oder nicht,
du musst hindurch,
wie weit du auch versinkst,
wie viel Kraft es auch kostet,
wie erschöpft du auch bist.
Wenn du es geschafft hast,
ist das Glatteis dahinter eher schon Erholung.
Die Spuren, die du hinterlässt,
sind ein paar Atemzüge später
zugeweht.
Beten
Psalm 69,14
ohne Bild und Ton.
Worte finde ich oft keine mehr.
Was sollte ich auch sagen?
Du weißt es sowieso, webst nach deinem eigenen Plan.
das ist nicht beten, beten ist etwas anderes.
Wie sollte ich sonst auch verstehen,
was du von mir willst?
Passionszeit
Deborrah
Mondnacht
Es war, als hätt´ der Himmel
Die Erde still geküßt,
Daß sie im Blüten-Schimmer
Von ihm nun träumen müßt‘.
Die Luft ging durch die Felder,
Die Ähren wogten sacht,
Es rauschten leis die Wälder,
So sternklar war die Nacht.
Und meine Seele spannte
Weit ihre Flügel aus.
Flog durch die stillen Lande,
Als flöge sie nach Haus.
Joseph von Eichendorff
Alles hat seine Zeit. Diese Zeit ist nicht an unsere Tageszeiten gebunden.
Seelenheil
Psalm 119,81
dass du sie heil machst,
dass du sie zu dir befreist,
dass sie eins wird mit dir.
Sei nicht taub,
hab Erbarmen,
nimm sie hin.
Ich bin das Brot
Deborrah
Triebwerk
Wenn du nach Luft schnappst und
mit Sorge auf das blickst, was kommt,
du um das Überleben ringst, dich fragst:
Wo ist der Atem, der dir Freiheit verschafft?
Dann ist es höchste Zeit für einen Stopp,
Zeit für eine Atempause.
Erkannt, Abhilfemaßnahme identifiziert,
auf den Weg gemacht.
Jedoch ist es, wie so oft mit dir, o Gott.
Du haust mir eine Vollbremsung rein.
Meine Regie ist nicht deine.
Unmissverständlich hebst du dein Stoppschild,
lenkst mich auf eine andere Bahn,
leitest mich zurück auf einen Weg,
von dem ich geglaubt habe,
er sei zu Ende.
Ich folge folgsam deiner Regieanweisung.
Wohin es führt?
Ich weiß es nicht.
Ich habe nur das Vertrauen in dich.
Du wirst es wissen.
Du bist das Triebwerk,
das mich antreibt.
Gerechtigkeit
Psalm 11,7
Es meint Gerechtigkeit nach Gottes Recht und Gesetz,
so wie er es in unser Lebensbuch geschrieben hat,
jedem einzelnen gesetzt hat.
Er liebt es, wenn wir sein in uns gesetztes Wort tun,
dann sind wir in seinem Recht
und nach ihm gerecht.
Stimmen
Als ich in Angst war, rief ich den HERRN an und schrie zu meinem Gott; da hörte er meine Stimme.
Psalm 18,7
Irgendwann hört er unsere Stimme und neigt sein Ohr uns zu.
Irgendwann verstummt unser inneres Stimmengewirr,
so dass wir seine Stimme hören.
Irgendwann stimmen wir beide uns aufeinander ein,
so dass wir zu einem göttlichen Gleichklang werden.
Wer bin ich?
1.Chronik 29,11
Wer bin ich?
Was sind wir Menschen?
Wie könnten wir lieben, ohne dass du die Liebe in unser Herz gibst?
Wie könnten wir dich erkennen, ohne dass du es willst?
mit dir bin ich alles.
Gottes Hand
Ich sagte zu dem Engel, der an der Pforte zum Morgen stand:
Gib mir ein Licht,
damit ich sicheren Fußes
in die Ungewissheit gehen kann!
Er antwortete:
Geh nur in die Dunkelheit und
lege deine Hand in Gottes Hand.
Das ist besser als ein Licht und
sicherer als ein bekannter Weg.
(nach einer chinesischen Überlieferung)
Abgewogen
1.Samuel 2,3
stellt Gott uns auf eine Waage.
Je nachdem, wie viel Dreck wir am Stecken haben,
schickt er uns durch ein Reinigungsbad.
Der Reinigungsstrahl kann weich und sanft sein,
aber auch hart und schmerzend.
Jeder, der Gott sucht, wird erkannt.
Jeder, der von Gott kommt, kehrt geläutert zu ihm zurück.
Gemütssache
Das wirkliche Haben Gottes liegt nicht im möglichst häufigen an Gott Denken,
sondern in einem inwendigen Streben zu Gott hin.
„Denn je entblößter und lediger das Gemüt Gott zuneigt
und von ihm dann gehalten wird,
desto tiefer wird der Mensch in Gott hineingepflanzt,
umso empfänglicher wird er für die wertvollen Gaben Gottes.Denn allein auf Gott soll der Mensch bauen.“
(Meister Eckhart, Vom Adel der menschlichen Seele)
Wunderbar
Ich will auch fernerhin mit diesem Volke wunderbar verfahren, wunderbar und wundersam, und die Weisheit seiner Weisen wird zunichte werden.
Jesaja 29,14
Und hört:
Weil ihr mir nur oberflächlich nachfolgt,
aber euer Herz vor mir verschließt,
und ihr mich – wenn überhaupt – nur fürchtet,
weil ihr das so gelernt habt,
aber die Furcht nicht in euch fühlt,
seid ihr blind und taub.
Es wird aber der Tag kommen,
an dem der Wunderbar
die Tauben die Worte des Buches hören und
die Augen der Blinden aus der Finsternis heraus sehen lässt.
Wunderbar wundersamer Wunderbar.
Nebel fragen
Ihr Nebel, was bringt ihr?
Kündet ihr vom Frühling
oder vom Herbst meiner Tage?
Nahezu undurchdringlich steht ihr vor mir
und doch seltsam leicht, nicht zu fassen.
Ein Versuch, mir den klaren Blick, zu nehmen oder
mich gnädig vor dem klaren Blick zu bewahren,
was auf das Gleiche hinauslaufen kann?
Meine Seele eingehüllt in tränennasses Grau,
die Außenwelt ein Spiegelbild meiner Innenwelt?
Oder alles nur Gaukelei,
meine Sinne vernebelt?








