394.470.000 Atemzüge

Wieviel Atemzüge machen wir,
vom ersten bis zum letzten?
Ich habe sicher schon über 394.470.000 Atemzüge getan.
Wen wundert meine unendliche Müdigkeit?
Der letzte Atemzug ist oft ein tiefer Seufzer,
ein Gott – sei – Dank,
endlich ausgeatmet.
Mit Erstaunen dann feststellend,
dass der letzte Atemzug getan –
und man lebt.
Hobelspäne –
die ganze Hinterlassenschaft.
Wieso hat der Mensch nur so Angst
vor dem letzten Atemzug?
Er lässt das Leben gewinnen.

Tafelsilber

Gott, du hast uns geprüft und geläutert, wie das Silber geläutert wird. 

Psalm 66,10

Wie wir Silber prüfen, ob es echt ist,

so prüft Gott uns,

ob wir es echt mit ihm meinen.

So wie man das Schwarze vom Silber poliert,

so poliert Gott das Dunkle von uns,

eh er uns zu seinem Tafelsilber zählt.

Rettungsschirm

Ich glaube aber doch, dass ich sehen werde die Güte des HERRN im Lande der Lebendigen. 

Psalm 27,13

Gott ist mein Licht und mein Heil, vor wem sollte ich mich fürchten?

Gott ist meines Lebens Stärke, vor wem sollte ich erschrecken?

Er stärkt mich gegen meine inneren und äußeren Feinde.

Jeden Tag erfahre ich seinen Rettungsschirm.

Ohne ihn wäre ich schutzlos.

Vaterunser (8) – Versuchungen

Lieber Luther,

… und führe uns nicht in Versuchung. Wie oft habe ich schon gehört, Jesus versucht nicht, das wollen wir von unserem guten Jesus nicht hören und nicht sehen. Er will nur das Beste für uns. Stimmt. Deshalb steht es auch im Vaterunser:

Und führe uns nicht in Versuchung.

Korrekt übersetzt heißt es: Und führe uns nicht in die Prüfung. Was meint das? Weiterlesen „Vaterunser (8) – Versuchungen“

Typisch Vater

Bei dir, Herr, unser Gott, ist Barmherzigkeit und Vergebung. 
Daniel 9,9
Du lehrst uns, HERR, deine Wege,
Du sagst uns: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch,
Du sendest uns deine Zeichen zur Anschauung.
Wir gehen andere Wege,
Wir sagen, ICH sage euch, hört auf mich, nicht auf das Wort.
Wir sehen deine Zeichen und deklarieren sie als Zufall oder Humbug.
Du, o Gott,
bis ganz Vater,
deshalb hoffst du bis zuletzt,
dass deine Söhne und Töchter umkehren.
Jedem verlorenen Sohn,
Jeder verlorenen Tochter,
öffnest du die Tür und deine Arme.

Trauerspiel

Die Tage deiner Trauer werden ein Ende haben. 

Jesaja 60,20

Das Ende der Tage meiner Trauer.

Verheißen ist nicht, wie gern ich es auch hätte,

ein Ende meiner irdenen Trauer,

sondern ein Ende des irdenen Trauerspiels,

der Tag des Endes meiner Tage.

Dann wird alle Trauer zur Freude.

So, Tod, wo ist dein Stachel?

Hand im Spiel

Als Mose seine Hand über das Meer reckte, ließ es der HERR zurückweichen durch einen starken Ostwind. 

2.Mose 14,2

Wo Gott die Hand im Spiel hat, ist Gelingen,

wo Gott die Hand im Spiel hat, ist Überwinden,

wo Gott die Hand im Spiel hat, ist der Sieg.

Wieso?

Hiob antwortete dem HERRN: Siehe, ich bin zu gering, was soll ich antworten? Ich will meine Hand auf meinen Mund legen. 
Hiob 40,3-4
Hadern.
In dieser Disziplin ist der Mensch gut.
Im Rechten mit Gott.
Wieso so und nicht anders?
Wieso hast du das nicht verhindert?
Wieso siehst du diesem und jenem Unglück zu?
Wieso, Wieso, Warum?
Ja, Mensch, wieso?
Wieso muss Gott herhalten
für menschliche Irrwege?
Hat Gott das alles verbockt,
über das du dich beklagst?
Oder ist es nicht menschliches Versagen?
Versagen, vor den menschlichen Abgründen und vor Gott?
Demut will gelernt sein,
seine Zunge im Zaum halten auch.

Morgen- und Abendgebet

HERR, ich danke dir, dass du mich erhört hast und hast mir geholfen.
Psalm 118,21

Danke, mein Gott,
dass du jeden Morgen in mich einfließt,
meinen Tag gut werden lässt,
auch wenn ich keine Zeit finde,
dich zur Kenntnis zu nehmen,
ich jeden Abend sagen kann:
Danke, mein Gott,
dass du immer bei mir bist!

Vaterunser (7) – Schulden (3)

Lieber Luther,

seit ein paar Wochen und Blogs schon beschäftige ich mich mit dem Vaterunser und bin hängengeblieben beim:

Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.

Das Thema ist voller Missverständnisse. Seit wir von Gott wissen, vergibt er uns unsere Missetaten. Bis auf Jesus hat jeder Grund zu sagen: Vater, vergib mir meine Schuld. Zu sehr lassen wir uns ablenken und unsere Aufmerksamkeit von Gott weglenken, denken in unseren rein menschlichen Kategorien, die für Jesus eine Kategorie ohne Bedeutung war. Jesus ist voll auf Gott fokussiert. Jesus dreht die Sichtrichtung wieder um. Er predigt, man muss Vater und Mutter verlassen, Jedermann auf Erden, und zum Vater, zum Lebensspender zurückkehren. Mit Jesus schließt sich der Kreis, ist die Richtung zum Leben wieder in ihren Ursprung zurückgedreht, im Wort und im Tun. Jesus ist der Wendepunkt, der uns wieder auf Gott zurückverweist, uns neu verpflichtet, im neuen Bund. Weiterlesen „Vaterunser (7) – Schulden (3)“

Schuhwerk

Schuhe können
zu groß sein,
zu klein,
zu eng,
ausgelatscht,
unmodern oder
neu.
Je nach Schuhwerk,
laufen wir gut oder schlecht.,
holprig oder
bekommen Blasen an den Füßen.
Schuhe,
die nach außen gut aussehen,
aber schlecht passen,
sind peinigende Fassade.
Unsere Schuhe tragen uns von
der Vergangenheit,
in die Gegenwart,
in das Morgen.
Egal, wie das Schuhwerk,
wir müssen weiter.
ob der Schuh drückt oder nicht.
Manchmal ziehen wir auch Schuhe an,
die uns nicht gehören.
Das hinterlässt Spuren an den Füßen.
Neue Füße,
Heute Morgen stehen
neue Schühchen im Hausflur.
Wie weit sie tragen,
wir werden sehen.

Begrenzungen

Seine Herrschaft wird sein von einem Meer bis zum andern und bis an die Enden der Erde. 
Sacharja 9,10
Gott hat Himmel und Erde geschaffen,
das Meer, in dem man ertrinken oder schwimmen kann,
das Land, das seinem Ende zugeht,
den Menschen, der vergeht.
Mensch, Himmel, Erde, Wasser, Luft und Meer sind begrenzt.
Gott allein ist unbegrenzt.

Abendklang

Freitagabendheimreisebericht.
Ohne Befund heute.
Der Streikkrug ist gerade noch
an mir vorbeigegangen.
Was ist das für ein Licht?
Es sieht endgültig aus.
Ich kann mich kaum auf den Verkehr konzentrieren.
Als ob die Baumkronen brennen.
Ganze Baumreihen verglühen.
Blutrotes Abendrot.
Ich konzentriere mich.
Nein, es klingt nicht wie Frieden,
es klingt mehr nach Gericht.
Ich kann mich an keinen vergleichbaren Abendklang erinnern.
Klarheit,
Bestimmtheit,
das Jetzt im Übergang
zur Ewigkeit.
Wie das Echo dessen, was kommen wird.
In meinen vielen Bildern nicht eines,
das dieses Abendbild angemessen
widerspiegeln würde.
Angst macht es nicht,
eher Erstaunen,
dass es da ist.