Gefängnis

Wenn du dich bekehrst zu dem HERRN, deinem Gott, wird er deine Gefangenschaft wenden und sich deiner erbarmen. 
5.Mose 30,2.3
Gefangen sind wir sehr,
in den Banalitäten
des täglichen Lebens.
Es bedarf mehr Mut,
die Banalitäten zu lassen,
als sich freiwillig zu unterwerfen.
Wenn das Gefängnistor sich öffnet,
gehen wir aus dem Dunkeln,
laufen ohne Fesseln und –
sehen die Sonne!

Vaterunser (4) – Unser täglich Brot gib uns heute

Lieber Luther,

essen muss man jeden Tag. Es fragt sich nur was. Die einen ernähren sich gut, die anderen ungesund, die einen reichlich, die anderen bewusst. Beim Essen scheiden sich die Geister. Heute, Teil 4 der kleinen Vaterunser Reihe. Es geht um das Brot:

Unser täglich Brot gib uns heute.

Ganz oberflächlich und menschlich leiblich gedacht heißt das: Lieber Gott sorge du dafür, dass ich etwas zu beißen zwischen den Zähnen habe. Ist das so einfach gemeint? Weiterlesen „Vaterunser (4) – Unser täglich Brot gib uns heute“

Vaterunser (3) – Wie im Himmel, so auf Erden

Lieber Luther,

wie hat Jesus getickt? Das ist die Frage, die mich beschäftigt. Je mehr ich mich in das Wort hineinbegebe, desto mehr entdecke ich, wie schon unsere Bibelübersetzungen Interpretationen enthalten, die den Blick auf das ursprüngliche wahre Wort verdecken, weil sie theologiegeleitet sind. Es will die Religion verkauft werden, nicht das Wort, nicht Jesus. Wenn man ihn andererseits auf seinem Banner führt, ist das eine Missbrauch der Person Jesu. Ich will Jesus verstehen, das Wort, nicht die Theologen und ihre Theo-Logien, auch nicht Paulus, der eine der Wurzel des Übels ist. Wie ist Ostern, das Ostergeschehen mit Jesu Tod und Auferstehung zu verstehen? Ein Kern christlicher Lehre? Weiterlesen „Vaterunser (3) – Wie im Himmel, so auf Erden“

Dank

HERR, lass mir deine Gnade widerfahren, deine Hilfe nach deinem Wort. 
Psalm 119,41
Deine Gnade, o Gott,
auf die wir so angewiesen sind,
Dein Wort,
das uns zu dir führt,
Deine Hilfe,
die wir dazu brauchen.
HERR, hilf!
HERR, für jedes Wort
danken wir dir.

Vertane Chancen

Kinder, die das Gesetz nicht kennen, sollen es auch hören und lernen, den HERRN, euren Gott, zu fürchten alle Tage. 
5.Mose 31,13
Von Gott zu erzählen ist nicht gerade en vogue
Weder bei den eigenen Kindern,
noch unter Erwachsenen.
Wer eine Chance bekommt,
hat die Wahl.
Wer keine Chance bekommt,
hat keine Chance.
Die Chance zu verweigern,
heißt die eigene Chance zu verspielen.

Vaterunser (2) – Dein Wille geschehe

Lieber Luther,

um den Faden von gestern wieder aufzunehmen. Ich bin auf der Spur nach Jesu Lehre, so wie er sie gelehrt hat, nicht so wie sie uminterpretiert wurde und wir das einfach nachplappern. In den Evangelien und der Alten Schrift ist genug übermittelt, um sich seine Lehre und seine Wurzeln selbst zu erschließen. Die herrschende Lehre geht in vielen Teilen paulusgeleitet fehl, ist jedenfalls nicht Jesu Lehre, auch heute wird sich das wieder zeigen. Weiterlesen „Vaterunser (2) – Dein Wille geschehe“

Vaterunser (1) – Dein Name werde geheiligt

Lieber Luther,

wie gestern bereits geschrieben, sieht Jesus seine Mission darin, von der Wahrheit zu zeugen. Das hat er Pilatus geantwortet, als dieser ihn gefragt hat, ob er ein König sei. Das ist sein Testament. Unter der Wahrheit versteht er, unverrückbar für die Wahrheit und Wahrhaftigkeit Gottes zu stehen, seine Größe, Zuverlässigkeit und Treue zu seinem Volk. Er steht ein für seinen Vater, den allumspannenden Herrscher, den Anfang und das Ende im Wort und im Leben, den Ausgangs- und Endpunkt, den Kristallisationspunkt von allem, was vom Menschen denkbar ist. Das war sein Credo.

Lieber Luther, ich will heute weiter auf Spurensuche nach dem unverfälschten Jesus gehen, um irgendwann zum wahren Ostergeschehen durchzubrechen. Auf dem Weg dorthin gab es ja schon einige Überraschungen, auch heute, das kann ich dir schon jetzt versprechen. Weiterlesen „Vaterunser (1) – Dein Name werde geheiligt“

Wortreich

Lieber Luther,

was hat Jesus gedacht? Wofür stand er? Was waren seine Grundüberzeugungen? Wie sieht er sich selbst? Hat er seine Person so in Vordergrund gestellt, wie wir das tun? Ist das nicht ein großes Missverständnis? Die Antwort lässt sich erschließen.

Die Bergpredigt ist immer eine gute Quelle der Erkenntnis. Gleich der erste Satz der Bergpredigt ist eine Grundsatzerklärung Jesu. Sein Manifest des Glaubens. Von Königsherrschaft und vom Reich Gottes ist die Rede. Schon sein erstes Statement enthält alle Zutaten, aus denen ihm später ein Kreuz gezimmert wird. Er sagt:

Von Gott gesegnet und endgültig in die Gemeinschaft mit ihm aufgenommen werden diejenigen, die sich beugen vor Gottes Wind, das heißt diejenigen, die vor Gott demütig sind. Sie werden Anteil haben an der Königsherrschaft des jenseits aller Materie Allumfassenden, an dem, was Matthäus bildlich das „Himmelreich“ nennt. Wie ist das anzustellen? Wie kann man dieses Himmelreich gewinnen? Weiterlesen „Wortreich“

Ackermann

Lieber Luther,

was hat sich kurz vor der Verhaftung Jesu abgespielt, was an seinem Todestag und was danach? Ein großes Rätsel? Oder ist es nachträglich zum Rätsel gemacht worden? Aus diversen (Macht-) Interessen heraus? Spielt bei der ganzen Diskussion überhaupt Jesus noch eine Rolle? Wird auch nur ein Versuch gemacht, das Geschehene aus seinem Lebenswerk und –wirken heraus zu erklären? Jesus wird zum Sündenopfer für uns alle erklärt, uns mit seinem Tod von aller Sünde befreiend. Stimmt das? Ist das aus Jesu Wort wirklich zu entnehmen oder ist das hineingepredigt worden? Weiterlesen „Ackermann“

Hosanna – Herr hilf!

Lieber Luther,

mit dem heutigen Predigttext habe ich mich schon vor einem Jahr beschäftigt, in der Version des Matthäusevangeliums (Mt 21, 1-10), hauptsächlich unter Sicht des Volkes. Wenn man den heutigen Predigttext liest, in der Version des Johannesevangeliums (Joh 12, 12-19), hat man den Eindruck, der Schreiber des Johannesevangeliums ist etwas verwundert, angesichts dessen, was da berichtet wird. So hat er die Geschichte mit Kommentaren versehen, damit man es denn besser verstehen solle. Ob sie hilfreich sind, sei dahingestellt.

Lässt man die Kommentare weg, ist folgendes beschrieben: Weiterlesen „Hosanna – Herr hilf!“

Skandalon

Lieber Luther,

„Wir wollen, dass du uns tust, was wir dich bitten“. Wie oft sagen wir das zu Gott, wie oft beten wir das zu ihm? Und was wollt ihr? Wir wollen, dass wir zu deiner Linken und zu deiner Rechten sitzen! Jesus sagt: Ihr wisst nicht, was ihr bittet.

Das ist bis heute so, lieber Luther. Schon die Übersetzungen des Bibeltextes, um den es geht, Mk 10, 35-45, passen in diesen Tenor. Ihr wisst nicht, was ihr bittet, weil ihr immer noch nicht versteht, was ich sage. Man hört Jesus förmlich aufstöhnen. Der Text, so wie er deutsch da steht, verstellt völlig, was Jesus den Jüngern eigentlich sagen wollte. Man hat den Eindruck, es ist einfach nachgeplappert, was einer einmal falsch vorgeplappert hat. Das entdeckt man erst, wenn man sich der Mühe unterzieht, sich den Text Wort für Wort zu erschließen. Dann bekommt er einen ganz anderen Sinn, der absolut konsistent zu Jesu Selbstverständnis ist, aber nicht unbedingt zu dem passt, was Jesu hier zugeschrieben ist. Es ist hinzu – geschrieben, verfälscht. Wieso? Jesus erklärt es im heutigen Predigttext. Weiterlesen „Skandalon“

Stärke

Lieber Luther,

Lätare, freue dich, dieser Ausruf passt perfekt zum Predigttext dieses Fastensonntages (Joh 12, 20-33). Wie das? Ist da nicht von einem Weizenkorn die Rede, das sterben muss? Und ist dieses Bild nicht auf Jesus gemünzt, auf seinen grausamen Tod? Von Verherrlichung ist außerdem die Rede. Was heißt das alles und wieso ist das ein Grund zur Freude? Aber der Reihe nach. Weiterlesen „Stärke“

Gleich, vorher muss ich noch …

Lieber Luther,

Auf den ersten Blick sieht es im Predigttext zum Sonntag Okuli (Lk 9, 57-62) so aus, als ob Jesus ein bisschen aufstöhne und sage, jeder Fuchs hat einen Bau, in dem er schläft, jeder Vogel ein Nest, in dem der die Nacht verbringt, aber ich, der arme Wanderprediger, weiß nicht, wo ich heute Nacht schlafen kann. „Modernisierte“ Bibelübersetzungen führen auf die falsche Spur. Da heißt es: Der Menschensohn hat nichts, wo er sein Haupt hinlege. So steht es im Gesangbuch. Ein kleines s, das einen großen Unterschied macht, materialisiert und die Bibelmodernisierer nicht gerade als Bibelversteher dastehen lässt. Für sie hat Jesus eigentlich das gepredigt, um was es im heutigen Predigttext geht. Weiterlesen „Gleich, vorher muss ich noch …“

Reminiscere

Lieber Luther,

der Mensch scheint unbelehrbar. Das war zu Jesu Zeiten so und ist heute so. Im heutigen Predigttext (Mk 12, 1-12) besteht wieder einmal die Chance, die Botschaft zu verkünden, die verstanden werden will. Aber wer tut das? Welcher Pfarrer wagt dies? Kommt heute die Botschaft, um die es geht, von den Kanzeln oder wird fabuliert und abgelenkt, um ja nicht den Verdacht zu erregen, dass der Gott, von dem sie angeblich predigen, etwas verlangt vom Menschen. Es geht, lieber Luther, um den Herrn des Weinbergs. Weiterlesen „Reminiscere“

Verführer

Lieber Luther,

es hätte mich gewundert, wenn ich über den Predigttext vom heutigen Sonntag, Mt 4, 1-11, nicht schon einmal geschrieben hätte, habe ich ihn doch schon viele Male gelesen. Was ich vor zwei Jahren geschrieben habe, kann ich so stehen lassen.

Trotzdem will ich etwas hinzufügen. Weiterlesen „Verführer“

Dienst

Der HERR war mit Josef, und was er tat, dazu gab der HERR Glück.
1.Mose 39,23

In der Elberfelder Übersetzung heißt es:

Der Oberste der Fest sah nicht nach dem Geringsten, das unter seiner Hand war, weil Jahwe mit ihm war, und was er tat, ließ Jahwe gelingen.

Von Glück steht da nichts.
Ist Glück und Gelingen dasselbe?
Ist gelungenes Leben glückliches Leben?

Wohl nicht unbedingt.
Joseph war ein Segen für seine Mitmenschen,
was ihm gelang, gelang ihm für die anderen.
Persönlich hat er viel erlitten,
aber sich gelungen in den Dienst gestellt.
So ging es auch vielen Propheten nach ihm,
oder vor ihm seinem Vater Jakob.

Persönliches Glück ist nicht der Maßstab,
den Gott anlegt,
sondern das gelungene sich Gott in Dienst stellen.

Joseph – Schatzsuche

Pfarrer Latzel – Eine Mutmachgeschichte

Lieber Luther,

eigentlich dachte ich, ich würde heute mal wieder Zeit finden, über Grundlagen zu schreiben, da ich über den Predigttext von heute schon vor 2 Jahren geschrieben habe, über das Rosinenpicken. Das Thema ist aktueller denn je. Wieso? Obwohl mich die innerkirchlichen Streitigkeiten über Nichtigkeiten eher anöden und ich damit keine Zeit verschwende, bin ich über einen neuen Twitter-Follower über den Streit um den Bremer Pfarrer Olaf Latzel gestolpert. Zufall?

Also habe ich mich informiert. Gelesen, was so über ihn geschrieben wird, wie seine Kirche über ihn herfällt. Weiterlesen „Pfarrer Latzel – Eine Mutmachgeschichte“

Säen und Ernten

Lieber Luther,

Mariä Lichtmeß, der 2. Februar, ist vorbei und damit definitiv auch die Weihnachtszeit, 40 Tage nach Weihnachten. Früher hieß Maria Lichtmeß: Der Winterruhe ist vorbei, die Feldarbeit beginnt wieder, ausgefeiert, es muss wieder in die Hände gespuckt werden. Das Licht, die Sonne steigt, das Licht, das die Heiden erleuchten soll (Lk 2, 32). Jesu Licht im Jahreskreislauf: Es wird geboren, steigt, fällt, steigt in anderer Gestalt. Und das Ganze wieder von vorn an Weihnachten. Ein Kreislauf von Geburt – Leben – Fallen – Neues Leben, Jesu Lebenskreislauf, der Jahreskreislauf des Wortes, der Natur, des Menschen. Geboren werden – Leben – Sterben – Neues Leben. Die Natur der Natur Gottes. Das Wort wird geboren, gesät, fällt an den Weg, auf felsigen Boden, zwischen Dornengestrüpp oder auch auf gutes Land. Damit sind wir beim Predigttext dieser Woche (Lk 8, 5-15). Weiterlesen „Säen und Ernten“

Heilende Wort – Begeisterung

Ich möchte mal wieder eine Mutmachgeschichte erzählen, einfach, weil sie auch mir Mut macht und vielleicht auch anderen.
Im hektischen und stressigen Business Alltag ist nur wenig Zeit, um über Dinge abseits der geschäftlichen Dinge zu reden und einander näher kennenzulernen. Es geht selten über schnellen und oberflächlichen Austausch hinaus – keine Zeit. Jedoch spürt und sieht man den Druck, unter dem wir alle arbeiten, an jeder Ecke und in jedem Gesicht. Privater Druck kommt oft noch hinzu.
So habe ich mich mit einem Menschen aus meinem näheren Arbeitsumfeld zum Abendessen verabredet, um etwas mehr Ruhe zum Reden über das Geschäftliche hinaus zu haben. Ausnahmsweise mache ich schon etwas früher Feierabend.
Für französische Verhältnisse sind wir früh dran, wir sind die ersten im Lokal. Wir plaudern. Ich merke an, dass ich meine Disziplin etwas verloren habe, seit ich mein Bibelleseprojekt beendet habe. Bibelleseprojekt? Mein Gegenüber ist sehr interessiert. Ich fange an zu erzählen. Dass ich während eines Jahres die gesamte Bibel gelesen habe, wie fruchtbar und hilfreich das für mich war, dass es mich verändert hat, wie spannend es ist, die Geschichten der Bibel im Zusammenhang zu lesen, wieviel neue Horizonte sich mir geöffnet haben, …
Ich erzähle die Geschichte der zerstückelten Frau, erkläre die Bildhaftigkeit der Bibelsprache, die verschiedenen Ebenen, die man sich nach und nach erschließen muss. Die Bethlehemsgeschichte ist ein gutes Anschauungsbeispiel. Ich erkläre, dass in der Geschichte, so wie ich sie aufgeschrieben habe, die dritte Ebene fehlt. Sie hat sich mir erst ein paar Tage später erschlossen und seither frage ich mich, wieso ich das für mich jetzt Offensichtliche nicht schon ein paar Tage vorher gesehen habe. Das Verständnis muss sich erst öffnen, die Türen dir erst aufgetan werden. Du musst Geduld haben. Es dauert Jahre, es geht immer weiter, bis du am Ende der Zeit angekommen bist. Ich erzähle noch ein paar dieser spannenden Bibelgeschichten.
Mein Gegenüber ist fasziniert, auch von meiner Begeisterung. Irgendwann bringt der Kellner diskret die Rechnung. Wir schauen uns um. Sind wir noch oder schon wieder allein im Lokal? Seit vier Stunden erzähle ich von der Faszination der Bibel. Ich nehme mein Smartphone und zeige die Bibel App, mit der ich gelesen habe und auch, dass es eine französische Variante gibt. Wir schauen nach. Die Lutherübersetzung gibt es natürlich nicht auf Französisch. Ich zeige die Bibellesepläne, auch den von Robert Roberts, den ich gelesen habe. Es ist wichtig, die Bibelübersetzung, mit der man liest, sorgsam zu wählen. Sie muss zu einem passen. Es macht einen Unterschied. Wow, sagt mein Gegenüber, das eröffnet mir ganz neue Möglichkeiten, von denen ich bisher gar nichts wusste. Christlicher Glaube war bisher nicht sein Thema. Es ist spät, wir gehen. Wir haben nicht ein einziges Wort über geschäftliche Dinge verloren.
Am anderen Morgen im Büro. Hast du 5 Minuten? Ja, 5 Minuten habe ich. Dieser Mensch kommt in mein Büro und ich schaue ihm ins Gesicht. Ich bin sprachlos. Als ob ich einen neuen Menschen sehe. Auf dem Gesicht Ruhe und Frieden. Kein Vergleich zur Bedrängnis am Tag vorher. Noch in der Nacht hat dieser Mensch die Bibelapp installiert, einen Account kreiert, angefangen zu lesen und hat die heilende Wirkung der Worte, des Textes gespürt, obwohl er ganz am Anfang steht.
Noch nie zuvor ist mir so vor Augen gestanden, was es heißt, einen neuen Menschen anzuziehen. Auch, dass du gar nichts tun musst, außer die Tür aufzumachen, bereit sein, die heilende Wirkung der Bibelworte in dich einfließen zu lassen. Für mich ist das ein Wunder, ich kann es nicht anders bezeichnen. Diese unglaubliche Veränderung dieses Menschen innerhalb eines halben Tages. Es macht mir Mut, von der heilenden Wirkung der Bibel zu erzählen und sollte denen Mut machen, die erst am Anfang stehen, sich die Bibel selbst zu erschließen. Die Tür aufzumachen reicht und man wird weiter geleitet, so wie es zu einem passt. Einfach leiten lassen.
Einen weiteren Tag später: Hast du 5 Minuten? Ich kenne einen Menschen, der katholisch ist und nicht glücklich damit. Ich habe ihm erzählt, was ich von dir erfahren habe und dass bei den Evangelischen das alles freier ist. Wärst du bereit, mit diesem Menschen zu reden? Am besten gleich. Spricht er deutsch? Nein. Englisch? Ein bisschen … Ok, das wird schwieriger. Weißt du was: ich lade euch Zwei mal in Ruhe zu mir zum Abendessen ein, dann haben wir die Zeit … So machen wir es.
Wunderbarer Wunderbar!
Ich werde davon erzählen müssen, dass man die Religion – egal ob katholisch oder evangelisch oder jüdisch – ablegen muss, und das Wort anziehen muss, dass man ganz auf die Wunderkraft, die heilende Kraft des Gotteswortes in der Bibel vertrauen kann. Mitten im stressigen Business-Alltag. Es ist mir gerade wieder vor Augen geführt worden. Das festigt auch mich und macht auch mir Mut.
Grünes Gras kann unter jeder kalten Decke wachsen.

Bibelfrucht

Manche sagen, es ist unmöglich. Aber doch, es ist möglich, ich habe es ausprobiert. Ich habe die Bibel in einem Jahr gelesen. Mit App und nach festem Leseplan. Im Durchschnitt habe ich sicher mindestens 2 Stunden pro Tag für das Bibelstudium aufgewendet, wahrscheinlich mehr.
 Ich möchte es nicht missen. Dieses Jahr mit Gottes Wort gehört für mich zum Wertvollsten und Kostbarsten, zum Besten in meinem Leben, was mir widerfahren ist. Es gibt nichts anderes, was mir über ein Jahr hinweg Tag für Tag so gut getan hätte.
 Als ich angefangen habe, dachte ich, die Zeit würde mir lang werden, 1 Jahr lang im Durchschnitt 4 Bibelkapitel durcharbeiten, Tag für Tag. Das sieht erst einmal aus, wie eine große Belastung. Ist es aber nicht. Bibelstudium ist kurzweilig, inspirierend, beruhigend, energetisierend, erholend, es macht leicht.
 Natürlich heißt so ein Lesepensum neben dem normalen Leben her auch, dass man Prioritäten setzen muss. Liegengeblieben ist deshalb zum Beispiel meine Weihnachtspost, weil ich die letzten 3 Wochen vor Weihnachten aufholen musste. Wer betroffen ist, möge es mir verzeihen. Bis dahin hatte ich täglich gelesen. Auch das bedarf einiger Disziplin, abends um 22.00 oder später sich noch konzentriert ans Bibelstudium zu begeben, nach 12 Stunden oder mehr Arbeit. Die Wochen vor Weihnachten hat mein Arbeitspensum und meine Erschöpfung abends das nicht mehr zugelassen. Lesen, nur damit gelesen ist, ist fruchtlos. Es kommt ja die Weihnachtspause …
 Ich möchte über vieles schreiben, was mir durch den Kopf gegangen ist, es drängt förmlich aus mir heraus. Leider habe ich die Zeit nicht gefunden. Das bedauere ich sehr. Es ist für mich selbst ein persönlicher Verlust, dass diesen vielen guten Gedanken erst einmal wieder in irgendeiner Gehirnschublade abgelegt sind und verstauben. Damit nicht alles verloren ist, habe ich Mindmaps angelegt und die gesamte Bibel selbst verstichwortet, so dass es mir leichter fällt, bei Bedarf wieder zu den Zusammenhängen zu finden.
So bin ich 
froh, dass ich es geschafft habe. 
froh, dass ich das ganze Jahr für mich persönlich wertvoll gelesen habe. 
froh, über all das, was ich erfahren durfte, 
froh und dankbar um jedes Wort,
froh, dass ich nun jedes Wort kenne, wenn auch vielleicht nicht jedes verstehe,
froh, dass das Verstehen des Wortes sich entwickelt, man deshalb nie am Ende ist, es immer weiter geht, weiter vorwärts im Verstehen, bis zum Tag, an dem ich vor Gott stehe,
froh um die Bereicherung,
froh, dass ich gelernt habe, wie fruchtbar Bibellesen ist.
Gott ist mir ein gutes Stück näher gerückt. Ein angemessenes Dankeswort kann ich hier dafür nicht finden, jedes Wort wäre zu armselig.
 Was mach ich jetzt, ohne meinen täglichen Bibelfahrplan? Falle ich in ein Loch? Ich glaube nicht. Ich werde nicht aufhören, in der Bibel zu lesen, vielleicht nicht mehr so systematisch und vor allem nicht mehr so umfangreich, wie das vergangene Jahr. Das würde ich auch gar nicht mehr schaffen. Aber ich werde sicher einen neuen Plan fassen, wenngleich der erst in mir reifen muss. Es gibt noch die Apogryphen, oder – was mich auch reizen würde – die Bibel rückwärts aufrollen, von der Offenbarung her. Das ist sicher auch eine Jahresbeschäftigung. Mir fällt noch viel ein und ich bin sicher, es wird mir keinen Augenblick langweilig.
 Ich habe das alles erzählt, um zu ermuntern, es selbst mit der Bibel zu versuchen. Selbst zu entdecken, wir fruchtbar sie ist. Sich nicht abschrecken zu lassen. Sich nicht blenden zu lassen vom oberflächlichen Geschehen, sondern den Sinn dahinter zu suchen. Die Bibel ist kein Historiendokument, sondern ein Glaubensdokument, das Glaubensbotschaften transportiert, nicht – wie manche denken – ein Tatsachenbericht von Mord und Totschlag. Die Botschaft liegt im Sinn dahinter. Und sie ist aktuell.
Rein technisch ist mit einer Bibel-App das Lesen viel angenehmer als mit einer gedruckten Bibel. Ich will ermuntern, im Zusammenhang zu lesen, nicht sätzchenweise. Aus dem Zusammenhang genommene Einzelverse lassen den Zusammenhang nicht erschließen. Ich will ermuntern, sich für die Erfahrung zu öffnen, was es heißt, jeden Tag Gottes Wort in sich einfließen zu lassen. Es geht, ich habe es ausprobiert. Auch, wenn man viel Arbeit hat oder gerade dann. Es ist eine unendlich gute und heilende Erfahrung.