Bibelfrucht

Manche sagen, es ist unmöglich. Aber doch, es ist möglich, ich habe es ausprobiert. Ich habe die Bibel in einem Jahr gelesen. Mit App und nach festem Leseplan. Im Durchschnitt habe ich sicher mindestens 2 Stunden pro Tag für das Bibelstudium aufgewendet, wahrscheinlich mehr.
 Ich möchte es nicht missen. Dieses Jahr mit Gottes Wort gehört für mich zum Wertvollsten und Kostbarsten, zum Besten in meinem Leben, was mir widerfahren ist. Es gibt nichts anderes, was mir über ein Jahr hinweg Tag für Tag so gut getan hätte.
 Als ich angefangen habe, dachte ich, die Zeit würde mir lang werden, 1 Jahr lang im Durchschnitt 4 Bibelkapitel durcharbeiten, Tag für Tag. Das sieht erst einmal aus, wie eine große Belastung. Ist es aber nicht. Bibelstudium ist kurzweilig, inspirierend, beruhigend, energetisierend, erholend, es macht leicht.
 Natürlich heißt so ein Lesepensum neben dem normalen Leben her auch, dass man Prioritäten setzen muss. Liegengeblieben ist deshalb zum Beispiel meine Weihnachtspost, weil ich die letzten 3 Wochen vor Weihnachten aufholen musste. Wer betroffen ist, möge es mir verzeihen. Bis dahin hatte ich täglich gelesen. Auch das bedarf einiger Disziplin, abends um 22.00 oder später sich noch konzentriert ans Bibelstudium zu begeben, nach 12 Stunden oder mehr Arbeit. Die Wochen vor Weihnachten hat mein Arbeitspensum und meine Erschöpfung abends das nicht mehr zugelassen. Lesen, nur damit gelesen ist, ist fruchtlos. Es kommt ja die Weihnachtspause …
 Ich möchte über vieles schreiben, was mir durch den Kopf gegangen ist, es drängt förmlich aus mir heraus. Leider habe ich die Zeit nicht gefunden. Das bedauere ich sehr. Es ist für mich selbst ein persönlicher Verlust, dass diesen vielen guten Gedanken erst einmal wieder in irgendeiner Gehirnschublade abgelegt sind und verstauben. Damit nicht alles verloren ist, habe ich Mindmaps angelegt und die gesamte Bibel selbst verstichwortet, so dass es mir leichter fällt, bei Bedarf wieder zu den Zusammenhängen zu finden.
So bin ich 
froh, dass ich es geschafft habe. 
froh, dass ich das ganze Jahr für mich persönlich wertvoll gelesen habe. 
froh, über all das, was ich erfahren durfte, 
froh und dankbar um jedes Wort,
froh, dass ich nun jedes Wort kenne, wenn auch vielleicht nicht jedes verstehe,
froh, dass das Verstehen des Wortes sich entwickelt, man deshalb nie am Ende ist, es immer weiter geht, weiter vorwärts im Verstehen, bis zum Tag, an dem ich vor Gott stehe,
froh um die Bereicherung,
froh, dass ich gelernt habe, wie fruchtbar Bibellesen ist.
Gott ist mir ein gutes Stück näher gerückt. Ein angemessenes Dankeswort kann ich hier dafür nicht finden, jedes Wort wäre zu armselig.
 Was mach ich jetzt, ohne meinen täglichen Bibelfahrplan? Falle ich in ein Loch? Ich glaube nicht. Ich werde nicht aufhören, in der Bibel zu lesen, vielleicht nicht mehr so systematisch und vor allem nicht mehr so umfangreich, wie das vergangene Jahr. Das würde ich auch gar nicht mehr schaffen. Aber ich werde sicher einen neuen Plan fassen, wenngleich der erst in mir reifen muss. Es gibt noch die Apogryphen, oder – was mich auch reizen würde – die Bibel rückwärts aufrollen, von der Offenbarung her. Das ist sicher auch eine Jahresbeschäftigung. Mir fällt noch viel ein und ich bin sicher, es wird mir keinen Augenblick langweilig.
 Ich habe das alles erzählt, um zu ermuntern, es selbst mit der Bibel zu versuchen. Selbst zu entdecken, wir fruchtbar sie ist. Sich nicht abschrecken zu lassen. Sich nicht blenden zu lassen vom oberflächlichen Geschehen, sondern den Sinn dahinter zu suchen. Die Bibel ist kein Historiendokument, sondern ein Glaubensdokument, das Glaubensbotschaften transportiert, nicht – wie manche denken – ein Tatsachenbericht von Mord und Totschlag. Die Botschaft liegt im Sinn dahinter. Und sie ist aktuell.
Rein technisch ist mit einer Bibel-App das Lesen viel angenehmer als mit einer gedruckten Bibel. Ich will ermuntern, im Zusammenhang zu lesen, nicht sätzchenweise. Aus dem Zusammenhang genommene Einzelverse lassen den Zusammenhang nicht erschließen. Ich will ermuntern, sich für die Erfahrung zu öffnen, was es heißt, jeden Tag Gottes Wort in sich einfließen zu lassen. Es geht, ich habe es ausprobiert. Auch, wenn man viel Arbeit hat oder gerade dann. Es ist eine unendlich gute und heilende Erfahrung.

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