Weinberg

Mein eigener Weinberg ist vor mir.
Hohelied 8,12

Ein Weinberg will gepflanzt sein, die Reben müssen wachsen, man sagt, je älter der Weinstock, desto besser der Wein. Qualität braucht das Alter. Richtig gute Rebstöcke haben manchmal über 50 Jahre auf dem Buckel. Mit der Zeit wachsen sie bedächtiger. Wachsen reicht nicht, der Weinberg und die Weinstöcke wollen gepflegt sein, damit sie nicht verunkrauten.

So der Mensch. Jeder in seinem eigenen Weinberg. Ob er Früchte trägt, liegt beim Winzer.

Wasser des Lebens

Fisch mit Taufkerze

Wasser des Lebens, Worte des Himmels,
die sich verbinden, mächtig sie sind,
denn Gottes Segen fließt überströmend:
Du bist getauft, du bist Gottes Kind!

Klar wie das Wasser, rein wie sein Segen
tut sich der Himmel über dir auf,
du bist gehalten in Gottes Nähe,
nichts trennt dich wieder vom Lebenshauch.

Dank sei dir Gott, für bergende Nähe,
Dank sei für Schutz und für dein Geleit,
du bist der Anfang, füllst alles Leben,
zeigst einen Weg, gehst mit durch die Zeit.

Schick deine Engel, Hüter des Lebens,
sende uns deine Kraft, deinen Geist,
damit durch Wasser und deine Worte
du alles neu machst, segnest und heilst.

Text: Karl Ludwig Schmidt 2010

Wasser des Lebens

Taufe in Zeiten von Corona

Ich war sehr gespannt, wie denn eine Taufe in Zeiten von Corona so abläuft. Beim Einzug in die Kirche herrscht Mundschutzpflicht. In den Bänken darf der Mund-Nasen-Schutz abgenommen werden. Anwesend sind nur die 20 engsten Angehörigen. Jede 2. Kirchenbank bleibt leer, aber in einer Bankreihe dürfen 5 Personen Platz nehmen.

Die Pastorin beginnt mit einer Corona-Verhaltens-Aufklärung. Eigentlich hätte man den Gottesdienst gerne im Freien abgehalten, aber wir sind im Norden und das Wetter ist nordisch wechselhaft. Damit wir trotzdem singen können, wird es ein Wandel-Gottesdienst der eigenen Art. Für jedes Lied wird die Maske aufgesetzt und nach draußen gewandelt. Wir verteilen uns zwischen den Grabsteinen – der Friedhof beginnt direkt hinter der Kirchentür, der Gitarrenspieler und die Pastorin legen los und der Rest versucht zu folgen. „Lobe den Herren“ kennen noch einige, aber mit den modernen Kirchenlieder ist es so eine Sache. Sie werden von den Täuflingseltern zwar gerne ausgewählt, aber singen kann sie am Ende fast keiner. „Vergiss es nie, dass du lebst, war keine eigene Idee“ kennen nur sehr wenige. Das dritte Lied „Wasser des Lebens“ wird zur Melodie von „Morning has broken“ gesungen, was den Chor etwas anschwellen lässt. Ein sehr schöner Text (siehe den Post morgen).

Dann das Taufgeschehen an sich. Die Pastorin findet einfache erklärende Worte, was denn so eine Taufe bedeutet. Die Taufkerze wird vom Paten entzündet, der Taufspruch von der Patin vorgelesen, die Täuflingsmutter hält das Kind über das Taufbecken, der Vater – nicht die Pastorin – tauft das Kind. Die Pastorin hält sich in sicherer Entfernung.

Der Pate glaubt sich zu erinnern, dass er im Konfirmationsunterricht gelernt hat, dass er nur Nottaufen vornehmen dürfe und meint deshalb trocken: Dann ist das also eine Nottaufe.

Man wundert sich, zu welchen Zugeständnissen Kirche in Coronazeiten bereit ist: Der Vater tauft sein Kind und die Pastorin schaut zu. Mir gefällt das. Es handeln diejenigen, die es angeht: Die Mutter und der Vater wollen ihr Kind taufen und sie tun es selbst vor Gott. Für mich fühlt sich das sehr ursprünglich an, fast vor-christlich.

Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende
(Matthäus 18, 19-20).

Hierfür wurde gestern für den Täufling das Grundgerüst gelegt. Darüber, dass dies geschehen ist, bin wohl ich am meisten überrascht. Der gelegte Samen ist aufgegangen, was ich kaum erwartet habe. Ich stehe, staune und bin dem dankbar, der ihn wachsen ließ.

Täufling

Fische zur Taufe

Guter Gott,
Ein Täufling klopft bei Dir an.
Wir bitten Dich,
lass ihn gedeihen unter Deinem Schirm,
sei ihm in den Wechselfällen seines Lebens
Stecken und Stab,
sei ihm guter Hirte,
damit er zu Dir findet,
Dich nie verliert und sich nie verirrt,
gewähre ihm Schutz und Zuflucht ein Leben lang
und lass ihn ein Segen sein,
behütet und geleitet von Deinem Segen.

Begossener Dackel

Dackel

Behüte mich wie einen Augapfel im Auge, beschirme mich unter dem Schatten deiner Flügel
Psalm 17, 8

Der Taufspruch meiner Enkelin.

Gott ist mit uns.

Er behütet seine Schafe,
die oft zu intellektuell sind,
um dies zu erkennen.

Er bewahrt unsere Seele,
auch wenn wir meinen,
keine Seele zu haben.

Er beschirmt uns,
wenn wir uns Regen
und Gewitter aussetzen.

Er beschützt uns,
auch wenn wir
uns über seinen Schutz
erheben.

Der Allumfassende umfasst uns umfassend.
Auch wenn wir dastehen wie ein begossener Dackel.

Aufgegriffen

Darum gehet hin und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des heiligen Geistes, und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende.
Matthäus 28, ‬19‭-‬20

Am Sonntag wird meine Enkelin getauft. Mein Sohn fragte mich, ob ich bei der Taufe das Missionsgebot lesen würde.

Seit langem habe ich wieder die Bibel aufgeschlagen. Die zwei Verse haben mich angesprungen. Sie haben mich ergriffen.

Für mich selbst völlig unerwartet schreibe ich wieder. Gott sucht sich seinen Weg, greift einen auf, wann und wo ER will.

Drache

Durch seinen Hauch wird der Himmel heiter, seine Hand durchbohrt den flüchtigen Drachen.
Hiob 26, 13

Der Drache,
der einen verbrennt,
springt einen ganz unvermittelt an.

Der Herr ist mein Hirte,
mir wird nichts mangeln,


Und der Drache ist verb(r)annt.

Senfernte

Senf

Gleichwie ein Senfkorn, das gesät wird aufs Land, so ist’s das kleinste unter allen Samen auf Erden; und wenn es gesät ist, so nimmt es zu und wird größer denn alle Kohlkräuter und gewinnt große Zweige, also daß die Vögel unter dem Himmel unter seinem Schatten wohnen können.
Markus 4,31-32

Wer hat Senf in seinem Garten?
Er überragt alle anderen Gewächse im Beet.
Ist nicht schön anzusehen, wenn er ausgeblüht hat,
wenn der Sturm ihn kreuz und quer ins Beet wirft.
Hat unter den hohen Pflanzen eine andere eine Chance?
Wer lässt ihn stehen und reifen?
Wer erntet ihn?
Schote für Schote die Stacheln aufbrechen,
sich Stiel für Stiel voranarbeitend?
Es ist mühsam und am Ende ist wenig im Korb,
Und doch kann ich sagen:
Ich habe reich geerntet.
Nur wenn man erntet, kann man wieder säen.
Zeit für Senfernte!

Horizonte

Und Gott sprach zu Jona: Ist es recht, dass du wegen des Wunderbaumes zürnest? Und er sprach: Mit Recht zürne ich bis zum Tode!
Jona 4,9

Der Mensch ist stur,
gefangen in seinen Welten
und unfähig,
über seinen Horizont hinauszudenken.

Ohne Worte

Und der Tor macht viele Worte: doch weiß der Mensch nicht, was sein wird; und was nach ihm sein wird, wer wird es ihm kundtun?
Prediger 10,14

Die Selbstdarsteller dieser Welt, die meinen,
sie seinen der Mittelpunkt der Welt,
werden sehen, dass ihre Seifenblase
am Ende platzt.
Was bleibt, ist ohne Worte.

An der Angel

Er hebt sie alle mit der Angel herauf, er zieht sie herbei mit seinem Netze und sammelt sin in sein Garn; darum freut er sich und jubelt.
Habakuk 1,15

Wir hängen alle an Gottes Angel.
Dem einen lässt er mehr Leine,
dem anderen weniger.

Instinkt

Und diejenigen, welche gottlos handeln gegen den Bund, wird er durch Schmeicheleien zum Abfall verleiten; aber das Volk, welches seinen Gott kennt, wird sich stark erweisen und handeln.
Daniel 11,32

Wer Gott in sich Raum gibt,
weiß instinktiv,
in welche Richtung
er/sie gehen muss.

Vollendet

Jehova, du wirst uns Frieden geben, denn du hast ja alle unsere Werke vollführt.
Jesaja 26,12

In Gott ist am Ende alles vollendet,
egal wie unvollendet wir selbst sind.

Strich durch die Rechnung

Und Jehova gab Salomo Weisheit, so wie er zu ihm geredet hatte; und es war Friede zwischen Hiram und Salomo, und sie machten einen Bund miteinander.
1.Könige 5,12

Gott gibt uns zu verstehen,
was weise ist.
Ob wir seinen Weg des Friedens gehen,
ist immer unsere Entscheidung.
Das Ego macht uns oft
einen Strich durch die Rechnung.

Grenzen

Du sagst: Siehe, du hast Edom geschlagen! und dein Herz erhebt sich, dir Ruhm zu erwerben. Bleibe nun in deinem Hause; warum willst du dich mit dem Unglück einlassen, dass du fallest, du und Juda mit dir?
2.Chronik 25,19

Die eigenen Grenzen und
die Grenzen der anderen
zu überschreiten
führt früher oder später
ins Verderben.

Reine Seele

Du, Jehova, thronst in Ewigkeit; dein Thron ist von Geschlecht zu Geschlecht.
Klagelieder 5,19

Gott bleibt,
Menschen vergehen.
Die reine Seele IST mit Gott ewiglich.

Unperfekt

Nicht soll wohnen im Innern meines Hauses, wer Trug übt; wer Lügen redet, soll nicht bestehen vor meinen Augen.
Psalm 101,7

Kein Mensch ist perfekt.
Deshalb wohnen wir maximal
im Vorhof Gottes.
Manche weiter weg,
manche weniger weit.

Hetzjagden

Der Übermütige, Stolze, Spötter ist sein Name, handelt mit vermessenem Übermut.
Sprüche 21,24

Viele Großsprecher,
die wenig bis nichts vorzuweisen haben,
außer großer Töne,
veranstalten vor und hinter den Kulissen
Hetzjagden.
Verantwortungsloses Handeln ohne Verantwortung.
Am Ende wartet der Abgrund,
in den wir alle gerissen werden.
Und die Großsprecher ziehen wieder,
sprechen anders groß und legen andere Lunten.
Zum nächsten Hallali ist schon geblasen.
Die kollektive Lust an der Zerstörung
kann einem Angst und Bange machen.
Am Ende stirbt unser Gemeinwesen,
in dem wir alle gut gelebt haben.
Aus Übermut und mangelnder Demut.

Ans Herz legen

Richtet euer Herz auf alle die Worte, die ich euch heute bezuge, damit ihr sie euren Kindern befehlet, dass sie darauf achten, alle Worte dieses Gesetzes zu tun.
5.Mose 32,46

Man kann seinen Kindern
Gott ans Herz legen,
finden müssen sie ihn allein.